Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"?

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Seerose
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Seerose »

Ich glaub ich bin zu müde für den ganzen Thread jetzt...

Aber ich hab Dein erstes Posting vorhin schon gelesen. Hatte nur wegen ESC gucken keine Zeit zum Antworten... :lol:

Wann darf "man" etwas sagen? M. E. immer wenn Du körperlich angegangen wirst, egal ob jetzt jemand haut oder Dich mit Schokolade beschmiert oder, oder, oder...

Natürlich auch wenn es um Deine Wohnung geht, also wenn Du nicht magst daß ein Kind mit Lehm beschmierten Gummistiefel im Wohnzimmer rumläuft...

Rumerziehen an anderen Kindern find ich hmmmm, unpassend, unangebracht. Ob Du Kinder hast oder nicht...


Ich muß ganz ehrlich sagen, ich war mehr entspannt ohne Kind als jetzt mit Kind. Also ohne Kind konnten um mich herum alle Kinder machen was sie wollten, denn ich sagte mir, hach, zum Glück muß ich keine Verantwortung übernehmen... :lol: Ich war außerordentlich entspannt und hab auch hin und wieder die Mütter etwas bedauert, wenn man ihnen schon äußerlich ansah, daß sie total gestresst waren.

Mit Kind ist es jetzt ein bißchen anders. Ich fühle mich mehr verantwortlich. Also wenn es darum geht Gefahren abzuwenden.

Aber ich glaube, ich verfehle gerade das Thema. Es ging ja eher um Lärm und schmatzen und so. Also da muß ich sagen solltest Du es entweder akzeptieren oder Dich dann doch eher von Kinder fernhalten. Es kommt natürlich auch immer auf das Alter der Kinder an. Wenn ne 8jährige neben Dir schmatzend am Tisch sitzt, fänd ich als Mutter es nicht unbedingt schlimm wenn Du ihr ganz nett sagst, daß Du das etwas störend für Dich empfindest. Nur 8jährige schmatzen in der Regel auch nicht. :wink:
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Yvi19 »

Sorry, das hat sich gerade überschnitten.

Mamoto, es ist ja nicht so, dass hier Kinder stundenlang ruhig am Tisch sitzen müssen. Sie könnten zum Beispiel Fussball spielen, Erdhügel hoch und runter klettern, Getier sammeln, Burgen bauen oder sonstiges.


Katirina, deswegen sagte ich ja abhängig von Alter und Dauer. Ich finde ein Kind von etwa 5 Jahren kann doch ein normales Essen von etwa 20min am Tisch durchhalten? Oder irre ich mich da so? Aber auch das ist mir völlig egal. Das können die Eltern ja halten, wie sie mögen. Ich fänd es aber dann halt gut, wenn die Kinder dann woanders spielen könnten. Jetzt im Sommer essen wir ja meistens draußen und die Kinder (die eigentlich alle so zwischen 4 und 10 sind) könnten einfach im Garten toben.

Das Alter spielt natürlich eine Rolle. Kleinkinder stören mich da gar nicht. Das Schmatzen war tatsächlich eine 9 jährige. Die hing gelangweilt am Tisch und schmatzte vor sich hin. Bei einem Kleinkind wäre das gar kein Problem für mich. Es geht mir wirklich ausschließlich um Sachen die vermeidbar sind, wo ich lediglich das Gefühl habe, dass es die Eltern nicht stört. Das meine ich auch überhaupt nicht böse. Wenn ein Kind mal nicht funktioniert stört es mich auch wirklich überhaupt nicht und auch wenn irgendwas mal passiert (matschige Gummistiefel auf Sofa :lol: ) bekomme ich keinen Nervenzusammenbruch.
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Seerose
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Seerose »

Ich finde es schön, daß Du Dir (jetzt noch kinderlos) so viele Gedanken machst!

Und muß mein Geschriebenes oben nochmal berichtigen, hatte mich schlampig ausgedrückt. Ich meinte, jetzt MIT Kind fühle ich mich mehr verantwortlich für andere Kinder als vorher ohne Kind. Man könnte das auch so verstehen, daß es um mein eigenes Kind geht.
Ich meine aber die anderen Kinder. Das kommt vielleicht auch daher, daß man sich mit Kind eher in andere Mütter hineinversetzen kann..
Yvi19 hat geschrieben: Ich finde ein Kind von etwa 5 Jahren kann doch ein normales Essen von etwa 20min am Tisch durchhalten? Oder irre ich mich da so?
Nee, kann man so nicht sagen. Kinder sind sooo verschieden. Ich kenne 7jährige, die würden das nicht durchhalten.
Das Schmatzen war tatsächlich eine 9 jährige. Die hing gelangweilt am Tisch und schmatzte vor sich hin.
Na, Du könntest sie ja das nächste Mal ansprechen daraufhin. Das ist ja nicht rumerziehen oder Befehle geben. Mit 9jährigen kann man sich ja gut unterhalten... :wink:
auch wenn irgendwas mal passiert (matschige Gummistiefel auf Sofa :lol: ) bekomme ich keinen Nervenzusammenbruch.
Wow! :lol:
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Yvi19 »

Keine Kinder mehr einladen kommt übrigens nicht wirklich in Frage. Erstens stört es mich bei anderen zuhause ja trotzdem. Zweitens laden wir eben gerne mal mehrere Freunde gleichzeitig zum Grillen usw. ein und haben gerne Besuch und da die meisten Kinder haben, sind eben die Kinder immer mit eingeladen. Es käme für uns jetzt nicht in Frage einige Freunde nicht mehr einzuladen nur weil sie Kinder haben oder gar die Kinder auszuladen. Die gehören ja dazu.

Mit 9jährigen kann man natürlich reden. Wenn ich mit der alleine wäre, würde ich das auch. Wenn aber die Eltern daneben sitzen bin ich unsicher, ob das passend ist. Offensichtlich stört die das ja nicht. Auch 6jährigen könnte ich erklären, dass sie jetzt bitte woanders spielen und nicht direkt am Tisch. Auch die Verwendung von Schimpfwörtern oder sexistischer Sprache könnte ich unterbinden. Aber wenn die Eltern das erlauben?
Lösche Benutzer 3486

Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Lösche Benutzer 3486 »

Vielleicht bin ich zu sehr auf meine Grenzen bedacht - aber ich würde bei diesen Situationen schon etwas sagen. Einfach, weil auch ich ein Recht drauf habe, mein Essen so zu essen, ohne nebenher Magengeschwüre zu bekommen.

Also bei schmatzenden Kind würde ich bei älterem Kind dezent darauf hinweisen oder bei jüngerem ein Spielchen zum leise Essen spielen. Beim Turnen würde ich ganz klar sagen, dass mich das völlig verrückt macht beim Essen usw. Ich glaub, man kann das alles in einem sehr netten Ton machen ohne damit die Kinder zu belehren oder die Eltern in ne blöde Situation zu bringen.
Aber ich glaub eben auch nicht, dass wir in nem Zeitalter sind, wo die Kinder alles machen dürfen und wir Erwachsene es ertragen müssen. Zu einem entspannten Zusammenleben gehören eben die Achtung beider Seiten dazu.
Kattirina
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von Kattirina »

Schmatzen - interessantes Beispiel :D. Finde ich auch sehr unangenehm. Fände es aber nicht angemessen, da was zu sagen. Jedenfalls nciht vor versammelter Mannschaft. Mein Gefühl sagt mir, es würde das Kind beschämen in einem größeren Kreis. Höchstens mit seeeehr viel Humor falls man sicher ist, das Kind könnte in der Stimmung auch über sich selber lachen. Ich gehe davon aus, dass das Kind mit 9 weiß, dass man nicht schmatzen soll. Entweder schafft es das also aus irgendeinem Grund nicht abzustellen, und ist selbst unglücklich darüber. Oder es macht es mit Absicht um irgendjemand zu provozieren (wahrscheinlich die Eltern), dann steckt da irgendein Machtkampf oder Ärger dahinter, den man sicher nicht mindert, indem man das Schmatz-Symptom anprangert. Das Kind kann einem eigentlich leidtun.

Dich stört das Schmatzen aber - wie sollst Du damit umgehen? Was Dein Unwohlsein betrifft, sehe ich keinen richtigen Unterschied, ob die Störquelle von einem Kind ausgeht oder einem Erwachsenen. Es gibt ja auch Erwachsene, die furchtbar essen, dass man gar nicht hinsehen will, oder froh ist, wenn das Essen vorbei ist. Wie würde man damit umgehen? Je nach Freundschafts-/Bekanntheitsgrad wahrscheinlich entweder vermeiden, mit der Person je wieder zu essen. Oder versuchen zu helfen, falls man der Meinung ist, dass der Person das vielleicht nicht bewusst ist, und sie über Feedback dankbar wäre. Dann würde man es wohl auch entweder mit Humor oder möglcihst einfühlsam und diskret ansprechen? Also in dem Fall hier höchstens auch das Kind hinterher oder vorsichtig die Eltern, aber eigentlich finde ich in dem Fall:

Mit manchen Sachen, die nicht gegen einen selbst gerichtet sind, muss man auch einfach leben. In meiner erweiterten Familie gibt es eine nicht vermeidbare erwachsene Person, die, wenn sie Nachspeisen ist, den Löffel immer exzessiv nach allen Seiten abschleckt, mit weit rausgestreckter Zunge, offensichtlich voller Genuss :shock:. Ich finde das richtig abstoßend und gucke dann die 10 Minuten eben immer einfach woanders hin, das ist auszuhalten. Andere Leute kratzen sich mal irgendwo, putzen sich zu laut die Nase oder was auch immer. Wenn man da jedes Mal ein Thema draus macht... Wer weiß, vielleicht mögen die Anderen ja auch nicht, wie ich atme... :D.
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von AnnaKatharina »

Hihi, Kattirina, ich habe einen Bekannten, der kann es nicht ertragen, wenn man beim Essen das Besteck gegen die Zähne stossen läßt.
Mir persönlich war das Geräuscch nie aufgefallen, aber laut ihm machen das 80%-90% aller Leute im Freundeskreis, und er muß manchmal beim gemeinsamen Essen den Raum verlassen, weil er es nicht erträgt.
Insofern: Bestimmt gibt es auch Leute, die finden dass Andere blöd Atmen
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fragaria
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Re: AW: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmisc

Beitrag von fragaria »

Also ich setze ziemlich rigoros die Regeln meines Haushaltes auch gegenüber anderen (Kindern) durch. Niemand geht mit Schuhen ins Haus, das Bett ist als Spielplatz tabu, auf dem Sofa wird nicht gehopst und wer zu viel Kraft hat, muss an die frische Luft ;-)
Ich finde es nicht schlimm, wenn Kinder lernen, sich an die Regeln anderer zu halten. Gleichzeitig verlange ich von meiner Großen, dass sie die Regeln anderer respektiert, wenn wir wo zu Besuch sind.

Schmatzen finde ich grauenvoll und bin manchmal echt geschockt, wie manche Leute fressen ;-)
Das ist aber echt nicht leicht, das rüberzubringen ...
mit Sommermädchen 6/09, Frühlingsmädchen 03/13 und Winterbub 01/17

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chennai
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von chennai »

Ich finde es kommt immer darauf an, wie man das sagt, wenn einen was konkret in der Situation stört und man nur das äußert, geht das finde ich. Also wenn es zu laut ist, kann man ja sagen, ob es auch leiser geht, weil ich mich sonst nicht unterhalten kann / nihcts verstehe etc. Was ich unangebracht fände, sind so Grundsatzregeln: Es bleiben alle sitzen / beim Essen wird nicht gelärmt etc. und dann halt das Kind freundlich ansprechen / bitten 'Könntest du bitte da hinten am Sofa spielen, dann können wir hier noch in Ruhe essen.'
Lieben Gruß,
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Re: Wie sehr "darf" man sich bei anderen Eltern "einmischen"

Beitrag von EliseG »

Wenn laufende Kinder stören, dann hat das im Übrigen meist einen Sinn. Nämlich sehr oft, dass eben auch Kinder gerne DABEI sein wollen, und nicht raus geschickt werden möchten. Ich finde, das beweist auch häufig, dass die Kids die Anwesenden schlichtweg interessant finden und sich nicht so schnell trennen können. ;) Aber natürlich hat man auch das Recht, dass man dann sagt, dass es jetzt etwas zu laut wird. Vielleicht kann man ja vorschlagen, dass die Kinder schon vor gehen nach draußen und man selbst etwas später nachkommt. Das erleichtert die Sache häufig (zumindest ist es hier so, wenn zb eine Patentante zu besuch ist, länger zum Essen und Quatschen braucht als die Kids.. und ja unser 7jähriger ist schon mal nach 5 Minuten satt und hat null Bock sich das Gelaber der Erwachsenen anzuhören).
Primus 09/06
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