Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Lösche Benutzer 22277

Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Beitrag von Lösche Benutzer 22277 »

WILL Dein Mann sich überhaupt zuständig fühlen? Für mich klingt es, als ob er im tiefsten Inneren davon überzeugt ist, dass Kinderbetreuung Frauensache ist. Dass er nicht will, dass Du arbeitest und nicht versteht, dass Du es für Dich benötigst, bestätigt für mich die Theorie, dass dahinter ein doch recht konservativer Blick auf das Thema Kindererziehung stecken könnte.

Vielleicht täte es euch gut, darüber zu reden, wie sich Dein Mann die Vaterrolle so vorstellt und ob sich das mit Deinen Bedürfnissen deckt. Klingt für mich bisher leider nicht so (nur von dem was Du schreibst, ich kenne euch ja nicht im echten Leben), als ob Dein Mann gerne und mit vollem Engagement Betreuungsaufgaben übernehmen möchte. Wenn er nämlich unterbewusst immer denkt, "das sollte doch jetzt eigentlich meine Frau machen", dann spürt es das Kind sofort. Und ja, dann vermisst es auch die Mama und fragt ständig nach ihr. Wenn die Betreuungsperson (egal ob Vater oder Babysitter) sich ins Zeug legt und in seiner Aufgabe aufgeht, ist das Kind mit höherer Wahrscheinlichkeit abgelenkt.

Ich möchte Dir den Mut machen, mehr zu Deinen Bedürfnissen zu stehen und dafür zu sorgen, Verantwortung an den Partner abgeben zu können. Auf lange Sicht wird euch das glaube ich sehr gut tun!
Kornblumen
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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Beitrag von Kornblumen »

Raya hat geschrieben:Ich würde mich an Deiner Stelle mal fragen, was Du an Positivem daraus ziehst, Dich unersetzbar zu fühlen. Irgend etwas daran muss Dir bewusst oder unterbewusst etwas "geben", dass Du denkst, Du wärst die einzige Person, die in der Lage ist, Deine Tochter adäquat zu betreuen.

Mich macht es immer stutzig, wenn Mütter von nicht mehr ganz so kleinen Kindern meinen, sie seien absolut unabkömmlich. Und mir tut es auch ein wenig für das Kind Leid, dass es dadurch die Chance genommen bekommt, sich auch noch an andere Menschen (vor allem den Vater) enger zu binden. Vielleicht würde so ein Kind enorm davon profitieren, mehr Zeit mit Papa, Oma, Tanten, Onkels, Opa, anderen Erwachsenen oder Kindern zu verbringen? Was ist mit der Sozialkompetenz? Kann man als Mutter denn ein vielfältiges Umfeld komplett ersetzen? Ist das nicht irgendwann für das Kind "zu wenig"?

Was würdest Du verlieren, wenn Du Deine Tochter mehr loslässt? Gibt Dir die Situation so, wie sie ist, Sicherheit? Wovor hast Du Angst?

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es einem dreijährigen Kind gut tut, so viel Exklusivzeit nur mit der Mutter zu verbringen.
Ich fühle mich nicht unersetzbar. Das einzige wovor ich bisher zurückgescheut bin, sind Abende und Nächte. Und würde die Familie um die Ecke wohnen, würde ich sofort sagen, geht mal mit ihr zum Spielplatz. Oder gute Freundinnen, die auf sie aufpassen wohnen zu weit weg... Deshalb habe ich ja nach Babysittern gesucht, aber das werde ich jetzt nochmal angehen und hartnäckiger suchen! Denn ja, ich glaube, es würde uns als Familie gut gehen!
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Joanna79
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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Beitrag von Joanna79 »

Kornblumen hat geschrieben:Wo ich könnte ich denn noch suchen? Also gezielter an Schulen oder so? Oder wie meinst du das Joanna79?
Also wir haben die ersten Babysitter durch Empfehlungen von Kollegen bekommen, und danach haben die Mädels immer wieder ne Freundin oder Schwester weiterempfohlen [emoji4]- das hilft Dir natürlich nicht weiter. [emoji6]

Bei uns im Ort gibt es z.B. eine Facebookgruppe für lokalen Tausch, Verkauf und Dienstleistungen. Da hab ich schon öfter Babysitter gesehen.
Universitäten haben mittlerweile auch irgendwelche online-Pinnwände.
Du könntest außer im Supermarkt z.B. in weiterführenden Schulen, Bibliotheken, Musikschulen oder Kirchengemeinden Zettel aushängen (da würde ich mich irgendwie irrationalerweise besser fühlen [emoji6].)
Oder habt Ihr in Eurem Bekanntenkreis Leute mit Teenagertöchtern?
Kleinanzeigen, ob altmodisch auf Papier oder online, wäre auch eine Idee.
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Kornblumen
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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Beitrag von Kornblumen »

Raya hat geschrieben:WILL Dein Mann sich überhaupt zuständig fühlen? Für mich klingt es, als ob er im tiefsten Inneren davon überzeugt ist, dass Kinderbetreuung Frauensache ist. Dass er nicht will, dass Du arbeitest und nicht versteht, dass Du es für Dich benötigst, bestätigt für mich die Theorie, dass dahinter ein doch recht konservativer Blick auf das Thema Kindererziehung stecken könnte.

Vielleicht täte es euch gut, darüber zu reden, wie sich Dein Mann die Vaterrolle so vorstellt und ob sich das mit Deinen Bedürfnissen deckt. Klingt für mich bisher leider nicht so (nur von dem was Du schreibst, ich kenne euch ja nicht im echten Leben), als ob Dein Mann gerne und mit vollem Engagement Betreuungsaufgaben übernehmen möchte. Wenn er nämlich unterbewusst immer denkt, "das sollte doch jetzt eigentlich meine Frau machen", dann spürt es das Kind sofort. Und ja, dann vermisst es auch die Mama und fragt ständig nach ihr. Wenn die Betreuungsperson (egal ob Vater oder Babysitter) sich ins Zeug legt und in seiner Aufgabe aufgeht, ist das Kind mit höherer Wahrscheinlichkeit abgelenkt.

Ich möchte Dir den Mut machen, mehr zu Deinen Bedürfnissen zu stehen und dafür zu sorgen, Verantwortung an den Partner abgeben zu können. Auf lange Sicht wird euch das glaube ich sehr gut tun!
Ich glaube er denkt er tut mir damit was gutes, wenn er sagt er muss nicht arbeiten. Er sagte nämlich noch heute morgen, er würde lieber zu Hause sein mit Kind als arbeiten.
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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Beitrag von Kornblumen »

Ich meinte er denkt er tut MIR Teams gutes, wenn er sagt ich muss nicht arbeiten.


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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Beitrag von Kornblumen »

Joanna79 hat geschrieben:
Kornblumen hat geschrieben:Wo ich könnte ich denn noch suchen? Also gezielter an Schulen oder so? Oder wie meinst du das Joanna79?
Also wir haben die ersten Babysitter durch Empfehlungen von Kollegen bekommen, und danach haben die Mädels immer wieder ne Freundin oder Schwester weiterempfohlen [emoji4]- das hilft Dir natürlich nicht weiter. [emoji6]

Bei uns im Ort gibt es z.B. eine Facebookgruppe für lokalen Tausch, Verkauf und Dienstleistungen. Da hab ich schon öfter Babysitter gesehen.
Universitäten haben mittlerweile auch irgendwelche online-Pinnwände.
Du könntest außer im Supermarkt z.B. in weiterführenden Schulen, Bibliotheken, Musikschulen oder Kirchengemeinden Zettel aushängen (da würde ich mich irgendwie irrationalerweise besser fühlen [emoji6].)
Oder habt Ihr in Eurem Bekanntenkreis Leute mit Teenagertöchtern?
Kleinanzeigen, ob altmodisch auf Papier oder online, wäre auch eine Idee.
Ich frage mal die Nachbarin. Sie hat schon etwas ältere Töchter und kennt vielleicht jemand. Und FB Gruppe. Schaue ich nochmal. Werde auf jeden Fall weiter suchen. Dann hätten wir ewtl auch mal wieder Paarzeit.


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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Beitrag von Joanna79 »

Kornblumen hat geschrieben:Ich frage mal die Nachbarin. Sie hat schon etwas ältere Töchter und kennt vielleicht jemand. Und FB Gruppe. Schaue ich nochmal. Werde auf jeden Fall weiter suchen. Dann hätten wir ewtl auch mal wieder Paarzeit.

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Ich kann es Euch nur empfehlen!
Ich hatte meinerseits keine Probleme damit, die Maus mit einem knappen Jahr in die Krippe zu schicken. Aber ich weiß nicht, ob wir uns bis heute an die Abendbetreuung gewagt hätten, wenn unser Beruf das nicht erfordern würde. Auch die Tatsache, dass es abends kein Zurück gab, hat geholfen (wir sind im Konzert ja nicht zu erreichen und könnten so oder so nicht einfach von der Bühne stürzen).
Wir haben also so ab 9 Monaten das Einschlaftragen etabliert. Und danach hat wie gesagt jeder Babysitter (und die beiden Omas, die Tante, die Cousine) seinen eigenen Weg gefunden.
Worauf ich raus will: wenn man muss, findet man auch einen Weg. Und sieht Möglichkeiten.
Das sieht man schön daran, dass sie bis heute noch nie irgendwo ohne einen von uns beiden geschlafen hat - wir "müssen" halt nicht, trauen uns nicht so richtig ran und wollen auch irgendwie ein familienbettgewöhntes, nicht-durchschlafendes Kind niemandem so recht "zumuten". (Wir finden es selbst ja oft ganz schön anstrengend...) Obwohl ich mir sicher bin, es wird bei der Oma super gehen - wenn wir es nur endlich mal versuchten...
(Und da in weniger als 4 Monaten der kleine Bruder ins Haus steht, werden wir es jetzt auch mal angehen und in den Sommerferien ein paar Mal ein Wochenende zu zweit wegfahren. Schliesslich ist uns klar, dass damit bald erstmal Schluss ist.Ein bisschen Druck wirkt Wunder! [emoji6])
Und bei Euch bzw. bei Dir ist der Leidensdruck ja ganz offensichtlich vorhanden...
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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Beitrag von Neuhier »

Wenn er jetzt schon von dem bisschen Kinderbetreuung so genervt ist, dann würde ich echt gern sehen wie er das findet wenn er als Hausmann für Kind und Haushalt zuständig ist...
Für dich kommt dieses Rollenmodell vermutlich nicht in frage oder?
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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Beitrag von Kornblumen »

Neuhier hat geschrieben:Wenn er jetzt schon von dem bisschen Kinderbetreuung so genervt ist, dann würde ich echt gern sehen wie er das findet wenn er als Hausmann für Kind und Haushalt zuständig ist...
Für dich kommt dieses Rollenmodell vermutlich nicht in frage oder?
Ich kann mir meinen Mann nicht zu Hause vorstellen :lol: vielleicht liegt es daran dass er mit seiner jetzigen Stelle SEHR unzufrieden ist.
Für mich wäre es toll, wenn es halbe halbe wäre. Ich glaube da würde ich sofort JA sagen.
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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Beitrag von MamaBubu »

Raya hat geschrieben:Ich würde mich an Deiner Stelle mal fragen, was Du an Positivem daraus ziehst, Dich unersetzbar zu fühlen. Irgend etwas daran muss Dir bewusst oder unterbewusst etwas "geben", dass Du denkst, Du wärst die einzige Person, die in der Lage ist, Deine Tochter adäquat zu betreuen.

Mich macht es immer stutzig, wenn Mütter von nicht mehr ganz so kleinen Kindern meinen, sie seien absolut unabkömmlich. Und mir tut es auch ein wenig für das Kind Leid, dass es dadurch die Chance genommen bekommt, sich auch noch an andere Menschen (vor allem den Vater) enger zu binden. Vielleicht würde so ein Kind enorm davon profitieren, mehr Zeit mit Papa, Oma, Tanten, Onkels, Opa, anderen Erwachsenen oder Kindern zu verbringen? Was ist mit der Sozialkompetenz? Kann man als Mutter denn ein vielfältiges Umfeld komplett ersetzen? Ist das nicht irgendwann für das Kind "zu wenig"?

Was würdest Du verlieren, wenn Du Deine Tochter mehr loslässt? Gibt Dir die Situation so, wie sie ist, Sicherheit? Wovor hast Du Angst?

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es einem dreijährigen Kind gut tut, so viel Exklusivzeit nur mit der Mutter zu verbringen.
Ich finde, dass etwas scharf formuliert Raya ...

Ich bin Mutter einer sehr sensiblen 3,5ährigen Tochter, der es schwer fällt sich von mir zu lösen und andere Bezugspersonen zuzulassen. Im Moment wird Papa sehr abgelehnt. "Mama soll das machen!" Und nein, ich finds gar nicht toll, mich "unersetzbar" zu fühlen. Ich empfinde das oft auch als einen totalen Druck.

Das Stillen ist übrigens gar nicht so ausschlaggebend. Das dachte der Papa hier auch immer. Aber jetzt stillen wir schon ein paar Monate nicht mehr und er kann sie trotzdem oft nicht beruhigen und zu Bett bringen...

Und wenn ich nicht ein zweites Kind hätte, dass da so ganz anders tickt, dass sich auch von Papa,Tante oder Oma betreuen lässt, ohne das danach abregieren zu müssen und den angestauten Stress rauslassen zu müssen.... Dann würde ich mir deine Worte jetzt sehr zu Herzen nehmen, so von wegen, was mach ich nur falsch, warum klammert mein Kind so. Ist das meine "Schuld", weil ich sie nicht "loslasse" und glaube ich sei "absolut unabkömmlich".

Aber sie ist sensibel, sie braucht sehr viel Rückversicherung und Nähe, ist schnell Reizüberflutet, fühlt sich schnell unwohl mit Leuten, die sie kaum kennt, mag es gar nicht von Fremden angesprochen zu werden. (Sie bricht in Tränen und hysterisches Geschrei aus, wenn ihr jemand auf der Straße aufhelfen möchte, wenn sie gefallen ist. und klamert sich an mich wenn wir Besuch von Freunden hat, die wir nicht so oft sehen.) Und mein Sohn der ist ganz anders.

Also an alle hier, deren Kinder sich problemlos schon früh von Papa, Oma, Babysittern haben betreuen lassen, freut euch, dass das so unkompliziert möglich war.

Aber Menschen sind halt verschieden und zwar nicht nur die Mütter, auch die kleinen Leute.

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