"Töpfchentrainig"? Ab wann und wie?

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Crystal
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Re: "Töpfchentrainig"? Ab wann und wie?

Beitrag von Crystal »

Sakura hat geschrieben: Ich muss aber zugeben, dass ich das tue, weil ich es bevorzuge, dass meine Kinder eher statt später trocken werden.
Nur sehe ich nicht, wo mein Vorgehen ungünstig fürs Kind sein sollte.
Könntest Du das bitte erläutern. Es interessiert mich einfach vorbehaltlos, welche Gründe dahinter stecken.


"Unser" Töpfchen lebt auch schon seit sie 9 Monate ist bei uns. Wohnt mal im Bad, mal in der Küche, momentan im KZ. Wird Probe gesessen, rumgeschleppt, gefüttert,... 8) Wenn ich sie drauf setze, gibts Krawall (versuchs ab und zu mal) aber sie will seit 1 Monat immer von allein drauf. Sagt dann Kacka und zeigt zum Topf, wenn sie sitzt will sie ein Buch...wie die Großen :mrgreen: Passiert ist noch nichts, es hat noch nicht Klick gemacht, so kommts mir vor. Obwohl sie im Bad genau sagt, was bei uns passiert. Also den Vorgang scheint sie zu wissen aber noch nicht umsetzen zu können. Wir lassen sie da mal machen.

Ich bin auch ein DDR Kind, was mit 1 Jahr "trocken" war und sich auch im Sommer kurz nach dem 1. Geburtstag (konnte schon laufen) das Schlüpperchen im Garten runterziehen konnte und Pippi gemacht hat. Da denke ich, kommt es aufs Kind an, ob derartige "Verknüpfungen" schon da sind und auch körperlich umgesetzt werden können. Für mich ist die alte Methode aber eine anerzogene, erzwungene Trockenheit und gerade in meinem Bekanntenkreis (Gebiet der ehem. DDR) wird sich immer noch damit gerühmt, dass die Kinder gerade 1 Jahr alt und trocken sind :roll: Mir fällt auch immer wieder auf, dass dann andere Punkte völlig hinten an stehen. ZB war die Kleine unserer Freundin mit 1 Jahr trocken, musste aber mit 3 Jahren noch angewiesen werden, wie man einen Trinkbecher hält, während unsere Kleine mit 14 Monaten sich ihre Tasse allein genommen, getrunken und auch wieder allein abgestellt hat. Ich musste mir auch schon sagen lassen, dass Kinder mit 2 Jahren doch eh nichts mitkriegen auf die Frage, ob man denn schon mal im Zoo war mit dem Kind. Naja aber hauptsache trocken sein mit 1 Jahr :roll:
LG Crystal mit Kind '13
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AnnieMerrick
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Re: "Töpfchentrainig"? Ab wann und wie?

Beitrag von AnnieMerrick »

Ja im ehem ddr gebiet war das zeitige trocken sein wichtig. Wenn man sich mal im museum das windel wickel zeug ansieht weiß man auch warum .
Viele Grüße
AnnieMerrick mit 🐭 2014 und 🐦 2018
---
Ich reduziere meine Onlinezeit und antworte unter Umständen erst einige Tage später.
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Sakura
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Re: "Töpfchentrainig"? Ab wann und wie?

Beitrag von Sakura »

AnnieMerrick hat geschrieben:Ja im ehem ddr gebiet war das zeitige trocken sein wichtig. Wenn man sich mal im museum das windel wickel zeug ansieht weiß man auch warum .
Jep. Pampers gab es nicht schon immer....
Oder tolle Stoffwindeln mit toll funktionalen, atmungsaktiven Überhosen...
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warmbäuchlein
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Re: "Töpfchentrainig"? Ab wann und wie?

Beitrag von warmbäuchlein »

Ganz ehrlich, finde ich spannend, was ihr hier schreibt.

Ich werde immer angeschaut, als wäre ich vom Mond, wenn ich sage, dass der Kleine auf den Topf geht. Hier wird das eher so gesehn: "ach wie schlimm. das arme Kind"
Beziehungsweise fiele das manchen niemals ein.

Ich verstehe aber nicht, warum es nicht einen Mittelweg zwischen überzogenen Vorstellungen ("trocken sein mit 1 Jahr ein Muss") und einem Angebot zum Töpfchen geben kann? Ich glaube nicht, dass mein Sohn sich irgendwie gezwungen fühlt.

Mein Sohn hat übrigens die letzten Tage immer schon super anzeigt, wenn er groß musste (er zupft dann an uns rum und zeigt uns den Topf :mrgreen: ). Bisher war ja vieles wahrscheinlich von uns als Eltern gutes Timing gepaart damit, dass er schon begriffen hatte, wozu das Töpfchen gut ist. Langsam kann ich aber wohl echt behaupten, dass er sauber wird/ist.

Wobei das mit dem "trocken werden" das wäre mir jetzt auch zu stressig unterwegs. Wobei so mit 2 Jahren wäre es für mich dann wiederum tagsüber nicht so schlecht, weil er dann in die Krabbelgruppe kommt - mal schauen. 8)
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amantedealmeria
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Re: "Töpfchentrainig"? Ab wann und wie?

Beitrag von amantedealmeria »

Also ich wäre auch froh, wenn ich nicht mehr wickeln müsste. Ist echt nicht meine Lieblingsbeschäftigung.
Aber der Wurm zeigt relativ zuverlässig an, wenn er groß muss (wir haben ihn früh abgehalten, die Gebärde gezeigt und ihn schnell aufs Klo gesetzt, wenn er gedrückt hat) und wir probieren grad daheim windelfrei aus. So wasch ich zwar viele Schlüppis und Hosen aber das macht keinen Unterschied zu Windeln, in dem Punkt ists arbeitstechnisch egal.
Mittlerweile ist er sich aber bewusster, dass er pullert und das ist für mich wieder ein Schritt weiter in Richtung trocken sein. Manchmal klappts mit anzeigen, manchmal ists gutes Timing.
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Camille1984
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Re: "Töpfchentrainig"? Ab wann und wie?

Beitrag von Camille1984 »

Ich finde auch das Töpfchen"training" nicht unbedingt etwas mit Zwang zu tun haben muss.

Als unser Sohn so 18-20 Monate alt war, haben wir zu Hause angefangen, einfach die Windeln weg zu lassen. Ich hatte vorher gelesen, dass Kinder in der Regel unter 2 oder über 3 trocken werden und man das Klointeresse auch schon früh aufgreifen könnte. Also wollte ich es gerne einfach ganz zwanglos ausprobieren. Wenn nicht, dann klappt es eben nicht.

Er hat relativ schnell gemerkt, dass da etwas zwischen seinen Beinen passiert. Ich habe immer nur gesagt: "Oh, du hast ja gerade Pipi / Aa gemacht." und es dann einfach weggewischt. Schon nach wenigen Tagen hat er mir gezeigt, wo ich wischen muss. Er wusste also ganz genau, was da passiert und das mit gerade mal 18 Monaten. Dann habe ich ihn wieder ein paar Tage später einfach mal aufs Klo gesetzt, als ich mir relativ sicher war, dass etwas kommt. Als er Erfolg hatte, habe ich einmal (!) ein kleines Freudentänzchen aufgeführt, damit er weiß, dass er genau das richtige gemacht hat. Ab dann hat er sich bemerkbar gemacht, wenn er tagsüber aufs Klo musste. Relativ schnell kam dann das Wort Pipi und irgendwann konnte er zwischen Pipi und Aa unterscheiden. Heute mit 2,5 Jahren informiert er uns ausführlich über seinen Klo-Inhalt ;-).

Ich habe ihn NIE geschimpft, wenn etwas in die Hose ging. Ich habe es einfach sauber gewischt und ihn umgezogen. Er hat auch relativ zügig gelernt, kurze Zeiten einzuhalten. Auch bei der Tamu und mittlerweile im Kindergarten und überall sonst geht er aufs Klo. Seit er 18 Monate alt war, gehört die Toilette zu seinem Alltag und er hat das auch nie in Frage gestellt. Wir Großen machen das so, er macht das so. Nur zum An- und Ausziehen braucht er noch Hilfe. Vielleicht fehlte ihm da auch noch die geistige Reife, die ein 3 Jähriger hat, der sich dann schon viele Gedanken zu dem Thema machen kann. Lediglich zum Schlafen trägt er noch ein Windel, aber auch die ist in letzter Zeit immer häufiger trocken.

Mich hat dieser Weg bestärkt, dass Kinder vieles mehr können, wenn wir es ihnen zutrauen. Und ich wurde am Anfang von sehr vielen Menschen in meinem Umfel belächelt bzw. auch etwas angemeckert. Und ja, ich finde es mittlerweile super bequem und an die Mär der Pampers-Studie, dass erst 3-Jährige ihre Schliesmuskeln kontrollieren können, glaube ich nicht mehr, auch wenn ich natürlich weiß, dass jedes Kind anders ist.

LG Camille
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Re: "Töpfchentrainig"? Ab wann und wie?

Beitrag von warmbäuchlein »

Das mit dem Schließmuskel ist gaaanz sicher aus einer "ganz bestimmten" Richtung. :wink:
Am besten bis mindestens 4 Jahre wickeln. Besser noch länger, damit kein Druck aufkommt. Wobei ich nicht sage, dass es sicher Kinder gibt, die wirklich länger brauchen! Aber was mich stört ist, dass man, wenn man ein Angebot in die Richtung macht, bei einem Kind, wo es gut klappt, gleich als so superstrenge Übermutti dargestellt wird :roll:

Schon mit einem Jahr, konnte mein Sohn den Harnstrahl gezielt unterbrechen und einhalten bis er am Topf saß. Allerdings habe ich das nur gemacht, wenn er es von sich aus gemacht hat, weil ich ja keinen Stress machen will.
Auch wenn er groß muss, geht's wenn wir merken er muss, dass er wartet, bis er ausgezogen ist und am Topf. Er mag's übrigens selbst anscheinend nicht so, groß in die Windel zu machen.

Als jetzt die Oma da war, hat er öfters das Töpfchen geholt und immer brav reingepieselt. Das war aber mehr Show, weil seither plätschert es wieder munter, wo er gerade steht.
Achja, er zeigt uns auch schon lange, wo er hingemacht hat und wischt auch selbst auf (wenn wir nicht schnell genug sind ihm eine Mulli zu geben, mit dem erstbesten, was er so findet :mrgreen: ) - total süß.

Achja, ich sage auch immer, dass er macht, wenn es gerade rauscht. :mrgreen:

Wovor ich so ein wenig Bedenken habe momentan, ist der Moment, falls er echt anfängt trocken zu werden. Ich stelle mir das unterwegs dann so stressig vor. Aber gut, irgendwann muss man da wohl auch durch 8)
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Sakura
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Re: "Töpfchentrainig"? Ab wann und wie?

Beitrag von Sakura »

Schließmuskeln AB 3? :shock: . Der sehr konservative Remo Largo schreibt 18 Monate, und das deckt sich mit meinen Beobachtungen.

Und ja, ich glaube auch, dass Es einfacher ist, vor dem 2. anzufangen, als danach. Anfangen, nicht fertig werden.


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Sakura
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Re: "Töpfchentrainig"? Ab wann und wie?

Beitrag von Sakura »

2. Geburtstag, soll das heißen.


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Re: "Töpfchentrainig"? Ab wann und wie?

Beitrag von warmbäuchlein »

Also ich habe so Unterlagen von der Gemeinde bekommen, da stehen so supertolle Kinderziehungstipps.
Da stand bei 12 Monaten: Auf keinen Fall irgendwie mit dem Topf anfangen, weil die Kleinen können das noch laaaange nicht und man macht nur Druck und wie schlimm das alles wäre etc.
Die Kleinen zeigen dann irgendwann selber, wenn sie bereit sind - frage mich nur wie, wenn ich nie die Gelegenheit gebe, dass der Kleine irgendwas zeigen könnte :wink:

Weiß nicht, mehr genau was stand, ab wann Kinder den Schließmuskel erst bewusst steuern können, aber war eher 2 Jahre aufwärts. 8)
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