Nächtliches Stillen, Ausgehen, eigene Grenzen...

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Sakura
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Re: Nächtliches Stillen, Ausgehen, eigene Grenzen...

Beitrag von Sakura »

Naja, darf man nur schreiben, was denkt, was die TS hören will?

Ich sehe es pragmatisch. Vor dem ersten Kind hatte ich auch Pläne a la ich pumpe was ab, und lasse meiner Mutter eine Flasche und das Baby da. Dann kam Kindelein raus, und hat immer geweint. Tagsüber oft, abends immer. Immer. Immer. Und hat uns so gleich von Anfang an auf Linie gebracht. Daher sehe ich vieles nur noch mit einem Schulzerzucken.

Ich konnte vor den Kindern tun und lassen, was ich wollte. Ins Kino geben, mir die Kante geben, nächtelang tanzen... 12 Stunden im Büro, tagelang auf Dienstreise, Leben für die Karriere... Und wenn ich will, kann ich das in wenigen Jajren wieder tun, soviel ich will. Es sind jetzt so wenige Jahre, wo unsere Kinder uns brauchen. BRAUCHEN. Wir brauchen Weggehen und Amüsieren nicht lebensnotwendig, es ist halt schön. Babys BRAUCHEN die Mama. Wenn wir ausgehen, ist das angenehmer Luxus, wenn Babys nachts nach uns weinen, sichern sie instinktiv ihr Überleben. Siehe die Frage von Kloeters(?): wer leider mehr?

Wir haben immer alles mit Kind gemacht, was mit Kind ging. Kino also seit 3,5 Jahren nicht abends. Aber es gibt auch Vorstellungen nachmittags ;-) . Essen gehen zu zweit: sehe ich pragmatisch. Wir sind jetzt eben eine Familie. Ich habe mich weiter entwickelt. Ich bin kein trotziger Teenie mehr, der lieber im Stall bei den Pferden ist, als Hausaufgaben zu machen. Ich bin kein Studentin mehr, die die Nacht durchfeiert und dafür morgens mal eine Vorlesung ausfallen lässt. Und wir sind auch kein jungverliebtes Pärchen mehr, dass sich gegen Mittag mal ausgeschlafen hat, und dann bis 15 Uhr frühstückt. Ich / wir haben die Verantwortung für ein Wesen, das nicht weiß, dass die Mama nebenan ist. Dessen Stoffwechsel es NICHT erlaubt, mal eben den Hunger zu ignorieren und ein paar Stunden zu fasten.

@ nuckeln: naja, die Brust ist das Original, der Schnuller ist nur der Ersatz. Meine Kinder haben beide einen Sauger außer der Brust (Däumchen / Schnuller). Trotzdem habe ich die Große abends im Halbstundentakt gestillt - fluchend. Bei der Kleinen hatte ich dann Smartphone und Klemmleuchte fürs Buch, und habe es mir bequem gemacht.

@ Weg gehen: wie gesagt, wir machen soviel wie möglich mit Kindern. Lesungen, Vernissagen, Galerien, Restaurant, Open Air Kino, Fernreisen.... Jetzt sind die Kinder klein, jetzt genießen wir sie. Ich treffe sooooo viele Grosseltern, die mir mehr oder weniger direkt sagen, dass sie es bereuen, nicht mehr Zeit mit ihren Kindern verbracht zu haben. Die Zeit vergeht wie im Flug, und kommt nicht zurück. Es sind sooooo wenige Jahre. Und ja. Sie lassen das Nuckeln freiwillig, ziehen freiwillig aus dem Familienbett aus. Nur eben nicht mit 9 oder 13 oder 18 Monaten.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Weltenbummlerin
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Re: Nächtliches Stillen, Ausgehen, eigene Grenzen...

Beitrag von Weltenbummlerin »

Ich bin mir nicht sicher, was hier gerade das wichtigste ist :).

A) Ausgehen -> siehe Sakura..
B) Alleine ausgehen -> wäre es möglich (und realistisch befriedigend für deine Bedürfnisse!) nur ein kurzes Zeitfenster weg zu sein? Ich mache es nicht gerne, weil ich ja eh schon Vollzeit arbeite, aber in den letzten Wochen hatte ich leider auch so semiberufliche Abendtermine. Das ging ganz entspannt, seit wir wieder in der Stadt wohnen. Ich bin hingeradelt, war 1,5 - 2 Stunden da und dann hab ich mich echt gefreut, sofort wieder daheim zu sein.
C) Das nächtliche Nuckeln und die eigenen Grenzen.. Hier auch ein Thema. Ich habe zufällig festgestellt, dass es bei uns deutlichst besser ist, wenn:
- ich entspannt bin
- der Miniweltenbummler echt (viel zu) spät mit uns am Familientisch zu abend gegessen hat. Dann schläft er auch erstmal 4 Stunden am Stück..
Letzteres finde ich fast schon wieder gemein, aber eine total übermüdete Mama ist ja auch keine Lösung.

Sonst bin ich heute Probeweise mal aufgestanden, als mir alles weh tat mit ihm anstatt ihn noch weiternuckeln zu lassen. Wir waren aber auch im 10-Minuten-Rhythmus oder gleich dauernuckeln. Bisher ist das Experiment für keine der beiden Seiten irgendwie befriedigend.. naja, das Baby isst zufrieden die Rosinchen, die er gerade auf dem Boden verteilt hat und ich könnte den Kopf auf die Tischkante knallen.. (aber das ist jetzt leicht OT oder der Bereich "Warum ich eine schlechte Mama bin..)

Fazit der Geschichte: Ich denke, wir müssen alle auf unsere Bedürfnisse achten.. wenn es weggehen ist, dann versuche es. Oft kommen Väter wirklich viel besser damit zurecht, als wir Mütter denken.

Alles gute.
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Re: AW: Nächtliches Stillen, Ausgehen, eigene Grenzen...

Beitrag von FrauMahlzahn »

Bei uns kommt Dauernuckeln immer dann vor, wenn Fräulein Mahlzahn nicht schlafen kann. Vielleicht ist aufstehen also gar keine so dumme Lösung?

Ich hasse übrigens Dauernuckeln, auch mit Smartphone. Ich dock dann alle naselang ab um zu gucken ob es nicht auch ohne Brust geht und wie dringend das Bedürfnis ist. GottseiDank kommt es selten vor. Stillen ja, Nuckeln auch, Dauernuckeln nein. Aber Fräulein Mahlzahn macht das eben auch mit, was ich machen würde, wenn das nicht klappen würde [emoji780]
Frau Mahlzahn und Herr Mahlzahn mit dem großen Fräulein Mahlzahn *Juni 2013 und dem kleinen Fräulein Mahlzahn *Dezember 2015
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Carraluma
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Re: Nächtliches Stillen, Ausgehen, eigene Grenzen...

Beitrag von Carraluma »

Um ein Jahr rum, wars bei uns auch grad schwierig. Vielleicht ist in kurzem diese schwierige Zeit bei euch wieder rum und dann wieder alles entspannter? Bei uns wurde es auch ganz von allein mit 1,5 Jahren wesentlich entspannter nachts, mit seltener wach/stillen und wenn nur kurz stillen.
Zum Weggehen, da mach ich es so ähnlich wie Sakura. Ich plane die Aktionen untertags. Da kann ich ein fröhliches Kind bei Oma und Opa oder Papa abgeben und selber machen was ich mag. Abends/nachts hat das bei uns nicht geklappt. Ein paar Mal hatte ich abendliche Termine und jedesmal habe ich ein vollkommen aufgelöstes Kind bei Papa aufgefunden. Aber vielleicht klappts ja bei euch, probier es halt mal aus, nicht zu weit weg zu gehen.
Da ich mein Kind, solange ich kann, nicht länger schreien lassen will/kann, und mein Kind sich nachts auch nicht anders beruhigen lässt, wird bei uns auch nachts nach Bedarf gestillt. Und meist ist es besser, wenn ich mit Geduld rangehe und nicht versuche, irgendwas zu ändern. Wie gesagt, mit 1,5 Jahren wurde es bedeutend besser und momentan hoffe ich auf mehr oder minder Durchschlafen mit 2 Jahren. Zur Zeit sage ich dem Kind, wenn es sich ruhig gestillt hat, es solle jetzt schlafen und oft dreht es sich dann von alleine um und schläft. Manchmal docke ich es ab und daraufhin dreht es sich um und schläft. Nur selten, wenn das Kind noch nicht entspannt genug war, gibts Protest, und ich warte halt nochmal ein paar Minuten. Oder manchmal kann das Kind doch noch nicht ganz einschlafen und dreht sich wieder zurück an die Brust. Also es wird immer besser!
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lisa78
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Re: Nächtliches Stillen, Ausgehen, eigene Grenzen...

Beitrag von lisa78 »

Hallo,


danke für die vielen vielen Antworten und es ist ja immer schon schön zu wissen, dass man nicht"allein" die Nächte durchstillt...
Ja, ich denke es ist ein sehr "persönliches" Thema, wie und wo man seine Grenzen zieht.

Tagsüber bin ich meist mit meinen 4 Kindern alleine, Freunde treffen und in Ruhe quatschen oä fällt da flach. Da gehts dann meist auch mehr um Alltagsbewältigung, von kochen und schlafen legen, bis Hausaufgaben machen und Wäsche waschen und nebenbei studieren.
Ich habe keine Lust meine Kinder auch noch immer Abends dabei zu haben. Ich will mal allein was machen, ohne das einer meckert oder von mir getragen wird oder oder... Abgesehen davon, sind sie alle (besonders die kleinen) Abends früh müde und schlafen um die gleiche Zeit in ihrem (oder meinem) Bett. Das bringt auch so der Alltag mit sich. Wir müssen ja auch Wochentags früh raus und zur Schule etc... Da ist man um alle Routine froh die funktioniert und hat (ich zumindest) kein Bock mit dem Kind, oder allen Kindern auf ne "Party" zu gehen und den Rythmus durcheinander zu bringen.

Sakura, mein leben mit Kindern hat sich natürlich geändert und das ist auch ok so. Ich habe nicht den Anspruch ständig raus zu gehen und bis Mittags zu schlafen.
Aber ich habe schon den Anspruch glücklich zu sein, nicht immer totmüde zu sein und auch mehr als immer 24 Stunden nur MAMA zu sein. Für meinen Mann und mich ist auch Beziehung mehr, als nur ums Kind kümmern.Für mich gehört da Kinderfreie Zeit dazu. Zeit nur für mich, Zeit nur für mich und meinen Mann. Und auch mal wieder ab und zu mit meinen Freundinnen was zu unternehemen, abends allein, um dann, wie es hier ja auch schon geschrieben wurde, mal wieder ein paar Tage davon zu zehren. Das hat nix damit zu tun, seine Verantwortung den Kindern gegenüber zu vernachlässigen. Ich erlebe meinen Sohn 24 STunden am Tag. Nur weil ich da Abends mal weggehen will, werde ich es als Oma nicht bereuen, mir diese Zeit für mich genommen zu haben, um danach wieder mehr Freude für meine Familie zu haben.

Trotzdem fällt es mir schwer, denn für mich ist es ein großes Thema, das ich ständig versuche meinen Kindern alles "recht" zu machen, mich nicht abgrenzen kann und dann damit über meine eigenen Grenzen gehe. Auch körperlich.
Ich denke auch nicht, dass es richtig ist, einem Kind vorzuleben, dass man permanent seine eigenen Grenzen missachtet. Baby hat ja nicht alle halbe Stunde Hunger, sondern mag am Busen nuckeln. Und wenn es mich so nervt, dann müsste ich doch etwas ändern, eben auch für eine gute Beziehung zwischen mir und Baby.

Ich denke ich werde dann wohl erst mal ein paar Nächte NEIN zum stillen im halbestundentakt sagen und dann vielleicht bald mal "riskieren" papa und sohn ein paar Stunden allein zu lassen.
Was genau ist denn die Methode nach Gordon???
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Sakura
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Re: Nächtliches Stillen, Ausgehen, eigene Grenzen...

Beitrag von Sakura »

Stimmt, bei Euch kommt bald die Zeit, in der Du mit deinem Kind ganz anders reden kannst, an die Vernunft appellieren... Meine Große hat übrigens mit ca. 2,5 durchgeschlafen. Wenn man das so sehen will. Sie schläft noch immer neben mir, weint nachts manchmal, oder hat sich aufgedeckt, oder setzt sich auf und erzählt was im Schlaf... Aber heute reicht eine kurze Berührung, ein Streicheln ihrer Wange, meine Hand auf ihrem Bauch, kurz Zudecken, und sie schläft weiter... Die ganze Nacht allein will ich sie auch heute noch nicht lassen. Zum Glück arbeitet ich keine Schichten und muss nicht auf Dienstreise, da geht das.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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almala2013
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Re: Nächtliches Stillen, Ausgehen, eigene Grenzen...

Beitrag von almala2013 »

http://www.stillkinder.de/das-10-naecht ... ilienbett/

Das ist die Methode nach Gordon :)

Klappt gut und heute hat meine Tochter in der Nacht fünf 6 stunden am Stück geschlafen :)
lisa78
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Re: Nächtliches Stillen, Ausgehen, eigene Grenzen...

Beitrag von lisa78 »

Danke für den link!
Hmmm mein kleiner schläft gar nicht mit Busen IM Mund ein, sondern nach dem Stillen, allein neben mir, dh hätten wir ja die erste Phase bereits geschafft.
Das hieße dann ja, ich solle ihn direkt 7 Stunden Brust "verweigern"!?
Ob das wohl auch funktioniert, erst mit 3 Stunden anzufangen und das dann auszubauen?
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Re: Nächtliches Stillen, Ausgehen, eigene Grenzen...

Beitrag von honigtopf2010 »

Naja Sakura, es geht doch darum einer Rat suchenden Mutter zu helfen?
Aus meiner Sicht ist es bspw. falsch zu sagen, dass ein 13 Monate altes 'Baby' Mama zum Überleben BRAUCHT (und dann noch so betonend groß geschrieben). Das ist auch schlicht falsch. Denn sie können in dem Alter sehr wohl einige Stunden ohne Stillen verbringen. Ohne Glucose-Abfall etc. Das sind Infos, die ich mir von einer Stillmod erwarte. Es geht darum die Frau in ihrem Weg zu unterstützen. Nicht im eigenen. Und offensichtlich haben die vier Kinder der TS einen Vater, der ebenso eine wichtige Bezugsperson ist. Bei vier Kindern steckt frau ja auch schon ein Weilchen länger zurück. Bei deinem Post hätte ich persönlich hinterher das Gefühl, ich würde mich nicht um die Bedürfnisse meines Kindes kümmern, weil ich es (böse böse) sogar schon mit 16 Wochen zwecks abendlicher eigener (und der anderer) Belustigung beim Vater zurück gelassen habe.

Liebe Lisa78,
Gordon ist ja schon verlinkt und ansonsten lass die beiden ihren Weg finden. Die anderen werden dem Papa sicher helfen (so ist es hier) falls es anfangs Tränen gibt. Der kriegt das hin!
die Große 03/10 und der Lütte 03/13 - Breast in Peace!
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almala2013
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Re: AW: Nächtliches Stillen, Ausgehen, eigene Grenzen...

Beitrag von almala2013 »

lisa78 hat geschrieben:Danke für den link!
Hmmm mein kleiner schläft gar nicht mit Busen IM Mund ein, sondern nach dem Stillen, allein neben mir, dh hätten wir ja die erste Phase bereits geschafft.
Das hieße dann ja, ich solle ihn direkt 7 Stunden Brust "verweigern"!?
Ob das wohl auch funktioniert, erst mit 3 Stunden anzufangen und das dann auszubauen?
Meine kleine hat auch immer erst abgedockt (wach) und hat dann mit Schnuller weiter geschlafen deswegen haben wir die erste Phase auch übersprungen und es klappt wirklich gut muss ich sagen :) natürlich regt sie sich kurz auf und ist verärgert aber lässt sich durch kuscheln und Schnuller schnell beruhigen und ich bin überzeugt das meine Entscheidung richtig War weil es mir seitdem viel besser geht und meiner Maus es am tag sehr zu gute kommt da ich viel Power zum quatsch machen habe :)
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