Probieren einfordern ja oder nein

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

Elena
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Elena »

Wortgewitter hat geschrieben:
talismama hat geschrieben:
Sakura hat geschrieben:Ellen, wen meinst Du? Mich? :oops:
Nein, sie bezog sich auf Wortgewitter, die unterstellte, dass sie ihre Kinder straft, wenn sie nicht gehorchen und das einer Erniedrigung gleichkomme. Finde ich völlig verständlich, dass man sich da angegriffen fühlt.
Oh je. Hier wurde geschildert, dass ein kind eine anweisung nicht ablehnen durfte und in der folge konsequenzen eingeführt wurden.
Nein, das hat sie nicht geschrieben. Lies ihr Posting nochmal gründlich. Sie hat ein paar Beispiele gegeben, aus denen sehr klar wurde, dass gerade keine "Konsequenzen eingeführt" wurden, sondern dass diese Konsequenzen sich natzürlich aus dem handeln oder Nichthandeln des Kindes ergaben. Das Beispiel mit den Schuhen: Ohne Schuhe kann man nunmal zu manchen Zeiten und in manchen Gegenden nicht aus dem Haus. Wenn das Kind der Aufforderung, nun die Schuhe anzuziehen, damit man raus kann, nicht nachkommt, dann kann es eben nicht raus. Wie würdest du das denn lösen? Bei Jacken oder Mützen habe ich es durchaus schon so gemacht, dass ich sie einfach mitgenommen und dann draußen angezogen habe, wenn das Kind gemerkt hat, dass es wirklich kalt ist. Je nach örtlichen Gegebenheiten ist das aber schwierig, gerade bei Schuhen. Stell dir mal vor, du möchtest mit drei Kinder aus dem Haus, eins will gerade keine Schuhe anziehen. Du weißt, drauen ist es kalt/matschig/dreckig/liegen Scherben rum oder ihr wollt länger unterwges sein und es wird schlicht eine Situation eintreten, in der das Kind Schuhe braucht und fordert. Was machst du denn dann? Ich bin echt gespannt auf die Antwort. klar kann man die Schuhe mitnehmen, man hat aber vielleicht gerade genug Gepäck oder gar keine Tasche dabei, dasa Kind ist noch in Hausschuhen. Lässt du das Kind dann in Hausschuhen raus? Evtl. in den Dreck? Ziehst du dem Kind an einer befahrenen Straße mit zwei Geschwisterkindern im Schlepptau die Hausschuhe aus, die Straßenschuhe an und verstaust dann für den Rest des Tages die Puschen in deiner Hosentasche?

Und wenn ja, meinst du, das ist der "bessere" Umgang mit dem Kind, als sich neben das verweigernde Kind in den Flur zu setzen und ihm zu sagen "Du, wir wollen doch jetzt alle raus. Draußen ist es kalt. Wenn du ohne Schuhe gehst, frierst du ganz doll an den Füßen und die spitzen Steine auf dem Spielplatz pieksen dich. Ohne Schuhe kannst du deshalb nicht raus. Zieh sie dir jetzt bitte an, sonst müssen wir drinbleiben"? Was hat das mit "Strafe" zu tun?

Das Rausgehen ohne Schuhe ist ja noch recht harmlos. Was aber, wenn das Kind anderen schadet mit seinem Verhalten?

Wir haben gerade ein "Problem" in der Familie, das uns nervt, dem wir aber mit "Konsequenzen" nicht recht beikommen können. Die Kleinste (gut 2 Jahre alt) besteht allmorgendlich darauf, das gleiche müsli zu essen wie die beiden Großen, und sich das auch selbst zu nehmen, inkl. selbst Milch eingießen. Das Problem dabei ist, dass sie immer nur höchstens einen Löffel von dem Müsli isst und außerdem viel zu viel Milch eingießt. Wir haben also nach 10 Sekunden eine Schale randvoll mit Milch und zwei Löffeln Müsli drin, die niemand möchte. Danach verlangt sie nämlich unser Müsli, was mein Mann und ich essen. Wenn wir eingreifen und die Milchtüte rechtzeitig abfangen, gibt es Mordsgeschrei. Wenn wir ihr das Müsli von vornherein verweigern, auch. Wenn wir ihr unser Müsli verweigern mit dem Hinweis, dass sie erst das selbst genommene aufessen soll, auch. Dann sind alle am Tisch genervt. Leider ist sie noch zu klein, um ein "Morgen nimmst du dir aber weniger!" oder "Denk dran, gestern hast du das gar nicht gegessen, nimm dir erstmal nur ganz wenig" umsetzen zu können. Die Zeit wird das Problem für uns lösen. :lol: Sie wird irgendwann die Konsequenzen ihres Handelns verstehen können, und dann werden wir sie sie auch tragen lassen. Aber erst dann.

Mir fällt gerade ein, ich könnte mal versuchen, ihr die Milch in einem Extrakännchen hinzustellen. Nur soviel, wie ich verschmerzen kann. Das teste ich mal...
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Wortgewitter
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Wortgewitter »

talismama hat geschrieben:Es ist grundsätzlich ein Fehler Strafe und Konsequenz zu verwechseln, um damit die Strafe zu verharmlosen. Manche Eltern nennen nämlich die Strafen, die sie aussprechen, Konsequenzen, obwohl es sich gar nicht um eine FOLGE handelt. Du machst meiner Meinung nach, den umgekehrten Fehler und nennst tatsächliche Konsequenzen Strafe, was etwas prinzipiell "normales" (nämlich dass mein Handeln Konsequenzen hat, aufbauscht und verurteilt. Denn solche Konsequenzen gibt es selbst im Umgang Erwachsener miteinander und wenn-dann-Sätze sind dann keine unterschwellige Manipulation oder ein Machtmittel, sondern dienen im Umgang gleichberechtigter (!) Partner dazu, eigene Grenzen aufzuzeigen. Wenn mein Mann zum Sonntagsspaziergang splitternackt im Flur erscheint, würde ich natürlich zu ihm sagen, dass ich nicht mit ihm rausgehe, wenn er sich nichts anzieht. Und ich kann das erklären: ich liebe deinen nackten Körper, aber wenn gleich draußen alle mit dem Finger auf uns zeigen, ist mir das peinlich. Das ist ebenso nicht als Strafe zu sehen, wie wenn ich meiner Tochter sage, dass sie nur rausgehen darf, wenn sie sich Schuhe anzieht. Begründung: die Erfahrung hat gezeigt, dass das Rausgehen nur mit Strumpfhose diese zu sehr abgenutzt und ich möchte weder ständig neue Strumpfhosen kaufen noch abends mit Stopfarbeiten zu tun haben.
Okay, damit kann ich was anfangen. Da stimme ich zu.

Wenn ich Konsequenzen aus einer Situation ziehe, ist das halt eine Sache. Dass ich damit einen anderen zwinge, sich anders zu verhalten, eine andere.
Das beschriebene Beispiel von Elena zeigt es ganz gut.

Die 'natürliche' Konsequenz, also die logische Folge der Handlung, keine Schuhe anzuziehen, ist, dass die Füße vermutlich (!) bei diesem Wetter kalt werden. Nicht, dass ich nicht rausgehen kann - DAS ist eine vom Erwachsenen erdachte 'Konsequenz'. Natürlich kann ich auch barfuss rausgehen.
Ich kann ja auch sagen, dass ich nicht will, dass mein Kind barfuss rausgeht, zum Beispiel, weil ich besorgt bin, dass es sich dann schneidet oder eine Erkältung bekommt. Nur darf ich das dann, MEINER Meinung nach, nicht als Konsequenz verkaufen, weil es keine logische Handlung ist. Es ist auch nicht strafend gemeint - es ist der Einsatz meiner Macht als Eltern, in diesem Fall zum Schutz.
ich selber setze diese Macht so wenig wie möglich ein, weil ICH sie als beziehungsschädigend erlebe.

Meine Kinder ziehen ihre Kleidung so an, wie wir es empfehlen, weil sie eben nicht gezwungen werden. Ich nehme meist Schuhe/Jacke mit und biete sie an, wenn ich meine, dass sie unpassend gekleidet sind. Weil das aus MEINER Sicht mein Job ist als Elternteil - begleiten, meinen Rat geben wenn er gefragt ist und helfen, wenn das Kind eine falsche Entscheidung trifft. Lernen tut es aber eben wirklich nachhaltig nur, wenn es diese Entscheidung eben auch treffen darf. und Fehler dabei machen darf.

Das erzähle ich, weil ich gefragt werde, nicht, weil ich implizieren möchte, dass andere Wege falsch sind oder ähnliches.
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Wortgewitter
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Wortgewitter »

Elena, Du hast mich ja ganz konkret gefragt. Ich kann das aber nicht pauschal beantworten. Meine Kinder ziehen Schuhe an, wenn sie sehen, dass Scherben rumliegen oder dass es zu kalt ist - das liegt mE daran, dass sie mir vertrauen, dass ich nur einen Rat gebe und keinen versteckten Befehl, sie also immer auch nein sagen können.

Ich würde dann eine gemeinsame Lösung suchen: Man könnte das eine Kind auf den Arm nehmen und über die Stelle mit den Scherben tragen. Man könnte das Kind Matschfüße bekommen lassen und Handtücher mitnehmen. Und eben mit dem Kind reden! DIe finden ja auch oft gute Lösungen.
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Elena
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Elena »

@wortgewisster: Aber damit bist du in der praxis gar nicht weit von Ellen entfernt, glaube ich. :wink: Schau mal:
EllenRipley hat geschrieben:Ja, in bestimmten Situationen fordere ich von meinen Kindern, dass sie folgen. In der Regel dannn, wenn ihre Handlungen schädliche Folgen haben die sie noch nicht absehen können ( den Bus verpassen, Karies, vom Auto angefahren werden) oder wenn sie die Grenzen anderer Menschen überschreiten, die diese (noch) nicht verteidigen können (andere Kinder schlagen).
Das sind doch alles Situationen, in denen nicht sinnlose Forderungen gestellt und mit noch sinnloseren Strafen geahndet werden. Sondern das sind die typischen Alltagssituationen, in denen wir alle unsere Kinder dazu bringen müssen, das zu tun, was wir in diesem Augenblick für richtig halten. Und es liegt in unserer Verantwortung, ein brüllendes Zweijähriges, das aber die Straße JETZT überqueren will, daran zu hindern, wenn das gefährlich ist. Es "dem Kind überlassen" wäre in diesem Fall eine klare Überforderung des Kindes. Es gibt Situationen, in denen müssen wir die Verantwortung übernehmen und wir die Entscheidung treffen. Und wenn wir diese dann nur zaghaft durchsetzen, weil wir ja eigentlich nicht "über das Kind bestimmen" möchten, tun wir uns allen keinen Gefallen und unsern Kindern am allerwenigsten. Die sind nämlich überfordert, wenn sie JEDE Situation im Alltag verhandeln müssen. Aber sie lernen doch meistens schnell, dass es ein paar wenige Situationen gibt, in denen ausschließlich die Eltern entscheiden - und das ist dann für alle entspannter.

Ich sehe gerade deine Antwort in der Vorschau, Wortgewitter: Ja, das wären auch Lösungen, das sehe ich auch so. Aber nicht immer sind die so praktikabel. Manchmal hat man Zeitdruck, manchmal hat man weitere Kinder dabei, manchmal sind alle hungrig. Wenn nicht, finde ich es völlig okay, dem Kind entgegenzukommen und es barfuß gehen zu lassen. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass es in der Schuhsituation dem Kind eigentlich gar nicht ums Barfußlaufen geht, sondern dass es gerade einfach keine Veränderung der Situation möchte. Es möchte vielleicht weiter zuhause spielen bzw. kann das, was es eigentlich möchte, gar nicht klar benennen. Vielleicht möchte es einfach umsorgt und beachtet werden. Meine eine Tochter hat manchmal völlig irrationale Wutanfälle und fordert quasi gezielt absurde Dinge ein: Der Papa soll ein bestimmtes, ihm unbekanntes Schlaflied singen. Klar, tut er gerne. Er holt das Smartphone aus der Tasche und googelt den Liedtext. Da brüllt sie: "Aber OHNE Handy!" Er fragt (er ist meist sehr geduldig!), wie er das denn machen soll, er kennt das Lied ja nicht. In solchen Situationen kommen NIE praktikable Vorschläge von ihr. Sie hat gerade ein völlig anderes Problem und sie gerät eher in Rage, wenn wir sie immer weiter löchern, wie sie die Situation denn jetzt lösen möchte... ich habe das Gefühl, sie ist dann in ihrer Wut gefangen und richtig hilflos damit.

Naja, und manchmal - gerade wenn man noch mehrere Geschwisterkinder dabei hat - kommt es eben nicht in Frage, Handtücher mitzunehmen oder auch nur minutenlang mit dem Kind irgendwo zu verhandeln. Da finde ich einen freundlichen Hinweis auf die natürlichen Konsequenzen des Handelns nicht verkehrt.
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Sakura
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Sakura »

Pelufer, dass sich Kinder von anderen Kindern jeden Quatsch abschauen, wo man als Eltern nur noch augenrollend daneben steht, ist normal. Seine Cousine wird nicht die letzte gewesen sein, von der er sich Dinge abschaut, die Du nicht toll findest. Gelinde gesagt. In spätestens zwei Jahren werden es Schimpfwörter sein, bei denen Du rot wirst. Und wenn er sie nicht von der Cousine lernt, dann von anderen Kindern. Die Alternative wäre, unsere Kinder von allen anderen Kindern abzuschotten, und fürs Kind auch kein Geschwisterchen zu zeugen. Denn das kleine Geschwisterchen wird sich vom Großen noch viel mehr Quatsch abschauen. Wir Erwachsenen orientieren uns doch auch an Altersgenossen zum Thema "was ist in, was ist cool...." . Auch Erwachsene beugen sich diversen Nonsens-Trends, auch und gerade zum Thema Ernährung.

Meiner Erfahrung nach sind diese Nachahmungen anderer Kinder aber vor allem ein Experimentieren, ein Finden des eigenen Standpunktes. Und in dem Alter ist sowieso noch nichts in Stein gemeiselt. Und ich bin davon überzeugt, je mehr ich meine Kinder stärke, ihren eigenen Standpunkt zu vertreten, desto mehr werden diese Nachahmungen eine flüchtige Episode bleiben. Es mag mäklige Kinder geben, die ein Leben lang wählerisch bleiben. Da die übergroße Mehrzahl der Erwachsenen aber nicht sonderlich wählerisch ist, die übergroße Mehrzahl der Kleinkinder dagegen sehr wählerisch ist, würde ich mich ganz entspannt zurücklehnen, und darauf vertrauen, dass mein Kind zu den 98% gehört, wo sich das verwächst. Und wenn es zu den 2% gehören würde, bleibt sowieso die Frage, ob man da mit Probierzwang was ändern kann....

Und ganz ehrlich: ich würde mir persönlich Sorgen machen, dass mein Kind jetzt verinnerlicht: Ich muss alles probieren. Wenn ich das tue bin ich lieb, und kriege eine Belohnung. Ich darf nie nie nie etwas ablehnen. Wie wird dieses Kind reagieren, wenn es in 15 Jahre in ernsthaften Kontakt mit Drogen aller Art kommt, und seine Peergroup ordentlich Druck ausübt, dass er das mal probieren muss?

Gerade bei allem, was mein Kind in eine Körperöffnung steckt, versuche ich, größtmöglichen Respekt walten zu lassen. Beim Schuhe anziehen bin ich dagegen nicht zimperlich, und meines Wissens nach gibt es auch keinen wissenschaftlich dokumentieren Fall einer Schuhanziehstörung. Aber Essstörungen SIND ein Phänomen. Und Kinder, die sich nicht trauen, dem guten Onkel zu widersprechen, der irgendwas irgendwohin stecken will, sind auch nicht selten.



Mal ganz provokant:
Pelufer hat geschrieben:Missy, nochmal, das Kind mag nicht weil jedesmal die Mutter Regie übernimmt. Das mag sie nicht. Das kann man nicht essen etc.
D.h. die Mutter entscheidet, was das Kind essen darf / soll.
Machst Du doch auch, oder?
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Sakura
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Sakura »

talismama hat geschrieben:Nein, die Aussage ich schlicht und einfach: das sich ein einseitiges Essverhalten durchaus durchziehen kann und sich nicht zwangsläufig verwächst.
Und Deine Schwester wurde nie zum Probieren aufgefordert?
Und die Darmerkrankung liegt am Nutellabrot?
Bei Darmerkrankungen können Vollkorn, rohes Obst und sehr ballaststoffreiches Essen die Beschwerden meines Wissens nach verstärken.
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Können sie in der Tat, das stimmt.
Lösche Benutzer 5914

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Sakura hat geschrieben:
talismama hat geschrieben:Nein, die Aussage ich schlicht und einfach: das sich ein einseitiges Essverhalten durchaus durchziehen kann und sich nicht zwangsläufig verwächst.
Und Deine Schwester wurde nie zum Probieren aufgefordert?
Und die Darmerkrankung liegt am Nutellabrot?
Bei Darmerkrankungen können Vollkorn, rohes Obst und sehr ballaststoffreiches Essen die Beschwerden meines Wissens nach verstärken.

Nein, die Darmerkrankung liegt nicht am Nutellabrot :roll: Aber ich denke schon, dass eine falsche/einseitige Ernährung für viele Krankheiten (mit)verantwortlich ist und der Zusammenhang zwischen Ernährung und Darm liegt ja nun absolut auf der Hand.
Es ist richtig, dass rohes Obst/Gemüse in den Zeiten akuter Schübe nicht das ratsamste ist. Aber in den Zwischenzeiten ist nichts dagegen einzuwenden. In dem speziellen Fall meiner Schwester wäre es aber hilfreich, die entstehenden Mangelerscheinungen durch ungesüßte Tees als Flüssigkeitslieferant (nicht Cola!) und ansonsten eine vitamin- und spurenelementereiche Ernährung auszugleichen. Das das nicht durch einseitige Ernährung geht, liegt ja auf der Hand.
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nilsholgersson
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von nilsholgersson »

Zwingen zum Probieren mag ich meine Kinder nicht, aber den Mittleren muss ich ab und an doch mal - leider. Er würde sonst nur Brot und Wurst dazu Süßigkeiten essen. Bis heute ißt er kein Gemüse und ich meine wirklich keins. Zum Probieren habe ich ihn letztens gezwungen, an der Karotte zu lecken und ein millimeterstück Paprika zu essen. Vergebene Liebesmüh :mrgreen: .
Ich bin froh, dass er Apfel und Bananen ißt. Ohne Zwang hätte er nie entdeckt, wie gut ihm Cashewnüsse und Rosinen schmecken, oder Nudeln oder oder oder ... er würde mir mit seinen 6 Jahren wohl immernoch an der Brust hängen und jegliches Essen verweigern ;). Er wurde zwei Jahre voll gestillt, ohne etwas anderes zu sich zu nehmen (wirklich gar nix anderes). Er weigerte sich absolut etwas anderes in den Mund zu nehmen als Brustwarzen. Ich finde, so ein Kind muss man zu seinem Glück zwingen.
Die beiden anderen Kinder probieren und wenn sie mal nicht probieren möchten ist das okay für mich.
"Man muss nicht alles mögen, aber man sollte alles probieren!" das sag ich den Jungs immer, was sie draus machen ist ihr Problem.
Liebe Grüße von Helena mit E. 12/05 , A. 4/09 und L. 8/11

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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Ich muss sagen, ich stelle mir die Tischsituation bei denen, die gerne möchten, dass ihre Kinder probieren, auch ehrlich gesagt nicht so vor, dass eine strenge Mutter mit Generals-Miene und -Tonfall dem Kind sagt: "Es wird alles zumindest probiert! Das ist eine Regel, sonst gibt es weder Nachtisch noch Süßigkeiten!", sondern es wird doch bei den meisten eine lockere, freundliche Atmosphäre vorherrschen und für den Wunsch zu probieren werden Gründe vorliegen. Mehrmals wurde genannt, dass Kinder etwas zuvor schonmal gerne gegessen haben, aber plötzlich verweigern, dass man den Geschmack der Kinder kennt und abzuschätzen weiß, dass es dem Kind sicher schmeckt. Und ich denke mir eine lockere und unverkrampfte Atmosphäre, wo die Mutter sagt "Hey, probier das doch erstmal, da ist xy drin und das magst du. Und solltest du merken, dass es dir doch nicht schmeckt, kannst du es jederzeit ausspucken." Bei uns ist das völlig zwangfrei. Meine Tochter mag keine Pilze, trotzdem probiert sie sie freiwillig immer wieder, weil sie probieren als etwas abgespeichert hat, was manchmal überraschende und schmackhafte Erlebnisse mit sich bringt. Ich denke, dass ich absolut ausschließen kann, dass meine Ermunterung, die Kinder sollen doch probieren, irgendeinen Schaden anrichten kann. Ich merke doch, wie sie reagieren, wie leicht sie das nehmen, wie unkompliziert. Und wenn meine Tochter sagt "Das kann ich nicht essen, das sieht ekelig aus", dann ist das auch okay. Es hängt doch viel an der Beziehung und ich denke, dass man in den meisten Fällen an der Reaktion des Kindes merkt, ob es eine Aufforderung leicht nimmt oder ob es sich damit schwer tut. Ich schätze meine Kinder auch beide so ein, dass sie NIE etwas mir zuliebe tun würden, was nicht ihrem eigenen Willen entspricht. Die sagen schon ganz klar, was sie wollen und was nicht.
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