... ich glaube, ich gebe auch mal meinen Senf zum Thema "nicht lesenswerte Bücher" dazu
Ich habe das Buch "JKKSL" von einer Bekannten in der Schwangeschaft ausgeliehen bekommen. Ich habe es zwar nicht komplett gelesen, aber das, was ich gelesen habe, fand ich gar nicht so unlogisch.
Denn es zeigt sehr gut, was wir als Eltern im Bezug auf Schlafgewohnheiten unserer Kinder alles falsch machen können und womit wir unseren Kindern das Einschlafen vergraulen können.
Ich habe das Buch selber nicht, kann deswegen nicht zitieren, aber es geht im Grunde um die "Macht" der Rituale.
Jetzt mal Hand aufs Herz, hat nicht jede(r) von uns ein gewisses Einschlafritual? Von mir kann ich nur sagen, daß wenn ich die Zähne geputzt habe, das Schlafhemd angezogen habe, in mein Bett geschlupft bin, mich an meinen Mann gekuschelt habe (gehört zum Ritual unbedingt dazu

), den heutigen und den morgigen Tag in Gedanken durchgegangen bin, dann spühre ich förmlich, wie mein Körper sich entspannt und sich auf den Schlaf freut. Ich weiß auch wie das ist, wenn eine der wichtigsten "Zutaten" fehlt (z.B. wenn mein Mann auf Dienstreise ist) und man sich stundenlang im Bett wälzt... Deswegen war es für mich nur einleuchtend, daß wir bei den Kindern auf einfache und überall durchführbare Einschlafrituale achten sollen. Ich sehe nämlich genug Abschrekbeispiele in meiner Umgebung: es geht vom (fast schon obligatorischen) "Im-Auto-Rumkutschieren" über "mit dem Kind auf'm Arm im Garten rumlaufen" bis zu "Im Elternbett halbe Stunde mit dem Fön bepusten"

. Tja, und man kann sich ja ausmalen, was passiert, wenn der Mann mit dem Auto unterwegs/das Wetter schlecht/der Fön kaputt ist. Und das Kind ist natürlich die erste Person, der ich damit den "Bärendienst" erweise und die im Endeffekt darunter leidet.
Das war im Grunde das Wichtigste, was ich dem Buch entnommen habe. Daß das Buch als "Passierschein" fürs "Kind im Bett schreien lassen" gesehen wird, habe ich erst später erfahren und kann es persönlich nicht nachvollziehen. In meinen Augen ist die Verantwortung dafür eher bei den Eltern als beim Buch zu suchen... Übrigens finde ich den Titel des Buchs auch nicht sehr glücklich gewählt, denn die Formulierung "schlafen lernen" hat etwas erzwungenes an sich und schlafen kann man ja bekanntlich nicht erzwingen...
Das Buch, bei dem ich persönlich ein "Mißbrauchspotential" sehe, ist "Oje, ich wachse".
Sorry, muß jetzt abrechen: der Pekip-Kurs steht an. Werde mich später nochmal melden.
Liebe Grüße,
Galina