LESERUNDE - Teil 1 - "Anna Karenina" von Leo Tolstoi
- Füchschen
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2516
- Registriert: 24.04.2009, 14:01
Re: LESERUNDE - Teil 1 - "Anna Karenina" von Leo Tolstoi
Ich denke mir nicht das es so verpönt war. Eher für die Frau verpönt oder sogar unschicklich. Man ging natürlich nicht auf diese Liebesbekundungen der jungen Männer ein.
Füchschen mit ihrem Jungfuchs Merley (12/08)
-
Marilu
Re: LESERUNDE - Teil 1 - "Anna Karenina" von Leo Tolstoi
Bin wieder da
Und was ich die ganze Zeit schon sagen wollte: Mann, die arme Anna muss mit ihrem langweiligen Ehemann ja ganz schön leiden, dass sie so auf diesen beknackten Wronskij steht.... Der ist so ich-bezogen, hat keinen, aber auch gar keinen Schimmer vom Innenleben seiner Mitmenschen. Und wahrscheinlich auch kein Interesse dran. Er lebt in seiner oberflächlichen Welt und in meinen Augen ist Anna nur so eine Trophäe für ihn, die er erobern will. Er findet es einfach cool, so einer tollen verheirateten Frau nachzusteigen.
Und was ich die ganze Zeit schon sagen wollte: Mann, die arme Anna muss mit ihrem langweiligen Ehemann ja ganz schön leiden, dass sie so auf diesen beknackten Wronskij steht.... Der ist so ich-bezogen, hat keinen, aber auch gar keinen Schimmer vom Innenleben seiner Mitmenschen. Und wahrscheinlich auch kein Interesse dran. Er lebt in seiner oberflächlichen Welt und in meinen Augen ist Anna nur so eine Trophäe für ihn, die er erobern will. Er findet es einfach cool, so einer tollen verheirateten Frau nachzusteigen.
- olgaga
- Profi-SuTler
- Beiträge: 3258
- Registriert: 01.10.2008, 10:03
- Kontaktdaten:
Re: LESERUNDE - Teil 1 - "Anna Karenina" von Leo Tolstoi
ja, total!Marilu hat geschrieben:in meinen Augen ist Anna nur so eine Trophäe für ihn, die er erobern will.
da gibts auch irgendeine stelle, wo er so fies in sich reingrinst, weil er ihr absichtlich seine liebe gestanden hat - damit sie nicht aufhören kann, an ihn zu denken! ist ja gut fürs ego
ich finds toll, wie im buch der rote faden durchgeht.
Annas ankunft in moskau mit dem zug und der selbstmord auf den schienen - und gleich ihre vorahnung: "Das ist ein schlechtes Vorzeichen" oder so ähnlich. wah, voll gut.
auch dass das zugmotiv sich so durchzieht... die ganzen begegnungen mit wronski am bahnhof. und das nur im ersten buch..
und: ich mag fontane ja so GAR NICHT
Liebe Grüße von Olga 
...mit 3 Kids (04/08, 05/13, 10/15)
Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. (Samuel Beckett)

...mit 3 Kids (04/08, 05/13, 10/15)
Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. (Samuel Beckett)
- Capesider
- SuT-Legende
- Beiträge: 9372
- Registriert: 25.07.2006, 18:32
- Wohnort: Ba-Wü, mit dem Herzen an der Nordsee...
Re: LESERUNDE - Teil 1 - "Anna Karenina" von Leo Tolstoi
so, ich melde mich nochmal hier zu Wort, und zwar wegen des ganz berühmten Zitates, der 1. Satz des Buches:
"Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie dagegen ist unglücklich auf ihre eigene Art."
So heißt der Satz bei mir, bei Euch vielleicht etwas anders übersetzt. Zumindest kenne ich das Zitat auch noch ein wenig anders.
Nun stellt sich mir die Frage: was genau bedeutet das denn? Ich weiß, dass der Satz viel zitiert ist, dass er DAS Tolstoi-Zitat schlechthin ist und kannte ihn auch schon lange, bevor ich das Buch aufgeschlagen habe. Aber was soll das dem Leser sagen?
Dass glückliche Familien langweilig und alle gleich sind? Oder dass jede unglückliche Familie ihre eigene Geschichte, ihr eigenes "Päckle" zu tragen hat? Was bedeutet das Zitat für die Handlung des Buches?
Würde mich über Eure Gedanken freuen!
"Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie dagegen ist unglücklich auf ihre eigene Art."
So heißt der Satz bei mir, bei Euch vielleicht etwas anders übersetzt. Zumindest kenne ich das Zitat auch noch ein wenig anders.
Nun stellt sich mir die Frage: was genau bedeutet das denn? Ich weiß, dass der Satz viel zitiert ist, dass er DAS Tolstoi-Zitat schlechthin ist und kannte ihn auch schon lange, bevor ich das Buch aufgeschlagen habe. Aber was soll das dem Leser sagen?
Dass glückliche Familien langweilig und alle gleich sind? Oder dass jede unglückliche Familie ihre eigene Geschichte, ihr eigenes "Päckle" zu tragen hat? Was bedeutet das Zitat für die Handlung des Buches?
Würde mich über Eure Gedanken freuen!
Liebe Grüße
Danny
mit 16-jähriger Pferdeflüsterin
und dem Dinoexperten :

Danny

mit 16-jähriger Pferdeflüsterin
und dem Dinoexperten :
-
Marilu
Re: LESERUNDE - Teil 1 - "Anna Karenina" von Leo Tolstoi
Ich denke, er will damit sagen, dass eine Familie (in seiner Zeit) nur dann wirklich glücklich sein kann, wenn alle Beteiligten gern und aus vollem Herzen das "erlaubte" Familienmodell leben. Also müssen sich diese Familien zwangsläufig alle gleichen. Sobald man anders sein möchte als erlaubt, gibt es Probleme.
Für die heutige Zeit allerdings stimme ich ihm nur insofern zu, dass sich die glücklichen Familien in ihrem Glück gleichen - aber dass sie sehr sehr unterschiedlich sein können. Heute gibt es zum Glück viele Wege zum Glück.
Für die heutige Zeit allerdings stimme ich ihm nur insofern zu, dass sich die glücklichen Familien in ihrem Glück gleichen - aber dass sie sehr sehr unterschiedlich sein können. Heute gibt es zum Glück viele Wege zum Glück.
- Capesider
- SuT-Legende
- Beiträge: 9372
- Registriert: 25.07.2006, 18:32
- Wohnort: Ba-Wü, mit dem Herzen an der Nordsee...
Re: LESERUNDE - Teil 1 - "Anna Karenina" von Leo Tolstoi
danke Ina, das ist eine interessante und gute Erklärung! 
Liebe Grüße
Danny
mit 16-jähriger Pferdeflüsterin
und dem Dinoexperten :

Danny

mit 16-jähriger Pferdeflüsterin
und dem Dinoexperten :