Gespräch übers tragen mit einem Afrikaner

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MiSaJu
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Gespräch übers tragen mit einem Afrikaner

Beitrag von MiSaJu »

gestern war ich einkaufen und hatte emilia vor den bauch gebunden.
Der einkauf war aber doch größer als ich es vorhatte ud da die kasse sehr voll war wollte ich emilia auf den Rücken binden.
Ich habe mich ein bisschen zur zeite gestellt und fing an emilia zu binden. :tt_ruecken_1:
da kommt ein Afrikaner breit grinsend auf mich zu.
folgender dialog enstand:

Afrikaner: Du kannst das?
ich : Ja
A ich komme von Afrika meine Frau auch.
(guckt mir beim Binden zu) :smilie_und_kind:
meine frau kann das nicht
kannst du ihr das zeigen?
ich: ist sie hier?
A nein zu hause
woher kannst du das?
ich ich habe mir vieles von der internetseite stillen und tragen
abgeschaut
da gibt es Videos
A (schreibt sich die adresse auf)
du machst das echt gut
echt unglaublich du bist weiß und kannst das meine Frau ist schwarz und kann das nicht

dann hat er emilia gewunken und emilia hat zurück gewunken und ist gegangen

ich fand dieses gespräch irgentwie so schön

gruß michelle

also kann sein das sich demnächst seine frau hier anmeldet
Emilia 3/08 und Lena 11/13
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Zierbanane
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Re: Gespräch übers tragen mit einem Afrikaner

Beitrag von Zierbanane »

Toll finde ich das. Wir werden auch immer bewundernd angeschaut von Menschen deren Heimat eigentlich eine ist in der nur getragen wird.

Wenn mein Mann aber trägt kommt der fragende Blick. Denn in vielen Teilen Afrikas tragen ja nur Frauen und die Männer legen die Beine den halben Tag lang hoch. :evil: Was mein Mann und mein Großvater mir da schon alles erzählt haben...Mein Opa lebte mit meiner Oma nämlich zu DDR Zeiten einmal 6 und einmal 4 Jahre in Afrika. Und mein Mann lebte mal 3 Monate dort.
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samuraikid
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Re: Gespräch übers tragen mit einem Afrikaner

Beitrag von samuraikid »

ja witzig ist es schon...habe auch schon einige frage diesbezüglich bekommen :mrgreen: ...aber eben auch sprüche wie "ökofreak" oder ähnliches :evil:
EIN KIND IST DIE BESTE ART, SEIN HERZ AUßEN ZU TRAGEN!!!

mit großem Zwerg (06.2007) und kleinem Zwerg (06.2013)
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milkshake
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Re: Gespräch übers tragen mit einem Afrikaner

Beitrag von milkshake »

cool :mrgreen:

ich habe während ´meiner aktiveren tragezeit (vor 3 jahren war es noch nicht ganz so alltäglich tragende mamis zu sehen, mittlerweile sieht man das in hamburg ja schon öfter) gerade von afrikanerinnen oft nette blicke bekommen - die männer eher staunend, die mütter bewundernd. mit einigen bin ich auch ins gespräch gekommen, eine frau sagte mal zu mir "ist doch viel besser so zu tragen, als im kiwa zu schieben, oder?".

toll finde ich es wenn zb afrikanerinnen hier weiterhin ihre bunten kangas tragen, obwohl sie damit halt als exotisch gelten, aber dennoch ihre tradition weiterleben.
Flieg, geliebte Susi, flieg!
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°°° Wird's besser? Wird's schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich! (Erich Kästner) °°°
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posy
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Re: Gespräch übers tragen mit einem Afrikaner

Beitrag von posy »

unser schwarzer lieblingspostbote hat mir letztes jahr geholfen, als ich charlotte auf dem rücken hatte und sie eingeschlafen war. da habe ich ein wenig mit dem tuch gekämpft, um ihren kopf zu stützen. der postbote kam, meinte, ich helfe dir, zwei handgriffe, und fertig waren wir. klasse, der mann wußte, was zu machen war. sonst fürchte ich mich ja eher, wenn mir jemand helfen will.
Liebe Grüße von Nina mit dem großen (05/07), dem mittleren (10/09) und dem kleinen Tragling (2/2013)
Brathendel
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Re: Gespräch übers tragen mit einem Afrikaner

Beitrag von Brathendel »

ich lebe hier in wien in einer "ausländergegend" und werde von den männern immer wohlwollend angesehen, wenn ich mit meiner kleinen durch die straßen spaziere, von den frauen allerdings gar nicht. die frauen tragen, wenn überhaupt, im babybjörn oder in einer chiccotrage oder sonstwas grauslichem. mir kommt vor, sie wollen unbedingt einen kinderwagen oder so eine trage, weil das tragetuch sie an afrika erinnert und das steht für sie für "arm sein, nichts haben, sich nichts leisten können". ist allerdings nur meine interpretation ihrer "abschätzigen" blicke. die männer findens allerdings durchwegs toll, dass ich trage und ich höre öfter "so hat meine mama mich auch getragen in afrika" und "super, dass du das kannst". ich freu mich dann immer sehr.
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cora
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Re: Gespräch übers tragen mit einem Afrikaner

Beitrag von cora »

Ist doch toll dass er sich dafür interessiert. Die Afrikanerinnen tragen eben immer Kanga auf dem Rücken. Da gibts nichts vor dem Bauch oder Rucksack oder WKR. Und Männer tragen nie, nur Frauen und Kinder.
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar. Antoine de St. Exupéry

Corinne 09/80 mit Tragemaus Céline 29.06.08

Céline ist im Geburtshaus geboren,wird gestillt, getragen, stoffgewickelt, ist geimpft und schläft meist im Mamabett. Wir leben ohne Fleisch und ohne Fernseher.
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coccolone
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Re: Gespräch übers tragen mit einem Afrikaner

Beitrag von coccolone »

cora hat geschrieben:Und Männer tragen nie, nur Frauen und Kinder.
Das stimmt so nicht.

Afrika ist uebrigens ein grosser Kontinent mit vielen Laendern und vielen verschiedenen Kulturen und Traditionen. Es gibt auch afrikanische Maenner die tragen.
"You can't start a new chapter in your life, if you keep re-reading the last one."
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alequito
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Re: Gespräch übers tragen mit einem Afrikaner

Beitrag von alequito »

und mein ex- mann, ebenfalls aus afrika meinte, die afrikanischen frauen sind alle profis, da brauch ich denen ja gar nichts erzählen ( hat mich oder die europäer eher als bissi doof hingestellt, dass wir für sowas erst nen kurs machen)

ich hatte damals ne dokumentation gesehen, wo frauen tanztenSie hatten die Kinder auf dem Rücken, aber tuch wie ne schlaufe über eine schulter, knoten vorn auf dem brustkorb. DA der drückte und die frau immer korriegierte, hab ich natürlich meinen kommentr gegeben und die antwort oben bekommen...
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„… Du kannst nämlich nicht verloren gehen.
Du bist Liebe.
Und Liebe ist Energie.
Und Energie kann nicht verloren gehen.
Das weiß sogar die Wissenschaft…“


Wenn wir einfach schon ganz früh erfahren dürfen, dass wir sind, und dass wir, weil wir sind, gut sind, ich glaube, das kann eine Gesellschaft wirklich grundlegend verändern. Alexandra 2011

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Steff
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Re: Gespräch übers tragen mit einem Afrikaner

Beitrag von Steff »

Das ist ja ne tolle Erlebnisgeschichte!! :D

Eine Krankenschwester aus Mali in Afrika, auf deren Station meine Mutter als grüne Dame arbeitet war hocherfreut, als ich meine Mutter besuchte und Josi dabei im Sling trug. Sie meinte, bei ihnen wird auf dem Rücken getragen. Einfaches Tuch und Knoten vorne. Ich erzählte, dass ich sie sehr viel trage, meist auch auf dem Rücken. Sie erzählte dann wie sie ihre 4 Kinder getragen hat. So sei das Kind immer und überall mit dabei und bestens betreut.
Und als ich Josi dann auch noch stillte freute sie sich wie Bolle und meinte darüber -auf die Brust zeigend- geht die Liebe zum Kind über. In ihrem Heimatland Mali wird es als Strafe Gottes angesehen wenn eine Frau tatsächlich mal nicht stillen kann. Sie sagte meiner Mutter später noch, dass sie sich total gefreut habe zu sehen, dass ich stille, das sähe man hier in Deutschland ja nie und erst recht nicht bei Kindern über 1 Jahr.
Sohn 01/05 - Tochter 08/07 - Tochter 08/09 - Sohn 08/11
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