Bin ich selber Schuld?! Schlafverhalten meiner Tochter

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

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MaareMum
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Re: Bin ich selber Schuld?! Schlafverhalten meiner Tochter

Beitrag von MaareMum »

Ich finde es echt faszinierend, wie dominant dieses Schlaf-Thema bei allen Leuten immer ist. Ich wurde diesmal schon mit Neugeborenem gefragt, ob es schon durch schläft. Hallooooo????

Mach es so, wie es für euch passt. Wenn es für dich nicht passt, wirst du auch Wege finden, es deinem Kind anders beizubringen. Ich habe beim Großen (der war übrigens auch so wie dein Kind) nachts immer mal wieder gemeint, jetzt eine Erziehungsaktion starten zu müssen, dass er im eigenen Bett weiter schläft oder so. Jedesmal mit dem Ergebnis, dass wir beide nachts zwei Stunden wach waren und ich mir dachte: "warum machst du dir eigentlich grad selbst die Nacht zum horror???".
Es kommt irgendwann von ganz alleine. Es kommt, wenn das Kind bereit ist oder wenn es für dich so arg ist, dass du was ändern möchtest. Und wenn man dann die Gewöhnung Schrittchen für Schrittchen macht, muss auch niemand schreien.

Es gibt da ein tolles Buch, um wieder zum Bsuchgefühl bezüglich schlafen zu finden. Heißt "Besucherritze". Bei Amazon gibt es ne Leseprobe. Das lohnt sich echt und macht vor allem Spass zu lesen. Und dann kann man schon viel besser das Blabla der anderen ausblenden.

Im Übrigen glaube ich den meisten Eltern nicht, dass ihre Kinder einfach so durchschlafen. Wie wie oben schon jemand schrieb bezüglich Ferbern - gerade wenn ältere Leute sowas sagen. Aber ja, es gibt sie, ich kenne tatsächlich EINE Familie mit Sofort-Durchschläfern. Die hatten dafür andere und viel schlimmere Baustellen, denen hab ich das Durchschlafen sowas von gegönnt.

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mamavonsoufa
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Re: Bin ich selber Schuld?! Schlafverhalten meiner Tochter

Beitrag von mamavonsoufa »

AprilMama hat geschrieben:Hallo ihr Lieben,

ich bin neu hier und wende mich an euch, da ich mich gerne über das Schlafverhalten meiner Tochter austauschen würde und es in meinem Umkreis nur Mütter zu geben scheint, deren Kinder allein in ihren Zimmern durchschlafen und ich mit einer Mischung aus Mitleid & Unverständnis angeguckt werde, wenn ich berichte wie es bei uns läuft. Inzwischen verunsichert mich das zusehends und ich frage mich, ob ich vielleicht einfach etwas falsch mache.

Meine Tochter ist vom 13. April 2014, also fast 8 Monate jung. Ich stille sie, wobei sie ein riesiger Brei-Fan ist und tagsüber nur noch ganz selten Bedarf hat - und das ist dann auch nicht aus Hunger der Fall, sondern weil irgendwo der Schuh drückt. ;) Ich stille sie noch abends vorm Einschlafen, nachts und morgens und wie gesagt tagsüber, falls sie das möchte.

Sie hat anfangs super geschlafen, schon recht früh nachts lange am Stück und ab dem 2. Monat regelmäßig von 22-5 Uhr. Damals hat sie im BabyBay geschlafen, inzwischen steht ihr Bett neben unserem.
Viel schläft sie darin nicht, da sie im Prinzip seit sie vier Monate alt ist und irgendwie dauerhaft zahnt oder schubt ;) nachts alle zwei Stunden wach wird. In manchen Nächten auch alle 1 - 1,5 Stunden. Zwischendurch hat sie mal drei Tage 8 Stunden am Stück geschafft und dann zwei Wochen 5 Stunden, aber nun schafft sie das nicht mehr.
Nun bekomme ich immer wieder zu hören, dass ich daran selbst Schuld sei, weil
1) meine Tochter nicht in ihrem Bett einschläft, sondern in meinem Arm (dabei bin ich da schon stolz auf sie, da sie eine ganze Zeit lang nur beim Stillen einschlafen konnte - wenn ich versuche sie ins Bett zu legen, weint sie sofort ganz bitterlich und wird schnell hysterisch, das kommt für mich nicht infrage). Laut Aussage anderer Mütter erziehe ich ihr quasi ab, allein einschlafen zu können und daher werde sie auch so oft wach.
2) Sie einen Schnuller zum Einschlafen bekommt. Man müsse Kinder ohne alles ins Bett legen, damit sie lernen, sich selbst zu beruhigen - ist bei der Motte undenkbar!
3) Ich nachts stille wenn sie sich meldet. Sie lerne so, dass sie die Brust braucht um wieder einzuschlafen. Zudem sei dies nicht gut, da sie ja schon Zähne hat (Karies).
4) Sie bei uns im Bett schläft, sobald sie wach wird, wenn wir auch schon im Bett sind.

Eigentlich war ich immer der Meinung, dass man Babys nicht verwöhnen oder verziehen kann, aber so ganz spurlos gehen die Kommentare nicht an mir vorbei. Andererseits gibt es auch Momente in der Nacht, in denen sie kurz wach wird und es reicht, wenn ich ihr kurz über die Wange streiche und sie schläft dann einfach so (sogar ohne Schnuller) wieder ein, also kann sie das doch? Ich war immer der Meinung, dass sie irgendwas hat, wenn sie es nicht schafft weiterzuschlafen und ich dann dafür da bin, ihr dabei zu helfen?! Natürlich wäre ich auch glücklich, wenn sie nicht so oft wach würde, aber kann es denn wirklich passieren, dass ich ihr "aberziehe" durchzuschlafen?

Tagsüber schläft sie momentan auch in meinem Arm, da sie sonst immer nur 30 Minuten schläft und ich gemerkt habe, dass ihr das nicht mehr reicht. Im Arm schläft sie zweimal täglich 1,5 Stunden. Ich nutze die Zeit um zu dösen oder zu lesen. Sollte ich das lieber lassen und sie in ihr Bett legen, auch wenn sie dann kürzer schläft?

Ihr seht, viele Fragezeichen sind in meinem Kopf.
Können Kinder trotz auf dem Arm einschlafen und nächtlichem Stillen durch- bzw. länger schlafen? Wie ist/ war das bei euch? Ist meine Motte wirklich so ein ungewöhnlicher und hoffnungsloser "Fall"?
Hallo AprilMama,

also erstmal, ich finde du machst das ganz richtig, auf andere anstatt auf sein eigenes gefühl zu hören, finde ich gerade bei der kinder"erzieheung" eher falsch.
also 8 stunden, wow, da beneide ich dich wirklich. das hat unser kleiner noch nie geschafft. ich glaube kurz nach der geburt waren es ab und an mal 4,5 stunden, aber mehr auch nicht. und ich bin nach wie vor froh, wenn er mal 4 std am stück schläft. bei ihm ist es auch so, dass er manchmal was trinken will, und sich manchmal aber nur auf mich legen will.

bei der großen war es das gleiche bis sie gute 2 jahre war. dann hab ich ihr gesagt, nachts trinkt man nur wasser , aber keine milch, und von da an hat sie im prinzip durchgeschlafen , von 20 uhr bis 6 uhr. (also 3 nächte hat sie gemeckert, da sie milch wollte und kein wasser, aber danach dann).
als sie 3 wurde hatte sie eine schwierige phase, sie hatte alpträume und wollte nicht mehr ins bett. ging gute 3 wochen so, dann haben wir ein kleines nachtlicht angelassen, und sie ist wieder ohne tränen etc eingeschlafen. dafür will sie jetzt wieder 2 mal nachts eine milch. :roll: die bekommt sie auch, da ja ihr bruder auch 2-3 mal was will, und ich einfach momentan zu müde bin, um mit ihr zu "diskutieren". (das mach ich dann mit beiden, wenn er etwas älter ist ;) )
ich glaube also nicht, dass man das nicht-durchschlafen antrainieren kann, da es ja bei unserer großen dann doch fast ein jahr (bis die alpträume kamen) echt wunderbar funktioniert hat, und eigentlich ohne großes "theater". ich bin mir auch sicher, dass sie auch jetzt ohne milch weiterschlafen würde, aber ich bin wie gesagt zu erschöpft, um das jetzt zu "regeln".

das mit den vorhaltungen, dass man selber schuld ist, kenn ich im übrigen auch nur zu gut. aber wichtig ist, dass es für euch passt, egal was andere sagen.

ich durfte /darf mir das heute noch anhören, und ernte immer wieder verständnislose blicke (und doofe kommentare), wenn ich sag, ich leg mich mit meinen kindern ins bett bis sie eingeschlafen sind (und wenn einer (meist der kleine) um ca. 21 uhr wach wird, kann es sein, dass ich dann halt auch mal um die zeit im bett bleib), oder überhaupt, dass ich im famileinbett mit den kindern schlafe (ohne mann, der schläft im zimmer vom kleinen ;) ) klar bin ich manchmal genervt, wenn ich eigentlich was anderes machen wollte (tatort kucken z.b. :D ), und denk mir oft, mei die andern haben's gut, diejenigen, die ihre kinder ins bett legen, licht aus und gut. aber so moente sind selten,meistens finde ich, dass diese eltern sehr viel verpassen.

ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen.
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Kinsale
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Re: Bin ich selber Schuld?! Schlafverhalten meiner Tochter

Beitrag von Kinsale »

Ich kann meinen Vorschreiberinnen nur zustimmen. Meine große Tochter (5) schläft problemlos alleine ein und durch, mag aber gerne wenn ich dabei bin. (Ich kenne auch viele Erwachsene, die lieber im Arm ihres Partners einschlafen [emoji6]) Wenn ich kann, ermögliche ich das gerne.
Die Kleine macht beides noch nicht, ist aber auf dem besten Weg dahin. Sie wacht nur noch ein- oder zwei Mal auf.
Also ja, Kinder können das später auch, wenn man sie nicht dazu zwingt.

Ich habe das Glück, dass beide gerne schlafen gehen, wenn sie müde sind.
Und ich frage mich, wie man gut und gerne einschlafen soll als Erwachsener, wenn in's Bett gehen immer mit Angst und alleine sein verbunden war als Kind.

Laufen lernen die Kleinen auch nicht schneller, wenn man sie dazu zwingt. [emoji6]
AprilMama
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Re: Bin ich selber Schuld?! Schlafverhalten meiner Tochter

Beitrag von AprilMama »

MaareMum hat geschrieben:
Ich habe beim Großen (der war übrigens auch so wie dein Kind) nachts immer mal wieder gemeint, jetzt eine Erziehungsaktion starten zu müssen, dass er im eigenen Bett weiter schläft oder so. Jedesmal mit dem Ergebnis, dass wir beide nachts zwei Stunden wach waren und ich mir dachte: "warum machst du dir eigentlich grad selbst die Nacht zum horror???".
Oh ja, das kenne ich auch. :? Habe ab und an dann gedacht, dass sie doch einfach mal lernen muss in ihrem Bett einzuschlafen oder ohne Brust/ Schnuller etc. Meist habe ich es dann irgendwann völlig aufgelöst abgebrochen. Die Kleine war dann schlecht drauf und ich kam mir vor wie eine Verliererin. Mir wurde dann klar, dass gar nicht die Situation an sich das Problem ist, sondern der vermeintliche Druck von außen.
Im Übrigen ist die Motte so mit 3-4 Monaten tatsächlich immer mal wieder allein eingeschlafen - in ihrem Bett, im TrippTrapp und sogar auf der Spieldecke. Aufgehört hat das als die ersten Zähne kamen.

Ehrlich gesagt genieße ich es tagsüber sehr, mir eine Auszeit zu nehmen. Das ist Luxus pur. Haushalt kann dann warten. Ich liebe auch den Moment, wenn ihre Äuglein immer schwerer werden und sie immer ruhiger atmet. Genauso genieße ich es teilweise, wenn sie nachts ganz in Ruhe trinkt, alles still ist und ihre kleine Hand mich "streichelt". Die acht Monate sind so schnell vergangen und ehe ich mich versehe, will sie nicht mehr mit mir kuscheln. ;)

Ihr habt mich auf jeden Fall schon beruhigt, wenn man weiß, dass es "da draußen" auch andere gibt, denen es so geht, tut das schon gut. :)
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rhapsody
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Re: Bin ich selber Schuld?! Schlafverhalten meiner Tochter

Beitrag von rhapsody »

Ich kann Dich auch beruhigen: meine beiden Großen schlafen beide die Nacht durch. Alle meine Kinder schliefen von Anfang an im Familienbett und wurden bei Bedarf gestillt, schliefen auch lange in meinem Arm (ein), so wie bei Dir auch. Wie bei Kinsale schläft auch mein großer Sohn mit nun 6 am liebsten ein, wenn ich dabei bin. Nachts kommt er irgendwann zu uns ins Bett, wenn er wach wird, oder auch nicht. Schnell genug werden die Kids groß und wir sehen sie überhaupt nicht mehr. Und was gibt es Schöneres, als einen kleinen warmen Körper angekuschelt zu haben? Was das Durchschlafen betrifft: ich liebe diese 'Kontrollblicke': das Baby wird kurz wach, schaut ob ich noch da bin und macht die Augen wieder zum Schlafen zu. Hätte ich nie gesehen, hätten meine Kinder von Anfang an im eigenen Bett geschlafen.

Ich habe NIE auf die Frage nach dem Durchschlafen detailliert geantwortet, meistens wollen die Leute das doch eh nicht wirklich wissen. Oder nur davon erzählen, wie 'brav' ihre Kinder schon schlafen (wobei ich mich immer frage, was schlafen mit Bravsein zu tun hat). Und wenn man sich mal überlegt, dass Babies und Kleinkinder von Schlafrhythmus und der Gehirnreife her gar nicht durchschlafen können, dann frage ich mich doch, was passiert mit den Kindern deren Eltern das erzählen? Bestenfalls erzählen die Eltern einfach nicht die Wahrheit, schlimmstenfalls hören sie ihre Kinder nachts nicht.....
Ach so: meine Antwort auf die Frage nach dem Durchschlafen war und ist immer ein oberflächliches 'Baby schläft gut'.
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Re: Bin ich selber Schuld?! Schlafverhalten meiner Tochter

Beitrag von MamaBubu »

Hallo AprilMama!
Ich habe hier ein kleines Mädchen, dass etwa anderthalb Jahre nie mehr als vier Stunden am Stück geschlafen hat und das war schon die große Ausnahme. Die meiste Zeit wurde sie alle zwei bis drei Stunden wach und bei Krankheit und Zahnen alle 1-2 Stunden. Es gab Phasen, da hat sie gegen morgen dauernd an meiner Brust genuckelt. Sie konnte immer nur beim Stillen, Tragen oder manchmal im Kinderwagen einschlafen. Das ist auch immer noch so. Sobald sie müde ist schreit und weint sie. Ich kenne es sehr gut, dass man beginnt zu zweifeln. Unsere Ärztin hat mich zum Beispiel total verunsichert, weil sie mir riet Abzustillen, weil das Kind sonst nie lernen würde durchzuschlafen. Und ich habe das auch immer wieder gelesen. Stimmt aber nicht! Wir haben es wiederlegt.. Ich habe zwar viel gelesen und auch in Erwägung gezogen, etwas zu ändern, habe es dann aber doch nie in Angriff genommen. Und dann hat sich ihr Schlafverhalten auf einmal von selbst geändert. Sie hat angefangen immer länger am Stück zu schlafen, erst waren es fünf, dann sechs Stunden... sie hat nach und nach immer neue Rekorde aufgestellt. Heute nacht hat sie von 20.30-7 Uhr morgens durchgeschlafen. Und das, obwohl ich sie in den Schlaf gestillt habe. Ich glaube es hat damit überhaupt nichts zu tun. Sie schläft immer noch nicht zuverlässig durch, aber eben VIEL besser als noch vor einem halben Jahr. Wenn sie zahnt, krank ist oder aufregende Dinge erlebt hat, sind die Nächte immer noch unruhig. Mir graut schon vor den letzten vier Backenzähnen!
Lass dich nicht verunsichern! Es ist wahnsinnig anstrengend, das weiß ich. Ich habe irgendwann angefangen mit ihr Mittagsschlaf zu machen und nehme mir oft vor früh schlafen zu gehen. Die erste Schlafphase war meist die längste, aber da war ich meistens noch wach. Ich finde es manchmal auch total frustrierend so wenig Zeit alleine oder mit Partner zu haben, vor allem in Zeiten, in denen sie am frühen Abend fast alle halbe Stunde wach wurde und mich brauchte. Aber es geht vorbei und wird besser, ganz von alleine. Und es lohnt sich, ein Kleinkind, dass sich liebevoll um seinen Teddy kümmert und ihn stillt, kuschelt und küsst?! Da ist man dann auch selbst Schuld dran!
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mamavonsoufa
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Re: Bin ich selber Schuld?! Schlafverhalten meiner Tochter

Beitrag von mamavonsoufa »

MamaBubu hat geschrieben:Hallo AprilMama!
Ich habe hier ein kleines Mädchen, dass etwa anderthalb Jahre nie mehr als vier Stunden am Stück geschlafen hat und das war schon die große Ausnahme. Die meiste Zeit wurde sie alle zwei bis drei Stunden wach und bei Krankheit und Zahnen alle 1-2 Stunden. Es gab Phasen, da hat sie gegen morgen dauernd an meiner Brust genuckelt. Sie konnte immer nur beim Stillen, Tragen oder manchmal im Kinderwagen einschlafen. Das ist auch immer noch so. Sobald sie müde ist schreit und weint sie. Ich kenne es sehr gut, dass man beginnt zu zweifeln. Unsere Ärztin hat mich zum Beispiel total verunsichert, weil sie mir riet Abzustillen, weil das Kind sonst nie lernen würde durchzuschlafen. Und ich habe das auch immer wieder gelesen. Stimmt aber nicht! Wir haben es wiederlegt.. Ich habe zwar viel gelesen und auch in Erwägung gezogen, etwas zu ändern, habe es dann aber doch nie in Angriff genommen. Und dann hat sich ihr Schlafverhalten auf einmal von selbst geändert. Sie hat angefangen immer länger am Stück zu schlafen, erst waren es fünf, dann sechs Stunden... sie hat nach und nach immer neue Rekorde aufgestellt. Heute nacht hat sie von 20.30-7 Uhr morgens durchgeschlafen. Und das, obwohl ich sie in den Schlaf gestillt habe. Ich glaube es hat damit überhaupt nichts zu tun. Sie schläft immer noch nicht zuverlässig durch, aber eben VIEL besser als noch vor einem halben Jahr. Wenn sie zahnt, krank ist oder aufregende Dinge erlebt hat, sind die Nächte immer noch unruhig. Mir graut schon vor den letzten vier Backenzähnen!
Lass dich nicht verunsichern! Es ist wahnsinnig anstrengend, das weiß ich. Ich habe irgendwann angefangen mit ihr Mittagsschlaf zu machen und nehme mir oft vor früh schlafen zu gehen. Die erste Schlafphase war meist die längste, aber da war ich meistens noch wach. Ich finde es manchmal auch total frustrierend so wenig Zeit alleine oder mit Partner zu haben, vor allem in Zeiten, in denen sie am frühen Abend fast alle halbe Stunde wach wurde und mich brauchte. Aber es geht vorbei und wird besser, ganz von alleine. Und es lohnt sich, ein Kleinkind, dass sich liebevoll um seinen Teddy kümmert und ihn stillt, kuschelt und küsst?! Da ist man dann auch selbst Schuld dran!
Ganz viel Kraft und alles Gute!
hallo MamaBubu
dein text hätte auch von mir sein können.
ich leg mich heute noch ca 8 von 10 mal mit den beiden zum mittagsschlaf hin, da es mir gut tut, und den beiden auch, wenn sie aufwachen und als erstes ihre mama sehen. :D
das mit der zeit für sich und dem partner ... ja, das ist manchmal echt nervig, wenn man die wochenlang nicht hat. aber du hast recht, man ist selbst daran schuld, wenn man ein kleines kind hat, das sich liebevoll um ein stofftier kümmert :) oder den bruder streicheln oder bussi geben, oder mama oder papa, wenn die ein "aua-weh" haben.
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MaareMum
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Re: Bin ich selber Schuld?! Schlafverhalten meiner Tochter

Beitrag von MaareMum »

Übrigens antworte ich auch immer, dass meine Nächte total entspannt sind. Dass mein baby direkt neben mir schläft und quasi in unserer beide schlaf stillen kann, sag ich nicht dazu :-) (sonst muss ich deswegen diskutieren)

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Re: Bin ich selber Schuld?! Schlafverhalten meiner Tochter

Beitrag von gizmo »

Du hast ja bereits einige Antworten auf deine Fragen erhalten. Ich kann mich dem Gesagten anschliessen
Unserer Tochter hat ähnlich geschlafen, wie du erzählst und auch ich habe mich immer wieder gefragt, ob ich etwas falsch gemacht habe. Zum Glück waren diese Phasen der Verunsicherung immer sehr kurz und ich habe wieder zu meiner "haltung" zurückgefunden, dass alles in Ordnung so ist, wie es ist.
Mir hat vor allem geholfen, dass ich die Situation akzeptiert habe und nicht damit gehadert habe. Es ist so wie es ist……
Ich habe mir dann trotzdem das Buch "Schlafen statt Schreien" von Pantley geholt. Ehrlich gesagt, steht nicht wirklich neues, weltbewegendes drin, aber es unterstützt einem darin, dass man schon so vieles richtig macht. Bei mir kam dann hinzu, dass sich unser Mädchen mit 10 Monaten selber abgestillt hat (hatte einfach kein Interesse daran) und von diesem Zeitpunkt an die Nächte etwas ruhiger wurden. Ich hätte aber nie von alleine abgestillt, mit der Aussicht auf ruhige Nächte. Ich bin nämlich nicht überzeugt, das Abstillen und Durchschlafen wirklich zusammenhängt….
Mittlerweile ist unsere Tochter ein Jahr alt und wir haben rundum akzeptable Nächte (19:30-6:00 Uhr). Ab und zu wacht sie auf,lässt sich aber durch Streicheln, dem Schnuller oder einem Schluck aus der Wasserflasche beruhigen.
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Re: Bin ich selber Schuld?! Schlafverhalten meiner Tochter

Beitrag von AprilMama »

Danke!

Bisher habe ich halt immer ehrlich geantwortet, wenn ich zum Schlafen befragt wurde. Ich hatte immer den Gedanken, dass ich ja auf eine Mama treffen könnte, die ähnliches "durchmacht". :roll:

Komischerweise kommen bei mir die Tipps zum Ferbern eher von jüngeren Leuten. Außerdem auch von der Kinderärztin, die haben wir inzwischen gewechselt...

Ihr macht mir auf jeden Fall Mut.

Leider waren die letzten beiden Nächte ganz schlimm. Sie ist zunächst wie immer zügig und ruhig eingeschlafen und ich konnte sie in ihr Bett legen. Dann war sie aber nach 40 Minuten wieder wach und dann ging es los. Egal ob ich sie einschlafgestillt, im Arm gehalten, der Papa sie rumgetragen hat sie konnte nicht wieder einschlafen und hat nur noch geschrien. Ich vermute es sind die Zähne, denn das Zahnfleisch oben bildet ne richtige Blase und sie hat sich dort auch immer mit den Fingern gerieben. Wir haben also Dentinox, Osanit, kalten Waschlappen, gekühlten Beißring, Veilchenwurzel und sogar später n Zäpfchen probiert, aber sie hat vorgestern bis 1:30 geschrien. Gestern habe ich dann nur noch Osanit gegeben, weil ich sie auch nicht so "vollpumpen" will und sie hat sich gegen zwölf beruhigt, wollte aber nicht mehr schlafen. Wir haben sie dann zwischen uns gelegt und gewartet, da sie ja nicht mehr geweint hat. Wir müssen dann eingeschlafen sein und sie offensichtlich auch, denn ich wurde erst um 5h wach und kurz darauf sie. Sie ist dann beim Stillen nochmal eingeschlafen und war wieder um 7h wach. Das ist ihre reguläre Aufstehzeit. Jedenfalls scheint sie scheinbar doch "allein" einschlafen zu können. :shock:

Passt zwar nicht ganz hier her, aber hat jemand noch Ideen, was ich tun kann, wenn sie so zahnt?
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