Probieren einfordern ja oder nein

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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baum
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von baum »

:lol:

NEin, die Kaninchen werden nicht gekocht...
ich könnte mir zwar vorstellen, das die schon besonders lecker wären, aber davon würde hier keiner-eingeschlossen ich- nichts runter bekommen...einfach weils keine Nutztiere sind sondern eher Familienmitglieder...

Meine Tochter ist ja auch zur ZEit seeeehr eingeschrängt-das aber nur zu HAuse....
von daher geh ich davon aus, das es unsere Mutter-Tochter "Problem" ist-und kein wirklicher Ekel vor Essen....woanders ist sie ne Stunde Gemüse und lässt sich mehrmals nachreichen...
ich hab sie auch einfach zum Essen zu den NAchbarn geschickt (also von beiden Seiten Nachbarn und Tochter in Ordnung!)-einfach weil sie schon vorher sagt-egal was du kochst-ich es das nicht...
Essen und KLeidung sind hier IHRE Aufmerksamkeitseinforderung-ansonsten macht sie alles so prima, und ist so wundervoll....
Nur ist da die Frage, soll ich dem Aufmerksamkeit schenken oder nicht....
bislang hab ich gesagt probier und dann ist gut...aber innerlich bin ich schon angespannt das immer mit ansehen zu müssen, und ich glaub das weiß sie auch...

Die anderen Kinder essen normal.....haben aber ganz klar andere Punkte wo sie verstärkt Aufmerksamkeit fordern oder brauchen...
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Missy
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Missy »

Giraeffchen hat geschrieben:
Pelufer hat geschrieben: Obst in Rohform wird nicht gegessen, weil mag ich nicht.
Kuchen geht genau einer. Marmorkuchen. Vollkornbrot ist ihhhhh eklig. Rohes Gemüse? Ihhhhh. Was geht sind trockene Nudeln, Marmorkochen Toast mit Mortadella oder Marmelade und Fruchtzwerge. Das wird auch in die Schule mitgegeben, weil das Mittagessen mag sie da ja auch nicht. Und jetzt kommt sicher irgendwer, der mir erklären kann, dass diese kleine Siebenjährige Prinzessin sich irgendwann einmal gesund ernähren wird, weil das automatisch kommt. Dazu sollte man wissen, die Kleine ust grad mal 1,10 m mit 17kg. Immer die Kleinste immer die Zarteste. Die Eltern unterstützen das Verhalten und werden teilweise richtig biestig wenn nochmal die Nachfrage kommt, ob sie nicht doch probieren mag.
Ehrlich? Da zwinge ich mein Kind doch lieber zwei Stunden am Tag auf Süßigkeiten zu verzichten und wenigstens zu probieren, als hinterher so ein einseitig ernährtes Kind zu haben.
Und ja, da bin ich gerne die böse Mama die ihr Kind zwingt und ihre Macht missbraucht.
Meine spontanen Gedanken dazu waren die:

Ich würde, ehrlich gesagt, als Eltern auch biestig, wenn jemand von außen in eine offensichtlich bestehende und allgemein bekannte Konfliktsituation eingreift und wegen des Probierens nachfragen würde. Gerade bei so sensiblen Themen empfinde ich Einmischung von außen echt als übergriffig.
Suchen die Eltern denn diesbezüglich Input und Kontakt von außen? Oder werden sie mit 'guten Tipps' quasi ungebeten überrannt?

Was mir aber wichtig wäre, wäre mein Kind betroffen: Ich würde nach der Ursache suchen. Es gibt ja irgendwelche Gründe, aus denen das Kind so viele bestimmte Sachen ablehnt, wie du sie aufzählst.
Vielleicht hat es eine orale Überempfindlichkeit und kann die Körner im Vollkornbrot im Mund einfach nicht ertragen?
Hach ja... das 7jährige Mädchen (ach ne, die verzogene Prinzessin) da oben hätte ich sein können. Vollkornbrot ging gar nicht. Kuchen nur trocken, Torten haben mich geekelt. Ich hätte mich wochenlang von normalem Brot mit Salami ernähren können. Äpfel gingen auch noch, aber nur ein halber, einen ganzen habe ich einfach nie geschafft, da bekam ich irgendwann ein ganz komisches Gefühl im Mund. An Gemüse gingen nur Erbsen in gekochter Form, roh noch Gurke und Radieschen.
Ich war immer wahnsinnig dünn und wirkte irgendwie unterernährt. Auch heute noch habe ich so dermassen schmale Armgelenke, dass ich nur Kinderuhren tragen kann, bei mittlerweile normalem Gewicht.

Und auch ich habe meinen Speiseplan irgendwann erweitert. Aber während der ganzen Zeit bis dahin habe ich wirklich gelitten(!) unter Personen, die mich dafür doof angelabert haben von aussen, weil sie es einfach nicht verstehen konnten. Und ich glaube, dass genau der Druck von aussen das Problem noch verstärkt haben. Essen hatte für mich einfach nichts mit Genuss zu tun, sondern immer nur mit Druck und Angst. Angst, sich wieder rechtfertigen zu müssen, Angst, wieder dem Druck von aussen standhalten zu müssen, Angst, Erwartungen nicht gerecht werden zu können, sich trotz nicht vorhandenem Hunger irgendwas reinzwängen zu müssen, damit andere zufrieden sind. Ich wäre froh gewesen, meine Eltern hätten mich so vehement vor anderen geschützt wie in dem Beispiel.
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Pelufer
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Pelufer »

Missy, nochmal, das Kind mag nicht weil jedesmal die Mutter Regie übernimmt. Das mag sie nicht. Das kann man nicht essen etc. Das Prinzesschen ist Originalbezeichnung der Mutter. Meine Prinzessin mag das nicht. Nein Prinzessin, das ist eklig... das ging soweit, dass die Kleine etwas gegessen hst, die Mutter dazu kam und fragte wie die sowas essen könne, das wäre doch eklig und die Kleine aufhörte zu essen mit der Begründung, das mag ich nicht.
Und ich will nicht, dass mein Sohn sich das abguckt. Das gehört zu den Dingen : Erziehung andrer, die ich nie so machen will.


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Pelufer
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Pelufer »

Ach und Missy... ich schrieb Prinzesschen. Nichts von verzogen. Das hast du dazu gedichtet.

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nido56
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von nido56 »

Naja, Pelufer, in dem Fall klingt es fuer mich eher, als haette die Mutter ein massives Problem mit dem Essen. Das wuerde ich jetzt nicht als Beispiel fuer "muss nie probieren und isst deshalb nichts" anfuehren. Ich gebe zu, mich wuerde so ein Verhalten auch nerven, aber da liegt das Problem offensichtlich ganz wo anders.
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FuFu
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von FuFu »

Mein Mann macht echt gutes Kaninchen in Weißweinsauce, und wir haben eine Quelle mit glücklichen Kaninchen. (Für Nachhaltigkeit und ökobilanz) Und für die Kinder gibt es Nudeln wahlweise mit Ketchup oder trocken. Bleibt mehr für uns. [emoji16] [emoji6]

Ein Freund von mir musste in seiner Kindheit und Jugend immer Fisch essen - er mochte ihn nicht und wurde von seinen Eltern unter Druck gesetzt. Nicht mit fesseln und füttern und so, aber eben mit gut Druck. Er hat sich meistens ein Stückchen reingequält.

Nunja, mit Anfang zwanzig war er wegen Heuschnupfen beim Allergologen und siehe da, er hat eine leichte Fischallergie. Den Eltern war es doch recht peinlich.

Die Einschränkung der Lebensmittelauswahl lässt sich recht gut erklären und wie gesagt, ich persönlich biete an und schränke mich selber auch nicht ein. Aber aus dem nicht probieren müssen eine Essstörung zu konstruieren ist doch genauso Quark wir umgekehrt aus der Aufforderung zum probieren? !

Bei dem von dir geschilderten Fall, Pelufer, ist doch offensichtlich weit mehr im Argen als das Thema "probier doch mal", oder? Ich sehe da auch nicht so ganz den Zusammenhang, außer das es offensichtlich ein umkämpftes Thema ist und bereits die Mutter kein gesundes Verhalten vorlebt.

So, mein Kind will Fernsehen und Süßigkeiten essen und ich bin völlig unpädagogisch zu müde um eine Alternative zu bieten.

☆ mobil mit Klein-FuFu *12/12 ☆
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Missy
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Missy »

Ich war einfach ein wahnsinnig überempfindliches Kind. Ich habe den Geruch und das Gefühl von Hautcreme nicht ertragen können, der Geschmack gepaart mit der Haptik von Zahnpasta hat mich nicht nur einmal zum Erbrechen gebracht. Kinderschminken war absolut furchtbar für mich, und wenn dann noch Lippenstift ins Spiel kam war das die Höchststrafe. Nur ein paar Beispiele von vielen. Alles Dinge, die viele wahrscheinlich heute einfach nicht nachvollziehen und verstehen können...

Pelufer: Ja, das verzogene habe ich bewusst daszugeschrieben. Weil das aus der Beschreibung mitschwingt. Du wärest ja lieber die böse Mama, die ihre Macht misbraucht.
Es gibt tatsächlich auch Kinder, bei denen ist es aus ihnen selbst heraus so. Wenn in dem Fall die Mutter "Schuld" ist, dann passt das ja sowieso nicht in diese Diskussion, weil das dann manipulationsbedingt ist.
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Pelufer
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Pelufer »

nido56 hat geschrieben:Naja, Pelufer, in dem Fall klingt es fuer mich eher, als haette die Mutter ein massives Problem mit dem Essen. Das wuerde ich jetzt nicht als Beispiel fuer "muss nie probieren und isst deshalb nichts" anfuehren. Ich gebe zu, mich wuerde so ein Verhalten auch nerven, aber da liegt das Problem offensichtlich ganz wo anders.
Was die Musik für ein Problem hat ist mir egal. Ich will einfach nur nicht, dass mein Kind dadurch mehr als nicht verhinderbar negativ beeinflusst wird. Ganz verhindern kann ich es nicht, aber mit dem Mädchen als negatives Vorbild versuche ich von Anfang an gegen zu steuern. Ich kann vielleicht nicht formulieren wie das Optimum für mich aussieht, aber ich kann sagen DAS will ich nicht für mein Kind.

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Lösche Benutzer 17612

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Es gibt auch einfach Menschen die da empfindlicher sind mit dem Gefühl im Mundraum, und für die ist eine Einmischung in diesem Bereich absolut traumatisierend. Ich erinnere mich daran als mir mal eine Mutter irgendwo erzählt hat ihr Kind beginne zu würgen, wenn sie ihm den Mund eincremt oder abwischt. Mir war das total klar dass das Kind Würgereiz bekommt weil es das Kinn leicht nach hinten schiebend berührt bekommt, geht mir nämlich auch so. Aber für andere war das eben nicht selbstverständlich dass gewisse Berührungen im Gesicht oder Gefühle im und um den Mund Würgereiz auslösen können( das Anpassen meiner losen Zahnspange war demnach ein echtes Highlight meiner Kindheit *heul*).
Ich gehe aber davon aus dass der Großteil der Kinder hier im Forum denen das Probieren nahegelegt wird daraus keinen Schaden erleiden werden. Es gibt nämlich Kinder die empfinden es gar nicht als Druck oder Problem, sondern haben eher eine Na-Meinetwegen-Mentalität. Und zwar nicht weil sie zu passivem Gehorsam gebrochen wurden, sondern weil ihnen Manches halt echt egal ist. Meinem Großkind geht z.B. so ziemlich alles am Allerwertesten vorbei, der ist echt tiefenentspannt und sieht in fast nichts ein Problem. Auch nicht darin Sachen zu machen, auf die er jetzt nicht soooooooooooo die Lust hat. Er ist im Großen und Ganzen immer allem gegenüber neutral eingestellt.
Lösche Benutzer 14500

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

OT aber:
EllenRipley hat geschrieben:Es gibt auch einfach Menschen die da empfindlicher sind mit dem Gefühl im Mundraum, und für die ist eine Einmischung in diesem Bereich absolut traumatisierend. Ich erinnere mich daran als mir mal eine Mutter irgendwo erzählt hat ihr Kind beginne zu würgen, wenn sie ihm den Mund eincremt oder abwischt. Mir war das total klar dass das Kind Würgereiz bekommt weil es das Kinn leicht nach hinten schiebend berührt bekommt, geht mir nämlich auch so.

Ich glaube, das war hier und ich. :-) Das Kletterkind hat das und ich wäre NIE im Leben darauf gekommen, was das Problem ist. Jetzt macht sie den Mund beim Abwischen einfach auf und übt aktiv Gegendruck aus - so eine einfache Lösung und so eine Erleichterung für´s Kletterkind, sie hat seitdem nicht einmal wieder gewürgt!!
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