Hallo,
ich kenne das Buch nicht, aber mich stimmt diese These skeptisch. Da werden Behauptungen in den Raum gestellt, die teilweise nicht stimmen ( wie schon geantwortet wurde, neugeborene Babys müssen zu jedem Melden die Brust angeboten bekommen, sonst haben sie nicht genug Milch, bzw. die Milchproduktion wird nicht genügend angeregt.Ich bin zwar keine Stillberaterin, habe das aber oft von Stillberaterinnen gelesen, wenn das also nicht wahr ist, berichtigt mich bitte!) und teilweise gar nicht beweisbar sind. Was schlechte Gewohnheiten angeht, finde ich Kinder, die mit 3 Jahren noch am Schnuller hängen viel verstörender, als 3 Jährige, die gelegentlich mal an Mamas Brust nuckeln.
Wieso hatte es Dich bei deinem Sohn genervt, dass er oft die Brust wollte? Wie oft war das denn und von welchem Alter sprechen wir hier? Meine Tochter z.B. ist jetzt 13 Monate und ich stille sie immer noch nach Bedarf, aber wenn wir unterwegs sind, biete ich ihr schon mal Trinken oder Essen an und sage, wir stillen Zuhause. Wenn ich aber sehe, dass sie müde ist, unruhig, vll. war alles etwas viel und sie weint richtig, dann würde ich ihr eben nach "Bedarf" die Brust nicht verweigern! Sehr viel öfter, als das, passiert eben, dass sie es akzeptiert, dass es jetzt die Brust nicht gibt und mit einem Apfelstück vorlieb nimmt, und daran sehe ich, dass alles doch in Ordnung ist. Von einer Sucht kann man da nicht reden.
Generell versuche ich bei allen Informationen zu hinterfragen, woher stammen sie, welche Voreinnahmen über die Welt und den Menschen haben die Autoren? Letztendlich musst Du selbst für Dich klar werden, ob Du daran glaubst, dass Menschen dadurch, dass ihre Bedürfnisse befriedigt werden, "schlecht" werden, oder im Gegenteil, besser gedeihen und bessere Bindungen und Beziehungen zu ihrer Umwelt aufbauen. Das ist doch hier der Stein des Anstoßes, und die Antwort auf diese Frage musst Du selber finden.
Liebe Grüße
Joyfullmom
tonia1976 hat geschrieben:Hallo,
"Die Brust anbieten heißt für sie vor allem Nahrung anbieten. Brust als ein Mittel zu benutzen um zu trösten, über die Müdigkeit hinwegzuhelfen oder Unwohlsein oder Schmerz zu beseitigen kann zu lebenslangen ungesunden Gewohnheiten fürhren."
Beim Alexander hat mich dann schon später etwas genervt, dass er ziemlich oft die Brust wollte, war schon eine etwas "ungesunde" Abhängigkeit. Aber manchmal finde ich nach wie vor praktisch, die Brust als Tröster zu benutzen, wenn alles andere nicht hilft.