Gibt es zu wässrige Milch?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Steffi_B
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Re: Gibt es zu wässrige Milch?

Beitrag von Steffi_B »

Also meine Mutter ist immer ganz traurig, weil sie nicht genügend Milch hatte und stillen wollte. Vor ein paar Jahren hat man ihr mal gesagt, dass sie sehr wenige Milchdrüsen hat und vermutlich wirklich nicht hätte voll stillen können. Aber die Vorgaben, die ja mütterfreundlich sein sollten wie man mir mal sagte, waren ja nun nicht gerade stillfreundlich. Ich denke, dass das aus auch Selbstschutz geschieht, wenn viele sagen, dass sie nicht stillen konnten,. Und das kann ich gut verstehen. Aber mal zu Deiner Frage.
Eine Stillberaterin hat mir mal erzählt, dass sie mal eine Frau hatte, deren Baby etwa 800ml pro Tag getrunken hat und trotzdem kein bisschen zunahm. Da hat sich dann herausgestellt, dass die Frau Veganerin war und die Milch tatsächlich zu wenig Fette und Proteine (!) hatte. Da musste die Frau sich dann eben entscheiden, entweder selber anders essen oder das Baby muss Milch aus der Flasche kriegen. Die Ernährungsumstellung hat dann wohl Wunder gewirkt.
Und von einer Bekannten habe ich nur erfahren, dass sie angeblich auch wohl mit 10 Wochen nur noch wässrige Milch hatte. Das zeigte sich wohl beim Abpumpen. Ob das Baby aber nicht genügend zugenommen hat, weiss ich nicht. Allerdings wurde die Milch nicht eingeschickt und nur eine Hebamme hat drauf geguckt. Man muss ja manchmal schon eine Weile pumpen, bis die Milch so schön weiss aussieht. Jedenfalls ist das bei mir so, allerdings streiche ich aus. Und die Farbe ändert sich ja auch immer mal. Daher kann ich es mir nicht so richtig vorstellen. Zumal, warum sollte das plötzlich erst mit 10 Wochen kommen?
Ich glaube, dass, wenn man sich gut ernährt, die Milch schon in Ordnung sein wird. Ob es damals schon sowas wie Milch einschicken gab, kann Dir doch bestimmt eine Stillberaterin von der LaLeche Liga sagen. Rein Labortechnisch war es damals schon möglich, aber wäre damals jemand auf diese Idee gekommen :wink: :?:
Aber es gibt ja nichts, was es nicht gibt, oder :wink:
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hanna01
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Re: Gibt es zu wässrige Milch?

Beitrag von hanna01 »

Ich glaube das mich einige falsch verstanden haben. Natürlich gab es damals wie auch heute Frauen die nicht stillen können und ich habe ja auch geschrieben das es damals nicht die Unterstützung fürs Stillen gab wie heute.
Die älteren Frauen die ich kenne konnten alle wegen körperlichen Schwierigkeiten nicht stillen und alle finden es ja so schade.

Ich kenne mehrere Mütter die einfach gesagt haben das sie nicht stillen möchten. Das finde ich zwar schade, ist aber deren eigene Entscheidung. Mir hat mein Sohn auch anfangs die BW kaputt gekaut. Ich hätte dann auch abstillen können und sagen können das es nicht ging.
Mir stinkt es einfach das viele ältere Frauen sagen das es nicht ging. Wieso ist man nicht ehrlich und sagt das man nicht mehr wollte.

Meine Mutter sagt auch immer das sie nicht stillen konnte. Mein Vater hat mir vor einiger Zeit gesagt das meine Mutter im Krankenhaus gestillt hat und zuhause direkt abgestillt hat weil es ihr zu aufwendig war. Anfangs fand ich das Stillen auch nicht so schön, aber ich bin so froh das ich durchgehalten habe und das ich die Unterstützung meiner Hebamme hatte/habe.

Mich interessiert einfach, ob meine SM mir wieder Märchen erzählt (das macht sie oft :( ). Scheinbar kann es aber wirklich wahr sein, das ihr gesagt wurde das sie zu wässrige Milch hatte.
Viele Grüße,
Andrea mit L. (11/08) und F. (6/10)
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~Anna~
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Re: Gibt es zu wässrige Milch?

Beitrag von ~Anna~ »

hanna01 hat geschrieben: Mir stinkt es einfach das viele ältere Frauen sagen das es nicht ging. Wieso ist man nicht ehrlich und sagt das man nicht mehr wollte.
Ich denke viele Frauen hätten (länger) gestillt, wenn man sie hätte einfach machen lassen! Im Grunde genommen gibt es doch nichts einfacheres als Stillen! Das es vielen Frauen damals zu "aufwändig" war liegt daran, das es ihnen so aufwändig gestaltet wurde, z.B. durchs Wiegen, Zeitvorgaben etc. Heutzutage wird "einfach nur gestillt", damals gab es irgendwie viel mehr Regeln die befolgt werden "mußten". Dies wiederum mag daran liegen, das die meisten Frauen noch nicht so informiert und selbstbewußt waren wie viele Frauen heute. Mal ehrlich, welche Frau hat das Schlafen im Babyzimmer in den Krankenhäusern damals in Frage gestellt oder sich gar dagegen aufgeleht! Oftmals wußten die Frauen ja nicht mal ob und was die Kinder nachts von den Schwestern zu trinken bekommen haben!! Ein Zustand der heute doch undenkbar wäre!
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GwAMg

Re: Gibt es zu wässrige Milch?

Beitrag von GwAMg »

Tatsache ist doch auch, dass es bei den meisten Frauen damals wirklich nicht ging! Müsstest du dich an nen vier-Stunden-Rhytmus halten ginge es bei dir auch nicht..und dann haben die Kinder in den 4 Stunden geschrien wie verrückt und dam kam vom "Fach"personal schnell mal das Urteil "Schlechte Milch, Kind bleibt nicht vier Stunden lang satt"
hanna01
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Re: Gibt es zu wässrige Milch?

Beitrag von hanna01 »

Mhmh, ich habe jetzt nochmal darüber nachgedacht und ihr habt recht. Es ist ja früher nicht nur die mangelnde Unterstützung gewesen, sondern mit diesem Vier-Stunden-Rhytmus und was damals nicht noch alles erzählt wurde, war es wirklich viel schwieriger zu stillen.

Anfangs habe ich meinen Sohn auch sehr oft anlegen müssen und wir hatten auch schon schwierige Phasen und wenn die gesamte Umwelt mir eintrichtert das das falsch ist was ich mache, dann brauche ich schon ein dickes Fell um trotzdem weiter zu machen.

Wenn ich demnächst nochmal von jemandem höre der nicht stillen konnte, werde ich an eure Worte denken, bevor ich vorschnell urteile :wink: .

Danke euch.
Viele Grüße,
Andrea mit L. (11/08) und F. (6/10)
Steffi_B
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Re: Gibt es zu wässrige Milch?

Beitrag von Steffi_B »

Also ich habe mich schon öfter gefragt, wie man auf diesen 4 Stunden Rhythmus gekommen ist :?: :?: :?:
Als mein Großer geboren wurde, hat man mir auch noch gesagt, dass er schon 2,5-3h aushalten sollte. Aber das hat er leider nicht und ich habe mich dann nach einigen Tagen mit Geschrei einfach nicht mehr daran gehalten. Und meine Mutter und Schwiegermutter (mit der ich mich sehr gut verstehe) haben mir dann erzählt, dass früher eben nur alle 4 Stunden gefüttert werden durfte und meinten, dass ich ja doch ganz schon oft (zu oft?) füttere. Da kommt man doch zu nichts. Aber das war mir dann egal, hauptsache er schreit nicht. Ich habe mir dann nämlich mal die Frage gestellt, ob ich 4 Stunden ohne essen und trinken aushalten würde und meine Antwort war definitiv NEIN. Ich trinke zwischendurch (das füllt ja auch den Magen) und esse meist schon nach 3 Stunden eine Kleinigkeit. Habe beide dasselbe gefragt und da sind sie ganz schön ins Nachdenken gekommen. Meiner Schwiegermutter sind dann im nachhinein sogar die Tränen gekommen (sie ist aber auch schnell mit den Tränen). Wie ist das bei euch? Haltet ihr 4 Stunden ohne was aus?
Ich frage mich, wenn wir Erwachsenen hier und da immer wieder mal eine Kleinigkeit essen und trinken zwischendurch, wieso verlangt man dann von den Babys einen solchen langen Zeitraum?
Habe sie dann auch gefragt, was die Babys denn dann in diesen 4 Stunden gemacht haben. Geschlafen, war die Antwort. Das konnte ich nicht glauben, daher habe ich nachgehakt. Am Ende stellte sich heraus, dass auch ich oft vor Ablauf der 4 Stunden geschrien habe, aber das ist ja "normal" - "Babys schreien eben" :evil: . Und dann habe ich eben in meinem Bettchen gelegen und so vor mich hingeschrien, denn damals war es ja viel wichtiger, dass die Wohnung auf Hochglanz geputzt und das Handtuch faltenfrei gebügelt war. Ich weiss, so war das eben damals, aber es macht mich eben doch sehr traurig :cry: .
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jusl
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Re: Gibt es zu wässrige Milch?

Beitrag von jusl »

Also ich habe mich schon öfter gefragt, wie man auf diesen 4 Stunden Rhythmus gekommen ist :?: :?: :?:
Da kann ich helfen: der 4-Stunden-Rhythmus geht auf wissenschaftliche Erkenntnisse an künstlich(!) ernährten Kindern aus den 20iger Jahren(!) zurück. Damals war die künstliche Säuglingsmilch qualitativ dermaßen schlecht, dass es tatsächlich für die Babys besser war, damit nur alle 4 Stunden gefüttert zu werden statt alle 2-3, dann hatte der Magen wohl mal Pause...jedenfalls starben mit 4Std.-Abstand weniger Babys dran als mit kürzeren Abständen, so. :shock:
Durch einen Publikations-Irrtum wurde dieser Fütterungsrhythmus dann völligst unsinnigerweise auch für Stillbabys propagiert (und recht bald in höchst unrühmliche ideolgische Erziehungsmodelle eingebaut) - dabei war dies von der Ursprungsstudie keineswegs beabsichtigt.

Tja, und dabei ist es dann geblieben - uns hängt VIELES bis heute nach aus der Zeit, der 4-Std.-Rhythmus ist nur ein Beispiel von vielen... und selbstverständlich gilt auch für künstlich ernährte Babys von heute, dass diese NACH BEDARF gefüttert werden sollten; die Qualität künstlichen Muttermilchersatzes heute ist ungleich besser als damals.

Aber wie gesagt, für STILLBABYS galt dies eigentlich nie.... heftig, was?
Ich werd bei Gelegenheit noch mal die Originalquellen dazu suchen!

LG;
Julia
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Mijoco
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Re: Gibt es zu wässrige Milch?

Beitrag von Mijoco »

jusl hat geschrieben:
Also ich habe mich schon öfter gefragt, wie man auf diesen 4 Stunden Rhythmus gekommen ist :?: :?: :?:
Da kann ich helfen: der 4-Stunden-Rhythmus geht auf wissenschaftliche Erkenntnisse an künstlich(!) ernährten Kindern aus den 20iger Jahren(!) zurück. Damals war die künstliche Säuglingsmilch qualitativ dermaßen schlecht, dass es tatsächlich für die Babys besser war, damit nur alle 4 Stunden gefüttert zu werden statt alle 2-3, dann hatte der Magen wohl mal Pause...jedenfalls starben mit 4Std.-Abstand weniger Babys dran als mit kürzeren Abständen, so. :shock:
Durch einen Publikations-Irrtum wurde dieser Fütterungsrhythmus dann völligst unsinnigerweise auch für Stillbabys propagiert (und recht bald in höchst unrühmliche ideolgische Erziehungsmodelle eingebaut) - dabei war dies von der Ursprungsstudie keineswegs beabsichtigt.
Gruselig! Wo kann man das denn nachlesen? Steht das in "Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind: Über zwei NS-Erziehungsbücher". Das habe ich eh auf meinem Wunschzettel. Oder welches Buch müsste ich mir für solche Infos anschaffen?
Sohn 2004, Tochter 2006, Sohn 2009, Hund 2018
jusl
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Re: Gibt es zu wässrige Milch?

Beitrag von jusl »

Keine Ahnung, ich durfte vor ewig mal die Primärquelle bestaunen... aber, klar, dass dies für NS-Erziehungsideologien verwurstet wurde, ist ja hinlänglich bekannt.
Ich sag Bescheid, wenn ich's wiedergefunden hab. :D
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Mijoco
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Re: Gibt es zu wässrige Milch?

Beitrag von Mijoco »

ok, danke. :)
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