Den Diskussionsanfang fand ich schon mal sehr interessant, auch die Erziehungsdefinition. Nicht ganz verstehen tue ich warum die "allgemeinere" Definition eher nicht genommen wird. Aufgrund meines Lebens jenseits des Forums mußte ich mich gerade etwas mit den Erziehungsanfängen (Francke über Locke und Rousseau zu Montessori) belesen und habe mal in "Zeit für Kinder" reingelesen, etwas über die Antipädagogik gelesen und das "Unerzogen" Magazin liegt schon zwei Jahre hier im Regal.
Aber es tut mir leid, bisher ist mir jede "Methode" zu strange ... auch die Antipädagogik und in manchen Bereichen etwas haarspalterisch ... ich meine klar, wenn man bedenkt wo die Erziehungstheorien herkommen und wenn man bedenkt wie "manche" erziehen ... aber ich möchte genausowenig Kind bei einem 1000%igen Anthro sein wie bei einem 1000%igen "Unerzogenen"
Ich glaube, dass für die Begleitung eines Kindes ins Leben zwei Dinge sehr wichtig sind:
1. psychisch / seelisch gesunde Eltern bzw. Eltern die danach streben (von ersterem kenne ich weniger, von letzterem zum Glück schon ein paar)
2. Halt
Und ... um es mal bei "platt" zu sagen ... bei manchem "blabla", leben die Eltern nur in einer spielerischen Selbstüberzeugung eigene Unsicherheiten aus und tatsächlich auch ihre Überlegenheit ... und der Halt bleibt auf der Strecke.
Kinder brauchen meiner Meinung nach eine "Ja-Umgebung", Platz und Raum für ihre Welterfahrungen ... und Halt, Grenzen, Schutz ... Im Unterschied zum Kind bin ich - im Idealfall auch innerlich - erwachsen ... und bei uns gibt es z.B. auch den Spruch "dafür bin ich zuständig - das Kind nicht" und dies entlastet das Kind ungemein ... mein Kind ist nicht mein Ersatzpartner, braucht mich nicht trösten, sich nicht um mich kümmern und braucht auch für bestimmte Dinge keine Verantwortung übernehmen.
Manche Wörter sind einfach aufgrund der Vergangenheit negativ belastet ... u.a. auch Hierarchie und Erziehung. Ich glaube man muss einfach sehr stark die Nuancen unterscheiden, früher wurde in Kinder generell Dinge reingeprügelt ... dies hat sich nahezu generell gewandelt, dafür werden Kinder mMn mehr vernachlässigt und emotional verwirrt ... die Erwachsenen finden nicht in ihre Rolle. Und daher gibt es mittlerweile unglaublich viele Erziehungsratgeber, die über die Beziehung zwischen den Eltern und den Kindern und vor allem über Kinder schreiben (die Trotzköpfe, Tyrannen oder doch autonomen Wesen) ... ich schlage eher vor, dass die Eltern sich um sich selbst kümmern und dann finden sie auch schnell ein Buchgefühl und spüren ganz klar, welche Rolle ihre Kinder haben, nämlich die Kinderrolle


