Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

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Sibi
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Sibi »

Sakura, mein Kind ist auch von der 50. auf die 5. Perzentile abgerutscht, bei Stillen und Beikost nach Bedarf - aber wir Eltern sind eben auch schlank und waren es auch als Kinder schon. Selbstregulation finde ich immer richtig und wichtig und ich gebe zu,ich werde nie verstehen, wie sich Menschen anmaßen können, darüber zu urteilen wann und was ein anderer Mensch gerade braucht.

Ich finde das ja immer nett, wenn mein Appetit kommentiert wird - v. a. von Menschen mit Diabetes 2, Übergewicht und Bewegungsmangel kämpfen. Gut, ich denke mir auch meinen Teil zu deren Ernährungsgewohnheiten ("Cola ist ja sooo ungesund" sagte sie und häufte sich einen gehäuften Teelöffel Zucker in den Kräutertee :mrgreen: ), aber ich würde es nie kommentieren oder gar regulierend eingreifen.
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Sakura
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Sakura »

Sibi hat geschrieben:Sakura, mein Kind ist auch von der 50. auf die 5. Perzentile abgerutscht, bei Stillen und Beikost nach Bedarf .
das ist mir klar, dass es das gibt und dass das häufig ist. aber das ist doch ein komplett anderer fall!!!!!!


naja. ich sehs schon. ich bin hier die empfindliche heulsuse :evil:
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Sibi
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Sibi »

Ich wollte nur sagen, dass Selbstregulation bei gesunden Kindern funktioniert, auch wenn es mal auf und ab geht mit dem Gewicht - zumindest glaube ich dran bis zum Beweis des Gegenteils. Diese Schwankungen sind für mich eben KEIN Grund, ernährungstechnisch einzugreifen.

Und nein, du bist keine empfindliche Heulsuse, mich macht so etwas auch traurig und wütend und ich bin überzeugt, dass so kein gesundes Essverhalten entsteht. Das werden dann die Erwachsenen, die sich (wenn sie dann können) hemmungslos mit Junk zuschütten, oder zwanghaft gesund, aber nicht mit Genuss essen und bei jedem Stück Süßem erzählen, wie ungesund das ist. *schüttel*
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Sycorax
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Sycorax »

Ich kann absolut vestehen, dass dir das Kind leid tat. Es war mit anderen Kindern zusammen und alle durften Erdbeeren, nur es selbst durft keine. Das arme Ding versteht ja gar nicht, warum es das nicht darf.

Bei den Treffen, die ich mit der Missy besucht habe, war ein Kind, das vertrug nicht alles an Obst. Es durfte zwei bis drei Erdbeeren oder einen Schnitz Apfel, aber mehr nicht, weil es sonst Pusteln bekam. Da haben wir dann das Obst abgeräumt, wenn die Mutter meinte, es wäre genug. So hatten alle ein bisschen bekommen, aber das Kind hatte auch nicht das Gefühl, dass ihm etwas versagt bleibt.
Ich finde, man kann sich untereinander auch ein bisschen verständigen. Irgendwann nahm in unseren Kreisen der Süßkram sehr überhand. Auf einmal gab es Kuchen, mehrere Sorten Gebäck, Gummiteilchen und die Kinder griffen ordentlich zu. Da wir uns aber jede Woche trafen, wurde mir das zu viel. Ich habe dann mit den anderen besprochen, dass wir etwas Obst und Laugengebäck hinstellen und ansonsten jedes Kind einen Keks oder ein Gummibärentütchen darf und dann Schluss. So blieb es gerecht, aber wurde auch kein Gelage.
Viele Grüße von Sycorax mit Missy (*2/2009) und Minimissy (*1/2012)

"The most precious jewels you'll ever have around your neck are the arms of your children."
*from Ireland*
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zierfisch
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von zierfisch »

Ich glaube, ich hätte mit geheult... :(
Das Beispiel mit dinkelstange vor dem Essen greift (finde ich...) irgendwie gar nicht. Nach einem Kindergeburtstag erwartete ich auch nicht, dass Bärchen noch Abendbrot isst, auch wenn es nur Kuchen und Süßigkeiten gab. Sowas ist eine AusnahmeSituation. Ich würde auch nicht auf die Idee kommen, ihm was zu verbieten, was „alle anderen Kinder“ ihm voressen...
Eine halbe Std vor der regulären Mahlzeit ALLEINE was haben wollen, obwohl nix angeboten wird, sähe ich als komplett andere Situation...
Bärchen (09/08) & Mäuserich (04/11)
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Karinke
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Karinke »

Mir lässt das "Körnchen im Stuhl"-argument keine Ruhe... da dürfte ich selber ja keine Rohen Karotten, keinen Mais, keine ach weiss ich was alles mehr essen, weil ich Zellulose nicht verdauen kann... Was das Arme Kind mit unreifen Darm also alles nicht kriegen wird... Keine Tomaten, keine...

Und alles in allem: Ich sehe es wie du. Kinder sind so kompetent. warum müssen, gerade in so Lebensprägenden Dingen, wie der Ernährung soviel reinfunken?? Besser wird es ja nicht davon...
Bild Grosses M, KS, 12.1010 Bild J, VHBAC, 8.2012 Bild Kleines M, 2.HG 9.2015
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Semiralinda
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Semiralinda »

Ich versteh dich schon Sakura, es ging ja nicht jetzt generell ums Essen verbieten, sondern um die Situation, dass das kleine Kind (das es ja noch nicht versteht), den anderen beim Essen zusehen musste und das auch noch weinend :cry: . Anders wäre es zu Hause, wo es dann ja niemand anderem beim Essen zusehen muss.
Liebe Grüße,
Arabella und die fantastischen Fünf (03/98, 03/00, 06/03, 12/07, 05/10)
und Sternenkind Angelito * 12.02.13 / 15. SSW

Not all those who wander are lost. - J.R.R. Tolkien
Lösche Benutzer 7240

Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Lösche Benutzer 7240 »

Sakura, ich kann dich gut verstehen. Ich komme auch regelmäßig deprimiert und traurig von der Krabbelgruppe nach Hause, v.a. wenn die Ferber-Fraktion sich mal wieder austauscht, wie toll das ist, das Kind 15 Minuten lang (und dann nochmal. und nochmal. und nochmal) schreien zu lassen. Die scheinen die gegenseitige Bestätigung ihrer Ansichten ganz doll nötig zu haben :roll:

Ich hab da auch gar nicht das Bedürfnis, megatolerant und politisch korrekt zu sein - in meinen Augen gibt es ganz klar falsches, schlechtes und schädliches Verhalten der Mutter zu ihrem Kind, wenn auch eigentlich immer unter der Prämisse, nur das Beste zu wollen (damit beziehe ich mich jetzt nicht unbedingt auf die Mutter aus Deinem Beispiel, ich philosophiere gerade generalisierend rum). Nun bin ich selbst zu resigniert, um da in den Kampf gegen Windmühlen einzusteigen, außerdem ist die Basis nicht gegeben, da ein vernünftiges Gespräch zu führen - aber traurig macht es mich, traurig mit ganz großen Buchstaben. Oft sind so kleine Vorfälle wie das mit den Erdbeeren ja auch Zeichen für den generellen Umgang mit den Bedürfnissen und dem "eigenen Wesen und Körper" des Kindes. Und klar, es kann gut sein, dass diese Mutter aus dem Beispiel a) nur das Beste will, b) eventuell selbst ein schwieriges Verhältnis zum Essen und zu ihrem eigenen Körperr hat und dies nun mehr oder weniger unbewusst an ihre Kinder weiterreicht, c) einfach nur einen schlechten Tag hatte, d) Erdbeeren moralisch verwerflich findet, was weiss ich. Trotzdem tut mir sowas in der Seele weh.

Zur Krabbelgruppe geh ich weiterhin, Sohnemann steht total auf die Spielmöglichkeiten, ich beiss die Zähne fest zusammen und erzähle auf Nachfrage laut und gerne, dass ich den SuT-Goldstandard zumindest teilweise erfülle (ich formuliere das natürlich anders ;) ).

Ach ja, ich bin jenseits der 30, und wenn ich Hunger habe, habe ich HUNGER und brauch was zu essen. Sofort. Meinen Sohn halten alle Erdbeeren dieser Welt nicht ab, kurz darauf noch 3 (kleine) Teller Linsencurry zu essen - oder aber er isst 0,5 Erbeeren und taucht später nur den Löffel ins Curry und mag nix - ich lass ihn machen.
Sibi
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Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Sibi »

Sycorax hat geschrieben: Bei den Treffen, die ich mit der Missy besucht habe, war ein Kind, das vertrug nicht alles an Obst. Es durfte zwei bis drei Erdbeeren oder einen Schnitz Apfel, aber mehr nicht, weil es sonst Pusteln bekam. Da haben wir dann das Obst abgeräumt, wenn die Mutter meinte, es wäre genug. So hatten alle ein bisschen bekommen, aber das Kind hatte auch nicht das Gefühl, dass ihm etwas versagt bleibt.
Selbst da finde ich es einen Balanceakt. Schwierig ist es natürlich mit ganz kleinen Kindern, aber wenn es "nur" Pusteln sind und nicht wirklich ernsthafte allergische Reaktionen im Sinne von Atemnot, etc., würde ich auch da keinen Machtkampf eingehen. Ich hatte diverse Unverträglichkeiten in der Kindheit/Jugend und natürlich haben meine Eltern anfangs ein bisschen gelenkt und später gesagt, dass ich da und da vorsichtig sein soll. Verboten haben sie nichts und ich habe es geschafft, dass ganz gut auszubalancieren - aber ja, dazu gehört auch, dass man lernt, wie man auf bestimmte Dinge reagiert. Bestimmte Äpfelsorten kann ich heute noch nicht ohne Probleme essen, Nüsse genauso. Aber das lernt man mit der Zeit, wenn man darf.
Ich habe zudem eine Stoffwechselstörung, die ich teilweise über Jahre nicht merke, um dann Wochen oder gar Monate extrem restriktiv essen und trinken zu müssen, weil jeder Keks, jeder Milchkaffee, jede Pommes, jedes Steak heftigste Beschwerden nach sich ziehen. Ich würde mich herzlich bedanken, wenn das jemand von außen steuern wollen würde. Mein Kind hat eine bestimmte Empfindlichkeit offenbar geerbt. Ich weiß das und da wir uns die teilen, gibt es die Nahrungsmittel hier eh selten. Aber wenn es sie gibt und sie die will, dann darf sie - sonst wird sie nie lernen, damit vernünftig umzugehen. Nur wenn sie danach leiden würde, würde ich mir überlegen, ob ich Kontrolle ausübe, indem es das Zeug eben gar nicht mehr gibt. Aber wegen ein paar Pusteln, ein bisschen Durchfall oder auch mal ein wenig Magendrücken würde ich meinem Kind nicht die Möglichkeit nehmen, sich da selbst zu regulieren.
Lösche Benutzer 8492

Re: Ich bin von Mamatreffen oft nur deprimiert

Beitrag von Lösche Benutzer 8492 »

Karinke hat geschrieben: Und alles in allem: Ich sehe es wie du. Kinder sind so kompetent. warum müssen, gerade in so Lebensprägenden Dingen, wie der Ernährung soviel reinfunken?? Besser wird es ja nicht davon...
Zum Beispiel weil mein 1,5 Jaehriger seine ganze Packung Kekse aufessen wuerde, wenn ich ihn lassen wuerde. Ebenso mit Schokolade oder sonstigem - und das find ich weder gesund noch sinnvoll...

Was macht ihr denn auf Geburtstagsfeiern, wenn alle Sahnetorte essen und Kind auch will?
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