Weshalb gibts so viele Stillprobleme?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Melli22
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Re: Weshalb gibts so viele Stillprobleme?

Beitrag von Melli22 »

Karinbrigitta hat geschrieben:

Ich glaube, vor allem meine Freundin war kurz vor einer Mastitis. Und das ist ja echt kein Spaß.
Dann scheint sie wirklich zu viel Stress zu haben oder sich zu machen. Ich hatte auch drei Stück innerhalb zwei Wochen...Ich hatte einfach zu viel Stress...
Sie soll den Haushalt auch mal liegen lassen und sich mal Ruhe gönnen mit dem Baby :wink:
Liebe Grüße von mir und meinen Kids (2007/2010/2013) einem Sternchen(*Mai `12)




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Altraia
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Re: Weshalb gibts so viele Stillprobleme?

Beitrag von Altraia »

Da habe ich es mir dann doch erlaubt, mal zu sagen, dass ich es besser finde, wenn sie ab und an zufüttern, dadurch zu Kräften kommen, die Brustwarzen abheilen und sie dann wieder vollstillen können.
Ab und an Zufüttern führt in der Regel nicht zum Abheilen der Brustwarzen, sondern zu einer Saugverwirrung und dazu, dass sich die Milchmenge nicht richtig einpendeln kann. Vom Zufüttern gerade am Anfang der Stillbeziehung sollte ausdrücklich abgeraten werden, wenn es medizinisch gesehen nicht unbedingt notwendig ist. Ansonsten kommt es normalerweile dadurch erst recht zu Problemen.

Dass es bei Dir trotzdem noch geklappt hat, ist ja schön. Aber daraus eine Regel und Ratschläge abzuleiten, halte ich für falsch. Die Erfahrungen vieler Stillberaterinnen und anderer Experten zeigen nämlich das Gegenteil.
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
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Flädi
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Re: Weshalb gibts so viele Stillprobleme?

Beitrag von Flädi »

Ich glaube, vor allem meine Freundin war kurz vor einer Mastitis.
dann finde ich zufüttern allerdings wirklich nicht grad die beste lösung! grad bei gefahr von milchstau, sogar mastitis ist es wichtig, dass das kind häufig an der brust ist. unbedingt mutti entlasten, damit diese sich auf das stillen und nur auf das stillen konzentrieren kann. es ist einfach das wichtigste in den ersten wochen.

grüessli
flädi
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Altraia
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Re: Weshalb gibts so viele Stillprobleme?

Beitrag von Altraia »

Ja, gerade bei drohender Mastitis ist Zufüttern wirklich das Schlimmste, was Du machen kannst!
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
Karinbrigitta
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Re: Weshalb gibts so viele Stillprobleme?

Beitrag von Karinbrigitta »

Meli 307 hat geschrieben:klar ist es schwer durchzuhalten wenn einem keiner hilft, man noch größere kinder hat. da werden 2 tage zu ner ewigkeit.und die nerven liegen blank.aber wunde brustwarzen liegen an falscher saugtechnik-oder sehe ich das falsch?
wenn man genügend Vertrauen in sich und sein Kind hat wird es leichter, denn die Einstellung dazu ist die halbe Miete.
Zufüttern hilft bestenfalls kurzfristig mal, damit mal kurz Ruhe ist und das Kind satt.Aber dann steigt die Milchmenge nicht genug und das Elend geht weiter.
Aber das muß jeder für sich entscheiden.
Ich hab es 2 mal so gemacht wie du geraten hast(zufüttern) und damit war das Ende des Stillens eingeläutet-Saugverwirrung.
Ich habe aber auch immer gesagt: erst stillen, dann höchstens mal zufüttern, wenns gar nicht mehr anders geht. Bei mir hat das einmal super geklappt, und ich konnte dann wie gesagt auch wieder voll stillen. Jakob hat sich erst mit elf Monaten selbst abgestillt. Und auch bei meiner Freundin hat es super geklappt, sie stillt jetzt wieder voll, füttert nicht mehr zu, aber ihr Kind will auch nicht mehr jede Stunde an die Brust. Das Elend muss also nicht unbedingt weitergehen...

Was ich mich frage ist: Wie bekommt man dieses Vertrauen in sich und sein Kind, wenn die Brustwarzen blutig sind und du einfach nicht mehr kannst? Wenn du schon mit wunden, blutigen Brustwarzen aus dem Krankenhaus entlassen wirst?

Meiner Freundin hatte ich auch noch extra die Nummer der LLL-Stillberaterin in ihrer Nähe rausgesucht. Ob sie dort angerufen hat, weiß ich natürlich nicht.
Karin mit drei Männern (Matthias, Jakob *15.08.2006 und Valentin *29.04.2008)
kittiefred
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Re: Weshalb gibts so viele Stillprobleme?

Beitrag von kittiefred »

Karinbrigitta hat geschrieben: Was ich mich frage ist: Wie bekommt man dieses Vertrauen in sich und sein Kind, wenn die Brustwarzen blutig sind und du einfach nicht mehr kannst? Wenn du schon mit wunden, blutigen Brustwarzen aus dem Krankenhaus entlassen wirst?

das ist das traurige... eigentlich braucht jede frau eine stillberaterin (weil die erfahrenen begleitenden frauen fehlen).
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Karinbrigitta
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Re: Weshalb gibts so viele Stillprobleme?

Beitrag von Karinbrigitta »

Flädi hat geschrieben:
Ich glaube, vor allem meine Freundin war kurz vor einer Mastitis.
dann finde ich zufüttern allerdings wirklich nicht grad die beste lösung! grad bei gefahr von milchstau, sogar mastitis ist es wichtig, dass das kind häufig an der brust ist. unbedingt mutti entlasten, damit diese sich auf das stillen und nur auf das stillen konzentrieren kann. es ist einfach das wichtigste in den ersten wochen.

grüessli
flädi
Ich habe mich falsch ausgedrückt. Ich wollte sagen: Wenn es noch länger so gegangen wäre, hätte sich bei meiner Freundin möglicherweise eine Mastitis entwickelt. Sie hatte also noch keine. Meines Wissens kann doch eine Mastitis entstehen, wenn der seelische Druck zu groß ist. Bei einer anderen Freundin von mir war das jedenfalls so.
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Meli 307
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Re: Weshalb gibts so viele Stillprobleme?

Beitrag von Meli 307 »

tja, dann hats du halt mehr Glück gehabt als ich und viele andere-eine einzige Flasche hat gereicht für die Saugverwirrung, der ich nicht mehr Herr wurde.
Wie kann man denn mit blutigen Brustwarzen aus dem KH kommen???Das muß doch jemandem auffallen, daß das Kind nicht richtig saugt!Spätestens der Nachsorge-hebi!
Und zu deiner Frage:ohne die Unterstützung hier schon im Vorfeld hätte ich dieses Vertrauen nicht gehabt, obwohl mich alle um mich rum anfangs alleingelassen haben und ich mir nur dumme Sprüche anhören mußte!Helfen wollte keiner .zum Glück bin ich äußerst stur , vor allem wenn ich blöd angemacht werde für das was ich tue.
Warum es so viele Stillprobleme gibt??
weil man ja nicht stillen MUß, da es ja Pulvermilch gibt-so geben viele frühzeitig auf
weil das Anlegen oft nicht richtig gezeigt wird
weil das Wochenbett mit Bett nix mehr zu tun hat
weil die Industrie mehr Geld für Werbung hat als LLL und AFS
weil schon meine Generation mit Flasche gefüttert wurde
.....
Gruß Meli
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Bebu
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Re: Weshalb gibts so viele Stillprobleme?

Beitrag von Bebu »

kittiefred hat geschrieben:ich schließe mich an und denke auch dass das problem kein Stillproblem ist sondern ein falsches bild vom stillen. also eine falsche problemdefinition.

ich hab meine babys in den ersten wochen manchmal nach ner stunde schon wieder an der brust gehabt, manchmal nach 10 minuten und ab und zu wurde mal 2 stunden geschlafen ohne zu trinken.

ein großteil des stresses ist dann nicht das stillen an sich sondern die falschinformation und das daraus erwachsene "problem" welches eigentlich keines ist.

wenn man die mutter gemütlich bettet, sie versorgt und ihr sagt dass es normal ist wenn das baby im 10 minutentakt an die brust möchte - sollte es kein problem sein.
voll und ganz zustimm
Liebe Grüße
Bebu
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Uinonah
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Re: Weshalb gibts so viele Stillprobleme?

Beitrag von Uinonah »

Hi, hab' jetzt nicht alles en detail gelesen, aber zum Thema häufig Stillprobleme kann ich nur sagen: Ein Hauptfaktor ist m.E. in unseren i.d.R. medikalisierten und oft traumatischen Geburten nach Schwangerschaften, die mehr von Angst als Zuversicht geprägt waren, zu suchen. Wenn es echte Stillprobleme sind. Der zweitgrößte Faktor im Begriff "Stillmanagement". Wir "managen" Geburten und Stillen, anstatt es einfach geschehen zu lassen und mit allem, was wir intervenieren, kommen erst Probleme auf. So dass wir Ursache und Wirkung in den meisten Fällen verwechseln. Aber ich muss zu dem Thema mal was eigenes schreiben, etwas ausführlicher.

Das alles gehört zum Zyklus Schwangerschaft und Geburt im Leben der Frau und wenn er am Anfang oder mittendrin gestört wird, kommt das immer wieder zum Tragen...
If you try to trade essential liberty for security, you will loose both in the end and live in a gilded cage.
(adaptiert nach B. Franklin)

Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf. (Autorenschaft nicht eindeutig zuzuordnen)
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