mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

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shina
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von shina »

An meiner Freundin sehe ich dass das ganze auch eine Sache der Einstellung ist. Als Luca damals so viel geweint hat und sich nie ablegen lies bin ich an meiner Situation und an dem Schlafmangel total verzweifelt. Und ich bin auch nciht der Typ der nach außen hin normal tut sondern unser Umfeld wußte wies bei uns aussieht. Meine Freundin hat nun auch so ein Baby und geht damit ziemlich cool um. Sie meint dann dass Babys nunmal so sind, bindet die Kleine ins Tuch und sagt irgendwann wirds schon besser. Das bewundere ich und hab mich ehrlich gesagt gestern ein kleines bisschen besser gefühlt als sie am Telefon ziemlich angenervt meinte "Boah jetzt schreit sie schon wieder".....

Aber die ganze Klamotte alleinerziehend ist dann echt nochmal eins obendrauf. Ich wünsche euch dass es ganz bald besser wird.
LG Sandra mit 3 Kids
coriandoli
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von coriandoli »

Hallo Rica,
wenn ich Deine Zeilen lese, könnte ich meinen, jemand beschreibt meine Tochter in diesem Alter :-)
Sophia ist unser zweites Kind und ich dachte vor der Geburt, ich wäre eigentlich mit meinem zu Beginn sehr schlechtschlafenden und "ich-will-alle-halbe-Stunde-an-die-Brust"-Sohn bestens gerüstet - von wegen. Die Kleine hat ständig geweint, meist auch im Tuch, was das Tragen leider auch sehr anstrengend machte, wurde dauergestillt, schlief, wenn überhaupt, nur auf meinem Bauch usw.. Ich war so verzweifelt, weil ich anfangs dachte, ich mache irgendetwas falsch. Es war schlimm zu sehen, wie unwohl sich das Baby dauernd fühlte, und nichts dagegen tun zu können. Gegen Abend haben wir oft stundenlang im Bett gelegen, Sophia immer an der Brust, damit sie nicht schreit. Wie oft habe ich mir gewünscht, einfach mal eine halbe Stunde kein Kind an meinem Körper zu haben. Ich liebe die Kleine, aber damals gab es Moment, in denen ich die ständige Nähe nicht mehr ertragen zu können glaubte. Ich habe bei meinem Großen immer alles nach "Instinkt" getan, gestillt, getragen, Bedürfnisse befriedigt und das gute Gefühl gehabt, dass es richtig ist, bei Sophia aber war ich so unsicher durch das ständige unglückliche Weinen, dass ich anfing das Vertrauen in meine "Methoden" zu verlieren. Dann bekam sie auch noch mit zwei Monaten chronische Bronchitis
Besser gefühlt habe ich mich dann, als ich nach dem Lesen des Sears-Buches begriffen habe, dass mein Kind einfach so ist wie es ist, und sein Verhalten nichts mit mir oder mangelnder Zuwendung zu tun hat. Ich habe ihr alles gegeben, was in meiner Kraft steht - mehr geht einfach nicht. Nachdem ich das so akzeptieren konnte, wurde ich auch viel entspannter. Ich hatte ja auch noch unseren Sohn, der unter der Situation gelitten hat und in er Zeit viel zurückstecken musste.
Aber: es wurde sukzessive besser! Heute ist Sophia 15 Monate alt, quietschfidel, fröhlich, schläft sehr gut, ist sehr selbstbewusst, weiß genau, was sie will und äußert das auch. Sie ist immer noch "anstrengender" als ihr Bruder, aber hat eben auch einen anderen Charakter. Keiner, der sie heute erlebt und sie nicht die ersten Monate kannte, will mir glauben, wie schwierig und kräfteraubend die erste Zeit mit ihr war. Und ich bin der festen Überzeugung, man kann dem Verhalten solcher Kinder nur mit Geduld und absoluter Bedürfnisbefriedigung begegnen (also als Babys, mittlerweile gibt's natürlich schon auch Neins). Man kann ihr Verhalten ohnehin nicht ändern, aber ihnen Sicherheit und Geborgenheit geben. Sie brauchen einfach von allem ein bisschen mehr.
Vielleicht hilft es Dir ein bisschen zu wissen, dass die Situation sich verbessert - früher oder später.
Ich wünsche Dir noch viel Kraft und Geduld mit Deinem Sohn - er wird Dir Deine Fürsorge sicher um das tausendfache zurückgeben :-)
Liebe Grüße, coriandoli
Rica
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von Rica »

man braucht immer mal wieder die bestätigung, das sich all die mühen und opfer lohnen und solche berichte geben einem kraft durchzuhalten.

danke
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Caro die Heldin
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von Caro die Heldin »

Das Buch von Sears habe ich nicht gelesen, aber vielleicht sollte ich es mal den Menschen empfehlen, die sich hinter meinem Rücken denken, ich verwöhne mein Kind.
Mein Ben war /ist auch so, genau wie du es beschrieben hast. Ein seeeehr liebebedürftiges Kind. Heute ist mir der Geduldsfaden gerissen und ich bin aufs Klo, ohne ihn mit zu nehmen. Mittlerweile kann er krabbeln, und ich war erstaunt, er wollte erst los weinen, kam mir dann aber motzend hinterher, woraufhin ich danach beschloss, unter die Dusche zu springen (was sonst auch gar nicht geht, weil er dann weint :roll: ) - er hat es ganz gut mit gemacht, motzend zwar, aber nicht mehr weinend! - Du siehst, es wird besser!!!
Bis er 3 Monate alt war hat er NUR auf meiner Brust geschlafen, musste ihn stundenlang in den Schlaf tragen, keine Sekunde konnte (kann) man ihn alleine lassen. Aber er hat aufgehört so stark zu fremdeln und wird immer aufgeschlossener.
Hilfe habe ich auch (fast) keine, mein Mann arbeitet 60 Stunden in der Woche und da klebt Ben 24 Stunden lang an mir. Aber das will ich jetzt auch ändern!
Ich glaube, für dich ist es wichtig, dir Hilfe zu suchen, und frühzeitig eine 2. oder mehrere Bezugspersonen zu suchen. Jemand anderes, den das Kind mit der Zeit kennen lernen kann.
Ich weiss, manchmal kann man nicht mehr, aber es geht immer irgendwie weiter, und du machst alles richtig, vergiss das nie!
(Ach, und sch*ß auf die Anderen, die haben keine Ahnung von deinem Kind!)
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Bettina
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von Bettina »

Rica hat geschrieben:KISS kann ich ausschließen, da keines der Symptome drauf hin weist. Andere Erkrankungen wurden bis jetzt nicht festgestellt und alle U's waren zufriedenstellend.
Na ja, ich hätte auch schwören können, dass ich bei Lisa KISS ausschließen konnte, weil NICHTS darauf hinwies, AUßER den Sachen, die Du von Deiner Kleinen beschreibst.
...und sie hatte trotzdem KISS, ganz winzig bischen nur und NACH der Behandlung wurde sie dann innerhalb von 1,5 Jahren "normal". Dies hat leider so lange gedauert, weil sie eben erst mit 3,5 Jahren behandelt wurde und ohne ihre Schreibabyschwester wäre ich nie im Leben zum KISS-Doc gefahren.
Liebe Grüße
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von mamama »

@Rica: Erst mal "Hut ab", dass Du Dich so bemühst, Deinem Kind alles zu geben, was es braucht. Ich habe hier auch so ein Exemplar (die Grosse) und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man das allein schafft!

Für mich war das Tragen auf dem Rücken eine riesengrosse Erleichterung. So konnte ich endlich mal was erledigen (Kochen, Wäsche waschen, Toilette etc.) ohne dass mein Kind weinen musste. Ich habe das leider erst viel zu spät so richtig entdeckt. Wir hätten uns so viele "Schreimomente" ersparen können... Du schreibst ja, dass Du trägst, hast Du es denn schon mal mit dem Tragetuch auf dem Rücken probiert? Oder toleriert Dein Kind das Tragetuch nicht? Melde Dich doch mal hier im Trageforum, wenn Du da Probleme hast. Dort wird Dir garantiert weitergeholfen!

LG Anita
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von Rica »

mitlerweile trage ich sie sehr viel auf dem rücken im bondolino (tuch trau ich mich immernoch nicht). allerdings geht es nur, wenn ich merke, das sie müde wird. dann sitzt sie auch meist still. aber wenn sie putzmunter ist, dann will sie zappeln, was eingebunden nicht geht und dementsprechend wird sich dann auch beschwert. :roll:
somit bin ich den ganzen tag damit beschäftigt sie bei laune zu halten, mal im liegen, mal im sitzen, mal auf mir drauf.
babywippe geht auch nur ein paar minuten, spieltrapez auch, eigentlich gibt es nichts - außer mir selber - womit ich sie etwas länger beschäftigen könnte ...

nun, ich will mich nicht beschweren, mein leben war vorher nicht besser oder interessanter und ist eher durch mein mäuschen sehr bereichert worden. so schwer es mit ihr auch ist, aber die selbstaufgabe lohnt sich durch die vielen kleinen momente ... ein lächeln ... ein jauchzen ... ein sehnsuchtsvoller blick nach der mama ... ein genüssliches schmatzen an der brust und ein zufriedenes grinsen danach - das alles kann man nur bekommen wenn man sich seinem kind hingibt, es liebt und akzeptiert wie es ist :knutsch
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Twinkle&Emily
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von Twinkle&Emily »

Hey Rica, du hast ja echt ´ne tolle Einstellung!!
Glaube mir: Ich weiß genau, was du "mitmachst" Emily ist nun fast eine Jahr alt und sie ist ebenfalls sehr anhänglich und "beansprucht" (bitte nicht falsch verstehen) mich ebenfalls 24 Stunden. Wir beide sind auch alleine. Meine Familie und Freunde wohnen ganz schön weit weg und von Emy´s Daddy kriege ich auch keine Unterstützung. Sie weint sobald ich aus ihrem Sichtfeld verschwinde und möchte ständig auf meinem Arm/Schoß sein, bzw. im Tuch oder Sling.
Bite sehe meinen Text nicht als Entmutigung an, nach dem Motto "es dauert noch soooo lange, bis es besser wird..." sondern als Mitgefühl einer, die das Thema nur zu Genüge kennt.
Hast du Menschen in deiner Umgebung die hinter die stehen oder dir deine Prinzessin mal für ein paar Minütchen abnehmen können? Wann hast du das letzte Mal gebadet oder MIT RUHE geduscht? (ich frage das, weil ich jeden morgen nur ausnahmsweise ganz kurz duschen gehen kann, wenn wir Sichtkontakt halten können und mir kaum Zeit für´s rasieren bleibt... *arg*)
Was mir aufgefallen ist, das das eigentliche Problem noch nicht mal da liegt, das das Kind so ist wie es ist, sondern das das Umfeld Druck macht, weil man sein Kind ja zu viel (mit Liebe) verwöhnt.
Wie gesagt, ich habe auch so ein kleines rund-um-die-Uhr-an-Mama-klebe-Baby und ich finde es toll, das du diese Einstellung hast und genau auf die Bedürfnisse deines Babys eingehst. Ich finde diesen Weg genau richtig und gehe mit!!
Ganz lieben Gruß
Sonnige Grüße von der dauermüden & stilldementen Claudia (die nur noch alle paar Wochen mal stillt)
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Marc, bzw. seine Angebetete - verzweifelt gesucht
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kja1985

Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von kja1985 »

Hallo,

ich habe zwei aufwandsintensive Kinder. Madita war ein Schreibaby mit nach wie vor sehr niedriger Frustrationstoleranz und daraus resultierend von klein auf heftigen Protestattacken (wie auch immer geartet). Der Kleine ist "nur" ein 24 Stunden Baby. D.h. ist stille seit sieben Monaten fast immer mindestens zweistündlich, natürlich auch nachts. Wenn er wach ist hab ich ihn zu 90 Prozent auf dem Arm oder auf dem Rücken. Er ist auch ein kleiner Zappler, der sich ständig bewegen möchte.
Wenn ich nicht meinen Mann hätte, der manchmal mit dem ein oder anderen Kind etwas unternehmen würde (neuerdings manchmal sogar mit beiden auf einmal) fände ich es auch ganz schön krass. Aber so hab ich Gott sei Dank immer kleine Ruhepausen im Alltag um es dann wieder ne Zeit lang zu packen.

Ich wünsch dir viel Kraft :-)
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Robo-mami
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Re: mein besonders liebebedürftiges/sehr anstrengendes Baby

Beitrag von Robo-mami »

ICh hab jetzt nicht alle Beiträge gelesen, aber sehr viele bis alle werden dir sicherlich das gleiche geschrieben haben.

Mach so wieter wie du es meinst, es wird sich mit der Zeit ändern. Der große war ein Shcreikind und ich durfte mich nicht mal umdrehen. Ohne das es Theater gab. Wir waren mindestens einmal die Woche beim KiA, damit ich auf Nummer sicher war das nichts ist. Egal was wer sagt in deinem Umfeld, du mußt immer nach deinem Bauchgefühl gehen, nur so mahcst du es für euch richtig. Wir haben damals das alles nicht gewußt und mit dem Medium des Netzes kannte ich mich da auch ncoh nicht so aus, das ich mir hätte da Hilfe holen können. Deswegen haben wir genau das gemacht was die anderen um uns rum so für gute Ratschläge abgegeben haben. Was dazu führte, das es noch mehr Probleme gab. :(

!!!!!Mach was dein Bauch sagt, das ist für euch das richtige!!!!!!!
Licht und Liebe Robo-mami

Ps: meine Leertaste klemmt leider ab und an.
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