Künstlerischer Aspekt bei Waldorf

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Lösche Benutzer 1828

Re: Künstlerischer Aspekt bei Waldorf

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Mich interessiert das auch - wie begründet man, das nur eine Farbe gegeben wird bzw. ab wann denn nun geknetet wird?
Hier haben die KInder ab jüngsten Jahren nein Monaten zu Hause alles zur Verfügung - meine würden das nie im Leben verstehen oder akzeptieren, dass sie das dann nicht dürfen. Und Kunst - das ist doch auch individuell, finde ich.
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Sakura
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Re: Künstlerischer Aspekt bei Waldorf

Beitrag von Sakura »

Och Mädels, bitte keine Pro-Kontra-Diskussion... :oops:
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Lösche Benutzer 1828

Re: Künstlerischer Aspekt bei Waldorf

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Sakura hat geschrieben:Och Mädels, bitte keine Pro-Kontra-Diskussion... :oops:
Nö, will ich ja gar nicht. Aber auch wenn man total pro Waldorf eingestellt ist, kommt so was doch sicher. Das Kind hat ja dann auch eigene Vorstellungen.
War von mir wirklich nur eine rein interessierte Frage.
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Johana
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Re: AW: Künstlerischer Aspekt bei Waldorf

Beitrag von Johana »

Ich habe mich auch nur gefragt WARUM man das (für sein Kind) möchte.
Ich hatte auf eine Begründung gehofft...
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Mamika
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Re: Künstlerischer Aspekt bei Waldorf

Beitrag von Mamika »

Ganz auf die Schnelle:
Ich sollte da eigentlich genauer Bescheid wissen, habe ich gerade gedacht. :oops: :oops: Naja, was mir spontan einfällt (Kleindkindpädagogik ist ja jetzt auch nicht mein Gebiet): Die Kinder sollen mit Primärfarben malen (wobei normalerweise bei den Wachsmalstiften auch andere Farben zur Verfügung gestellt werden), weil das Erleben der Primärfarben zuerst da ist, wohingegen die Sekundär- und vor allem die Tertiärfarben erst später dran sind. So weit ich weiß, geht es gar nicht so um das Plastizieren an sich, sondern um das Material. Im Waldorfkindergarten wird durchaus geknetet, allerdings mit Bienenwachs (gibt es von Stockmar in farbigen Scheiben). Ton als Material ist erst später dran. Ich habe recht viel mit Ton plastiziert und kann deshalb gut nachvollziehen, warum das bei kleinen Kindern noch nicht dran ist... Der Ton interagiert stark mit der Haut und dem Wärme-/Kältehaushalt des Kindes. Kleinen Kindern will man dem noch nicht aussetzen. Was mir dazu gerade noch kommt: Die Kräfte, die für das "richtige" Plastizieren da sein müssen, stehen dem Kind auch nicht von Anfang an zur Verfügung. (Die Bildekräfte plastizieren erst den eigenen Körper, bevor sie für eigenes Plastizieren "frei" sind.) Aber wie gesagt: Geknetet wird sehr wohl auch bei den ganz Kleinen.
Wenn dich das Thema interessiert, würde ich dir die Bände "Materialien aus den Waldorfkindergärten" (oder so ähnlich) empfehlen. Da gibt es immer auch einen kleinen theoretischen Hintergrund...
Jetzt bei Steiner zu suchen fände ich zu mühsam. :oops: (wenn es "nur" um solche Themen geht. Denn wie schon anklag: Der künstlerische Aspekt der Erziehung ist bei den Anthroposophen viel weiter gefasst...)
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Re: Künstlerischer Aspekt bei Waldorf

Beitrag von Solenne »

Sakura hat geschrieben:Solenne, danke, das war schon aufschlussreich. Du beschreibst eine Malsitzung, ja? Also erst gelb soviel die Kleinen wollen, und dann nach 5 Minuten rot dazu für das gleiche Bild?
Ganz am Anfang nur gelb in einer Sitzung. In einer späteren Sitzung dann erst gelb, und wenn die Kinder ein bisschen gelb gemalt haben auch rot. Mein Sohn hat auch Bilder mit allen drei Farben gemalt irgendwann (er geht gerade das zweite Jahr in die Spielgruppe (Standard ist 1 Jahr), im Moment benutzen sie glaube ich zwei Farben, rot und blau).
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Sakura
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Re: AW: Künstlerischer Aspekt bei Waldorf

Beitrag von Sakura »

Johana hat geschrieben:Ich habe mich auch nur gefragt WARUM man das (für sein Kind) möchte.
Ich hatte auf eine Begründung gehofft...
Ich weiß nicht, ob ich das genau so für mein Kind möchte, denn ich weiß nicht, was in der künstlerischen Ecke der Waldörfler so gemacht wird. Ich war einfach neugierig drauf. Mein Kind kommt jetzt ins Bastelalter, und irgendwas muss ich ja mit ihr machen. Nein, WILL ich mit ihr machen. Und am Anfang bin ja ich die, die die Entscheidungen trifft, was gemacht wird. Es ist mein erstes Kind, ich kann mich nicht daran erinnern, dass meine Eltern als Kind viel mit mir gebastelt hätte, ich bin auf dem Gebiet total unbeleckt. Ich habe mir jetzt ein Bastelbuch für ganz kleine Mäuse gekauft, bin total inspiriert, habe total Lust, habe auch schon Sachen mit Luise gemacht, die wir beide sehr befriedigend fanden...

Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Fingerfarbe gekauft, ich hatte selbst noch nie einen Wachsmalstift in der Hand.... Ich bin selbst blutige Anfängerin.

Ich will mich einfach zum Thema Basteln weiterbilden, verstehst Du? Und ich weiß, dass die künstlerische Bildung bei Waldorfs groß geschrieben wird, und es hat mich einfach interessiert. Genauso, wie mich Montessori brennend interessiert, aber ich darüber leider nur ansatzweise weiß, worum es da geht, und eben bei beiden nicht weiß, wo und wie ich mich belesen könnte. Nach allem was ich weiß, werde ich mein Kind in keine Waldorf-Einrichtung geben, aber die positiven Aspekte einer Sache kann ich mir doch trotzdem zu nutze machen - nur müsste ich sie dafür erst mal kennen.
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Mamika
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Re: Künstlerischer Aspekt bei Waldorf

Beitrag von Mamika »

Es ist sicherlich Geschmackssache und mir gefällt diese "Waldorf-Ästhetik", aber ich bin immer wieder erstaunt, mit welchen einfachen Mitteln die wunderschöne Dinge basteln/gestalten. Als Beispiel: Zu Ostern gibt es oft kleine Hasennester. Die Häschen werden einfach aus Wolle geknotet. Das ist ganz, ganz einfach und nachher wirklich süß, finde ich. Wie gesagt: Ich kann da die oben genannte Buchreihe empfehlen und die Bücher von Christel Dhom.
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Re: Künstlerischer Aspekt bei Waldorf

Beitrag von Solenne »

Vielleicht hast du Lust, Mit Kindern malen zu lesen?
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Johana
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Re: AW: Künstlerischer Aspekt bei Waldorf

Beitrag von Johana »

Danke Sakura :-) !
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