Belohnung /Bestechung

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BEcKa
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von BEcKa »

Spingo80 hat geschrieben:"Wenn du jetzt dies oder jenes machst, dann darfst du heute abend eine Folge "Shaun das Schaf" sehen ( oder eben nicht!)!Also warum macht mein Kind das dann? (Z.B. ihre Stifte zusammen räumen ( was sie im Übrigen kann) )
Nicht weil Mama das sagt, nicht weil sie es für notwendig erachtet, dass der Flur frei ist von derartigen Stolperfallen. Nein, allein für die Belohnung....
Autsch, autsch, autsch. Das liest sich in meinen AUgen wirklich haaaaarsträubend......wirklich, vielleicht liest Du doch mal die zehn Seiten!

Was lernt Dein Kind denn so? Mama hat die Macht. Aufräumen ist grundsätzlich doof. Andere erpressen ist okay.

Das geht doch anders...."Au, eben bin ich auf einen Deiner Stifte getreten, gut, dass er nicht kaputt gegangen ist, lass sie uns schnell wegräumen, damit nichts passiert".


@all:
Und das ist es was mich an Belohnungen einfach tierisch stört (egal für was wann wen): Wir belohnen Verhalten, aber es ist sehr schwierig, dass von der Person abzugrenzen! Es hat FOLGEN für die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder. Wir sorgen mit der Belohnung höchstpersönlich dafür, dass das Kind sich freut, aber NICHT, dass es sich über seine Leistung, seinen Beitrag, seine Nützlichkeit, seine Fähigkeit freut. NEIN, es freut sich über die Belohnung. So ein Mist! Warum ist das MIST? Weil die Belohnung von AUSSEN kommt......der Anlass zur Freude sollte aber von INNEN kommen. Wir erziehen unsere Kinder mit Bestrafungen und Belohnungen dazu, sich an den Wünschen der anderen zu orientieren, den eigenen Wert und die eigene Leistungsfähigkeit nur über die Reaktion des Umfelds wahrzunehmen und sich mehr am HABEN zu orintieren als am SEIN.

Wir wollen selbstständige, offene, kreative Menschen begleiten, die aus eigener Kraft und eigenem Wunsch Leistungen bringen . Natürlich ist es schön, wenn wir uns mitfreuen, aber sobald wir belohnen verderben wir etwas. Wir schwingen uns damit auch in eine übergeordnete Position. WIR haben die MACHT zu belohnen (oder auch nicht)! WIR wissen was eine gute Leistung ist (oder auch nicht). Das ist doch Blödsinn!!!!! Was wird denn der Vorstandsvorsitzende denken, wenn ein Azubi ankommt und zu ihm sagt: "Dr. Müller, ich finde wirklich, dass Sie Ihren AUfgaben exzellent nachkommen und außergewöhnliche Leistungen erzielen" Wenn er höflich ist wird er sich freundlich bedanken und innerlich schmunzeln.......was weiß schon der kleine Azubi???? Da ist eine Hierarchie da. Und wenn wir eine Hierarchie in unserer Familie wollen....dann mal los, strafen und belohnen ist der Weg dahin, emotionale Erpressung ist auch wirkungsvoll. Wie lange das funktioniert kann ich auch in etwa einschätzen ...ca. 15 Jahre....wenn man dann den Machtkampf noch nicht verloren hat dauert es nicht mehr lang (emotionale Erpresung funktioniert meist länger, also das Mittel nicht unterschätzen!).

Deswegen finde ich auch den ganzen "Wenn...dann"-Kram komplett zum kotzen (leider passiert mir das selber häufig, aber nicht weil ich es toll finde, sondern weil ich manchmal hilflos und unkreativ und möglichst ohne nachzudenken mit einer Situation nicht richtig umgehen kann,dann hole ich halt die MACHT raus, das funktioniert und was funktioniert ist gut, oder???? :evil: ). Das ist nix anderes als Strafe oder Belohnung. Erpressung, Macht ausüben. "Lustig" wird es, wenn die Kinder den Spieß umdrehen und einem den Spiegel vorhalten! "das mache ich nur wenn Du...." "Wenn Du nicht...., dann gehe ichnicht ins Bett!" ja, toll, danke für den Unterricht mein Kind, vielleicht lerne ich es ja noch..... :wink:
Liebe Grüße
Becka
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und ein Bild- Dich trag ich bei mir, bis der Vorhang fällt...



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lala
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von lala »

Ich habe auch weiter nachgedacht über das Thema:

Sagt mal, dürfen eigentlich andere Eure Kinder belohnen?

Bei uns grad ganz aktuell beim Zahnarzt mit seinem Belohnungssystem, das bei meinen Kindern nicht die Wirkung verfehlt.

Und: ab wann verstehen Kinder, dass manche Belohnungen ein "Kuhhandel" sind. Zumindest hat es meine Mutter manchmal so genannt, wir als Kinder wussten dann ganz genau, dass das ein, wie soll ich sagen, eigentlich nicht ganz korrekter Deal war, aber wir konnten gut damit umgehen. Wie schauts mit Bestechungen aus? Also auch keinen fürchterlich ernsten mit viel Druck? Und vor allem nicht für Leistungen, es ging eher um (unangenehme) Erledigungen. Ich kann mich gerade vage daran erinnern, dass es sowas manchmal bei uns gab. Und aus der Erinnerung heraus waren das immer irgendwie lustige, ausgelassene Situtionen, frei von jedem Druck, die Sache wurde schließlich deutlich beim Namen genannt.... Ach, ich kann es gerade schwer in Worte fassen, vielleicht fällt mir noch ein Beispiel ein :lol: Oder jemand versteht mich ohne Beispiel.
Millefiori hat geschrieben:ich finde, belohnungen versüßen einfach das leben! :mrgreen:
Ja, das stimmt wohl! Ich selbst belohne mich auch immer wieder mal gerne. Und da frage ich mich, ob das so ist, weil ich es teilweise so vorgelebt bekommen habe? Oder steckt es im Menschen drin? Ich kann mich gut noch erinnern, wie ich beim Zahnarzt zwei bleibende Backenzähne gezogen bekommen habe. Mit 12 etwa. Danach durfte ich mir ein schönes Kleidungsstück aussuchen, das hat sich einfach gut angefühlt! Weder kam ich mir "ungeliebt" noch irgendwie unter Druck gesetzt vor, noch habe ich daraufhin für unangenehme Dinge immer Belohungen eingefordert.

Wie ihr seht, ich bin echt noch nicht durch mit dem Thema. Um es nochmal deutlich zu machen: klar ist für mich, dass es weder für Alltäglichkeiten Belohnungen gibt, noch für entwicklungsbedingte Geschichten, noch regelmäßig als Anreiz für Leistungen (selbst mit "Lob" bin ich geizig). Noch in diesem Alter überhaupt, zumindest die Große ist Meisterin darin aus Ausnahmen Regeln machen zu wollen, so dass ich sie erst gar nicht anspitzen will auf sowas wie Belohnungen, weil sie dann, wie Becka schreibt, gewisse Dinge wirklich nur noch der Belohnung wegen machen würde.

Aber so als kleine "Versüßungen" später mal je nach Situation, weiß ich nicht, ob ich materielle Zuwendung ablehnen werde. Ist eine Belohnung nur dann eine Belohnung, wenn sie angekündigt wird? So wie eine echte logische Konsequenz nur eine ist, wenn sie eben nicht angekündigt wird?
Die Situation, die mir vorschwebt: Wenn ich meine Freude über irgendwas ganz tolles, was mein Kind geschafft hat, was ihm schwerfiel, es sich überwinden musste oder wie auch immer, wenn ich dann aus der Freude heraus sage "Mensch, das hast Du toll gemacht, komm wir gehen jetzt ein Eis essen und danach darfst Du Dir ein Buch aussuchen". Solche Situationen kann ich mir bei älteren Kindern nämlich durchaus vorstellen (so wie ich es halt mit der Zahnarzt-Situation selbst erlebt habe).
Viele Grüße von lala mit größerer Tochter (03/05) und kleinerer Tochter (11/07).
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Drachenblut
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Drachenblut »

Frieher hat geschrieben: Nun, ich finde es schon etwas ungewöhnlich, dass dein Kind dich da so einfordert. Was mir dazu einfallen würde: Hat sie das Gefühl, dass du dich zu wenig um ihre Angelegenheiten kümmerst? Fühlt sie sich der Aufgabe nicht gewachsen? Möchte sie vielleicht einfach etwas mehr Teilhabe von dir?
Ich weiß nicht, wie das mit deinen Kindern läuft, wenn sie nicht bei dir leben, aber vielleicht möchte sie dich einfach näher in ihrem Leben haben, hört von Gleichaltrigen, wie die Dinge mit ihrer Mutter gemeinsam erleben. Ich kann hier nur mutmaßen, ich denke, dass du dir als Mutter sicherlich sehr viel Mühe machen wirst. Aber manchmal kommt es bei den Kindern nicht an.

Zur allgemeinen Diskussion: ja, sie verläuft friedlich, das ist schön. Aber sie macht mich mürbe, weil immer wieder die gleichen Dinge verdreht werden.
Verantwortung übertrage ich mein Kind vom ersten Tag an. Ich kann seinen Harndrang und seine Nahrungsaufnahme nicht für sie übernehmen, ich kann später nicht den ersten Schritt für sie gehen, ich kann später nicht die Gefechte im KiGa austragen und letztlich kann ich nicht dafür Sorge tragen, dass sie all das Lernen, das sie lernen wollen.
Das hat nix, überhaupt nix mit Interessenlosigkeit zu tun. Ich kann mir nur die natürlichen Grenzen meiner Beziehung zu meinem Kind eingestehen. Wer das anders sie, soll es tun: Aber Kinder reagieren sehr empfindlich auf Grenzverletzungen.
Interesse kann ich trotzdem haben - ein waches Auge wird mein Kind immer von mir bekommen. Ich vernachlässige mein Kind nicht, wenn ich es erwachsen werden lasse.
Hmm, das ist ein Gedankengang, den ich noch nicht hatte... Muss ich mal genauer drüber nachdenken und mit meiner Tochter drüber reden. Obwohl ich spontan sagen würde, dass mein Ex-Mann derjenige ist, der wenig Anteil an den Angelegenheiten der Großen hat. Ich bin diejenige, die zu den Elternsprechtagen geht, ich geh zu den Lehrer, um ihnen klar zu machen, dass meine Kinder eigentlich toll sind, auch wenn das offensichtlich von ihnen anders wahrgenommen wird. Als sie ihren blauen Brief bekommen hat, hat sie es mir zuerst gesagt (dass der unterwegs ist), damit ich das mit ihrem Vater kläre. Ich hab mich mit ihr hingesetzt und habe geschaut, was _sie_ eigentlich will, während mein Ex-Mann sie angeschrien hat, dass sie jetzt gefälligst mehr lernen wird, sonst gibt es dies und das und jenes nicht mehr.
Sie will ihr Abi - glaube ich - mehr aus Prestigegründen heraus machen. Es ist peinlich, sitzen zu bleiben und es ist peinlich, abzugehen. Aber allein schafft sie es im Moment nicht, sich zu motivieren. Wenn sie gut drauf ist, dann schaff ich es, indem ich ihr gut zurede, wenn sie aber schlecht drauf ist, dann blockt sie alles ab.

Übrigens habe ich hier nie irgendjemandem Interessenlosigkeit unterstellen wollen! Ich glaube, wer sich so viele Gedanken um das Zusammenleben mit seinen Kindern macht, der kann gar nicht uninteressiert sein.

Ich finde halt lediglich die praktische Umsetzung von "Niemals Belohnung, niemals Strafe" schwierig und bin mir auch nicht sicher, dass es wirklich soooo schlimm wäre, sein Kind zu belohnen.
LG Drachenblut mit ihrer 3köpfigen Brut :-)

Erfahrungen sind wie Apfelkuchen:
am besten selbstgemacht!


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LaLeMi
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von LaLeMi »

Danke, auch v.a. an Holly und Becka :-)

Becka, ja, so ist es hier auch - drum frage ich und wäre auch in der Tat sehr interessiert an z.B. familylab-Seminaren; weil ich manchmal dann wirklich nicht weiter weiß und eben nicht das anwenden möchte, wie ich es früher gelernt habe oder bei vielen sehe.
Und ja, die Kleinen drehen dann den Spieß um - da komme ich dann in solchen Momenten mit meiner Dreijährigen bereits an Punkte, auf die man keine produktive Antwort weiß; da sieht man schon, daß es nicht der richtige Weg ist.

Hm, bei Medizingabe und sowas fände ich Belohnen jetzt auch nicht schlimm.

Spingo, holla, ja, das tut echt weh :( Ich hab auch mal geschaut, wie alt bzw. wie jung Dein Kind ist :shock: :shock: Sie KANN doch noch gar nicht völlig selbsttätig aus eigenem Antrieb aufräumen. Das kann man doch schön zusammen machen, wie Becka schreibt. Und zu Fernsehen als Belohnung, dann noch in dem Alter, da enthalte ich mich besser auch der Aussage..

Lala, spannende Frage, das frage ich mich auch.
Lieben Gruß von LaLeMi mit den beiden Maimäusen 2007 und 2010 und dem Septembermäuserich 2013

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Holly
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Holly »

Maren hat geschrieben: Hmm, das ist ein Gedankengang, den ich noch nicht hatte... Muss ich mal genauer drüber nachdenken und mit meiner Tochter drüber reden. Obwohl ich spontan sagen würde, dass mein Ex-Mann derjenige ist, der wenig Anteil an den Angelegenheiten der Großen hat. Ich bin diejenige, die zu den Elternsprechtagen geht, ich geh zu den Lehrer, um ihnen klar zu machen, dass meine Kinder eigentlich toll sind, auch wenn das offensichtlich von ihnen anders wahrgenommen wird. Als sie ihren blauen Brief bekommen hat, hat sie es mir zuerst gesagt (dass der unterwegs ist), damit ich das mit ihrem Vater kläre. Ich hab mich mit ihr hingesetzt und habe geschaut, was _sie_ eigentlich will, während mein Ex-Mann sie angeschrien hat, dass sie jetzt gefälligst mehr lernen wird, sonst gibt es dies und das und jenes nicht mehr.
Sie will ihr Abi - glaube ich - mehr aus Prestigegründen heraus machen. Es ist peinlich, sitzen zu bleiben und es ist peinlich, abzugehen. Aber allein schafft sie es im Moment nicht, sich zu motivieren. Wenn sie gut drauf ist, dann schaff ich es, indem ich ihr gut zurede, wenn sie aber schlecht drauf ist, dann blockt sie alles ab.
Vielleicht ist auch gerade Papas Nörgelei das Problem. :evil: Sie will es ihm Recht machen, kann es aber (alleine) nicht, weil ihr die Motivation fehlt. Und die sucht sie bei Dir. Sie braucht Deine Hilfe.
Kinder wollen geliebt werden, und wenn der Weg zu Papas Liebe gute Noten sind, versucht sie das. Wie wird sie sich wohl nach der nächsten Note fühlen, wenn sie sich angestrengt hat und Papa trotzdem mault?
Und Du hast jetzt die undankbare Aufgabe, sie wieder aufzubauen und ihr zu sagen, dass sie ein ganzer toller Mensch ist, egal was für Noten sie hat.
Also anstatt sie zum Lernen zu motivieren, sag ihr lieber wie toll Du sie findest! :D
Lieben Gruß,

Sandra mit Tochter *13.08.09 und zwei erwachsenen Söhnen


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Holly
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Holly »

BEcKa hat geschrieben: @all:
Und das ist es was mich an Belohnungen einfach tierisch stört (egal für was wann wen): Wir belohnen Verhalten, aber es ist sehr schwierig, dass von der Person abzugrenzen! Es hat FOLGEN für die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder. Wir sorgen mit der Belohnung höchstpersönlich dafür, dass das Kind sich freut, aber NICHT, dass es sich über seine Leistung, seinen Beitrag, seine Nützlichkeit, seine Fähigkeit freut. NEIN, es freut sich über die Belohnung. So ein Mist! Warum ist das MIST? Weil die Belohnung von AUSSEN kommt......der Anlass zur Freude sollte aber von INNEN kommen. Wir erziehen unsere Kinder mit Bestrafungen und Belohnungen dazu, sich an den Wünschen der anderen zu orientieren, den eigenen Wert und die eigene Leistungsfähigkeit nur über die Reaktion des Umfelds wahrzunehmen und sich mehr am HABEN zu orintieren als am SEIN.
unterschreib :D

Becka drückt genau aus, was ich denke
Lieben Gruß,

Sandra mit Tochter *13.08.09 und zwei erwachsenen Söhnen


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Spingo80
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Spingo80 »

Autsch, autsch, autsch. Das liest sich in meinen AUgen wirklich haaaaarsträubend......wirklich, vielleicht liest Du doch mal die zehn Seiten!

Was lernt Dein Kind denn so? Mama hat die Macht. Aufräumen ist grundsätzlich doof. Andere erpressen ist okay.

Das geht doch anders...."Au, eben bin ich auf einen Deiner Stifte getreten, gut, dass er nicht kaputt gegangen ist, lass sie uns schnell wegräumen, damit nichts passiert".

Was ich schon alles versucht habe.

Es ist nicht die Regel.
Normal bitte ich sie 3-4 mal höflich, biete ihr an, zusammen aufzuräumen, aber wenn man dann von einer 2,5 j. ( und das hat sie nicht von uns) auf solche "Überredungskünste" ( wie "nachher fällt noch wer " oder " sie gehen doch kaputt" entweder) zu hören bekomme :" Dann soll der die Füße anheben :shock: !" Oder sie blos mit den Füßen die Stifte an die Seite kickt, dann ja, was dann.......?


Ich wende keine Schläge an, ich bin ein sehr geduldiger Mensch. Aber irgendwie muss ich an meinen Sturkopf rankommen.

Sogar die Kinderärztin hat sich empört über das "pupertäre" Gehabe meiner Maus geäußert.
Nein, diese flapsigen Bemerkungen hat sie nicht von uns. Ich weiß nicht woher.....

Ich hab versucht ihr zu erklären, dass ICH MEINE Räume gerne aufgeräumt hätte und sie IHRE Stifte gerne bei SICH im Zimmer liegen lassen kann.
Nix.
Ich hab ihr "gedroht" wenn ich sie wegräume, dann leg ich sie weg. Es interessiert sie nicht.
Manchmal denke ich allen Ernstes, mein Kind ist nicht 2,5 sondern 12,5.
Die Pupertät kann nicht schlimmer sein.


Es gibt Tage an denen "Klappt" alles prima.
Da geht sie ohne Murren zum Hände waschen.

Mama hat die MAcht?
JA.

LAsst ihr euch von euren Kindern denn alle auf der NAse rumtanzen???
Was, wenn eure Kinder mit vermatschten Händen von draußen rein kommen und KEINE HÄNDE WASCHEN WOLLEN???

Was dann?
Dürfen die dann SO an den Mittagstisch?
Sind eure Kinder alle so vernümpftig und sehen ein, warum Mamas Anweisung zum Hände waschen Folge zu leisten ist??
Wenn eure Kinder die ganze Wohnung zurümpeln, macht ihr keinerlei Anstalten dem "Herr" zu werden?
Räumt ihr alles wortlos weg?
Wenn ihr eure Kinder um etwas bittet und es passiert nichts ( nicht 1-2 mal, sondern x mal) lasst ihr es dann gut sein????

WIE UM GOTTES WILLEN "ÜBERREDET" IHR EURE KINDER?
Hab ich denn das einzige kleine "Zicklein" daheim, der das total egal ist, ob Mama schreit, tobt, weint, oder sogar ob ihre Spielsachen weg oder kaputt sind? Die man blos mit Gummibärchen und Shaun das Schaf locken kann???

Die Stifte sind mir nur grade eingefallen, weils ganz akut war....

Es ist manchmal
das Händewaschen.
das Schuhe ausziehen ( lassen)
eben so lauter Sachen, die einfach sein müssen....

Ich kann die kleine oder inzwischen Große nicht einfach packen und ins Bad "schleifen" um sie zum Händewaschen zu zwingen! (und ich will es auch nicht, denn das klingt noch mehr nach körperlicher Gewalt)


Aber sie muss lernen mit den Konsequenzen (des Lebens) zu leben.
Räume ich meine Stifte nicht weg ---> darf ich kein Shaun das Schaf schauen.
Ich finde, die "Strafe oder Belohnung muss aber auch "unwiederbringlich sein.
Ich kann ihr nicht androhen, dass die Stifte dann weg sind und sie ihr nach 3 Tagen wiedergeben.
Aber einen Abend ohne Shaun das Schaf.
DAS zieht.
Obwohl sie dann am nächsten Tag wieder Shaun schauen darf.
Aber für den Abend isses erst mal konsequent.

Im KiGa isses doch genau so.
Wenn ich xyz haue --> muss erstmal ICH aus der Gruppe raus und darf nicht weiter mit den Puppen spielen. ( oder ich bekomm eine zurück)
wenn ich dies oder jenes tue, dann hat das eine Konsequenz.

Hat das Handeln eurer Kinder nie Konsequenzen???
Lassen sich eure Kinder nur mit "worten" bzw unter "Androhung" einer Konsequenz ( dann sind die Stifte kaputt.) zum Handeln bringen?
Bin ich die einzige die so denkt :?: oder trauen sich die anderen nicht zu schreiben weil sie vor der Konsequenz Angst haben???
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Muschelsucherin »

Danke Becka! Das hast du so toll formuliert!
Genau so geht es mir im Kopf rum, ich kann es nur nicht so in Worte kleiden.

Eine Freundin von mir erzieht ihren Sohn (Freund von Mika) nämlich nach dem Prinzip. Wenn er ihrer Meinung nach "am Rad dreht", muss er auf die stille Treppe und dafür, dass im Kiga die Hose trocken blieb, gibt es eine Süßigkeit. :(
Wenn er auf die stille Treppe musste, fällt die Belohung für die trockene Hose leider auch aus.
(das sind jetzt nur 2 Beispiele von vielen)

Ich will eigentlich immer mal was sagen, aber ich weiß nicht, wie ich das anstellen soll, ohne sie zu verletzen oder zu stark zu kritisieren. :?
Liebe Grüße von B. mit Bär (März 2008), Maus (März 2010) und

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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Spingo80 »

LaLeMi hat geschrieben:
Spingo, holla, ja, das tut echt weh :( Ich hab auch mal geschaut, wie alt bzw. wie jung Dein Kind ist :shock: :shock: Sie KANN doch noch gar nicht völlig selbsttätig aus eigenem Antrieb aufräumen. Das kann man doch schön zusammen machen, wie Becka schreibt. Und zu Fernsehen als Belohnung, dann noch in dem Alter, da enthalte ich mich besser auch der Aussage..
Es geht nicht um ein ganzes Zimmer.
Es geht um 10 Stifte, die ganz alleine mitten in unserem Flur liegen.
Die sie davor schon hunterte male ( auf meine Bitte hin) alleine in ihren KAsten geräumt hat und sie kommt sogar an und sagt:" Einer fehlt MAma. Wo ist der?" Dann muss ich suchen helfen.

Sie kann ihre Stifte aufräumen.. bei dem total verwurstelten Kinderzimmer helfe ich natürlich bzw räume 90% alleine weg. Es ist mir auch klar, das man mit 2,5 nicht aufräumen kann.
Aber sie ist in der Lage kleine Anweisungen ( die Stifte wegräumen, ihre 2 Schuhe auf die Fußmatte stellen , bitte die Tür vom Bad wieder zumachen...) zu verstehen und auch auszuführen....
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Muschelsucherin
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Re: Belohnung /Bestechung

Beitrag von Muschelsucherin »

@Spingo: Ich glaube, die Situation ist bei euch schon ziemlich verfahren. Ihr seid mitten drin in einem Machtkampf. Den beginnt leider meistens nicht das Kind. :?

Versuch mal gelassener zu sein. Ich versuche das auch, oft gelingt es, manchmal nicht.
Z.B. Matschhände: Ja, dann geht er/sie halt mit Matschhänden zum Essen. So what? Ist doch nicht mein Essen, das ich mit Sand zwischen den Zähnen kauen muss. :wink: Spätestens beim nächstens mal wird man vielleicht doch lieber Hände waschen.
(Bei uns übrigens sehr beliebt, weil wir ein Händewaschlied singen)

Oder Schuhe anziehen: draußen ist es nass. Nicht schön mit Socken da reinzutreten, oder? :wink:
Liebe Grüße von B. mit Bär (März 2008), Maus (März 2010) und

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