Bleibe mal beim Tuch, das kriegt Ihr schon hin! Wenn Du vor dem Bauch binden kannst, klappt es auch auf dem Rücken. Ich weiss, man ist unsicher und kann das Baby nicht sehen, aber dafür FÜHLEN! Wenn Du Respekt hast, lass es Dir von einer guten Beraterin zeigen, dann fühlst Du Dich gleich sicherer.
Nun, bei meinem Sturz an einem schönen, aber kühlen Herbsttag in das Schlagloch, das ich wegen des vorn umgebundenen Babys nicht gesehen habe, bin ich vielleicht während 1 Sekunde mit meinem vollen Gewicht auf dem Kind gelegen. Da ich sehr schnell reagieren kann, wenn ich falle, habe ich den Sturz recht gut abfangen können, mein Knie tat hinterher sehr weh. Susanna, die friedlich geschlafen hatte, schrie kurz, schlief aber bald weiter.
Da ich einen 1.-Hilfekurs für Kinder gemacht habe, wusste ich, worauf ich schauen muss: Erbrechen? Pupillenreaktion? Atem? War alles OK. Susanna trank an der Brust und verhielt sich wie sonst. Zur Sicherheit habe ich aber in der Kinderklinik nachgefragt. Weil Susanna erst 6 Wochen alt war, wollte man sie untersuchen: bei so kleinen Babies scheinen die klassischen Symptome der Hirnblutung nicht so deutlich, und man wollte schauen, ob sie irgendwelche innere Verletzungen hatte. Da es schon spät am Abend war, hat man uns zur Überwachung gleich dortbehalten. Wie zu erwarten, war nichts gewesen! Die Ärzte waren sogar sehr erfreut über die kleine und quicklebendige Susanna!
Ich will Dir keine Angst machen, sondern eher Vertrauen geben. Erstens: Du hast Reflexe, die Dich sehr schnell reagieren lassen. Zweitens: Klar ist Winter, aber ich bin an einem herrlichen Abend umgefallen. Dank der dicken Tragejacke und meiner schnellen Reflexe ist nichs passiert. Du hast ja momentan auch eine dicke Jacke an....

Und drittens: Leben an sich ist gefährlich. Das Überqueren einer Strasse ist sehr wahrscheinlich gefährlicher als die Gefahr eines Sturzes mit umgebundenen Kind.
Viertens:
ich war gerade mit lucie und mina im schlepptau auf dem schlitten unterwegs, erstaunlich sicheren schrittes
Eben!
Geniesse den Winter und das Tragen!
Dorothea
hausgeburtserprobte, langzeitstillende und kinderwagenfreie Mutter von Eva Sophia (Mai 2002) und Susanna Martina (Sept. 2004)
Trageberaterin