Das Stillen einschränken - wie?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Daria
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Re: Das Stillen einschränken - wie?

Beitrag von Daria »

wir hatten auch so eine phase, das war zu anfang, als ich wieder schwanger wurde. kurz zuvor hatte ich nachts abgestillt weil ich angst hatte, dass ich das nicht schaffen würde - wieder zu arbeiten und nachts nicht durchschlafen zu können. das wollte theo dann tagsüber ausgleichen. und erst hab ich das auch mitgemacht weil ich es anders als unfair empfunden hätte.

aber das hat sich so sehr gesteigert, dass wir bei mehrmals pro stunde im durchschnitt waren - egal wo. klar, bei fesselnder beschäftigung weniger und wenn er mit oma unterwegs war auch nicht. aber sonst immer. nach ein paar wochen konnte ihc das aber nicht mehr, meine brustwarzen waren das erste mal in meiner stillzeit wund und mir liefen die tränen beim anlegen.

so, und dann hab ich das von jetzt auf gleich einfach festgesetzt. morgens, zum mittagsschlaf, danach, abends zum einschlafen. circa 3 tage hat es gedauert, dass er sich dran gewöhnt hat. ich hatte auch eher das gefühl er motzt aus wut, dass er nun nicht darf, als aus wirklichem bedürfnis - kennt man ja aus anderen situationen auch, wie man das unterscheiden kann.
seit der umstellung erzählt er zwar ab und zu mal, dass er will - dann sage ich meist "zum schlafen wieder" - dann kommt noch ein paarmal sein miclh-trinken-zeichen, und dann macht er wieder mit anderen sachen weiter.
so geht das nun seit er ca. 14 monate ist - in den letzten wochen hab ich das etwas gelockert durch verschiedene ereignisse, z.b. weil er kurz krank war und dann waren wir eine woche im urlaub. und das ging auch. so kann er nun manchmal nochmal vormittags und/oder nachmittags trinken, wenn ICH will und es mir nicht zu sehr wehtut. erst hatte ich angst, dass ich dann wieder die ganze tür aufmache sozusagen, hat sich aber nicht bestätitgt. wenn ich sage, nee mag nicht, oder tut mir weh, dann ist es auch ohne mecker in ordnung.

ich hatte am anfang auch angst, dass ich ihn zu sehr beschneide und dass es unfair ist, dass er noch zu klein ist und so weiter - aber es ging nicht anders, er hat auch nichts von mir, wenn ich mich da durch quäle. also, einfach einschnitt machen, paar tage durchhalten, viel liebe geben und dann geht es - oder ging es bei uns zumindest ;-)
viel erfolg, wie auch immer!
Viele Grüße von Daria mit Theo (02/08), Lotti (12/09) und Flora (07/12)
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Nina
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Re: Das Stillen einschränken - wie?

Beitrag von Nina »

Tausend Dank Daria. Ich denke, so in etwa werde ich es auch probieren. Er versteht auch sehr wohl schon, wenn etwas "alle" ist oder eben gerade nicht geht. Da er auch sonst sehr fit ist, wird er gut damit klar kommen, das weiß ich.

Silke, was verstehst du denn daran nicht? Ja, wir sind viel unterwegs, und dann stillt er nicht so viel, wenn wir zuhause sind aber eben doch. Aber auch unterwegs, wenn ihm langweilig ist. Ganz ehrlich, es ist sogar manchmal so, daß ich extra unterwegs bin auch mit dem Hintergedanken, dann nicht dauernd stillen zu müssen. Aber meine Große und auch ich möchten halt auch manchmal einfach zu Hause was machen, und das hat sicher nichts mit "im eigenen Saft schmoren" zu tun. Wir gehen einmal die Woche zur Spielgruppe wenn es gerade passt (unregelmäßig) und nachmittags sind wir eigentlich immer mit Freunden zusammen, auf dem Spieli, oder haben irgendwas vor.

Und es ist doch ein Unterschied zwischen eingeschränkt Stillen und Kindergarten. Ein Kind kann doch alt genug sein, um nicht mehr nach Bedraf zu stillen, und trotzdem zu klein für den Kiga. Die meisten Kinder in seinem Alter die ich kenne werden gar nicht mehr oder nur noch morgens und abends gestillt, was ja aber nicht heißt, daß die alle schon groß genug für den Kiga sind. Diesen Zusammenhang müsstest du mir nochmal erläutern bitte.

Ich habe mir schon gedacht, daß hier solche Antworten kommen, und daß nicht jede hier den Wunsch, weniger zu stillen, nachempfinden kann. Umso dankbarer bin ich für konstruktive Ratschläge oder Erfahrungsberichte wie den von Daria, und das bantwortet auch deine Frage, was ich hier hören wollte.
LG,

Nina mit Emily (08/05), Jonathan (02/08 ), Katharina (01/11) und Überraschungs-Doppelpack (05/12)

Tief im Winter lernte ich endlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer lag.
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Sagittaria
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Re: Das Stillen einschränken - wie?

Beitrag von Sagittaria »

Ähm, ich bin davon ausgegangen, dass dein Kind heute 1 Jahr alt wurde :wink:

Solltest vielleicht mal deinen Ticker aktualisieren :oops:
LIEBE Grüße,
Denise, Anna (12/2007), Mika (05/2010), Jonathan (08/2013) und Lebens/Liebespartner Thomas

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Re: Das Stillen einschränken - wie?

Beitrag von Dollydagger »

Ach Nina, ich liebe es, wie schriftgewandt Du bist...
Kuss,
Anna
Alles Liebe,

Dollydagger
Sonja37
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Re: Das Stillen einschränken - wie?

Beitrag von Sonja37 »

Ich kenne es..hatte auch so einen stilljunkie.. gerade als er im alter von deinem war, wollte er ununterbrochen stillen und zwar auch auf dem spielplatz, ich konnte mich mit niemandem mehr unterhalten..und vertrösten ging gar nicht..auch der schwester vorlesen, unmöglich..immer wollte er stillen. hab mich auch genervt..wirklich..
aber irgendwann wars vorbei..keine ahnung mehr wann..heutzutage stillt er nicht mehr wie 3-4x am tag..manchmal biete ich ihm auch an..aber da lehnt er auch mal ab..

keine hilfe ich weiss..aber ev. etwas hoffnung dass es von alleine weniger wird :D
Sonja mit Melina(03/03) und Felix (11/06)
xknäckebrotx

Re: Das Stillen einschränken - wie?

Beitrag von xknäckebrotx »

Ich hab es genauso gemacht wie Daria. Und dann noch weiter gegangen nach 'ner Weile - das Mittagsstillen abgeschafft.

Vor jeder Änderung klare Ansage an mich UND mein Kind. Den Frust ausgehalten und aufgeatmet, als es sich eingebürgert hatte.

- Nachts abgestillt. Nach ein paar Wochen Entwicklung (Wut - nicht mehr so viel Wut - Wasser trinken - nur kurz aufwachen) schlief sie durch und ich muss sagen, ich fühle mich wie ein neuer Mensch.
- zwischendurch Stillen abgeschafft. Immer, wenn sie ankam, hab ich verneint und ihr aber sofort Wasser zum Trinken angeboten. Oft ist es nämlich einfach Durst und mal 'n Schlückchen trinken.
- Mittags Stillen abgeschafft, durch Tragen zum Schlafen ersetzt.
- Mittlerweile: Nur noch morgens und abends, wenn sie danach fragt. Abends vergisst sie ab und zu - stört mich nicht im geringsten.

Ansonsten gilt: Stillen nur zuhause. Charis kam auch unterwegs gerne mal auf die Idee, dass jetzt Stillen angesagt sei. Eigentlich immer, wenn sie auf meinem Schoß saß und die Brust auf Augenhöhe ins Blickfeld kam :roll:

Ach so, über Tag kommt sie immer noch öfter an und will gerne ran. Oder grapscht mir im Ausschnitt rum. Oder wenn ich mich umziehe und sie die Brust sieht, da flippt sie total aus. Aber durch das konsequent bleiben hat sich auch der Zorn bei Verneinung gelegt. Das ist halt das Schwierigste: Wissen, was man selbst will und das dann auch immer immer immer so beibehalten, obwohl man vom Frust des Kindes anfangs genauso genervt ist, wie vom Stillen an sich.

Momentan steht sie irrsinnig auf Pflaumen und weiß, dass wir eine ganze Kiste im Kühlschrank stehen haben. Dauernd fragt sie danach...erinnert mich sehr an etwas :wink:
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Daria
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Re: Das Stillen einschränken - wie?

Beitrag von Daria »

xknäckebrotx hat geschrieben: Momentan steht sie irrsinnig auf Pflaumen und weiß, dass wir eine ganze Kiste im Kühlschrank stehen haben. Dauernd fragt sie danach...erinnert mich sehr an etwas :wink:
Oha ja, geil, bei uns sind das Weintrauben! :roll: :lol:
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Bolline
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Re: Das Stillen einschränken - wie?

Beitrag von Bolline »

KONSEQUENZ... auch wenns hart ist.
Er ist es einfach gewöhnt und er wird sich auch an die 3x täglich gewöhnen, wenn Du es konsequent durchziehst.
Sonnenschein (3/05) und Froscherl (7/07)
Mama (6/77) und Papa (1/73)

Sie: "Hast du alles?", er nimmt ihre Hand & sagt "Jetzt schon."

Ich blogge nun auch... Projekt 365: http://bollineswelt.blogspot.com/
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