Ha, wie schön, Ihr seid noch da!
Also erst einmal kann ich Euch beruhigen: hier Grund es genauso an wie bei Euch.
Wir sind hier mit drei Kleinkindern eingezogen, der älteste war drei, der zweite zwei, die Kleinste ein halbes Jahr alt. Schon unsere Wohnung ist übergequollen und oh hatte die leise Hoffnung, beim Packen auszusortieren. Haha.
So zog alles um. Plus der ganze aufbewahrte Kram bei unseren Eltern. Und dann hatte ich erstmal lange damit zu tun, lediglich den Alltag zu meistern und das Haus verkramte immer und immer mehr. Es war nicht ständig unordentlich. Aber ich schaffe es trotz viel Zeitaufwand nie, dauerhaft Ordnung zu halten. Es war schrecklich. Es wurde immer neuer Stauraum geschaffen und ich versuchte es immer und immer wieder.
Bis ich hier landete und anfing. Und es fing an wie bei Euch: durch das Ausmisten entstand erstmal NOCH mehr Chaos. Und das hielt lange lange an. Und an einigen Stellen ist es noch immer so. Es gleicht einem Tetrisspiel: ich schiebe die Dinge von rechts nach links und links nach rechts. Und einige fallen raus. Dann fallen mehr raus und ich schiebe wieder hin und her. Und das immer wieder. Und irgendwann kommt der Moment, wo es an einigen Stellen plötzlich passt. Es ist und bleibt ordentlich und es GIBT nichts mehr zum hin und herschieben. Das hat mich schlicht umgehauen-und hat auch etwa ein Jahr gedauert.
Denn ja, mit Kindern, Arbeit, Haus und Garten ist das nicht so machbar wie sie schreibt. Ich habe es auch abgewandelt und viele wertvolle Dinge für mich mitgenommen: viele ihrer Sätze hab ich dauernd in meinem Kopf. Und ich bin so froh, dass in meinem Kopf ein Schalter umgekippt ist und ich nun die Dinge rauswerfen kann-immer leichter und schneller. Und Potential ist hier noch.
Ich habe zum Teil nach Kategorien, zum Teil eher nach Räumen sortiert. Ich habe Räume ausgemistet, alles raus, was nicht drin sein soll oder nicht hingehört. Und das wiederum dorthin, wo es hingehört. Allein das war schon ein Akt. Einige Dinge hatten hier nie einen Platz gefunden.
Dann geht es nach Kondo weiter. Im Bad war dann ja zB alles für den Körper. Dann hab ich es ausgemistet nach ihren Gedanken. Und den Raum so eingeräumt, wie ich ihn gerne hätte. Was übrig blieb, musste weg.
Wie gesagt, ich schiebe an einigen Stellen noch immer. Andere sind fertig, wie der gesamte Wohnzimmer- und Küchenbereich. Inklusive komplett umgebauter und aufgeräumter Kammer (darauf bin ich besonders stolz!). Dort ist es nun ordentlich. Dauerhaft. Und jetzt würde ich da direkt noch ne Runde anschließen und weiter rauswerfen mit meiner inzwischen doch sehr vertieften Gehirnwäsche. Aber erst ist der Rest dran.
Entsorgen ist wichtig und hat mich auch immer wieder aufgehalten. Ich wollte anfangs vieles verkaufen, inzwischen geb ich fast alles nur noch weg. Notfalls ins Fairkaufhaus, die nehmen ALLES. Hauptsache nicht auf den Müll. Aber raus. Möglichst schnell, sonst blockiert es mich.
Wie macht man das mit und um alles andere? Mit der nötigen Motivation. Blöder Spruch. Ich weiß. Aber das hat mich getrieben. Ich habe hier fünf Tage in den Ferien mit allen vier Kindern um mich herum meinen Nähkeller aufgeräumt. Und das war echt viel. Aber ich wollte es dann so unbedingt, dass es irgendwie ging-auch mit Ihnen. Und als sich mehr und mehr Erfolge zeigten (wirklich eben erst nach einem Jahr mit vielen Unterbrechungen), da hat es mich endgültig gepackt. Jetzt WILL ich fertig werden, schmeiße noch schneller und großzügiger raus und sortiere Papiere sogar abends.
Bleibt dran! Ihr packt das auch! Und es macht so frei, das hätte ich niemals gedacht.
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)