Hallo,
es hat mich schon sehr berührt, was ich hier so alles gelesen habe... und leider kamen da wieder die vielen Dinge hoch, die ich so in meiner kindheit erlebt habe. Das schlimmt ist, dass meine Eltern sich dessen nicht bewußt sind, und vieles wohl auch falsch (aus meiner Sicht) gemacht haben, weil sie es nicht anders kannten.
Das größte Problem für mich an diesen Erfahrungen ist, dass mein Mann eine ganz andere Kindheit hatte. Seine Eltern sind zwar beide Ärzte gewesen, aber er hatte immer eine Oma da, die für ihn sorgte. Zudem hatte sich sein Bruder mit 18 aus liebeskummer das leben genommen und seine Eltern haben von da an sowieso alles erdenklich für ihn getan... aus heutiger sicht, auch nicht gerade der beste weg, aber absolut nachvollziehbar....
nun kollidieren aber diese erfahrungen oftmals miteinander.... sind wir uns auch in vielen dingen sehr einig, was die erziehung angeht, ich sehe oft meinen Vater vor mir, der mich immer sehr klein gemacht hat ( sein standardspruch... du kannst nichts, du bist nichts, und du weißt nichts!).... nicht dass mein mann jemals so mit unseren kids umgehen würde.... himmel nein.... aber der gedanke kommt mir ganz oft, und ich reagiere dann oftmals völlig übertrieben, wenn er doch mal etwas lauter wird, was ja eigentlich absolut menschlich ist

er ist dann natürlich auch sauer und sagt, ich bin nicht dein vater!
ist mir ja klar, aber ich bin da echt geprägt... ach prügel war bei uns an der tagesordnung... hatte nicht selten ein blaues auge... meine großmutter wollte meinen vater sogar mal anzeigen... ich habe sie angebettelt es nicht zu tun.... heute weiß ich, dass er einfach mit dem leben und allem total überfordert war... sicher keine entschuldigung... aber ich kann es zumindest bedingt verstehen..... und das schlimme daran ist, mir ist auch schon mal die hand ausgerutscht... nicht ins gesicht, aber auf den po hat meine kleine auch schon mal nen klaps bekommen... mir war sofort auch meine hilflosigkeit klar, und ich fühlte mich elende... aber die kontrolle hatte ich eben verloren... hab manchmal so panische angst, wie meine eltern zu werden...
meine mutter hat es fertig bekommen, mich tagelang zu ignorieren, wenn ich nicht, wie gewünscht funktioniert habe... sie schlug eher selten, dafür war sie klasse, wenn es um liebesentzug ging....das gipfelte dann auch schon mal darin, dass beim abendessen für mich nicht mitgedeckt wurde... ich war einfach luft.... fühlte mich selten von meinen eltern geliebt, hatte aber dem himmel sei dank meine großmutter, durch die ich bedingungslose zuwendung erfahren habe, und durch diese erfahrungen, so glaub ich, kann ich auch meine kinder bedingungslos lieben....
aus all diesen dingen lebe ich ständig mit der angst, die kleinen kinderseelen zu brechen... das macht mich manchmal ganz schön fertig
habe auch wg. einiger dieser dinge, die ich hier so schrieb eine therapie gemacht und da auch meine ängste bzgl. meiner eigenen elternschaft angesprochen... der doc sagte mir, ich bin eine gute mum.... schon allein deswegen, weil ich mir so viele gedanken mache....das hält mich hoch
viele dinge aus meiner kindheit spielen bis heute in mein leben hinein, und beeinträchtigen es ungemein..... mein prüfungsangst (die dazu führst, dass ich es einfach nicht schaffe, mein studium abzuschließen)... meine unfähigkeit, mich fallen zu lassen.. bei niemandem... auch für eine ehe eine belastung.... sich nicht wirklich über etwas freuen können... da ich eh immer das gefühl habe, es wird mir irgendwann vorgehalten.... auch daraus resultierend kann ich nur schlecht unerwartete geschenke annehmen....
ohje... jetzt habe ich mich hier aber ganz schön ausgeheult

ich möchte von niemandem mitleid haschen..... nur einfach zum ausdruck bringen, wie sehr ein mensch von der kindheit geprägt wird......
das mal so aufzuschreiben und loszuwerden, tat gut... hoffe, habe niemanden zu sehr gelangweilt...
lg markan