Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

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Steff
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Steff »

Gewitterwölkchen hat geschrieben:Ich war trotz Spinalanästhesie voll dabei, die Wehen waren spürbar und ich konnte ohne Anweisung von Außen die Geburt meistern, habe die Wehen und den Weg des babys gemerkt und reagiert ohne den grausamen Schmerz, der ohne Spinale dagewesen wäre.
Eine Bekannte hat zwei Kinder ohne jegliche Schmerzmedikation geboren.
Beim dritten und letzten hat sie sich dann doch eine PDA geben lassen und sie hat es so empfunden, dass sie zum ersten Mal die Geburt wirklich richtig miterleben konnte. Bei den vorherigen Geburt waren da einfach immer nur ganz viele Schmerzen.
Sohn 01/05 - Tochter 08/07 - Tochter 08/09 - Sohn 08/11
Lösche Benutzer 1828

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

LaLeMi hat geschrieben:Mich persönlich, wie ich ja schon des öfteren schrieb, stört ganz unpolitisch auch dieses sich -bewußt oder unbewußt- mit diesem Leistungs- und Stolzgedanken über Andere zu stellen. Daß ich davon gerade in Bezug auf das Schmerzempfinden in meinen Gedanken selbst auch nicht frei bin, schrieb ich ja ebenfalls - Anna meine ich auch - das ist dann ja auch Teil der Selbstreflexion.
Aber das muss es doch gar n icht heißen - sich über andere zu stellen.
Darf ich nicht einfach nur für mich, für mich allein ohne Vergleich mit anderne auf mich und die Leistung meines Körpers stolz sein? Ich bin es auch irgendwie leid, das ständig jemand kommt uns sich "beschuldigt" fühlt, weil er es anders macht. Wieso muss man das immer persönlich nehmen? Ich stille gerne und sehr lange und problemlos und es ist für m ich die ideale Form der Ernährung und noch viel mehr - da fühlen sich auch viele Frauen wieder angegriffen.
Ich hatte drei Geburten ohne jegliche Schmerzmittel - und ich bin für mich stolz darauf, dass ich das so geschafft habe, wie ich es mir vorgenommen hatte. Und andere fühlen sich davon "niedergemacht".
Kann nicht jeder für sich auf seine LEistungen auch stolz sein dürfen - ohne jedes Mal richtiggehend Angst zu haben, andere damit zu "erniedrigen"?
KAnn es nicht einfach auch sein, dass sich manche Menschen davon negativ angesprochen fühlen, obwohl das nie so gemeint war *malindenRaumwerf*?
inkognito
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von inkognito »

mein beitrag war allgemein verfasst zur erklärung gedacht, warum es menschen wie anna gibt, die aufgrund bestimmter äusserungen bestimmte assoziationen haben.

antisemitismus ist verbreitet in unserer gesellschaft. ich spreche niemanden frei. ich will darauf hinweisen, dass ganz normale alltagssprache, ganz normale äusserungen, assozitationen, vergleiche, denkansätze usw. in folge vom dritten reich gedacht werden müssen.
an keiner stelle habe ich jemanden als antisemtitin bezeichnet.
ich bin nicht zu ende, ich stoße immer wieder auf in mir verankerte rassismen. das muss nicht jeder tun. und es tut mir leid, wenn sich so viele hier auf den schlips getreten fühlen, als holte ich die nazikeule hervor. und ich verstehe das empfinden, weiss, wie nervig diejenigen sind, die einfach nicht davon lassen können, die immer wieder damit anfangen, wo doch klar ist, das wir alle keine nazis sind. r nciht
aber was vielen nciht klar ist: wir sind von ideologie betroffen. wir sind von unseren familiengeschichten betroffen, von der geschichte unserer stadt unseres landes. wir leben in fortsetzung auf.
mehr nicht.
Lösche Benutzer 1828

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

xknäckebrotx hat geschrieben:
"Schön wäre es" wenn das in der Gesellschaft mal aufhören würde!
Das ist der Satz, den ich noch gebraucht habe, um endlich aus diesem Forum auszusteigen. Danke! Gibt ne Menge netter Leute hier, aber wo solche Sachen wie das eben gesagte existieren, bin ich lieber und gerne das Arschloch - gerne auch arrogant und mit selbstherrlichem Geschwafel über den NS (der hier übrigens wegen was anderem zur Debatte geworden ist, als nur wegen dem Mikrokosmos-Thema "Geburt")


Darauf hinzuweisen, dass ich niemanden zum Nazi gemacht habe, hat sich ja sinnlos erwiesen - dass im zensierten Zitat einfach in a Nutshell vieles dessen liegt, was ich in Punkto Leistungs- Schmerz- und Stolzkultur in jusls Beitrag und leider allzu oft in meinen eigenen Gedankengngen gefunden habe: Konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Es ist in uns allen. Insofern, wenn es euch beruhigt: Auch ich bin unter diesen Umständen ein kleiner Nazi im Mütteruniversum.

Zuviel Provokation für die Autoritäten für SUT? Kann sein - Bis Weihnachten habt ihr den Sturm in eurem Wasserglas wieder vergessen.

Ich steh jetzt auf und gehe (wie damals nach meiner PDA im Krankenhaus, allerdings jetzt befreit aus dem Haus, aus der Welt dieses Forums und nicht wie damals einfach nur fröhlich duschen)

In diesem Sinne - Frohes Fest und weiterhin viel Freude bei allen schönen oder nicht so schönen Themen, in Zukunft mit einem Moralapostel weniger - wenn inkognito auch aussteigt, sind's sogar zwei. Das ist doch eine Erleichterung für alle!
Das finde ich sehr schade......es gibt immer andere Meinungen und Ansichten...aber wenn Du mit den hier vertretenen nicht leben kannst :-(......
Und DU hast da was in dem genannten Beitrag gefunden - andere nicht. Könnte es nicht einfacha uch sein, dass da einfach nichts war?

Alles Gute Dir!

Gestern hatten wir übrigens in unserer Spielgruppe etwas über Streitkultur von Kindern, das war sehr erhellend.......
Annabanana
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Annabanana »

Und ich finde schade, wenn ein intelligenter Mensch nicht in der Lage ist, einfach mal für alle lesbar ganz klar zu schreiben: "Tut mir leid, ich wollte Dir auf keinen Fall antisemitisches Gedankengut unterstellen, sondern nur mal allgemein anregen, darüber nachzudenken und hätte das anders formulieren müssen."
Sich dann sofort komplett zurückzuziehen, wirkt auf mich auch nicht gerade reif. Kommt diese Haltung auch aus dem Nationalsozialismus?

LG, Silke
inkognito
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von inkognito »

Annabanana hat geschrieben: Sich dann sofort komplett zurückzuziehen, wirkt auf mich auch nicht gerade reif. Kommt diese Haltung auch aus dem Nationalsozialismus?

LG, Silke
das wäre schön, dann wäre unsere geschichte genozidfrei.
Lösche Benutzer 1828

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

LaLeMi hat geschrieben:Anna, das finde ich sehr sehr schade :( :(

Sandküste e. a. : das nur Anna da etwas gefunden hat bzw bei ihr Assoziationen geweckt wurden, stimmt so nicht; sh. inkognitos und meine Beiträge.
Auch bei inkognitos letztem Beitrag kann ich wieder unterschreiben.
Der Leistungsgedanke stellt andere darunter - das ist einfach so. Das ist das Wesen jedes Wettkampfs - der Zweite ist halt nicht der Erste -, das ist das Wesen der Leistungsgesellschaft (die hier ja auch manchmal beklagt wird), das ist das Wesen z.B. auch der Notengebung in der Staatsschule (warum gibt es bei Montessori, Waldorf, den Freien keine Noten?). Ich bin auch stolz auf viele Dinge, auf viele meiner "Leistungen", auf vieles, was ich geschafft oder gemacht habe. Geburt, Stillen etc. fällt für mich da nicht drunter, Schmerzen aushalten auch nicht, für andere schon, so what?
Und das sich andere davon angesprochen fühlen, hat Gründe. Gründe, die in der Historie liegen, in der kapitalistischen Gesellschaft liegen, in ideologischen Dingen etc.
ist Stolz also ein verbotenes, verdorbenes Gefühl?

Noten in der Schule finde ich auch total blöd - aber unbenommen davon bleibt doch der eigene Stolz, mein EIGENES Gefühl, wenn ich etwas in meinen Augen gut gemacht habe. Und für mich persönlich gehört halt das Gebären dazu. Und das lasse ich mir auch nicht von anderen nehmen......
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LaLeMi
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von LaLeMi »

Nein, warum sollte es?
Lieben Gruß von LaLeMi mit den beiden Maimäusen 2007 und 2010 und dem Septembermäuserich 2013

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***ClauWi-Trageberaterin (Grundkurs 2007, Aufbaukurs 2008)***[/i]
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Annabanana
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Annabanana »

inkognito hat geschrieben:
Annabanana hat geschrieben: Sich dann sofort komplett zurückzuziehen, wirkt auf mich auch nicht gerade reif. Kommt diese Haltung auch aus dem Nationalsozialismus?

LG, Silke
das wäre schön, dann wäre unsere geschichte genozidfrei.
Sorry, jetzt wird's aber schizophren. Dialog bedeutet für mich auch, dass man mal seinen Standpunkt korrigiert und sich entschuldigt, wenn man jemandem zu Nahe tritt.

@LaLeMi: Nee, ich hab es nochmal nachgelesen. Das hat sie so klar und deutlich eben nicht.
inkognito
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von inkognito »

sandküste:
stolz ist kein verbotenes gefühl. aber es gibt einen wissenschaftlichen diskurs ausserhalb von eigenen erfahrungen der sich mit sprache und ideologischen konsequenzen beschäftigt.

du legst viel wert auf deine meinung und deine ansichten. du wiederholst sie unermüdlich.

doch ein "ich bin der meinung, dass.." schützt dich nicht vor rassistischen, frauenfeindlichen und ähnlichen ansichten. wir hatten das schonmal...

und ich bin auch nicht frei und übergeordnet. weiss ich wieviele ressentiments in mir schlummern und geweckt werden ab und zu...
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