Pille und stillen???

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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tigerlily
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Re: Pille und stillen???

Beitrag von tigerlily »

Ich war damals mit der Cerazette nicht glücklich. Irgendwann, mit wiedereinsetzen meines Zykluses habe ich Dauerblutungen gehabt. Da habe ich die Pille irgendwann in die Ecke geschmissen und bin auf NFP umgestiegen.
Bin da bis heute glücklich mit. Klar ist es eine Einschränkung in dem Sinne, dass man zwischendurch mit Pille oder Dia verhüten muss, aber dafür gibt es auch noch genug Tage im Monat wo man "frei" hat. Mittlerweile sind es rund 6 Jahre, dass ich meine Kurven auswerte... Für mich kommt nichts anderes mehr in Frage. Hormone oder Fremdkörper (Spirale) würde ich nichtmit gutem Gefühl nehmen bzw. in mir haben.

Stillen und NFP ist kein KO-Kriterium. Irgendwann setzt der normale Zyklus wieder ein... bei einigen nach ein paar Wochen oder Monaten, bei einigen dauerts länger (ich hatte nach dem letzten Kind 2 Jahre keinen Eisprung - hab dann erst mit Messen wieder angefangen nach der ersten Regelblutung). Was sein kann, dass die Zyklen dann länger sind, weil der Eisprung später staattfindet. Aber muss auch nicht... ist immer sehr individuell.
lg,
tigerlily
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Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist - was geschieht mit dem Rest?
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Squeeziemami
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Re: Pille und stillen???

Beitrag von Squeeziemami »

@tigerlily: zwischendurch mit Pille oder Dia? Wieso?
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vicci
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Re: Pille und stillen???

Beitrag von vicci »

jusl hat geschrieben:
Ich für mich verzichte in der Stillzeit auf Haare färben, Alkohol, Koffein usw. und kann damit sehr gut leben
Naja, dann ist es nicht wirklich ein "Verzicht", oder? :wink: Ich persönlich würde z.B. nie sagen "ich verzichte auf Tabak!" - denn: ich bin Nichtraucher und WILL AUCH GAR NICHT rauchen. Mit Nichtrauchen kann ich dementsprechend ebenfalls sehr gut leben; daher sehe ich den "Verzicht" da irgendwie nicht. :lol:

Jedenfalls kurz zur Sache: abgesehen davon, dass ich dem hier
Das sollte jeder machen wie er es für richtig hält!
sowieso grundsätzlich zustimme, halte ich es persönlich so, dass ich mich bei solchen Fragen, außer an mein Gefühl, v.a. an FAKTEN orientiere. Beispiel: Schäden am Stillkind durch Mamas Haarefärben sind bislang nicht bekannt geworden. Demgegenüber stehen unzählige Frauen, deren Haarefärben ganz offensichtlich ihren Stillkindern nicht geschadet haben. Diese Tatsache erlaubt es meiner Meinung nach nicht, anderen Frauen mit Warnungen à la "in der Stillzeit würd ich das ja lieber lassen!" ein schlechtes Gewissen zu machen. Das Gleiche gilt für eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wein. Die Faktenlage gibt's einfach nicht her.

LG;
Julia

Schöner Beitrag Jusl!
Ich kenne zig Frauen, für die das Stillen ein schlechtes Image hat, weil sie denken stillende Mütter müßten sich in allem einschränken. Ich halte das für eine Nutzen-Risiko-Abwägung: Wie alt ist mein Kind (Wie hoch Milchkonsum), wie viel Alkohol/Koffein/Pfefferminztee/Cola... trinke ich, wie oft färbe ich meine Haare, wie lange nehme ich Medikamente, wie dringend brauche ich sie etc. Ich bin davon überzeugt, daß der Nutzen meiner Muttermilch trotz Pille und Wein höher ist, als das Risiko. Und darum geht es doch unterm Strich.
Ich bin bestützt, wenn Frauen abstillen, weil sie Antibiotika oder Psychopharmaka nehmen müssen. Kürzlich riet mir mein Zahnarzt zum Abstillen, weil er eine Wurzelbehandlung durchführen muß!!!! Wir werden dieses Bild nicht ändern können, wenn wir nicht öffentlich sagen: Stillt nicht ab, es gibt eigentlich immer Alternativen für die stillende Frau!
Von meinen Freundinnen wußte nicht eine (!) daß man als stillende Mutter die Pille nehmen kann. Sie wundern sich, daß ich mal ein Glas trinke, daß ich Kaffee trinke und mir die Haare färben. Sie hatten ein anderes Bild einer Langzeitstillenden. Es ist wichtig zu vermitteln, daß Stillen, Bedürfniserfüllung und moderne Lebensweise KEIN Gegensatz sind!
Im übrigen habe auch ich gerne sehr lange auf sehr viel verzichtet, wie gesagt, mein Kind ist 15 Monate. Solange Nutzen-Risiko stimmen und keiner eine Schädigung aufgrund meiner Lebensweise nachweisen kann, gönne ich mir den Wein und den ungeschützen Sex. Alternativ habe ich schon verhütet und dabei bin ich schwanger geworden. Das möchte ich jetzt so gut wie ebend möglich vermeiden....
Puh, ist viel zu lang geworden.....
LG
Es ist noch immer wie ein Traum für mich, ich sehe dich an doch ich glaub es nicht, du bist mein Sonnenschein , mein Augenlicht
ich geb mein ganzes leben nur für Dich. Ich bin du und du bist ich.
jusl
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Re: Pille und stillen???

Beitrag von jusl »

Danke! :D
Ich kenne zig Frauen, für die das Stillen ein schlechtes Image hat, weil sie denken stillende Mütter müßten sich in allem einschränken.
Dies ist auch für mich ein ganz wesentlicher Punkt. Es schwirrt heutzutage eindeutig noch sehr viel Fehlinfo herum, und dazu kommt dieses offenbar sehr stabile Korklatschen-Askese-Image, welches dem längeren Stillen immer noch anhaftet. Ich denke, bei diesen Themen lohnt sich in Richtung Stillfreundlichkeit offensive Aufklärung ganz besonders.

Mir liegt nichts ferner, als Frauen, die "gerne auf irgendetwas verzichten", zu belächeln. Aber ebenso wichtig ist mir, bei den Dauerwelle-Kosmetika-Feierabendbier-Stillthemen sachlich aufzuklären.
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Squeeziemami
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Re: Pille und stillen???

Beitrag von Squeeziemami »

Ach, das ist so angenehm hier :)
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vicci
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Re: Pille und stillen???

Beitrag von vicci »

Ich finde es toll, wenn Frauen gerne für ihr Kind verzichten! Genau so sollte es sein! Ganz besonders, wenn es sich um Babys handelt. Ich habe lange auf sehr viel verzichtet, ja sogar auf Parfum. Jeder muß selbst wissen, wie viel er zu geben bereit ist. In meinem persönlichen Leben haben sich einfach Situationen aufgetan, die ein "Umdenken" verlangt haben und heute bin ich ich mehr ganz so streng.
Wie ich schon geschrieben habe, meine Freundinen sind ganz "baff", was ich alles darf. Und aufgrund der Tatsache, daß eine meiner Freundie die Pille und Medikamente gegen Migräne nimmt während der Stillzeit, stillt sie noch (und das obwohl sie garnicht wollte am Anfang :D ). Ja, unsere Kinder bekommen homöpathische Dosen der Medikamente, des Koffeins oder des Alkohol ab aber es geht ihnen gut - und der Mutter auch. Das ist doch das wichtigste!
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gadjodilo
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Re: Pille und stillen???

Beitrag von gadjodilo »

Ich finde Jusls Beitrag auch sehr gut, kann dem nur zustimmen.

Nur noch etwas kleines hinzufügen, es geht ja nicht nur um den Verzicht des Kindes willen. Ich selbst hatte in der Vergangenheit einige schwere Zeiten, habe 2 extra-uterine SS hinter mir, 3 Jahre davor verlor ich mein Baby Ende 3. Monat. Ich weiss nicht was von allem schmerzhafter war, nur dass es mir jetzt noch schwerfällt darüber zu schreiben (merke ich gerade eben). Ich hatte immer alles "richtig" gemacht, auf alles verzichtet u.s.w. und dennoch hab ich mich hinterher schuldig gefühlt...
Worauf ich eigentlich hinaus will, ist dass jede Frau, jede (werdende) Mutter, sich so verhalten muss dass sie sich selbst dabei wohlfühlt, es geht nicht unbedingt darum "Päbstlicher als der Pabst" zu sein ;-) Wenn man sogar auf Dinge verzichten will, wo es nicht mal Beweise gibt dass sie schaden, so glaube ich muss man es doch so machen wie man sich dabei am besten fühlt, im Einklang mit sich selbst. Auch wenn andere sagen man würde übertreiben, die wissen ja nicht dass es einem dabei einfach besser geht, und schaden kanns ja nicht. Wenn man sich zuviele Gedanken macht und zweifelt, weil man sich überreden lässt und nicht nach seinem Bauchgefühl handelt, gehts einem auch nicht gut, was ist im Vergleich dazu schon ein Verzicht?
Liebe Grüsse
Caro mit Minimax *08.2010
und *** im Herzen
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