Nachts aufwachen und frühmorgenliches Dauergenuckel

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Nina
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Re: Nachts aufwachen und frühmorgenliches Dauergenuckel

Beitrag von Nina »

Matilda'sMama hat geschrieben: Manchmal frage ich mich wirklich, ob ein solches Verhalten noch normal sein kann. Vielleicht würde sie ja auch gerne schlafen und kann einfach nicht weil sie die Brust braucht. Ist sie in einem Abhängigkeitsverhältnis in dem sie eigentlich nicht sein müsste, wenn ich sie früher anders als mit Stillen bruhigt hätte?
Manchmal glaube ich, dass ich mich falsch verhalten habe in meinem Stillwahn :oops:
Gerne hätte ich ihr das nächtliche Aufwachen, die Schwierigkeiten beim Einschlafen und das morgendliche nicht mehr schlafen können, erspart - und mir natürlich auch :wink:
... ich hab die Befürchtung, dass wir irgendwann einen falschen Weg gegangen sind, denn die Situation fühlt sich oft falsch an für mich.
Dann müsste ich Matilda "schupsen" um sie wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Ein Kind dass mit 3 oder 4 Jahren ggf. älter nicht ohne Brust einschlafen kann macht mich nämlich traurig.

Vielleicht ist aber auch alles normal so wie's ist (ich kann mich noch nicht so recht entscheiden, weil ich die Situation schlecht objektiv bewerten kann)
Dann würde ich aber auch nichts an der Situation ändern wollen, sondern ehrgeizig durchhalten und hoffen, dass Matilda baldmöglichst die Kurve bekommt und ein Stück selbstständiger wird. Wenns normal wäre, dann könnte ich nämlich davon ausgehen, dass sich mit der Zeit etwas verändert.

Wenn ich also sicher wäre, dass es der richtige Weg ist, dann würde ich ihn mit aller Kraft und Überzeugung gehen - aber diese Überzeugung ist mir derzeit irgendwo verloren gegangen und Zweifel kriechen in mir hoch.
(Genau wie ich momentan das Familienbett verteufle - schlimme Situation gerade :? Schlafmangel!!!!)

Liebe Matildas Mama, deine Gedanken kann ich gut nachvollziehen, mir ging es bei Emily damals schon ähnlich, und auch jetzt wieder mit Jonathan. Und ja, ich glaube tatsächlich, daß ich bei beiden Kindern irgendwann den Absprung nicht geschafft habe. Im Moment sind die Selbstzweifel wieder besonders schlimm, weil er krank war und nun auch tagsüber die ganze Zeit geiert, und sobald ich sitze stürzt er sich auf mich, auch wenn er gerade gespielt hat :evil:

"Normal" denke ich ist sein Verhalten schon, schließlich habe ich ihn immer sofort gestillt, wenn irgendwas war :evil: War ja so praktisch. Er kennt es nicht anders und fordert es nun ein. Es ist eine Gewohnheit, und Gewohnheiten zu ändern ist nicht leicht. Aber für mich und letztendlich auch für ihn ist es keine gute Gewohnheit (mehr) und deshalb werde ich daran arbeiten. Muß nur warten, bis Em mal drei, vier Tage bei meinen Eltern übernachten kann und danns tille ich nachts ab. Ich kann nicht mehr.
LG,

Nina mit Emily (08/05), Jonathan (02/08 ), Katharina (01/11) und Überraschungs-Doppelpack (05/12)

Tief im Winter lernte ich endlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer lag.
(Albert Camus)
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Noldier
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Re: Nachts aufwachen und frühmorgenliches Dauergenuckel

Beitrag von Noldier »

Deine "wirren" Gedanken, Mathildas Mama, kenne ich nur zu gut. emil ist jetzt 20 Monate und ich stelle mir diese Fragen seit mehreren Monaten. Zwischendurch wird es wieder mal etwas besser, dann denke ich, wir sind doch auf dem richtigen Weg. Bisher wurde es aber immer nach einer kurzen, guten Phase wieder schlechter mit dem nächtlichen Schlaf und schon fangen die Zweifel wieder an.
Wannn ist denn der richtige Zeitpunkt zum "abspringen" frage ich mich dann.
Das Stillen hat auch so viele gute Seiten, nicht nur, dass es praktisch ist und eine schnelle Beruhigung, es ist auch eine sehr schöne Beziehung zwischen mir und meinem Sohn. Nachts finde ich es allerdings fast nur noch anstrengend.
Auch beim thema Familienbett frage ich mich das.
Du siehst, ich bin genauso unsiher und hin- und hergerissen wie du. :?
Allerdings glaube ich trotzdem, dass es auch "von selber" mit der Zeit besser wird. Ich glaube nicht, dass wir 3jährige Kinder haben werden, die ohne Brust nicht schlafen können.
Ich glaube auch nicht an ein Abhängigkeitsverhältnis sondern eher an eine für Emil sehr angenehme Angewohnheit, die er einfach nicht missen möchte.
Ich muß aber auch dazu sagen, dass er ohne Probleme bis 8Uhr morgens schläft. Nur mit 1-2 stündlichen Still-Unterbrechungen und das die ganze Nacht. Ich glaube ihm geht es gut dabei :?
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"Im Arm der Mutter, die dich schweigend hält, blinzelst du ins Licht der Welt, in deinen ersten Morgen, und ich denk:dies ist mein Kind, welch ein Geschenk!"Reinhard Mey
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vrabec
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Re: Nachts aufwachen und frühmorgenliches Dauergenuckel

Beitrag von vrabec »

Kann es sein, dass gegen Ende des ersten Lebensjahres ein ganz großer Schub dran ist? Bei uns sieht es nämlich auch so aus, dass die Nächte seit über einem Monat sehr, sehr stressig sind. So langsam scheint es jetzt aber wieder besser zu werden, es könnte also sein, dass es (mal wieder :roll: ) nur eine Phase ist, allerdings eine ganz schön lange. Trotz allem Stress kommt aber Abstillen für mich momentan nicht in Frage. Ich habe das Gefühl, dass er das im Moment wirklich sehr dolle braucht. Irgendwie scheint er sich selbst und seine ganze Weltsicht völlig neu zu definieren, und seine Sprachentwicklung schreitet momentan auch rasant voran :o .

Natürlich kann er es inzwischen auch gut ohne Stillen aushalten, wenn Mama mal nicht da ist. Aber mit Mama(-milch) ist's halt noch schöner! Und wenn ich sehe, wie sehr er sich auf das Stillen freuen kann (z.B. beim ins-Bett-geh-Ritual), und wenn er die Brust manchmal noch im Schlafen festhält, damit ich sie ja nicht wegpacke, dann bin ich irgendwie auch gerührt (auch wenn es ganz schön kalt werden kann :roll: ). Ich habe mir das Stillen teilweise ganz schön erkämpfen müssen, da will ich jetzt nicht aufhören, wo es doch eigentlich gut läuft und sich die Schmerzen sogar beim Dauernuckeln im Rahmen halten...

Solange ich es noch durchhalten kann, will ich auch weitermachen. Wenn ich einmal abgestillt habe, geht es nicht mehr so leicht zurück, auch wenn ich es hinterher bereuen sollte... Ich kann aber auch alle sehr gut verstehen, die nicht mehr können und wollen und lieber einen Schlussstrich ziehen. Vielleicht ist es bei uns auch mal soweit, aber bisher habe ich diese Grenze noch nicht überschritten, und ich hoffe, ich habe auch weiter genug Kraft.

Euch allen viel Durchhaltevermögen und die Kraft, eine Entscheidung zu treffen, zu der ihr dann auch 100% steht :D .
Liebe Grüße,
vrabec mit den Jungs "Eja" *18.12.2007 und "Nuna" *2.9.2010 und der kleinen Schnuffelmaus *15.02.2014
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Matilda'sMama
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Re: Nachts aufwachen und frühmorgenliches Dauergenuckel

Beitrag von Matilda'sMama »

Huhu,

wollte nur schnell berichten, dass ich meine trüben Gedanken erst einmal wieder ganz hinten in meinem Kopf verstaut habe.
Gerade läufts wieder etwas besser und es fühlt sich auch wieder "normal" an.
War wohl wieder eine Phase meiner- und ihrerseits :roll:

Ich bin gespannt wie's weiter gehen wird!
Tagsüber sag' ich schon mal "Nein". Sie darf stillen, wenn sie müde ist, aber nicht mehr aus Langeweile oder Hunger oder Durst.
Unterwegs gebe ich ihr dann ihre Trinkflasche oder sie bekommt was essbares in die Hand.
Häufig gibt sie sich damit zufrieden.
Deshalb kann ich auch sagen, dass wir tagsüber fast stillfrei geworden sind. Morgens vielleicht noch einmal auf der Couch zum Kuscheln und am Mittag vor dem Einschlafen (dabei einschlafen tut sie schon lange nicht mehr).
Vielleicht hat auch die Uni die vor zwei Wochen wieder begonnen hat dazu beigetragen, denn nun kann Matilda drei Tage die Woche über Tag nicht stillen.
Sie hat sich damit gut arrangiert!

Nachts ist es dann so, dass ich oft sogar froh bin, wenn sie noch einmal wach wird und ich sie knuddeln kann. Hab' sie über Tag teilweise schon so selten um mich.
So lange es bei den 3-4 Mal bleibt und es auch morgens weiterhin so gut klappt wie die letzten Wochen, dann können wir's so beibehalten für die kommenden Monate.


Nina, dein Beitrag tat mir echt gut und spricht mir auch aus der Seele, wenn ich an die Pro-Argumente bezüglich des Abstillens denke!
Ich hoffe ihr schafft es, deine Entscheidung "schmerzfrei" durchzusetzen *daumendrück

Noldier, mhm... Praktisch ist es bei uns nun schon eine ganze Zeit lang nicht mehr. Sie isst ihre Michprodukte, mag Käse und Joghurt und ist auf die Milch als schnell verfügbare NAHRUNG nicht mehr angwiesen.
Es war gegen Ende hin eher unpraktisch, weil ich Matilda nicht zu jeder Gelegenheit stillen kann und sie dann rumnörgelte und oft auch zu weinen anfing, weil sie nicht verstehen konnte.

Zur Beruhigung benutzen wir das Stillen nur kurz vorm Einschlafen. Da nuckelt sie sich dann in Trance, dockt ab, kuschelt sich an mich und schläft irgendwann :roll: ein.
Würde sie es so nicht kennen, würde sie es vielleicht auch nicht brauchen.
Dann mag ich aber auch dieses "zu Bett geh Ritual" von dem vrabec über mir geschrieben hat.
Wie sie lacht und sich freut nun Milch trinken zu müssen und ich mag es, wenn sie nachts aufweint, ich sie frage ob sie Milch will und Matilda antwortet: Jaaaaaaaa!
Das ist soooo schön!

Ich möcht ihr aber auch nicht schaden mit der langen Stillerei! :(
Und wenn ich wüsste, dass es ihr später zum Verhängnis wird, dann würde ich lieber auf dieses tolle Ritual verzichten, mein Kind "groß werden lassen" (ich weiß, dass ich hiermit ein Klischee bediene ;)) und abstillen...

Auf der anderen Seite sehe ich ja, wie sie sich entwickelt ;)
Und wenn DAS vom stillen kommt, dann machen wir noch lange damit weiter :mrgreen:
Mein Sonnenblümchen (7) ♥ & mein Schneeflöckchen (4) ♥ & meine kleine Wassernixe (2) ♥ & mein Sonntags-Mucki (April 15) ♥
Karlina

Re: Nachts aufwachen und frühmorgenliches Dauergenuckel

Beitrag von Karlina »

Darf ich als Auslöserin dieses Themas auch mal wiede was schreiben? ;)
Bei uns lief es, wie es immer läuft: Wenn es so schlimm wird, dass ich anfange mich darüber zu beschweren, dann wird es von selbst wieder besser :) Seit kurz nach dem Thread wacht meine Maus ab 5 Uhr zwar öfter auf, nuckelt dann aber nur kurz und schläft wenn ich sage "Lass los und schlaf." :D Alles wird gut!
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Cheetah
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Re: Nachts aufwachen und frühmorgenliches Dauergenuckel

Beitrag von Cheetah »

MelB hat geschrieben:Darf ich als Auslöserin dieses Themas auch mal wiede was schreiben? ;)
Bei uns lief es, wie es immer läuft: Wenn es so schlimm wird, dass ich anfange mich darüber zu beschweren, dann wird es von selbst wieder besser :) Seit kurz nach dem Thread wacht meine Maus ab 5 Uhr zwar öfter auf, nuckelt dann aber nur kurz und schläft wenn ich sage "Lass los und schlaf." :D Alles wird gut!

Oh, dann beschwere ich mich bitte auch mal ganz doll!

MelB, so geht es bei uns auch oft. Und vielleicht hilft es ja....denn Lauren schläft/wacht auf/nuckelt genauso, wie du es beschrieben hast. das zehrt ganz schon an Nerven und Energie...
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Re: Nachts aufwachen und frühmorgenliches Dauergenuckel

Beitrag von lunettchen »

Ah, ihr Lieben, habt diesen Thread schon vor längerem geschrieben.
Mir geht es genauso wie euch und ich habe gerade einen Durchhänger.
Hilft zu lesen, dass es Anderen auch so geht.

Lese mal weiter...
Viel Kraft euch Allen. :-)
Liebe Grüße, lunettchen mit Schätzchen 5/08 und 9/11.
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