Zahnarzt, Schmerzmittel und Stillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Julia
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Re: Zahnarzt, Schmerzmittel und Stillen

Beitrag von Julia »

Hast du Arnica-Globuli da? Gerade nach dem ZA-Besuch sind die sehr hilfreich. Ansonsten würde ich mich wirklich mal schlau machen, was sonst noch geht, wenn du es absolut nicht aushältst. Ich meine, nach einem KS kriegt frau doch auch starke Schmerzmittel, wenn es sein muss, und die haben dann Mini-Stillbabys und keine so großen wie du.

Zum Thema Betäubung wurde hier ja schon mehrmals was geschrieben. Ich finde es einfach nur :evil: , dass es immer noch Ärzte gibt, die einen eher leiden lassen (mit der unausgesprochenen Implikation "Sind Sie ja selber Schuld, wenn Sie unbedingt stillen müssen" :roll: ), anstatt sich mal an kompetenter Stelle zu informieren. Mein ZA (den Altraia mir damals empfohlen hat :) ) hat mir damals das allerleichteste Betäubungsmittel gegeben, da dort kein Adrenalin drin ist (kann ja gerade bei Erststillerinnen und sehr jungem Baby kontraproduktiv sein). Das hat aber nicht sehr gut gewirkt, beim nächsten Mal hat er mir dann eben das nächststärkere gegeben. Mit damals acht Monate altem Stillkind habe ich auch keine Auswirkungen auf den MSR festgestellt. ;)

Ich schicke dir mal einen dicken Trostknuddler rüber!
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pisces
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Re: Zahnarzt, Schmerzmittel und Stillen

Beitrag von pisces »

Huhu!
Ja, Arnica hab ich da- hau mir grade die Dentinoxsalbe immer drauf, die wir damals geschenkt bekamen (und noch nie nutzten :lol:)
Ich hab auch vom Ibo schon mehr genommen, als ich darf :oops: - aber Frau will ja auch schlafen ;)
Die ZÄ selber ist wirklich total nett und dort fühl ich mich wohl, insofern es beim ZA geht ;)
Nur Ahnung vom Stillen haben die alle nicht.
Hab ihr auch schon gesagt, dass ich demnächst dann die richtige Betäubung will.
Nur Schmerzmittel, da gibbet für Stillende nicht so viel....

so, geh mir mal Arnica reinhauen- ach ja, Julia- falls ich Morgen nicht komme, weißte bescheid ;) und nochmehr OT: hatteste meine E-Mail bekommen?

lG, und danke für eure Worte und Tipps- Tanja

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Mijoco
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Re: Zahnarzt, Schmerzmittel und Stillen

Beitrag von Mijoco »

pisces hat geschrieben:Nur Schmerzmittel, da gibbet für Stillende nicht so viel....
Laut wessen Aussage? Das würde ich nur glauben, wenn es von Embryotox selber kommt. Ich habe in der Stillzeit schon zweimal OPs am Knochen hinter mich gebracht und musste keine Schmerzen leiden. Bei mir gab es also offensichtlich ausreichend Schmerzmittel. Also bevor du dich länger quälst würde ich da echt noch mal nachhaken!
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pisces
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Re: Zahnarzt, Schmerzmittel und Stillen

Beitrag von pisces »

Ja, die Ärztin hat zunächst in der Roten Liste geschaut, da sie kein I Net in der Praxis hat-die Apothekerin hat dann bei Embryotox nachgeschaut und meinte, dass sie mir nix anderes geben könne... :?
Am besten ich geb ihr mal die Tele (schafftes vorm spontanen Termin gestern nimmer, es rauszusuchen)

Ich kann mir selber das auch schwer vorstellen, was sollen denn KS Mamis dann bekommen nach der OP?

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Mijoco
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Re: Zahnarzt, Schmerzmittel und Stillen

Beitrag von Mijoco »

Eben. also ich denke ein direktes Gespräch mit embryotox ist immer noch informativer als nur mal in der Datenbank zu schauen.
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Re: Zahnarzt, Schmerzmittel und Stillen

Beitrag von jusl »

???

Es gibt doch so viele Schmerzmittel, die in der Stillzeit genommen werden dürfen!

In der "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Schaefer, Spielmann, 7. Auflage 2006" steht zu Lokalanästhetika:

Erfahrungen. Lidocain (z.B. Xylocain®) geht selbst bei intravenöser Behandlung von Herzrhythmusstörungen nur in geringer Menge in die Muttermilch über (siehe Kapitel 4.6). Bei insgesamt 27 Patientinnen, die zur Sectio eine Epiduralanästhesie mit durchschnittlich 183 mg Limain und 82 mg Bupivacain erhalten hatten, wurden nach 2, 6 und 12 Stunden Lokalanästhetika und deren Metabolite im Serum und in der Milch nachgewiesen. Im Mittel fanden sich 860 µg/l Lidocain und 90 µg/l Bupivacain in der Milch sowie 140 µg/l des Metaboliten Pipecolylxylidid (PPX) (Ortega 1999). Die M/P-Quotienten betrugen 0,9, 0,4 und 1,3. Es sind nicht mehr als 1 bis höchstens 4 % der per os ohnehin kaum verfügbaren Wirkstoffe als relative Dosis für ein gestilltes Kind zu erwarten. Die beobachteten Kinder zeigten keine Auffälligkeiten. Bei der Applikation von 3,6 - 7,2 ml Lidocain 2 % ohne Adrenalinzusatz im Zusammenhang mit einer zahnärztlichen Therapie fanden sich für Lidocain und seinen Metaboliten Monoethylglycerinxylidid durchschnittlich nur 73,4 µg/l bzw. 66,1 µg/l in der Milch, toxische Wirkungen beim gestillten Kind wurden für unrealistisch gehalten (Giuliani 2001).
Eine interpleurale Dauerinfusion von Bupivacain (z.B. Carbostesin®), 25 mg/Stunde, führte zu maximal 0,45 µg/ml in der Muttermilch. Im Serum des Säuglings war die Substanz nicht nachweisbar (Nachweisgrenze < 0,1 µg/ml). Toxische Symptome wurden nicht beobachtet (Übersicht in Spigset 1994).
Zu Levobupivacain (Chirocain®), Mepivacain (z.B. Scandicain®), Procain und Ropivacain (Naropin®) liegen keine Daten zur Stillzeit vor. Es ist jedoch anzunehmen, dass diese Substanzen und vor allem solche mit kurzer Halbwertszeit und hoher Plasmaeiweißbindung wie Articain (z.B. Ultracain®) nur sehr geringe Konzentrationen in der Milch erreichen. Der bei Lokalanästhesie übliche Adrenalinzusatz wirkt ohnehin einem Übergang in die Muttermilch entgegen. Prilocain (Xylonest®) wirkt in stärkerem Maße als die anderen Lokalanästhetika als Methämoglobinbildner.
Systematische Untersuchungen zur Anwendung in der Stillzeit fehlen auch für die ausschließlich zur Lokaltherapie eingesetzten Substanzen Benzocain (z.B. Anaesthesin® Creme), Chlorethan (z.B. WariActiv® Aerosol), Oxybuprocain (z. B. Thilorbin® Augentropfen) und Tetracain (z.B. Acoin® Lösung), wobei hier nicht mit einer systemischen Resorption größerer Mengen zu rechnen ist.

Empfehlung für die Praxis: Bei üblicher Anwendung (im Rahmen einer Zahnbehandlung oder anderer Eingriffe) können Lokalanästhetika in der Stillzeit verwendet werden; dies gilt auch für Kombinationen mit Adrenalin. Prilocain sollte gemieden werden, nach dennoch erfolgter Applikation ist jedoch keine Stillpause erforderlich."


Außerdem zu Aspirin:

Die gelegentliche Einnahme von Acetylsalicylsäure als Schmerzmittel bis 1,5 g/Tag erscheint vertretbar. Paracetamol und Ibuprofen sind jedoch zu bevorzugen. Die regelmäßige Einnahme – vor allem in antiphlogistischer (antirheumatischer) Dosis – ist unakzeptabel.“

Auch Novalgin (sehr starkes Schmerzmittel) ist in Einzeldosen möglich: Klick

Ich frag mich gerade, wie dies zu "Schmerzmittel gibt's in der Stillzeit ja nicht so viele..." passen soll ;-)

LG und gute Besserung,
Julia

PS: Achtung: die "Rote Liste" ist nur eine Sammlung von Beipackzetteln(!). Diese enthalten eben KEINE wiss. fundierten Infos zur Stillverträglichkeit.
pisces
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Re: Zahnarzt, Schmerzmittel und Stillen

Beitrag von pisces »

Danke dir Julia- ich werd das mal alles heut abend ausdrucken und morgen mitnehmen- die Infos zu Novalgin hab ich auch schon gelesen, bzw meine Beste suchte sie mir raus, sie und ihr Mann sind Krankenschwester, bzw. Pfleger...

Zzt. überdosier ich das Ibo, damit ich hier mich um den Kleinen kümmern kann und es ertrage.
Morgen hab ich wieder nen ZA Termin und dann entscheidet es sich, ob ich in die Zahnklinik muss...

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