Stützräder: ja oder nein?

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Binelein
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Re: Stützräder: ja oder nein?

Beitrag von Binelein »

Mausebaby hat geschrieben:Ich bekomm es gerade nicht mehr ganz zusammen: es braucht wohl zum fahrrad fahren ein dynamisches gleichgewicht und stützräder ermöglichen nur ein statisches. Sie würden wohl den lerneffekt behindern.

Mein bruder, meine große und ich auch, haben mit stützrädern rad fahren gelernt. Hatten aber auch kein laufrad, vorher.
Die kleine hat schon seit einem jahr ein laufrad und ist damit richtig flott unterwegs. Jetzt dachte ich, so langsam mit dem fahrrad zu beginnen, da sie damit besser bremsen kann. Gut, sie wird auch insgesamt schneller... hmmm :?

Also wenn vorher ein laufrad da war, besser gleich
ohne stützräder? !

Ah, ich sehe gerade nido in der vorschau: ja stimmt, das mit dem treten lernen ist nochmal eine sache für sich...
Meine Kinder sind beide mit unter 2 Jahren Laufrad gefahren und dann mit ca 3,5 Jahren Fahrrad ohne stützräder.

Wir hatten bei beiden kurzzeitig die stützräder dran, damit sie in Ruhe das treten üben konnten. Dreirad hat sie nie interessiert. Daher war es gut, dass sie sich erstmal auf das Treten und Bremsen konzentrieren konnten.

Dann ging es ruckzuck, dass sie frei gefahren sind.

Wichtig finde ich am Anfang ein kleines Fahrrad zu nehmen. Wir haben das Puky mit 12 Zoll Reifen, das ist perfekt zum üben. Klein, handlich, die Kinder kommen sicher auf den Boden.
Das lohnt sich, auch wenn es nur 1 Jahr passt, verkaufen sich aber dafür dann gut.

Die Kinder meiner Freundin haben gleich 16 Zoll Räder bekommen und kommen damit gar nicht zurecht. Die sind zu schwer, zu groß insgesamt, da fühlen die Kinder sich zu unsicher.


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Re: Stützräder: ja oder nein?

Beitrag von pokkadis »

ich würde auf jeden fall von Stützrädern abraten.
Stützräder verankern sich vor allem im kopf, die kinder haben oft massive Probleme damit, wenn diese dann abgeschraubt werden, selbst wenn das Kind diese in teils hochgeklapptem zustand kaum noch braucht.
vor allem ist das fahren mit Stützrädern null förderlich für das freie radfahren. wenn man sich so anguckt, mit welcher schieflage die Stützräder oft daherkommen, kann man sich fragen, was das Kind dabei lernen soll. etwa das fahren in schiefer lage?
wir hatten Laufrad, dann zum vierten Geburtstag das Fahrrad in gleicher zollgröße, sattelhöhe identisch (hatte sie sich leichter vorgestellt, einfach draufsetzen und losfahren geht halt damit nicht). nach ein paar Monaten Desinteresse dann innerhalb von 2 tagen fahrradfahren gelernt. sie wollte es da dann unbedingt und hat den ganzen nachmittags geübt.
die kleine von freunden von uns auch.
also: eine stimme für ohne stützräder
suri
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Re: Stützräder: ja oder nein?

Beitrag von suri »

Stützräder hemmen bewegungserfahrungen! Und hemmen das erlernen neuer Bewegungsabläufe. Wesentlich beim Fahrradfahren ist das gleichgewichtstraining und eben die motorische Erfahrung. stützenräder sind starr und hemmen das ausprobieren, ausbalancieren etc.

Von daher: klares Nein zu stützrädern.

Ich finde, man sieht die Hemmung der natürlichen Bewegungsabläufe schon auf den ersten Blick: mit stützrädern sind die Bewegungen schwerfällig und unsicher.

Man muss allerdings auf die passende Größe des Laufrads achten. Beim ersten Kind hatten wir irgendein tolles holzlaufrad, auf dem das Kind mit drei noch nicht fahren konnte, weil es -wie uns hinterher dann auch klar war- einen zu weiten Abstand von Sattel zu Lenkrad hatte. Mit dem puky, bzw beim zweiten Kind dann mit dem bmw kidsbike, ging es von jetzt auf gleich.
Kind 2 und 3 sind mit 1,5 mit dem Laufrad gesaust.
Kind 1 und 2 konnten beide vor dem vierten Geburtstag innerhalb von fünf Minuten dann auch pedalräder fahren. Und wir haben keine besonders mutigen Kinder...
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Perlchen
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Re: Stützräder: ja oder nein?

Beitrag von Perlchen »

Hier 2x Laufrad und dann auf das Fahrrad ohne Stützräder. Bei der Großen hat es einen Vormittag, bei der Kleinen eine halbe Stunde gedauert, bis sie das Treten raus hatten. Wichtig ist nur, dass sie anfangs ein Fahrrad haben, bei dem die Füße ganz auf den Boden kommen wie beim Laufrad. Anfangs wird noch auf Laufrad-Art gebremst.

Nachbarskind hatte ein Laufrad, fuhr sicher und schnell. Bekam ein Fahrrad, übte kurz, kriegte es nicht sofort hin und bekam Stützräder dran. Da fuhr sie total eierig, wollte ihr Laufrad nicht mehr und hatte fast 2 Jahre diese Dinger dran. Sie musste das Gleichgewicht halten komplett neu lernen, als wäre sie nie Laufrad gefahren.



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nido56
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Re: Stützräder: ja oder nein?

Beitrag von nido56 »

Ein bisschen OT, aber da sich hier viele mit Fahrzeugerfahrung tummeln, muss ich mal um Rat - bzw. Rad ;) - fragen.

Der Pirat hat 2013 zu Weihnachten, kurz vor seinem 2. Geburtstag ein Laufrad bekommen und konnte nach 30 min ueben "richtig" darauf fahren (also mit Schwung holen und Rollphasen, in denen er das Gleichgewicht haelt, ohne die Fuesse am Boden zu haben). Er liebt sein Laufrad und faehrt gern, viel, schnell und sicher. Da er eher lauffaul ist, faehrt er ueberall damit hin.

Nun ist ihm das Ding aber echt zu klein. Wir haben so ein winziges, super leichtes 10"-Rad von Chicco. War damals ideal, weil er es ohne Muehe handhaben konnte, aber jetzt ist der Sattel in der hoechsten Einstellung deutlich zu niedrig. Ich bin nun etwas im Zwiespalt. Sollen wir noch ein groesseres Laufrad kaufen? Das Chicco hat uns knapp 40 Eur gekostet und super Dienste geleistet. Leider gibt es groessere Laufraeder aber nur von "Edelmarken" und entsprechend teuer. Wuerde sich das wohl lohnen?

Oder sollen wir ihn auf dem Winzding lassen (bisher beschwert er sich nicht) und hoffen, dass er zum Ende des Sommers vielleicht schon auf ein Pedalfahrrad umsteigen kann? Ich weiss auch gar nicht, ob ihm ein groesseres Laufrad gefallen wuerde. Das Pucky wiegt z.B. fast doppelt so viel. Ob ihm das dann nicht zu sperrig ist? Ausprobieren geht nicht. Hier in Spanien sind grosse Laufraeder nicht sehr ueblich, die Kinder steigen normalerweise von den kleinen Modellen auf Fahrraeder mit Stuetzraedern um. Ich muesste das Ding also im Internet bestellen. Eigentlich mag ich Pucky generell nicht besonders. Ich finde die Dinger alle sooo schwer und unhandlich, aber alle anderen grossen Laufraeder, die ich im Netz gefunden habe, sind mir echt zu teuer.

Der Pirat ist geschaetzt knapp ueber 1 m gross (Groesse 104 passt z.Zt. noch, obwohl ich in Oberteilen auch schon 110 kaufe), wobei er allerdings eher kurzbeinig ist.
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Sakura
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Re: Stützräder: ja oder nein?

Beitrag von Sakura »

Meiner Erfahrung nach brauchen Kinder Stürzräder, wenn das Fahrrad für sie eigentlich zu groß ist. Wenn das Fahrrad von der Größe her passt (Kind kommt auf dem Sattel sitzend mit beiden Beinen auf den Boden), und die Kinder gern fahren WOLLEN, dann lernen sie es auch ohne Stützräder.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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Sakura
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Re: Stützräder: ja oder nein?

Beitrag von Sakura »

nido56 hat geschrieben:Der Pirat ist geschaetzt knapp ueber 1 m gross (Groesse 104 passt z.Zt. noch, obwohl ich in Oberteilen auch schon 110 kaufe), wobei er allerdings eher kurzbeinig ist.
Meine Kleine trägt Hosen Gr. 104, und fährt super auf dem großen von Puky. Welches "große" es ist, müsste ich nachschauen, ich glaube es ist LR1, bin mir aber nicht sicher, wir mussten ihr den Sattel jedenfalls schon etwas höher stellen. Das kleinste Puky ist ihr viiiieeel zu klein. Das Gewicht des großen Puky finde ich ok zum eben mal tragen - und wir tragen es noch viel bei unserer Zweijährigen. Puky hat übrigens auch einen genialen Tragegurt für Laufräder, was das Gewicht relativiert, finde ich. Für ein Laufrad finde ich es auch ok, wenn es etwas schwerer ist, weil das die Kinder irgendwie stabilisiert, kann das nicht beschreiben. Die Kleine fährt auf dem großen, schwererern Puky jedenfalls viel besser als vorher auf dem winzigen LRM.

Groß und sehr leicht sind die islabike Laufräder, meine Freundin hat eines. Mir persönlich wäre das dafür, dass es "nur" ein Laufrad ist, allerdings zu teuer. Bei Laufrädern finde ich die Puky gut, Geld gebe ich da lieber für die Fahrräder aus.
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bayleaf
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Re: Stützräder: ja oder nein?

Beitrag von bayleaf »

Sakura hat geschrieben:Meiner Erfahrung nach brauchen Kinder Stürzräder, wenn das Fahrrad für sie eigentlich zu groß ist. Wenn das Fahrrad von der Größe her passt (Kind kommt auf dem Sattel sitzend mit beiden Beinen auf den Boden), und die Kinder gern fahren WOLLEN, dann lernen sie es auch ohne Stützräder.
Genau. Oder einfach erstmal die Pedale vom 'richtigen' Fahrrad abschrauben, meistens wollen die Kids nach einer Weile die Pedale selbst dran haben.
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Re: Stützräder: ja oder nein?

Beitrag von sweet-cherry-13 »

@ nido: Ich würde es davon abhängig machen, was er sich wünscht. Will er weiterhin mit dem Laufrad fahren oder lieber aufs Fahrrad umsteigen? Meine Mädels hatten da immer ihre ganz eigenen Vorstellungen und diese wurden dann auch eingefordert.
Sie hatten übrigens beide Puky Laufräder und kamen super damit klar.
Wenn es unbedingt noch ein Laufrad sein soll, hast du die Möglichkeit, ein gebrauchtes irgendwo zu kaufen? Für ein neues wäre ich persönlich zu geizig, da hier spätestens mit 4 Jahren das Fahrrad hoch im Kurs stand. Viele Kinder fahren auch schon früher Fahrrad...

Zum Thema Stützräder: Für mich war immer klar, erst Laufrad, dann Fahrrad ohne Stützräder. Bei Madame lief das auch genau so, sie ist mit 4,5 Jahren aufs Fahrrad umgestiegen. Wir haben mit ihr zwei bis drei Tage geübt (immer so ca. 15 Minuten) und dann fuhr sie sicher.

Madamchen (übrigens vorher großer Dreirad und Trecker-Fan) mochte ihr Laufrad zwar ganz gerne, wollte dann aber mit 4 Jahren aufs Fahrrad umsteigen. Im Gegensatz zur Madame war sie im Treten bereits erprobt. ABER: sie wollte nur mit Stützrädern fahren. So hab ich dann entgegen meiner Überzeugung eingelenkt und so ist sie glücklich und zufrieden ein halbes Jahr mit Stützrädern gefahren. Die Umgewöhnung auf ein Fahren ohne Stützräder erfolgte dann innerhalb von 5 Minuten.

Ich für mich sehe das jetzt weniger dogmatisch. :wink:
Madame 09/2006 + Madamchen 10/2010
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Lissi23
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Re: Stützräder: ja oder nein?

Beitrag von Lissi23 »

Binelein hat geschrieben:

Wichtig finde ich am Anfang ein kleines Fahrrad zu nehmen. Wir haben das Puky mit 12 Zoll Reifen, das ist perfekt zum üben. Klein, handlich, die Kinder kommen sicher auf den Boden.
Das lohnt sich, auch wenn es nur 1 Jahr passt, verkaufen sich aber dafür dann gut.

Die Kinder meiner Freundin haben gleich 16 Zoll Räder bekommen und kommen damit gar nicht zurecht. Die sind zu schwer, zu groß insgesamt, da fühlen die Kinder sich zu unsicher.


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Das dachte ich auch immer, bis ich meinem kleinen Sohn mit 3,5 Jahren dabei zugesehen/geholfen habe, Fahrradfahren auf einem 12" Puky Rad zu lernen - es klappte überhaupt nicht, er musste die Beine beim Treten schon so weit anziehen, dass er sich dann nicht getraut hat,so schnell zu treten wie es nötig gewesen wäre, obwohl er schon Jahrelang wie ein wilder Laufradfahrer ist und auch Tretbulldock usw. kann. Irgendwie hat da bei Ihm der Abstand zum Lenker nicht mehr gestimmt. Zum 4. Geburtstag hat er dann ein 16" Rad bekommen und konnte damit innerhalb kurzer Zeit fahren, genauso wie sein großer Bruder auch, der es auch auf dem 16" Rad gelernt hat. Also stimmt wohl nicht immer, dass es auf einem kleinen Rad einfacher zu lernen ist.
Viele Grüße von
Lissi mit
zwei Jungs (04/09), (03/11) und Mädel (10/15)
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