fördern, unterfordern oder überfordern ?

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milkshake
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fördern, unterfordern oder überfordern ?

Beitrag von milkshake »

hallo ihr lieben :D

an keinem anderen ort als hier könnte ich mir vorstellen so schön zu fragen oder gar zu lästern :twisted: wie hier :D

also: emilys papa lebt ja in den usa, d.h. wir sind eine einelternfamilie hier, und da der papa ein "brainiac" ist (oder sein möchte :lol: ) legt er super viel wert auf eine möglichst frühe akademische laufbahn. am besten noch in der wiege!

jetzt schlug er mir vor ich solle emily das lesen beibringen (sie wird ja immerhin schon 3), denn selbst barack obama wäre ja im alter von 4 jahren von seiner mutter morgens um 5 uhr aufgeweckt worden um das lesen zu lernen, bevor sie zum job und er zum kiga ging. somit erklärt sich dann seine jetzige erfolgreiche laufbahn durch das frühe lesen! (achtung: ironie :lol: )

naja, da ich ja etwas alternativer "angehaucht" bin versuche ich des öfterem ihm zb das waldkiga-konzept von emilys kiga zu erklären. pustekuchen. :roll:

es geht mir jetzt nicht um die frage ob sich der papa einmischen soll/darf (die letzte kontrolle habe ja ohnehin ich), sondern eher darum wer konkret frühförderung mit seinem kind betreibt(e) und mir erfahrungswerte dazu nennen kann. ich bin nämlich der meinung dass emily ein "normal" intelligentes kind ist (ihre derzeitigen interessen liegen ganz klar im musikalischen!) das man nicht "drillen" muss. schule kommt wenn die zeit reif ist.

was denkt ihr darüber?

danke!
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samuraikid
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Re: fördern, unterfordern oder überfordern ?

Beitrag von samuraikid »

ehrlich gesagt, find eich es sehr übertrieben, sein kind um 5uhr morgens aus dem bett zu holen, um ihm das lesen beizubringen. auch wenn mr obama nun präsident ist, das ist sicherlich nicht durch die frühförderung im lesen passíert :mrgreen: ich persönlich denke, dass man kinder ruig fördern sollte, aber dem alter entsprechend. so, wenn deine emily nun musikalische richtungen einschlägt, dann förder sie da, aber zwäng es ihr niemals auf,d enn das geht meistens nach hinten los und ich finde eltern, die ihre kinder in die richtung drängen, die sie gerne eingeschlagen hätten, aber nicht durften oder ähnliches, nicht so dolle.
ich mache kampfsport und trainiere auch kindergruppen und allzu oft hatte ich eltern am rand stehen, die immer so super gemeinte tipps wie " nun mach dies oder siehst du denn nicht, wie das funktioniert " usw. bis mir fast die hutschnur geplatzt ist und ich sie rausgeschickt habe, weil das kind auf der matte anfing zu weinen. sorry, aber das geht gar nicht und würde ich auch sicherlich NICHT fördern. die kinder sollen kinder sein und nicht erwachsene. groß werden sie noch früh genug
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duduja
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Re: fördern, unterfordern oder überfordern ?

Beitrag von duduja »

Grins.....NEIN ich fürdere meine Kinder nicht extra!!!!! Ich singe mit ihnen, backe mit ihnen, lese ihnen was vor, erkläre ihnen Buchstaben, wenn sie mich fragen, geh mit ihnen auf den Berg und an den See....und fertig! Die kriegen in der Schule noch so viel Druck, da sollen sie wenigstens jetzt noch Zeit zum Kindsein haben!!!

Ich hab übrigens auch meinen hochbegabten Sohn nicht extra gefördert....falls das jemanden hier beruhigt :mrgreen: Der hat nämlich beim Asterix-Hefte anschauen das Leben gelernt, fragt mich aber bitte nicht, wie das geht....und mein Dritter WOLLTE mit 5 Jahren lesen lernen....und kam jeden Abend von selbner an, um zu üben.....
Und sollte ich jetzt vielleicht ein Problem haben, weil mein Ältster NICHT aufs Gymi geht? Dafrü hat er nächstes Jahr ne Lehrstelle und hat die Leitungen zu seinem renovierten Dachboden selber verlegt, mit seinen 16 Jahren.....das kann ich auch mit Abitur nicht, weil ich von Elektrik keinen blassen Schimmer hab 8)

Was ich nur so seltsam finde, ist, dass Bildung für Viele alleine als das gilt, was man lernen kann.....aber die Herzensbildung, auf die es im Leben WIKRLICH ankommt zählt nicht.....
Liebe Grüße, Duduja - und die wilde SIEBEN mit 20, 22, 24, 26, 29, 31 und 33 - plus zwei Sternenkindern
Und einem Enkelkind :)

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Daria
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Re: fördern, unterfordern oder überfordern ?

Beitrag von Daria »

Mein Vater hat "sowas" mit mir gemacht...ich konnte, lesen, rechnen und schreiben bevor ich zur Schule kam. Und zwar nicht nur, weil ich neugierig war und das gerne wollte (in diesem Fall finde ich es okay, auf's Kind einzugehen und zu lehren).

In der Schule hab ich dann die ersten Jahre nur Mist gemacht und war sehr auffällig - wofür ich dann zu Hause auch wieder Ärger bekommen hab. Naja, das zog dann noch so einiges andere nach sich...

Fazit: Ich würde nur sehen, wofür sie sich interessiert und das dann vertiefen. Es kommt doch eh alles vom Kind und da sollten wir anfangen und sie dort abholen und daraus dann was backen :wink:
Man kann ja spielerisch an Zahlen und Buchstaben ranführen, aber meist interessieren sich die Kinder ja eh irgendwann von selbst dafür, auch schon vor der Schule.
Viele Grüße von Daria mit Theo (02/08), Lotti (12/09) und Flora (07/12)
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Captainsparrow

Re: fördern, unterfordern oder überfordern ?

Beitrag von Captainsparrow »

Das würde ich nicht machen, wenn das Kind es nicht einfordert. Ich meine, welchen Vorteil hat man dadurch????
Dass das Kind in die Grundschule kommt, die erste oder zweite Klasse überspringen soll da es vom Wissen her weiter ist aber nicht vom Rest?? Dann sitzt so ne kleine Maus mit Kindern in einer Klasse die wesentlich älter sind und auch Reifer (und ich dem alter ist ein Jahr ne Menge!!)
Für Eltern hochbegabter Kinder kann diese Diskrepanz zwischen Wissen und Reife ja schon ein echtes Problem sein, das muss man doch als Eltern durchschnittsbegabter Kinder nicht noch herausfordern.
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milkshake
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Re: fördern, unterfordern oder überfordern ?

Beitrag von milkshake »

danke ihr 4 für eure antworten. ihr sprecht mir aus der seele :mrgreen:
chrissi hat geschrieben:Für Eltern hochbegabter Kinder kann diese Diskrepanz zwischen Wissen und Reife ja schon ein echtes Problem sein, das muss man doch als Eltern durchschnittsbegabter Kinder nicht noch herausfordern.
das find ich jetzt etwas "unnett" ausgedrückt. ich finde emily durchaus in einigenn überdurchschnittlich begabt :mrgreen: aber eben was zb zahlen oder buchstaben angeht konnte ich jetzt noch keinen 2. einstein in ihr entdecken und deswegen auch die hinterfragung des sinns des frühen lesenlernens :wink:

für mich hat lernen immer auch mit spaß zutun! ich habe die schule geliebt, aber ich habe auch meine kleinkindzeit geliebt, in der ich toben und spielen durfte!

es nervt mich halt dass der papa ständig darauf rumhackt was sie kann und nicht das mal erwähnt was sie zb mag. letztens sang er ihr das abc am telefon vor, ich konnte mich echt nicht mehr halten und emily meinte auch nur "papa singt da was...." :lol:

in den usa ist es ja usus dass kinder oft den abc-song können bevor sie überhaupt sprechen! also so ab 1,5 jahren!
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Kaluso
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Re: fördern, unterfordern oder überfordern ?

Beitrag von Kaluso »

Wenn Dein Kind lesen möchte, dann wird sie es auch ihrem Vater gegen über deutlich machen.
Vorher würde ich da gar nichts machen oder üben.
Unsere Tochter hat jetzt mit vier Jahren mit Lesen angefangen, aber von sich aus :wink:
Liebe Grüße von Kaluso
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Seerose
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Re: fördern, unterfordern oder überfordern ?

Beitrag von Seerose »

whoopsy2006 hat geschrieben:legt er super viel wert auf eine möglichst frühe akademische laufbahn. am besten noch in der wiege!
Ich steh dem sehr skeptisch gegenüber, ohne fachliche Argumente, reines Bauchgefühl. :wink:
jetzt schlug er mir vor ich solle emily das lesen beibringen (sie wird ja immerhin schon 3),
Dem steh ich noch skeptischer gegenüber. Das Thema "Beibringen" kommt m. E. erst in der Schule zum Tragen. Die Kinder lesen von alleine, wenn sie soweit sind bzw. Spaß dran haben. Und selbst hier find ich nicht gut, wenn sie zu früh damit anfangen. Mailin fing mit 2 (vor nem knappen Jahr) damit an Buchstaben von Leuchtreklamen zu lesen, also "E" von Edeka oder bei Apotheke kam sie bis "APOT". Sie hatte so Holzbuchstaben zum Spielen und ich beschloß dann diese wegzupacken. Bestimmt werden jetzt welche denken, so ein Blödsinn, warum denn dem Kind etwas verwehren wo es anscheinend Spaß dran hat? Weil ich es einfach nicht für notwendig halte, daß sich ein 2jähriges Kind mit Lesen beschäftigt. Ich hab's ihr ja auch nicht verboten, sondern schlichtweg die Buchstaben weggepackt und das ganze geriet ein bißchen in Vergessenheit. Jetzt schreibt sie vielleicht mal nen "A" oder ein "M" auf eine Tafel, aber das ist auch alles. Natürlich hat das ganze mit meiner eigenen Vergangenheit zu tun, denn da ich überaus früh lesen und schreiben konnte, hab ich mich in meinem Leben nie mehr so gelangweilt wie in den ersten vier Grundschuljahren. (Und dies hat mir nachhaltig geschadet :roll: )

Also kein Problem, wenn jetzt 3 oder 4jährige mit Lesen und Schreiben anfangen, aber das sollte von alleine kommen bzw. man sollte zumindest nicht mehr tun als Fragen zu beantworten. Und zugegeben, man kann's ja auch nicht verhindern. Die Allerkleinsten sitzen heutzutage am PC, wenn die Mutter mal kurz auf'm Klo ist und schreiben diverse Buchstaben auf der Tastatur. :lol:
denn selbst barack obama wäre ja im alter von 4 jahren von seiner mutter morgens um 5 uhr aufgeweckt worden
Abgesehen von der Weckzeit ( :shock: ) und der zweifelhaften Förderung möcht ich sehr hoffen, daß aus meiner Tochter kein weiblicher Obama wird. :wink:
ich bin nämlich der meinung dass emily ein "normal" intelligentes kind ist (ihre derzeitigen interessen liegen ganz klar im musikalischen!) das man nicht "drillen" muss. schule kommt wenn die zeit reif ist.
Da sind wir uns einig. :wink:

Wobei, wenn Du sagst, ihre Interessen liegen in der Musik, dann spricht ja nichts dagegen irgendwas in dieser Richtung zu machen.

Aber selbst in dem Bereich bin ich überaus vorsichtig. Ich hatte ja hier kürzlich auch mal angefragt wegen Instrument spielen oder Ballett. Hab halt dann immer so Extrembeispiele von Kindern im Kopf mit so leidlich gestörten Eltern (man kennt ja so Turnereltern oder Eiskunstlaufeltern, ein Graus.. :roll: :? ).
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Liebe Grüße,
Seerose
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milkshake
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Re: fördern, unterfordern oder überfordern ?

Beitrag von milkshake »

ich denke auch dass ich einfach warten werde bis töchterchen selbst interesse zeigt. sie freut sich jetzt darüber wenn ich ihren namen auf die tafel schreibe und will das auch nachmalen, aber dass sie z.b. draussen irgendwas liest ist mir nie aufgefallen.

zum glück lebe ich mit dem papa nicht zusammen, denn wir haben sehr konträre ansichten bezüglich bildung und erziehung. ich vertrete das waldorf-prinzip, das ein kind durch abgucken lernt und das ist es auch was ich im alltag bemerke! ich denke nicht daran mich jetzt gezielt mit ihr hinzusetzen und buchstaben zu lernen oder zahlen. wir haben ein abc-puzzle das sie liebt, dadurch kann sie das abc jetzt ungefähr zur hälfte. zählen kann sie ungefähr bis 15. ich finde das ok so.

@seerose

generell stimme ich mit dir überein, allerdings finde ich dass du vielleicht versuchen könntest dein eigenes "lern"trauma in den hintergrund zu stellen um deiner tochter eine freie entfaltung zu ermöglichen. versteh mich nicht falsch, du bist halt bemüht sie nicht unter druck zu setzen, aber unterforderst du sie dann nicht ein bisschen? nur ein gedanke, hoffe du bist mir nicht böse.
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Re: fördern, unterfordern oder überfordern ?

Beitrag von kittiefred »

jetzt kommt die extremste meinung zum thema ;):

ich glaube kinder brauchen gar keine förderung, im sinne von aktiver beeinflussung von aussen. sie brauchen eine ihnen freundlich gesinnte umgebung. und ein paar negative faktoren wie dauerberieselung durch die flimmerkiste sollte man vermeiden.

und auch was die schule angeht... am liebsten würde ich meinen sohn auf eine sudburyschule gebeben, und das auch nur weil in deutschland die bildungsverpflichtung des staates als schulanwesenheitspflicht für die kinder ausgelegt wird. ansonsten würde ich ihn zu hause all das lernen lassen was er möchte. und wenn er in eine schule gehen möchte kann er das natürlich, muss er aber nicht.

da wir aber hier weder das recht auf home- oder unschooling haben, noch eine gute sudburyschule, bleibt uns nur ihn vorerst an der schule in unserer strasse anzumelden. zum glück haben die wenigstens ein jahrgangsübergreifendes konzept... :cry:

meine eltern sind übrigends beide lehrer im staatlichen system und teilen meine meinung ;)

@whoopsy: du kannst dem ami-papa ja mal erzählen dass das lernen vom ABC, wegen der mitlaute bei den Konsonanten (Be, Ce, äF, äM), das spätere schreiben lernen erschwert ;)
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