Hallo!
Deine Überlegungen sind interessant und es lohnt sich, diese mal zu erörtern.
Die Unterschiede, die Du beschreibst und auch noch so genial aufgezeichent hast - DANKE dafür!

- zeigen bereits einen Teil des "Problems" auf - nämlich die Mechanik der Tragehilfen.
Der Podaegi ist ursprünglich wie ein Kanga über der Brust gebunden worden, ohne die Träger über die Schultern zu führen. Die klassischen Pods umhüllen denn auch die tragende Person ähnlich wie ein Kanga. Unterschied zum Kanga: Oben herum Träger, unten wird nicht das Tuch verknotet, sondern durch die Träger fixiert. Das Trageprinzip ist aber im Grunde dasselbe. Das Kind sitzt recht weit unten und sieht nicht über die Schultern nach vorne, sofern auf dem Rücken getragen wird.
Hier in Europa und auch in den USA wird der Pod jedoch gerne wie ein TT getragen, also analog zur Wickelkreuztrage gebunden.
Wenn man sich vorstellt, wie das Tuch dann um einen herumgeht, ist das gerade unter den Achseln durch nach hinten - oder auch nach vorne, je nachdem, ob man voe dem Bauch oder auf dem Rücken trägt. Das TT wird bei diesen BW vorerst nicht schräg nach oben gezogen, sondern verläuft gerade nach hinten.
Da der Pod analog zu einem TT gebunden wird, macht es daher Sinn, wenn man die Träger waagrecht angenäht hat.
Der Halt des Kindes wird massgeblich bestimmt davon, wie der Pod obenherum gebunden wurde. Unten ist der Stoff ja im Grunde nur festgeklemmt. Das Kind "hängt" teils in den Gurten, teils schwingt es in dem festgesteckten Beutel mit.
Der Mei Tai dagegen imitiert eher das, was wir mit den Tüchern hierzulande als Rucksack bezeichnen würden. Also eigentlich eher an einen Kängurubeutel angelehnt. Da wiederum macht es Sinn, wenn die Träger schräg nach oben gehen - damit erzielt man den besten Halt im Hals-Nackenbereich. Dafür muss man in Kauf nehen, dass das Kind, wenn es noch eher klein für den verwendeten Mei Tai ist, eben an den Trägern vorbeilinsen muss.
Beim Mei Tai ist es so, dass das Kind auf dem Steg sitzt, der durch den Zug nach oben (an denTrägern) zu einem Beutel geformt wird. Auch daher macht es keinen Sinn, die Träger waagrecht anzunähen wie beim Pod - die Mechanik ist grundverschieden.
Daher sehe ich auch keinen Sinn darin, beim Pod die Träger schräg anzunähen. Wenn man den Pod dann WKT-mässig trägt, ergibt das mangelhaften Halt im mittleren Rücken des Kindes. Trägt man den Pod wie den Rucksack (was ich in meinem Pod-Thread ja auch demonstriere), kann es hingegen sein, dass durch die waagrecht angebrachten Träger, die nun schräg über die Schultern nach vorn gehen, der obere Rücken des Kindes nicht optimalen Halt findet. Nun könnte man sich denken, dass dann schräg angebrachte Träger durchaus Sinn machen könnten. Aber wozu macht man sich dann einen Pod? der Mei Tai trägt sich für den Rucksack angenehmer und ist erst noch viel einfacher anzulegen. Den Pod gut anzuziehen ist nicht einfach!
Daher finde ich, man soll dem Pod die Pod-typischen waagrechten Träger lassen und dem Mei Tai die schrägen. Es gibt gute Gründe, warum die Träger eben so und nicht anders angeordnet wurden....
Ich hoffe, das war einigermassen nachvollziehbar... nicht einfach, das zu schildern....
Liebe Grüsse
Dorothea
hausgeburtserprobte, langzeitstillende und kinderwagenfreie Mutter von Eva Sophia (Mai 2002) und Susanna Martina (Sept. 2004)
Trageberaterin