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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Verfasst: 16.07.2019, 09:25
von Lämpchen
Lieben Dank, dass ihr euch alle Zeit genommen habt, was zu schreiben!

Hmm, unterm Strich hab ich mich jetzt noch nicht immer so gaaanz verstanden gefühlt, was ja aber stark darauf hindeutet, dass ich mir da einfach zu viele Gedanken mache und andere das einfach nicht so eng sehen, das wäre ja gut. :wink:
Am Sonntag war einfach irgendwie so ein bescheuerter Tag, jetzt seh ich das ganze grad schon viel entspannter wieder … aber der nächste bescheuerte Tag kommt bestimmt, von daher :wink:

Ich hänge meine Antworten mal an euren einzelnen Beiträgen auf (ich hab das teils schon gestern und vorgestern geschrieben und woanders gespeichert, damit es nicht unfair ist und einige ihre Rückmeldung erst viel später kriegen). Sorry, wenn die späteren Antworten dann kürzer ausfallen, es wiederholt sich ja inhaltlich.
Zweierlei hat geschrieben: 14.07.2019, 18:02 Du zählst vor allem die negativen Sachen auf die du als Mama machen musst...es gibt aber doch auch viele positive Dinge!
Du bist einfach da - du kannst trösten, in den Arm nehmen, kuscheln, Bücher vorlesen, gemeinsam eine Sendung gucken, stillen ;o)), Ausflüge machen, tolle Dinge zeigen, loben wenn sie was Neues kann etc.
Und das alles neben deinen Pflichten und den Dingen die eben wichtig sind.
Der Papa bekommt davon ja nur meist einen kleinen Teil mit (in eurer Situation und in unserer halt auch).

Wenn ich das mit uns vergleicht - der Papa ist halt nur nach der Arbeit und am Woe "greifbar", und dann macht er halt auch oft den Kram der so anfällt, für den er zuständig ist.
Klar macht er tolle Sachen mit den Kindern, aber eben auch andere Sachen als ich.
Ich bin einfach Ansprechpartner Nr. 1, ich bekomme Sorgen, Ängste und tolle Dinge immer zuerst mit und versuche auch für meine Kinder mehr zu sein als nur "das Mädchen für alles" und die Mama die eh immer da ist. Ich bilde mir auch ein das das so ist und mir ist ein offenes tolerantes Zuhause sehr wichtig - das nehmen sie auf jeden Fall mit!
Ja, das stimmt natürlich, dass es auch die ganzen positiven Dinge gibt. Ich meinte es eher so: Wir beide machen ja viele positive Dinge, der Papa und ich, aber in meine Zeit fallen mehr nervige Dinge fürs Kind, und ich hab halt (übertriebene?) Angst, dass sie mich dann nicht nur positiv assoziiert und den Papa halt schon (gerade weil ich mich an meine Kindheit da auch so ähnlich erinnere, das ist ja nicht von der Hand zu weisen ...). Klar sind das alles normale, notwendige Sachen und die kommen in jeder Familie vor - aber das heißt ja nicht, dass es sich nicht so auswirken könnte, wie ich befürchte (und in den anderen Familien auch). Solange ein Kind so klein ist und das alles ja nicht reflektiert, hab ich eben die Vermutung, dass das Positive einfach der Normalzustand für es ist (was ja gut wäre) und die negativeren Dinge dann darin unangenehm auffallen, es versteht ja nicht, was die sollen. Ich bin aber weder Pädagogin noch Psychologin, also vielleicht lieg ich da auch einfach falsch. Und klar, natürlich quäle ich mein Kind ja nicht oder mache das Unangenehme irgendwie leichtfertig, das wird sie hoffentlich spüren ... Aber gerade so was wie das Impfen ... einem Baby oder Einjährigen KANN man ja nicht begreiflich machen, was das jetzt soll und dass es für das restliche Leben einen sehr wichtigen Sinn hat, auch wenn man danach tröstet. Eigentlich muss sich das Kind da doch ganz schön verarscht vorkommen (Mama schleppt mich zu so fiesen Leuten, die mir wehtun, und dann tut sie so scheinheilig, als täte es ihr leid ...) Aber da ich nicht zum Impfgegner werden will, kann ich mir das Gegrübel wohl einfach schenken.
AnnaH85 hat geschrieben: 14.07.2019, 18:08 Was mir beim lesen auffällt: du schreist stopp zur steckdose wenn eigentlich Papa zuständig ist. Das ist so ein typisches "nicht abgeben können" verhalten was viele Mütter haben weil sie halt daheim sind und das den ganzen tag machen. Papa will sicher auch nicht dass sie zur steckdose greift und hätte es auch bemerkt. Vielleicht später. Du musst auch ihm Raum geben sich da einzuleben. Lass ihn einfach mal machen. Das ist auch ein (lern)prozess den wir alle durchmachen. Bei uns war es wie bei dir bis Papa 2 Monate in elternzeit ging und ich arbeiten, da hat sich vieles dann umgedreht und er hatte mehr die zügel in der hand.

Was die schokocreme und Eis angeht, das würde ich mit ihm mal richtig besprechen. Das ist "liebe erkaufen" und verfehlt mmn das Ziel. Also es spricht ja nix gegen eis und so aber wenn er es schon so begründet... Väter konnen ganz toll eine Bindung herstellen ohne auf Schokolade zurückgreifen zu müssen. Da gibt es viele Wege. Er hat sich nur offenbar den einfachsten gesucht ;)

Ich würde mir ansonsten nicht so sehr den Kopf zerbrechen. Sobald die elternzeit rum ist pendelt sich da ja auch vieles wieder anders ein und wenn du vielleicht ein bisschen mehr einforderst dass Papa sich einbringt (mental load) und ihn dann auch lässt (denn er wird vieles anders machen als du und das muss man auch erst mal akzeptieren lernen) dann wird das alles gut. :)
Hm, das mit dem "verbotenen Gegenstand" war ein bisschen anders, als es hier jetzt rüberkam. Da ging es nicht um was Allgemeines wie offene Steckdosen, wo natürlich auch der Papa aufpassen und sie nicht hinlassen würde, sondern um einen empfindlichen Gegenstand, der mir gehört und der normalerweise natürlich gar nicht in Reichweite gelangt. Es war so, dass ich gerade was alleine gemacht habe, als der Papa die Kleine ohne Vorwarnung zu mir setzte und dann wegschaute (irgendwas in dem Zimmer suchte), woraufhin sie sich das Ding schnappte und tatsächlich auch was daran kaputtging. Da hätte ich in der Situation das Kind schon gar nicht "freigelassen" (wenn er grad mit seinen Kameras z. B. rumgemacht hätte). So musste ich dann streng sein und ihr das Ding entreißen (und habe halt erschrocken „Nein“ geschrien), ich war nicht drauf gefasst gewesen, die Sachen in Sicherheit bringen zu müssen, weil er sie ja eigentlich hatte. Jetzt wo ich das so ausführe, kommt es mir irgendwie albern vor, aber es war irgendwie was Typisches und sollte ja auch nur EIN Beispiel sein dafür, dass der Papa halt manches cool und locker sieht und dadurch dann ich als die Strenge rüberkomme.

Das mit den Süßigkeiten haben wir natürlich längst besprochen. Er weiß, dass ich es nicht gut finde, wenn sie schon Zuckerzeug bekommt (sie isst sowieso erst seit 3 Monaten so richtig), und sie nur in Ausnahmen ein bisschen kosten lasse. Aber irgendwie überkommt es ihn dann doch immer mal und er kann offenbar nicht anders als ihr doch was zuzustecken, weil sie ja so sehnsüchtig schaut. Und wie ihr schon schreibt, da sollte man vor dem Kind ja einigermaßen an einem Strang ziehen, deswegen muss ich ihn dann in der Situation möglichst machen lassen, aber bei mir gibts das halt so nicht, und wenn es zu viel wird, sage ich eben doch auch bei ihm was. Ich denke übrigens sehr wohl, dass mein Mann auch ohne Süßspeisen eine gute Bindung zu seiner Tochter hat und das nicht bräuchte (das denkt nur er wohl). Aber das mit dem "Liebe erkaufen" kann ich ja noch mal unter dem Schlagwort mit ihm besprechen, vielleicht wird es dann noch etwas deutlicher für ihn, danke.

Ach so ja, wir haben die Haushaltsarbeit gleich und gleich aufgeteilt, und einfordern, dass er sich dran hält, tue ich durchaus. Wirkt halt nur nicht immer :wink: Ganz ehrlich bin ich auch nicht sicher, ob er in den Phasen, wo er es schleifen lässt, das wirklich aus Faulheit oder Vergesslichkeit macht, oder ob er aus anderen Gründen antriebslos ist. Aber er würde ja wegen so was nie zum Arzt gehen ...
Dass er einiges beim Kind auch anders macht als ich, ist schon klar und völlig in Ordnung, solange es halt nicht gefährlich oder ungesund wird. Ich gehöre mMn nicht zu denen, die da alles an sich reißen. Ich hab halt nur mit einigem zwangsläufig mehr Routine durch die längere Elternzeit ...

Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Verfasst: 16.07.2019, 09:37
von Vivilotta
Ich verstehe, was du meinst. Die Aufteilung, die du beschreibst, ist wohl in den allermeisten Familien so. Zumindest in allen, die ich kenne :D

Ich kann da nur für mich sprechen, aber zumindest Fini liebt mich gerade wegen der Versorger Rolle. Bei mir fühlt sie sich beschützter und versorgter, auch wenn ich es war, die ihr die Zähne trotz Weinen putzen musste oder ihr all die gefährlichen Dinge in der Wohnung nicht erlauben konnte. Mit Papa spielt sie eigentlich nur, für den Rest kommt sie zu mir. Da ich aber tendenziell eher ungerne mehrere Stunden am Tag spiele, sondern lieber "versorge und kümmere", passt mir die Aufteilung ganz gut.

Ich glaube, du musst dir da gar keine Gedanken machen. Eine Beziehung besteht nicht nur aus immer positiven Dingen, sondern ist immer ein Gleichgewicht. Und Kinder wissen das instinktiv. Mein Mann ist auch immer super cool und lässig, und manchmal hab ich das Gefühl, Fini nimmt ihn deswegen eher als "großen Bruder" wahr, mal ganz überspitzt formuliert. Selbst wenn er ihr was erlaubt, fragt sie nochmal bei mir nach etc.

Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Verfasst: 16.07.2019, 09:41
von Lämpchen
IdieNubren hat geschrieben: 14.07.2019, 18:30 Ich hatte auch den Gedanken dass du deine Liste zu negativ siehst.

- Krippe zB: du ermöglichst deinem Kind dass es mit anderen Kindern spielt und neue Kontakte knüpft, über auch hinauswächst und dabei lernt es dass Mama immer wieder kommt und mich abholt, auserdem zeigst du dem Kind dass es dort gut aufgehoben ist
- Arzt: ja das ist schwierig und gerade wenn Kinder richtig krank werden (also nicht nur impfen) dann wird es noch schwieriger, aber du siehst dich um die Gesundheit und tust was richtig und wichtig ist und tröstest danach
- nicht den ganzen Tag Aufmerksamkeit: das ist ja mein Lieblingsthema, weil ich so ne Mama bin die den Kindern viiiiel Freiraum gibt und ihnen ermöglicht daheim sich völlig frei zu entfalten - sprich ich tu was ich will und die Kinder auch 😉

Bei der Gefahr sehe ich es auch so, dass du da Verantwortung abgeben musst, beim Essen bzgl Süßigkeiten müsst ihr ne gemeinsamen Weg finden. Dass er damit stillen ausgleichen will finde ich ziemlich krass ehrlich gesagt 😳

Ansonsten versuche vielleicht mal einen „Mama Tag“ einzulegen, also einen Tag wo ihr halt zu zweit cooles Zeug macht. ☺️😉
Ja, wahrscheinlich seh ich es zu negativ, da ist es gut, wenn hier andere Sichtweisen reinkommen.
Krippe hat ja noch nicht angefangen, vielleicht wird das auch halb so wild, weil sich die Kleine leichter eingewöhnen lässt, als ich denke. Ich gehe auch davon aus, dass das dort gut gemacht werden wird. Dennoch sprach die Erzieherin in einem Nebensatz schon davon, dass es generell so sein sollte, dass nur ein Elternteil die Eingewöhnung macht, damit das Kind sich nicht gleich von beiden auf einmal verlassen fühlt :cry: Aber vielleicht war das auch irgendwie blöd ausgedrückt ...

Zur Aufmerksamkeit: Hm, das schreibe ich ja gerade, dass ich ständige Aufmerksamkeit sowieso nicht gewährleisten kann. Allerdings gibt es hier nur ein einziges Kind, das ja auch noch sehr klein ist und dann halt allein rumsitzt und teils auch ziemlich jammert, wenn ich was erledige. (Neulich in dem anderen Thread hieß es ja auch, Kind besser immer gleich mitnehmen, wenn es jammert, weil es nicht hinterherkommt, wenn man kurz was anderes macht ... das sehe z. B. ich nicht sooo eng.)
Ich glaube nicht, dass irgendjemand allein zu Hause mit Kleinkind wirklich überwiegend tut was er will und ein Einjähriges auch nicht :wink: egal wie sehr man für Freiraum ist (das bin ich auch, bin keine Mama, die sich den ganzen Tag aufs Kind fixiert und es betüdelt ...) Wenn ich einfach mal versuche, "mein Ding" zu machen, kommt sie sowieso gleich an und will da mitmischen oder bringt ein Buch an o. ä., da kann ich sie ja schlecht ignorieren.
Ich meinte mit dem Absatz, dass sie halt bei mir öfters mal jammern muss, weil ich tasgüber immer mal eine Zeit lang nicht kann, und beim Papa ist das selten so, weil der nix Größeres nebenher macht. Da mach ich mir halt Gedanken, ob sie seine Gesellschaft da nicht toller findet. Aber wie schon gesagt, wahrscheinlich seh ich es ja zu negativ.

Das mit dem Stillen kam vielleicht etwas falsch an, er sagt sicher nicht, dass er es damit "ausgleichen" will. Es ist eher so, dass er sich seinerseits wohl etwas "minderwertig" fühlt, weil er so was Essenzielles wie Stillen halt seit bald 15 Monaten nicht machen kann, und möchte dann halt jetzt auch "wenigstens ab und zu" dem Kind mal was Gutes tun, wenn sie schon danebensitzt und bettelt (dass das so trotzdem Quatsch ist, das wurde ja oben schon "behandelt"). Was genau fandest du jetzt das ganz Krasse daran?

Mama-Tag ist ne gute Idee, und das wird sich ja gerade, wenn sie dann mal etwas älter ist, sicher auch öfters mal so ergeben.

Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Verfasst: 16.07.2019, 12:07
von Skoxi
Ich lass dir mal was aus meiner Kindheit/Familie da. 4 Kinder, Mutter zuhause, Vater in der Arbeit und hauptsächlich Spielepapa.

Unsere Mutter war dauernd diejenige die bei uns 4en Struktur geschaffen, sich um aufräumen, Hausaufgaben und andere nervige Sachen gekümmert hat.

Der Vater war arbeiten und hat, vorallem im Urlaub ganz viele coole Sachen mit uns gemacht.

Das Verhältnis von uns allen ist zu unserer Mutter deutlich besser als zum Vater, einfach weil sie uns geprägt, geleitet und für uns jederzeit da war.
Mein Vater hat mal etwas gekränkt gemeint, dass die Mutter ja so oft gebrüllt und geschimpft hat früher, und wir dennoch ein besseres Verhältnis haben zu ihr als zu ihm.
(Hintergrund war dass er uns einmalig sehr unfair angebrüllt hat als wir schon fast erwachsen waren während des Rosenkrieges ihrer Trennung)

Ich bin mir sicher der Unterschied lag darin, dass meine Mutter nur "nachvollziehbar" gebrüllt und geschimpft hat. Dh es war für uns jederzeit verständlich warum sie jetzt laut geworden ist oder es unangenehme Konsequenzen gab. Abgesehen davon gab's langes stillen, Familienbett und Tragen, und den Versuch die Bedürfnisse aller unter einen Hut zu bekommen.

Und letzteres war es was wir die ganze Kindheit über gespürt haben, das war uns so viel wichtiger als das reine Spiel.

Und bei uns in meiner Familie jetzt, die Beziehung meines Mannes zum dreijährigen hat sich nochmal mehr vertieft als er (durch unser Baby nun) mehr Care-Arbeit übernimmt.

Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Verfasst: 16.07.2019, 12:21
von Mama89
Ich wäre so gerne die strenge Mama und würde den Papa den coolen Part übernehmen lassen. Es ist soo anstrengend wenn beide Kinder so auf die Mama fixiert sind. Hier versuche ich immer den Papa zu überreden das er sich doch Mal beliebter macht und wenn möglich nicht durch Süßkram... Also ich würde locker bleiben und gucken wie später die Rollen sind. Es hat auch Vorteile wenn man Mal eben den Raum verlassen kann ohne dass wenigstens ein Kind anfängt zu heulen...

Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Verfasst: 16.07.2019, 12:21
von Mama89
Ich wäre so gerne die strenge Mama und würde den Papa den coolen Part übernehmen lassen. Es ist soo anstrengend wenn beide Kinder so auf die Mama fixiert sind. Hier versuche ich immer den Papa zu überreden das er sich doch Mal beliebter macht und wenn möglich nicht durch Süßkram... Also ich würde locker bleiben und gucken wie später die Rollen sind. Es hat auch Vorteile wenn man Mal eben den Raum verlassen kann ohne dass wenigstens ein Kind anfängt zu heulen...

Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Verfasst: 16.07.2019, 13:14
von Nusserl
Meine Kinder sind ja nun schon etwas älter (5, 7 und 11).
Die verstehen genau, wann der Papa zuständig ist und dass bei ihm andere Regeln gelten.
Wir haben uns die Care Arbeit aufgeteilt.
GG ist an 3 Morgen die Woche zuständig und ich gehe schon früher arbeiten. Und wenn ich Weiterbildung habe, ist er den ganzen Samstag bis ca 17 Uhr alleine mit allen drei. Er hat gelernt, was wettergerechte Kleidung ist. Wie wichtig unseren Kindern Selbstbestimmung bei der Kleiderwahl ist und dass den Schulkindern einiges erst 5 Minuten vor dem Los gehen einfällt. Er hat gelernt, damit umzugehen. Und die Kindern denken auch mehr mit. Denn wenn die Mama immer am Vorabend die Schwimmsachen raus stellt, dann muss man das ja nicht. Wenn ich das aber nicht mache, muss entweder das Kind dran denken oder GG den entsprechenden Infozettel anschauen. Mittlerweile klappt das zu 90%.

GG ist auch abends fürs zu Bett bringen zuständig. Das hat er selber eingefordert. Er war einige Zeit arbeitslos, dann teilzeit und hat gemerkt, dass er mit Vollzeitarbeit viel zu wenig Zeit mit den Kindern verbringt. Seither macht er das.

Wenn ich alleine für alles rund um die Kinder zuständig bin, merkt man schnell, wie die Beziehung zum Papa weniger stark wird. Das merkt GG nun und weiss auch, wie er gegensteuern kann. Er macht jetzt nicht coole Ausflüge mit ihnen, sondern nimmt sie zu Alltagszeugs mit. Oder geht am Wochenende mit ihnen auf den Spielplatz (was ich echt ungern mache)

Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Verfasst: 16.07.2019, 13:46
von 08u11
Ich kann Dich grundsätzlich sehr gut verstehen - bei uns ist das leider auch immer und immer wieder Thema und ich habe nach 10 Jahren und 4 Kindern immer noch nicht so ganz den passenden Weg für mich/uns gefunden. Wobei: es gibt Zeiten, da ist das eher kein Problem und dann eben wieder mehr.
Eine große Rolle spielt, ob es mir gut geht - wenn das so ist, dann kann ich auch eher gelassen oder zumindest nachvollziehbar reagieren und bin auch mit mir selbst zufrieden und nicht so eifersüchtig auf den Papa. Wenn Du also tatsächlich mit Eurer derzeiten beruflichen und familären Arbeitsaufteilung unzufrieden bist, dann würde ich Dir tatsächlich dazu raten, dass zeitnah anzugehen - denn das wird grundsätzlich eher nicht besser, zumindest nicht, wenn mehr Kinder geplant sind.

Wobei es bei uns so ist, dass ich unsere Situation jetzt nicht wirklich toll finde (mein Mann arbeitet 100% oder mehr, ich 50%, aber auch nur dann, wenn ich nicht gerade im Beschäftigungsverbot, Elternzeit, ... bin und schlimmer noch: er verdient etwa 4x soviel wie ich :( , bei grundsätzlich ähnlicher Qualifikation), aber sie ist selbst gewählt - nicht deshalb, weil alle das so machen, sondern weil es für meinen Mann und mich so mindestens das kleinere Übel ist. Sich das klarzumachen, hilft oft schon: dass ich mich frage: Muss ich das wirklich oder möchte ich das??? Tatsächlich muss man nämlich nur sehr wenig (essen, schlafen, sterben :D :shock: :D ) und alles andere ist oft die Kehrseite von etwas, das ich möchte.

Es gibt Situationen, da ist mir das auch klar. Für mich ist zum Beispiel Kita- Eingewöhnung oder auch Impfen kein Problem, weil mir da immer völlig klar war, dass ich das nicht mitmachen muss, sondern ich möchte das und kann daher hier auch die eher schwierigen Konsequenzen ohne Probleme tragen. Andere Themen sind da viel schwieriger, zum Beispiel die Sache mit dem ungesunden Essen: mein Mann und ich möchten beide, dass die Kinder grundsätzlich gesunde ernährt werden. Ausnahmen mit Süßigkeiten und Fertigproduktion sind aber okay. Tja, führt bei uns leider oft dazu, dass mein Mann die Ausnahmen voll zu seinen Gunsten ausnutzt und mir dann nur nur das gesunde Soll übrigbleibt :( Da habe ich zum Beispiel auch keine wirkliche Lösung, denn mein Mann macht das ja nicht aus Bösartigkeit, sondern weil ihn schlichtweg Kochen unheimlich stresst. Blos: ich selbst bin auch keine übermäßige Köchin und mache es halt trotzdem :(

Was mir immer mehr klar wird, ist, dass ich gut auf mich selbst achten muss und auf das, was ich tatsächlich möchte und das was übrig bleibt, tatsächlich auch von meinem Mann einfordern muss. Manchmal finden sich dabei dann doch auch überraschend einfache Lösungen. Manchmal leider auch nicht (siehe Kochen :shock: ). Bei manchen Sachen merke ich auch, dass ich die konkret doch eigentlich gar nicht möchte oder auch doch gar nicht so gut kann - mein Mann kann zum Beispiel mitunter viel besser das Großkind beruhigen/motivieren als ich und inzwischen gebe ich da auch gerne mal ab. Auch Fussballspielen ist dann halt doch nicht so meins und ganz ehrlich - ich wünschte die Minimaus würde ihre Rollenspiele auch mal mit Papa veranstalten :D , vielleicht mag ich doch lieber die Küche putzen als der 'große Bruder der großen Schwester' sein :D

Ob's die Kinder wirklich so sehr stört, keine Ahnung. Grundsätzlich denke ich schon, dass sie das spätestens mit dem Erwachsenwerden merken. Wie einige schon geschrieben haben: bei mir ist auch jetzt noch das Verhältnis zu meiner Mutter viel enger als das zu meinem Vater. Noch viel krasser bei meinen Großeltern: ich hatte als Kind Alltagsgroßeltern (die von meiner Mama) und Feriengroßeltern (von meinem Papa). Lange Zeit waren die Feriengroßeltern viel toller - tja, irgendwann habe ich dann doch bemerkt, dass diese Großeltern sich eigentlich kaum für uns interessieren und die anderen zwar durchaus auch ihre Macken haben, aber doch einiges in uns investieren (an Zeit, an Stolz, aber auch an Geld). Inzwischen ist der Kontakt zur Mutter meines Vaters nahezu eingeschlafen (meine Kinder kennen sie gar nicht wirklich), die anderen Großeltern spielen aber durchaus noch eine Rolle, die gehören halt irgendwie immer noch zum Alltag, spätestens, wenn wir bei meinen Eltern sind und das, obwohl mein Opa seit 2 Jahren tot ist, aber da wird auch bei jedem Besuch das Grab besucht und gegossen. Da trägt der Alltag halt dann doch viel mehr als die Ferienabenteuer.

Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Verfasst: 16.07.2019, 15:21
von Lämpchen
fanta hat geschrieben: 14.07.2019, 19:18 Ich sehe es auch so, dass man deine Liste auch in positiv schreiben könnte:
Lämpchen hat geschrieben: 14.07.2019, 17:29
Ich hab nämlich Angst, dass ich für die Kleine, obwohl ich ja unterm Strich mehr für sie tue bzw. vor allem mir mehr Gedanken mache (auch wenn sie das jetzt noch gar nicht verstehen kann), dann trotzdem eher "die Böse" bin, die oft negativ besetzte Dinge tut (u. a. so nerviges Zeug wie wickeln, umziehen, Zähneputzen, Medikamente geben und so), während der Papa lustig und locker rüberkommt und für mehr Spaß zuständig ist als ich.
Also hier zb:
Unterm Strich TUST du doch viel für sie. Du bist den ganzen Tag mit ihr zusammen! Versuch das doch zu sehen.
Sind wickeln, umziehen, Zähne putzen wirklich negativ besetzt? Für dich oder für das Kind? Kannst du das vielleicht positiv besetzen? Dabei zu singen hat bei uns immer die Laune gehoben, und tut es auch heute noch :)
Also für mich ist Wickeln & Co. natürlich nicht negativ besetzt, ich meinte, dass die Kleine halt nix Tolles damit verbindet. Das kennen wohl alle Eltern, dass ein Kind nicht gewickelt werden will. Singen oder Spielzeug mitnehmen hilft dann, aber zuerst ist es halt "Aufhören mit Spielen, wir machen jetzt was Doofes" (und da nervt es mich ehrlich gesagt auch, wenn der Papa das Wickeln dann extra rauszögert, um das Kind nur nicht zu ärgern, denn irgendwann muss es ja sein und toll findet sie es sowieso nie).

- Ich werde die Eingewöhnung in die Krippe übernehmen und "verlasse sie" (immer öfter und irgendwann ganz für bis nach dem Mittagschlaf :( ).
Hier wurde ja schon etwas geschrieben. Die Eingewöhnung läuft ja im besten Fall so, dass es kein "böses" Verlassen ist, sondern eben eine Eingewöhnung in die neue Gruppe.
Sonst wäre Dein Mann ja jeden Tag seit der Geburt gemein, weil er zur Arbeit geht und sein Kind bei Dir lässt anstatt selber bei ihm zu bleiben.
Der Vergleich hinkt für mich ein bisschen, denn Papa und ich sind ja von Geburt an beide Bezugspersonen, wo sie dann jeweils beim anderen noch bleibt, wenn einer weggeht. Bei der Eingewöhnung wird sie allein bei "Fremden" gelassen (die dann klar keine echten Fremden mehr sind, weil ja "Gewöhnung", aber trotzdem ... dann auch noch in einer anderen Umgebung und so viele andere Kinder, die auch Aufmerksamkeit brauchen, das ist schon eine sehr andere Situation für mich).
- Ich schnappe das Kind, wenn ich feststelle, es ist Essenszeit oder es ist müde und "entreiße es dem schönen Spiel".
Wenn es wirklich so läuft, dass du das Kind aus dem Spiel reißt, dann probiere es doch mal mit Ankündigung oder passe die Essenszeiten dem Spiel an, sofern es möglich ist.
Ansonsten sind essen und Schlaf ja nicht wirklich "gemein" :)
Ja, das war wahrscheinlich tatstächlich übertrieben, total rausreißen mache ich natürlich nicht, so viel Gespür hab ich ja, und wenn sie Hunger hat oder müde ist, tue ich ihr ja was Gutes dann. Ach, ich weiß auch nicht, irgendwie fielen mir grad nicht nur passende Beispiele ein dafür, dass die Kleine mich vermutlich mehr mit Pflichtprogramm verbinden dürfte (aber vielleicht ja einfach deswegen, weil es halt doch gar nicht so viele Beispiele gibt, wie ich denke.)
- Ich wechsle eine unüberriechbare Windel, während der Papa meint, "och, jetzt doch noch nicht, sie spielt grad so schön" (aber sie will ja sowieso NIE gewickelt werden, irgendwann muss es ja eh sein).
Hm, wenn es "nur" um den Geruch geht könntest du vielleicht tatsächlich später wickeln. Oft werden Kinder aber ja wund oder die Windel hält nicht und es wird eine Schweinerei, weswegen es schlau ist direkt zu wickeln. Sollte es "nur" die Schweinerei sein lass doch den Papa die Erfahrung machen, inkl Wäsche waschen durch ihn...
Also mir geht es schlicht darum, dass mein Kind nicht länger als unbedingt nötig in seiner Kacke sitzt, da ist ein Windelwechsel nun mal einfach ein notwendiges Übel, finde ich, egal wie schön das Spiel gerade ist (aber siehe ja bereits oben).
Später wird das wohl so weitergehen, indem ich z. B. das Kind zu den Hausaufgaben drängen muss, weil der Papa ja gar nicht dabei ist nachmittags, und wahrscheinlich noch ganz viele Dinge, die ich jetzt noch gar nicht auf dem Schirm habe, weil sie ja jetzt noch so klein ist.
Es gibt auch Kinder, die man gar nicht zu Hausaufgaben drängen muss ;)
Das stimmt sicher, ich war z. B. selbst so eins (zumindest bis zur Pubertät :wink: ), ich schrieb ja, dass ich bislang noch nicht auf dem Schirm haben kann, was das dann mit größeren Kindern alles konkret sein wird.
Ich erinnere mich, dass ich als Kind meine Mutter ziemlich streng fand und dass ich immer viel "sollte" bei ihr. Jetzt, da ich selbst Mutter bin, merke ich, wie unrecht ich ihr wahrscheinlich getan habe, aber das zeigt halt, dass Kinder so was WIRKLICH nicht verstehen können und dass für Kinder eigentlich anderes wichtig ist (zwar auch nur, solange die Rahmenbedingungen stimmen, also solange man nicht krank ist, kaputte Zähne hat, in der Schule sitzenbleibt o. ä., aber so was wird ja als Kind je nach Alter selbstverständlich genommen). Ich kann mich kaum an Spiele mit meiner Mutter erinnnern, mit meinem Vater am Wochenende aber ausgiebig. Auch bei uns ist es so, wenn wir beide zu Hause sind, dann kümmere ich mich mehr um den Haushalt und er sich mehr ums Kind - ergibt sich einfach so, weil ich halt an mehr denke.

:(
Ich will für mein Kind nicht die strenge Pflichtmama sein. Zumal ich mir ja WIRKLICH mehr Gedanken mache als der Papa. Kennt ihr die Befürchtung? Oder gar Lösungen, und sei es nur ein innerliches Umdenken?
Danke fürs Lesen meines langen Textes!!
Du liest dich wirklich sehr gefrustet und das tut mir sehr leid.
Ich habe wirklich das Gefühl, dass eigenes Umdenken helfen kann. Und Wertschätzung dessen, was Du tust.

Du sagst, dass deine Mama in deiner Erinnerung nicht viel gespielt hat.
War sie vielleicht nicht der Typ dafür?
Oder erinnerst du dich deshalb so viel an die Spielzeit mit deinem Vater, weil es eben die einzigen Dinge waren, die ihr gemeinsam gemacht habt?
Meine Mutter war Pädagogin, eigentlich dürfte sie schon der Typ fürs Spielen gewesen sein, es gab aber vermutlich außer "viel zu tun" noch weitere Gründe (die ich jetzt nicht ausführe), warum sie nicht so viel gespielt hat wie mein Vater. Leider kann ich sie auch nicht mehr fragen, wie sie das sieht - also ob sie sich damals selbst zu streng fand und ähnliche Gedanken hatte wie ich jetzt, oder ob sie absichtlich streng war und es gut fand, oder ob es ihr überhaupt nicht bewusst war usw., denn sie ist sehr früh verstorben.
Und ja, das mit der Selbst-Wertschätzung, da hast du sicher recht, das ist ja manchmal einfach nicht so leicht, das zu sehen, wenn man den ganzen Tag allein vor sich hin wurschtelt und dazu dann logischerweise kein Feedback kriegt wie im Job, auch wenn man eigentlich wissen müsste, dass man seine Sache gut macht. Aber das ist ja auch absolut nix Neues und das haben alle, die (allein) in Elternzeit sind. Da ist es bei mir teilweise auch mit dem Selbstwertgefühl von Haus aus nicht so zum Besten bestellt, und das ist auch mit ein Grund, warum ich es für mein Kind jetzt gern "alles viel besser" machen würde (was wiederum mehr Druck macht ...)

Aber gut, wie schon gesagt: ich sehe nach euren Kommentaren auf jeden Fall, dass ich mir bestimmt zu viele Gedanken mache (ist halt eine Eigenschaft von mir ...)
Ich fand sehr gut, was bluestar mal bei irgendeinem Thema geschrieben hatte - dass man sich als "überalterte Akademikermutter" gern zu viele Gedanken macht, aber sich auch wiederum ungern reinreden lässt (so in etwa sinngemäß zitiert). Muss mich für diese Zusammenfassung mal noch bei ihr bedanken :mrgreen:

Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Verfasst: 16.07.2019, 15:34
von Lämpchen
Plueschwuschel hat geschrieben: 14.07.2019, 19:33 Ich finde ja, bevor man "Vater- und Mutterschaft" definiert, muss man sich über die "Elternschaft" klar werden. Für das Kind, für die Familie, sollten sich beide gleichermaßen interessieren und engagieren. Auf den gemeinsamen Grundsätzen baut dann jeder seine eigene Beziehung zum Kind auf.
Die Aufteilung der Arbeits- und Carezeiten ist dabei nur ein kleiner Teil. Heute schon zu sagen, dass Du in 5 Jahren für die Hausaufgaben zuständig sein wirst, zeugt von Gefangenheit in diesen verkrusteten Rollenmustern.
Du berichtest mit gemischten Gefühlen von der einstigen Rollenverteilung Deiner Eltern, willst keine strenge Pflichtmama sein.
Das ist alles nicht in Stein gemeißelt - wenn Du anders leben möchtest, besteht jederzeit die Möglichkeit, eure Strukturen zu hinterfragen und so anzupassen, dass sie allen Familienmitgliedern taugen. Dein Mann ist ja offenbar ganz glücklich damit - Du nicht so.
Selbst wenn man sich irgendwann (vermutlich vor der Zeugung) mal darüber unterhalten hat, wer seine Erwerbsarbeit ohne Abstriche fortsetzt - in dieser Hinsicht können von sich liebenden Partnern keine lebenslangen Verträge geschlossen werden! Wie gesagt - die Frage, wer wie arbeitet, ist nur ein kleiner Teil von dem, wo man "gerne" denkt "Ist halt so, da müssen wir jetzt durch".
Das ist ja alles schon gut und richtig, was du hier schreibst.
Wie oben schon gesagt, die Hausaufgaben waren erst mal ein zufälliges Beispiel, ich gehe aber tatsächlich davon aus, dass ich bei uns diejenige sein werde, die in der Grundschulzeit nachmittags noch zu Hause ist, weil es 1. leider so gelaufen ist, dass ich in keiner gut bezahlten Branche arbeite (und mich leider aufgrund meiner individuellen Geschichte auch nicht um Karriere gekümmert habe/kümmern konnte, sonst wäre es wohl zumindest etwas besser vom Gehalt her), und 2. weil ich es auch nicht gut fände, wenn beide Elternteile mit noch jüngeren Kindern schon wieder voll oder fast voll arbeiten. Ich möchte gern noch etwas vom Kind mitbekommen außer Abendessen und Schlafengehen und da eben auch noch etwas Positives "bieten können" als Elternteil (womit wir wieder beim Ausgangsthema wären). Der Papa wird übrigens später, wenn wir mal mehr Platz haben, ca. die halbe Arbeitszeit im Home Office sein und dadurch auch noch mehr von seiner Familie mitkriegen als jemand, der wirklich 50 Stunden außer Haus ist.
Ich sehe mich also durchaus nicht "gefangen" in irgendwelchen Rollenmustern, sondern denke sehr viel drüber nach, aber das Leben ist auch kein Wunschkonzert. Mit anderer Arbeitsaufteilung könnten wir es uns momentan (teure Gegend) nicht leisten. Und es ist ja bekanntermaßen so, dass man es sowieso nie recht machen kann: Ist man zu Hause, ist es falsch, arbeitet man, ist es auch falsch. Wenn beide Elternteile „normale“ Angestellte sind, ist die Chance, solange das Kind noch in keiner Betreuung ist und man es auch noch nicht mit spätestens 9 Monaten in die Krippe geben mag oder die Großeltern nebenan wohnen hat, eben 50:50, dass man das „traditionelle“ Modell wählt, denn mehr als zwei Elternteile gibt’s im Regelfall nicht.
Klar, sowas zu sagen, ist eine echte Einladung für "Ja, aber..." (der Verdienst, der Chef, die Hypothek, das Auto, die Vorsicht, Männer sind halt anders, Mütter können das besser). Nur... wenn wir raus aus diesen gelebten automatischen Zuschreibungen wollen, dürfen wir nicht weiter das tradieren, worüber wahrscheinlich alle (Frauen) zu allen Zeiten schon lamentiert haben.
Eins der ganz großen Themen unserer Zeit ist Gleichberechtigung. Wenn wir damit nicht innerhalb unserer Familien anfangen, höre ich unsere Töchter in 25 Jahren jetzt schon über die gleichen Sorgen klagen.
Das ist mir nix Neues. Und mein Mann ist nicht perfekt, aber ändern kann ich einen erwachsenen Menschen nicht, bevor er das nicht selbst tut. Und perfekt bin ich selbst nicht! Vielleicht würde es mir auch so gehen, dass ich daheim den Kopf weniger beim Haushalt habe, wenn ich noch zusätzlich den ganzen Kram von der Vollzeitarbeit im Kopf hätte plus Bereitschaftsdienste, wir werden sehen, wie es für mich ab Herbst ist, wenn ich wieder arbeite. (Ach ja, übrigens ist bei uns sogar „die Hypothek“ dran schuld, dass wir nicht die Kleine erst mit zwei Jahren in Betreuung geben, so wie ich das eigentlich fürs Kind am besten fände.)
Es klingt irgendwie kitschig, aber in einer wirklich gleichberechtigten Beziehung ist nahezu alles möglich. Besonders eben der WIRKLICHE Beziehungsaufbau. Mama spielt auch mal gerne wild und möchte alle Fünfe gerade sein lassen, schafft es aber vor lauter Notwendigkeit der Pflichterfüllung nicht, sieht darüber die Beziehung zum Kind potentiell belastet? Systemfehler!
Was wäre dein Vorschlag, um unseren „Systemfehler“ zu reparieren? Kind zurück in die Gebärmutter und noch mal überlegen, ob ich wirklich eins kriegen soll? :wink: Oder mich sofort zu trennen und meine Tochter zum Scheidungskind zu machen?
Ich wollte eigentlich auch gar nicht dieses Fass aufmachen, sondern gerade nur wissen, ob es anderen vielleicht ähnlich geht mit solchen Gedanken als Haupt-Elternzeitnehmer, oder eben hören, was andere, die sich vielleicht sogar fachlich etwas auskennen, dazu meinen, wie das für ein Kind ist, wenn eben ein Elternteil mehr für die "notwendigen Übel" zuständig ist, gerade vor dem Hintergrund, dass ich meine eigenen Eltern so unterschiedlich gesehen hab. Na ja, vermutlich hab ich auch leider einfach den Titel nicht gut gewählt auf die Schnelle.