Bei uns ist es inzwischen so, dass die Große in die Schule geht und von Mo. – Do. um 7.30 Uhr da sein muss. Die Kleine geht in den Kindergarten und könnte theoretisch bis 9:30 Uhr da sein, geht aber nicht, weil wir sie halt mitnehmen, wenn die Große zur Schule muss.
An den 3 Tagen, an denen ich arbeite, bringt mein Mann die Kinder mit dem Fahrrad. Erst zur Schule, dann zum Kiga. Er stellt morgens den Wecker um einiges früher als ich und hat noch dazu den Vorteil, dass Frühstück, Anziehsachen usw. von mir schon vorgerichtet wurden. Dennoch hat er es morgens auch immer eilig und kommt wohl das eine oder andere Mal an seine Grenzen

Aber inzwischen hilft er auch beim Anziehen, weil er merkt, dass es dann einfach schneller geht.
Ich hole die Kinder dann nachmittags wieder ab, die Kleine um 14 Uhr aus dem Kiga, die Große um 14:30 Uhr von der Schule. Bei uns hat diese halbe Stunde, die ich dazwischen Zeit habe, unheimlich viel Entspannung reingebracht. Ist ja egal, ob ich nun im Kiga rumsitze und die Kleine immer wieder wegrennt und ewig braucht, um sich anziehen zu lassen oder ob ich im Schulhof rumstehe (wo die Kleine auch mit Vorliebe wegrennt)
Mir hat damals das Buch „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten“ sehr geholfen, die Kinder besser zu verstehen. Mir darüber klar zu werden, dass Kinder wirklich absolut im Hier und Jetzt leben. Sie können nicht nachvollziehen, dass es Termine gibt und feste Zeiten und nicht alle darauf warten, bis wir dann endlich mal eintrudeln.
Im Buch waren Beispiele aufgeführt, warum Kinder z. B. nach einem Kindergartentag, an dem sie sich die ganze Zeit an Regeln halten mussten, einfach nicht mehr in der Lage sind, noch länger zu kooperieren und so froh sind, dass Mama / Papa da ist. Da sind viele einfach nicht mehr bereit, sich dann auch noch selber anzuziehen.
Oder die Situation, wenn man als Ziel den Spielplatz hat, aber der Weg dorthin schon ne gefühlte Ewigkeit dauert, weil das Kind natürlich unterwegs jeden Stein umdrehen muss und jeder Wurm gefunden wird.
Bei uns hilft es auf jeden Fall, sehr früh mit allem zu beginnen.
Wenn wir z. B. montags nach Kiga/Schule zum Jazz-Tanzen fahren, dann bitte ich die Kinder schon mind. 15 Minuten vorher, sich anzuziehen, später wird es von alleine und so kommen wir auch eigentlich immer pünktlich an.
Außerdem hilft es, die Kinder in ein Gespräch zu verwickeln und sie dabei anzuziehen / beim Anziehen zu helfen.
Sobald ich mittags an der Schule ankomme und das große Kind in Empfang nehme, wird es entspannter. Da wir uns morgens fast immer beeilen müssen, möchte ich den Kindern dann mittags etwas mehr Zeit zugestehen, wenn es möglich ist.
Und doch bin natürlich auch ich genervt, wenn sie nicht so wollen, wie ich will. Im kalten rumstehen oder allgemein ewig an einer Stelle verharren ist jetzt auch nicht immer so ganz das, was mir Spaß macht
