Strategien in Schlaf-Stresssituationen

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

MM85i
Dipl.-SuT
Beiträge: 5012
Registriert: 01.08.2019, 13:39

Re: Strategien in Schlaf-Stresssituationen

Beitrag von MM85i »

Kambly hat geschrieben: 15.11.2024, 18:19
MM85i hat geschrieben: 15.11.2024, 17:09 Strategie war: Mann ich bin mittlerweile so wütend. Hier das Kind. Und ich bin ins Wohnzimmer schlafen gegangen bevor ich das Kind anachreie
Das klingt jetzt für eine Alleinerziehende fast ein bisschen sarkastisch 🫣
Oh. Das tut mir total leid. Ich habe den Eingangspost nochmal gelesen. Den Teil habe ich überlesen.

Tagsüber könnte ich mir dann vorstellen, in der Not den Laufstall oä kurz zu nehmen, in die Küche ein Glas Wasser trinken. Für nachts ja gar keine Option. Sehr schwierig. Vielleicht zeitweise die Matratzen auf den Boden legen und Schlafzimmer Tür zu machen? Für Wachphasen mit Kopfhörer dösen?
Für reine Nuckelphasen habe ich leider keine Idee
fraubaerbaum
gehört zum Inventar
Beiträge: 430
Registriert: 11.04.2024, 20:12

Re: Strategien in Schlaf-Stresssituationen

Beitrag von fraubaerbaum »

Phoebe89 hat geschrieben: 15.11.2024, 19:17
Für alles andere war sie aber auch zu müde. Spielen lassen im Wohnzimmer endete mit Gebrüll, Karre (ich habe eine in der Wohnung) endete im Gebrüll, in der Trage hat sie mich nur gekniffen. Wenn ich sie dann rausgenommen habe, hing die mir wieder brüllend am Bein. Ich habe sie immer wieder versucht im Bett zu stillen, aber da war gar nichts zu machen. Ich hatte irgendwann so Hunger, weil ich noch nichts zu Abend gegessen hatte. Ich stand dann heulend in der Küche und habe mir Spiegeleier gebraten während meine Tochter eine Küchenrolle aufgerollt hat. Das hatte ich zumindest 5 Minuten Ruhe. Rausgehen hätte wahrscheinlich geholfen. Aber das wollte ich um die Uhrzeit bei Regen und Krankheit nicht.

Heute hat sie nur einmal geschlafen und ist seit 13:00 wach. Mal sehen, wie es heute klappt. Sie war total müde und schläft jetzt. Ich hoffe nur, sie denkt jetzt nicht, dass das ein spätes Tagesschläfchen ist und ist gleich wieder munter.

@Lovelycats2 Die Atmung kenne ich nicht, da muss ich mich mal reinlesen. Aber ja, sowas könnte da vielleicht helfen. Ich weiß dann ja selbst, dass meine Anspannung nicht hilfreich ist, sie spürt das ja auch und meine ganzen Versuche haben ja auch total viel Unruhe erzeugt. Aber ich finde da manchmal nicht raus und habe manchmal Sorge, dass meine Impulskontrolle (noch mehr) versagt…
Wenn es heute gut geklappt haben sollte, ist das ja vielleicht die Lösung ✊
Ansonsten klang mir dein erster von mir jetzt zitierter Absatz eher nach übermüdet und deswegen nicht schlafen können. Dann würde ich versuchen tagsüber nochmal einen Powernap einzulegen, sodass du z.b. noch in Ruhe Abendessen kannst bevor du sie ins Bett bringst. Die Quatschnase hat heute z.b. von 10:15-10:45 und dann nochmal von 15:45-17:30 geschlafen und ist dann, weil ich einen Abendtermin hatte, um 20:00 mit dem Papa spazieren gegangen, dabei wieder eingeschlafen, um 21:30 kam ich vom Termin zurück und hab sie dann zügig mit ins Bett genommen, wo sie direkt wieder eingeschlafen ist. Andere Kinder stehen vielleicht bis 23:00 senkrecht im Bett wenn die so spät nochmal einen Tagschlaf machen 🤷

Das mit deiner eigenen Anspannung ist auch ein Punkt. Meine Therapeutin hat immer gesagt "Erste Priorität: Sie kümmern sich um sich selbst. Dann um die Partnerschaft. Und dann ums Kind. Klingt doof, aber dem Kind geht's gut wenn's Ihnen gut geht und andersrum klappt es sowieso nicht" Das mit der Partnerschaft kannst/musst du für dich jetzt halt streichen, aber dafür musst du dich vielleicht doppelt so gut um dich kümmern, weil du eben auch nicht einfach mal an den Partner abgeben kannst.
Deswegen: wenn du Hunger hast, iss erst mal was und schau dann erst, dass das Kind ins Bett kommt. Sonst hoffst du wahrscheinlich so sehr, dass sie schnell schläft, dass sich die Unruhe total auf sie überträgt. Ich versteh auch wenn du vielleicht gerne mal ne Mahlzeit alleine ohne wuselndes Kind einnehmen möchtest, dann vielleicht erst ne Kleinigkeit (Banane oder nur ein Spiegelei) und später das zweite in Ruhe.
Wie sähe denn dein Wunschabend aus, wenn du ihn dir zaubern könntest?
Frau Bärbaum mit Quatschnase (10/23)
Phoebe89
schreibt ganz schön oft
Beiträge: 119
Registriert: 25.02.2024, 18:24

Re: Strategien in Schlaf-Stresssituationen

Beitrag von Phoebe89 »

Ich kriege das mit dem Zitieren am Handy irgendwie nicht hin, daher einfach so.

Ja, mein Eindruck war auch, dass sie vor Müdigkeit so überdreht war. Bei ihren Schläfchen ist das aktuell nur schlecht planbar, weil sie oft nur kurz schläft, wenn die Bedingungen nicht optimal sind. Ich halte sie am späten Nachmittag (nach 16:00) dann oft wach, weil ich Sorge habe, dass sie dann nicht schläft. Aber vielleicht ist das auch ein Fehler, da so einzugreifen. Gestern hat sie von 11:00 - 13:00 im Kinderwagen geschlafen. Das ist ungewöhnlich und hat auch nur geklappt, weil ich die ganze Zeit mit ihr gegangen bin (ohne Anhalten oder in den Laden zu gehen). Der Abend war dann gut. Sie ist um 19:00 eingeschlafen und bis ins Bett bin nur zwei mal wach geworden. Die Nacht dafür eine Katastrophe.

Ja, dieses Hoffen, dass sie schnell einschläft damit mein Abend endlich beginnen kann ist sicherlich ein Problem. Abends in Ruhe essen ist mir tatsächlich sehr wichtig. Ich esse meistens gegen 18:00 mit meiner Tochter schon eine Kleinigkeit mit damit der Hunger nicht so groß ist bei der Einschlafbegleitung. Das hat vor 2 Tagen aber nicht so richtig geklappt.

Mein Wunschabend sähe so aus, dass ich in Ruhe essen kann und sie mal 2-3 Stunden zuverlässig schläft damit ich mich mal richtig auf eine Abendbeschäftigung einladen kann. So scrolle ich meistens am Handy in der Erwartung, dass ich gleich wieder zu ihr muss. Aber ich merke auch, dass ich einfach Angst habe vor solchen Abendsituationen, was auch nicht förderlich ist. Aber diese 1-2 Stunden am Abend, wo ich mal nicht körperlich beansprucht oder belagert werde, ist für mich wichtig. Wenn das droht wegzufallen, werde ich sehr angespannt und dann kippt es manchmal.
Lou (11/23)
Phoebe89
schreibt ganz schön oft
Beiträge: 119
Registriert: 25.02.2024, 18:24

Re: Strategien in Schlaf-Stresssituationen

Beitrag von Phoebe89 »

MM85i hat geschrieben: 15.11.2024, 20:32
Kambly hat geschrieben: 15.11.2024, 18:19
MM85i hat geschrieben: 15.11.2024, 17:09 Strategie war: Mann ich bin mittlerweile so wütend. Hier das Kind. Und ich bin ins Wohnzimmer schlafen gegangen bevor ich das Kind anachreie
Das klingt jetzt für eine Alleinerziehende fast ein bisschen sarkastisch 🫣
Oh. Das tut mir total leid. Ich habe den Eingangspost nochmal gelesen. Den Teil habe ich überlesen.

Tagsüber könnte ich mir dann vorstellen, in der Not den Laufstall oä kurz zu nehmen, in die Küche ein Glas Wasser trinken. Für nachts ja gar keine Option. Sehr schwierig. Vielleicht zeitweise die Matratzen auf den Boden legen und Schlafzimmer Tür zu machen? Für Wachphasen mit Kopfhörer dösen?
Für reine Nuckelphasen habe ich leider keine Idee
Kein Problem ;) da wir dann ja irgendwann im Wohnzimmer waren, habe ich sie tatsächlich in ihr Gitterbett gesetzt (steht noch im Wohnzimmer als eine Art Laufstall als sicherer Ablageort) und bin kurz auf den Balkon gegangen, um kurz runterzukommen. Sie hat natürlich sehr protestiert und so richtig besser war es danach auch nicht. Kopfhörer hatte ich eine Weile, das war hilfreich. Das probiere ich nochmal, wenn es sich wieder so zieht.
Lou (11/23)
acma
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 687
Registriert: 25.01.2022, 23:34

Re: Strategien in Schlaf-Stresssituationen

Beitrag von acma »

Hier auch ein Kind, das Mühe hat einzuschlafen, und dann tritt und zwickt und mich generell körperlich beansprucht, wenn sie nicht schlafen kann. Erstmal viel Solidarität, das ist einfach anstrengend. Und Hut ab, dass du das so gut begleiten kannst.

Ich schreibe mal noch, was mir manchmal hilft (wenn ich es schaffe, daran zu denken). Vielleicht ist etwas für dich dabei. Einiges wurde schon gesagt.

Bei wiederkehrenden Situationen hilft mir, wenn ich mir in einem ruhigen Moment Handlungsoptionen und Gedanken fürs nächste Mal überlege. In der stressigen Situation selbst kann ich sie dann besser abrufen. Bei mir waren es so Dinge wie: "Wenn das Einschlafen nicht klappt, gehen wir spazieren. Wenn das Spazieren nicht klappt, dann mache ich Musik an. Wenn ich merke, dass ich wütend werde, atme ich auf 5 ein und auf 10 aus." Bei mir ist die Überforderung, in so einer Situation auch noch Entscheidungen zu treffen, ein zusätzlicher Stresspunkt. So kann ich manchmal zumindest diesen Teil antizipieren und ein wenig vermeiden.

Mir hilft es auch sehr die Beschäftigung mit gewaltfreier Kommunikation. Da ist ein großer Teil die Selbstempathie, und wenn ich das ein bisschen hinkriege, komme ich auch besser von meiner Wut weg und kann wieder mehr beim Kind sein.

Und: Ich habe auch schon manchmal beim Elternnotruf angerufen. Gibt es in eurer Region so etwas auch? Der erst Anruf hat mich Überwindung gekostet, war aber Gold wert. Da hatte ich ein verständnisvolles Gegenüber, und das alleine hat mir geholfen, aus dem Stress rauszukommen. Und sie hatten oft gute Ideen und Strategien.

Zum Einschlafen: Wir sind sehr lange für jedes Tagschläfchen und das abendliche Einschlafen spazieren gegangen. Tagsüber musste ich auch die ganze Zeit draußen und immer in Bewegung sein. (Da hat mir geholfen, hier vom Forum zu wissen, wie viele andere Kinder es gibt, die das brauchen. So konnte ich das viel besser akzeptieren.) Am Abend reichte irgendwann ein langer Spaziergang, und dann konnte ich sie ablegen. (Denk dir viele Abende vorher dazu, an denen sie in der Trage geschlafen hat, bis ich selbst ins Bett gegangen bin.) Es war (und ist) anstrengend, aber nach der ersten Überwindung war der Spaziergang einfacher als das Herumgeturne und -gezwicke im Bett.
acma mit Knöpfchen (08/21)
Valencia
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 819
Registriert: 13.04.2019, 14:49

Re: Strategien in Schlaf-Stresssituationen

Beitrag von Valencia »

Liebe Phoebe,

viel Mitgefühl und Kraft auch von mir! Ich bin nicht alleinerziehend, kenne aber auch schwierige Abende, v.a. als die beiden Großen noch klein waren.
Wenn sich die Abendsituation bei uns aufgeschaukelt hat, hat bei uns meistens ein Tapetenwechsel geholfen: oft bin ich mit Baby oder Kleinkind im Kinderwagen oder in der Trage spazieren gegangen. Mir hat das sehr geholfen, selbst zu entspannen und runterzukommen. Ich kann mich erinnern, manchmal war es 22 Uhr, einmal schon fast Mitternacht (da ist mein Mann dann raus).
Das mache ich heute auch noch, dass ich abends alle nochmal zusammenpacke und wir eine Runde marschieren.

Anosnsten kann ich auch nur empfehlen, sich nach Unterstützung umzusehen. Wir hatten bzw haben immer eine Babysitterin, die kommt teilweise nur für 2 Stunden und auch, wenn ich daheim bin. Ich finde es sehr entlastend, die Möglichkeit zu haben, mich mal in Ruhe ins Schlafzimmer zurückzuziehen und dort zu lesen, Sachen zu erledigen etc., während die Kinder im Kinderzimmer oder Wohnzimmer gut beschäftigt sind. Oder währenddessen in Ruhe einzukaufen und Abendessen vorbereiten zu können..
Valencia mit Tochter (11/18), Sohn (03/21) und Tochter (03/24)
Antworten

Zurück zu „Schlaf, Kindlein, schlaf...“