mal ganz provokativ
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Sahara
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Re: mal ganz provokativ
Ein link sollte es eigentlich nicht werden... 
Wir erziehen nicht - wir leben zusammen.
Familienbett heisst, wenn dein Baby dir nachts unbewusst über den Arm streicht.
Du bekommst Gänsehaut davon...und deckst euch beide zu. Sahara 2011
Familienbett heisst, wenn dein Baby dir nachts unbewusst über den Arm streicht.
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- Steff
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: mal ganz provokativ
Deinen Beitrag finde ich sehr spannend!
Ich habe noch zwei Schwestern. 13 und 11 Jahre älter als ich.
Mit denen ist meine Mutter anders umgegangen als mit mir.
Aus der Zeit damals bedingt - wie man in den 60ern eben mit Säuglingen umgegangen ist.
Vor mir hatte sie eine Totgeburt.
Darum war sie um mich immer besonders besorgt.
Ich hab bei meinen Eltern mit im Schlafzimmer geschlafen und durfte wenn ich wollte jede Nacht zu meiner Mutter ins Bett krabbeln.
Dieses wohlig geborgene Gefühl nachts, beschützt vor allen Monstern und Gespenstern, wollte ich meinen Kindern nicht vorenthalten.
Meine Mutter hat immer zu hören bekommen, dass sie mich viel zu sehr verwöhnt und dafür noch die Quittung bekommen wird.
Sie sagt ich sei aber am besten "geraten" und wir haben ein super Verhältnis. Anders als meine Schwestern. Eine von beiden lag auch noch als Frühchen länger in der Klinik und wurde dort schreien gelassen.
Ein Artikel aus dem deutschen Ärzteblatt hat vor ein paar Jahren bestätigt, dass Babys, die schreien gelassen wurden als Jugendliche und Erwachsene eher Depressionen entwickeln. Man hat keine konkrete Erinnerung mehr daran, aber es brennt sich sozusagen in die Großhirnrinde ein und macht sich eben später doch bemerkbar.
Ich habe noch zwei Schwestern. 13 und 11 Jahre älter als ich.
Mit denen ist meine Mutter anders umgegangen als mit mir.
Aus der Zeit damals bedingt - wie man in den 60ern eben mit Säuglingen umgegangen ist.
Vor mir hatte sie eine Totgeburt.
Darum war sie um mich immer besonders besorgt.
Ich hab bei meinen Eltern mit im Schlafzimmer geschlafen und durfte wenn ich wollte jede Nacht zu meiner Mutter ins Bett krabbeln.
Dieses wohlig geborgene Gefühl nachts, beschützt vor allen Monstern und Gespenstern, wollte ich meinen Kindern nicht vorenthalten.
Meine Mutter hat immer zu hören bekommen, dass sie mich viel zu sehr verwöhnt und dafür noch die Quittung bekommen wird.
Sie sagt ich sei aber am besten "geraten" und wir haben ein super Verhältnis. Anders als meine Schwestern. Eine von beiden lag auch noch als Frühchen länger in der Klinik und wurde dort schreien gelassen.
Ein Artikel aus dem deutschen Ärzteblatt hat vor ein paar Jahren bestätigt, dass Babys, die schreien gelassen wurden als Jugendliche und Erwachsene eher Depressionen entwickeln. Man hat keine konkrete Erinnerung mehr daran, aber es brennt sich sozusagen in die Großhirnrinde ein und macht sich eben später doch bemerkbar.
Sohn 01/05 - Tochter 08/07 - Tochter 08/09 - Sohn 08/11
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Daydreaming
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Re: mal ganz provokativ
Interessantes Thema. 
Ich kann für mich sagen, daß diese Sache mit den Urvölkern nie ein Argument für mich war. Erstmal gibt es ja gar nicht "das" Urvolk, sondern sehr unterschiedliche mit eben auch sehr unterschiedlichen Lebensweisen. Bei manchen finden sich einzelnene Verhaltensweisen, die ich als gut empfinde, auch wenn sie dort vielleicht eher aus der Not heraus geboren sind (z.B. tragen), aber sicherlich finden auch dort Dinge statt, die ich für meine Familie nicht übernehmen kann und will. Gerade bei afrikanischen Naturvölkern fallen mir da so Themen wie Beschneidung bei Mädchen/Frauen ein...
Ich stille/trage/.../ nicht, weil das zufällig in einem oder mehreren Urvölkern gemacht wird. Ich trage, weil ich mir denke, daß es für einen kleinen Menschen, dem absolut alles unbekannt ist, wahrscheinlich am angenehmsten ist, möglichst nah bei den Personen zu sein, die er kennt, bei seinen Eltern. Ich stille, weil ich selbst auch keine technisch "aufbereitete" Nahrung zu mir nehmen möchte, sondern leckeres, selbstgekochtes Essen. Muttermilch kommt dem meiner Meinung nach sehr viel näher als ein Ersatzprodukt. Ich lasse meine Kinder nicht schreien, weil ich selbst auch mit meinen Bedürfnissen wahrgenommen werden möchte.
Wenn das teilweise auch in anderen Kulturen praktiziert wird, freue ich mich für die Familien, das beeinflußt aber nicht meine persönliche Entscheidung.
Ich kann für mich sagen, daß diese Sache mit den Urvölkern nie ein Argument für mich war. Erstmal gibt es ja gar nicht "das" Urvolk, sondern sehr unterschiedliche mit eben auch sehr unterschiedlichen Lebensweisen. Bei manchen finden sich einzelnene Verhaltensweisen, die ich als gut empfinde, auch wenn sie dort vielleicht eher aus der Not heraus geboren sind (z.B. tragen), aber sicherlich finden auch dort Dinge statt, die ich für meine Familie nicht übernehmen kann und will. Gerade bei afrikanischen Naturvölkern fallen mir da so Themen wie Beschneidung bei Mädchen/Frauen ein...
Ich stille/trage/.../ nicht, weil das zufällig in einem oder mehreren Urvölkern gemacht wird. Ich trage, weil ich mir denke, daß es für einen kleinen Menschen, dem absolut alles unbekannt ist, wahrscheinlich am angenehmsten ist, möglichst nah bei den Personen zu sein, die er kennt, bei seinen Eltern. Ich stille, weil ich selbst auch keine technisch "aufbereitete" Nahrung zu mir nehmen möchte, sondern leckeres, selbstgekochtes Essen. Muttermilch kommt dem meiner Meinung nach sehr viel näher als ein Ersatzprodukt. Ich lasse meine Kinder nicht schreien, weil ich selbst auch mit meinen Bedürfnissen wahrgenommen werden möchte.
Wenn das teilweise auch in anderen Kulturen praktiziert wird, freue ich mich für die Familien, das beeinflußt aber nicht meine persönliche Entscheidung.
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Wer wagt es, sich den donnernden Zügen entgegenzustellen?
Die kleinen Blumen zwischen den Eisenbahnschwellen! (Erich Kästner)
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mal ganz provokativ
Ich wurde gestillt und meine Mutter war mit mir volle drei Jahre Zuhause. Und das war auch zu DDR Zeiten. Und doch, damals war es möglich.
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Nähen, Stricken, Werkeln: https://www.tragmal.de/blog/
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Sibi
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Re: mal ganz provokativ
Ich glaube, Kinder sind sehr anpassungsfähig. Aber ich glaube auch, dass eine gesunde Seele gewisse Voraussetzungen braucht. Z. B. Bedürfnisbefriedigung. Ich habe kein schlechtes Gewissen, ein schlafendes Kind zu nehmen, anzuziehen und ins TT zu legen - sie kann ja weiterschlafen, wenn sie müde ist. Aber ich denke, Hunger, Durst und Nähe sollten gestillt werden.Sakura hat geschrieben: hm. mal wieder eine ganz ganz wirre niederschrift meiner gedankengänge. im endeffekt frag ich mich: was ist richtig? tue ich das richtige für mein kind? ist familienbett, tragen, stillen nach bedarf, schlafen wenn sie müde ist, und aus dem bett heben, wenn sie aufwacht - ist das alles gut für mein kind???? oder wäre es für sie besser, wenn ich ihr einen festen rhythmus vorgeben würde?
Es gibt moderne Forschungen (Bindungstheorie, Gehirnentwicklung bei Stress), die zeigen, dass "unsere" Art wohl tatsächlich ganz gut für eine gute Entwicklung ist. Was nicht heißt, dass Kinder nicht auch weniger optimale Bedingungen gut für sich nutzen können.
Ich will wenig Stress - für mich und mein Kind und glaube, dass uns das allen gut tut. Und ich glaube, dass mein Kind in bestimmten Bereichen ganz gut weiß, was es wann braucht. (Im Gegensatz zu Eltern, die vorherbestimmen wollen, wann das Kind essen, (allein) schlafen, etc. soll.) Mehr ist für mich eigentlich nicht wichtig.
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Sibi
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Re: mal ganz provokativ
Achso, nochmal zu Frage, warum ich stille und trage und familienbette. Ich bin faul und will meine Ruhe - und so muss ich weder Pulver kaufen, noch Fläschen machen und einpacken, ich muss keinen KiWa durch die Gegend tragen und nicht in der Nacht ins KiZi laufen. 
- Holly
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mal ganz provokativ
das würde in meiner Familie so einiges erkläre. Hast Du einen Link dazu?Steff hat geschrieben:
Ein Artikel aus dem deutschen Ärzteblatt hat vor ein paar Jahren bestätigt, dass Babys, die schreien gelassen wurden als Jugendliche und Erwachsene eher Depressionen entwickeln. Man hat keine konkrete Erinnerung mehr daran, aber es brennt sich sozusagen in die Großhirnrinde ein und macht sich eben später doch bemerkbar.
Mein Bruder ist deswegen seit 6 Wochen in einer psych. Klinik
Unser großer Sohn hat auch die Tendenz dazu, nur ein winziges bisschen Selbstvertrauen und versucht sich seit dem KiGa an Gleichaltrige zu binden und sich seine Anerkennung da zu holen. Wir Erwachsenen haben ihn wohl sehr entäuscht, wir dienen ihm in keinster Weise als Vorbilder, sondern wohl eher als etwas, was nicht erstrebenswert ist. (Winterhoff nennt das die "verlängerte Kindheit")
Mit dem Wissen von heute, hätte ich alles anders gemacht. Damals gab es noch kein Internet, ich habe mich auf das verlassen, was ich kannte, das Elternheft propagierte JKKSL, loben und strafen standen hoch im Kurs, Stillen fand kaum statt und ich kannte keinen, den ich danach hätte fragen können, weil es ja keiner in meiner Umgebung gemacht hat.
Tragehilfen waren mörderisch unbequem, Tragetuch kannte ich da noch nicht.
Die erfolgreichen Ratgeber zu der Zeit zielten irgendwie alle auf Techniken ab, wie man ein Kind dazu bringt, dass es das gewünschte Verhalten zeigt. Aber nicht durch Einfühlung und Respekt, sondern durch Konditionierung.
Ich habe wirklich all die Jahre nach einem "Schlüssel" gesucht wie es besser gehen kann, ihn aber leider erst später gefunden. Da war die Beziehung zwischen meinem Sohn und mir schon ziemlich geschädigt. Und es wird wohl auch nie wirklich gut werden. Und ein Manager wird er wohl auch nicht
Irgendjemand hatte nach den Unterschieden gefragt bei meinen konventionell und AP-aufgewachsenen Kindern, ich nenn mal ein paar Punkte, die mir spontan einfallen.
Selbstvtrauen - kaum Selbstvertrauen
Wissen, was einem gut tut - sich selbst schädigen, Suchtverhalten
Sehr gutes Verhältnis zur Familie - vermeiden von Kontakt mit Familie
Wissen, was man will, Zielstrebigkeit - Orientierungslosigkeit
Einige gute Freunde - zahlreiche oberflächliche Bekanntschaften
Das sind nur Beispiele wie ICH sie täglich erlebe.
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Re: mal ganz provokativ
ich hab gerade wieder einmal festgestellt, dass ich sehr geschädigt bin aus meiner babyzeit/kindheit und ich es bei meinen kindern definitiv besser mache!
meine mama hat uns auch schreien lassen, nicht gestillt/nach bedarft gefüttert sondern nach der uhr, wir musste von anfang an im eigenen bett im eigenen zimmer "durchschlafen"
ich dachte mal, ich hab ein gute verhältnis zu meiner mutter, wurde aber vor kurzem eines besseren belehrt.
sie hat mich aufs übelste beschimft, mich als dreckschwein hingestellt (weil ich nicht so extrem reinlich bin wie sie) und gemeint, ich währe jem. der andere übers ohr haut um mir selbst das beste zu gönnen
ich weiß nicht genau was alles schiefgelaufen ist, aber ich weiß, das nicht ich das arme kind bin, sondern sie.
sie ist wie ihre mutter, so wie sie nich sein wollte...
ich konnte mich dem entziehen, dank meines mannes, der mir gezeigt hat, was familie bedeutet und die liebe die darin wohnt *immernochganzverliebtist*
ich hab mich geändert, meiner kinder wegen, bin ich nicht mehr der schüchterne, egoistische, zurückgezogene mensch, der ich lange war (wahrscheinlich wegen der missachtung meiner mutter)
ich konnte ihr nichts recht machen, ich war immer falsch für sie...
mein vater war übrigens nie so.
er erfreute sich mit mir an meinen fortschritten und liebt mich wie ich bin.
mich macht es unendlich traurig, das ich so über meine mutter schreibe, aber ich soll ja nicht lügen...
meine mama hat uns auch schreien lassen, nicht gestillt/nach bedarft gefüttert sondern nach der uhr, wir musste von anfang an im eigenen bett im eigenen zimmer "durchschlafen"
ich dachte mal, ich hab ein gute verhältnis zu meiner mutter, wurde aber vor kurzem eines besseren belehrt.
sie hat mich aufs übelste beschimft, mich als dreckschwein hingestellt (weil ich nicht so extrem reinlich bin wie sie) und gemeint, ich währe jem. der andere übers ohr haut um mir selbst das beste zu gönnen
ich weiß nicht genau was alles schiefgelaufen ist, aber ich weiß, das nicht ich das arme kind bin, sondern sie.
sie ist wie ihre mutter, so wie sie nich sein wollte...
ich konnte mich dem entziehen, dank meines mannes, der mir gezeigt hat, was familie bedeutet und die liebe die darin wohnt *immernochganzverliebtist*
ich hab mich geändert, meiner kinder wegen, bin ich nicht mehr der schüchterne, egoistische, zurückgezogene mensch, der ich lange war (wahrscheinlich wegen der missachtung meiner mutter)
ich konnte ihr nichts recht machen, ich war immer falsch für sie...
mein vater war übrigens nie so.
er erfreute sich mit mir an meinen fortschritten und liebt mich wie ich bin.
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Verseau, 25


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- Verseau
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Re: mal ganz provokativ
achja, an selbstvertrauen mangelte es mir bis ich meinen mann kennen gelernt hab 
hab mich nicht mal getraut im geschäft nach anderen größen zu fragen oder so.
ich bin 86 in der DDR geboren, das sagt glaub ich ziemlich viel aus, oder?
mit 6monaten in die krippe, zum sauber werden auf den topf gesetzt und mit nem gürtel am laufstall fixiert, ferbern ect.pp
hab mich nicht mal getraut im geschäft nach anderen größen zu fragen oder so.
ich bin 86 in der DDR geboren, das sagt glaub ich ziemlich viel aus, oder?
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Re: mal ganz provokativ
Sibi hat geschrieben:Achso, nochmal zu Frage, warum ich stille und trage und familienbette. Ich bin faul und will meine Ruhe - und so muss ich weder Pulver kaufen, noch Fläschen machen und einpacken, ich muss keinen KiWa durch die Gegend tragen und nicht in der Nacht ins KiZi laufen.
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!
.... lost in translation ....
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