Sandküste hat geschrieben:wonach Stillen nach dem 6. LM keinesfalls mehr den Eisenbedarf des Kindes decken kann und auch anderer Nährstoffe nicht mehr.
Ich hab den Link jetzt mal gelesen und ich finde ihn sehr interessant. Allerdings steht da nichts davon, dass der Eisenbedarf
keinesfalls mehr gedeckt ist. Auf S. 10 steht
The nutrient needs of full-term, normal birth weight infants typically can be met by human milk alone for the first 6 months if the mother is
well nourished (WHO/UNICEF, 1998). [Hervorhebung meine]
Das heißt übersetzt:
Der Nährstoffbedarf von ausgetragenen Kindern mit normalem Geburtsgewicht kann während der ersten 6 Monate normalerweise durch Muttermilch allein gedeckt werden, wenn die Mutter gut ernährt ist.
Da steht zwar nicht explizit, dass es oft auch länger gehen kann, aber es steht auch nicht da, dass nach dem 6.LM auf jeden Fall ein Eisenmangel entsteht. Ich weiß es jetzt nicht genau, aber mir kommt es nicht so vor, als wäre das was neues? Dass ab 6 Monaten aus diesen Gründen Beikost empfohlen wird, ist doch bekannt?
Hier ist der Abschnitt über Eisenmangel, da empfehlen sie für bei der Geburt besonders leichte Kinder sogar Eisentropfen. Bin keine Still- oder Ernährungsberaterin; ich kann mir aber vorstellen, dass das LLL und AFS ähnlich sehen (?):
Normal birth weight infants whose mothers had good prenatal iron status usually have adequate liver iron reserves, and thus the risk of iron deficiency before six months is low. Low birth weight infants are at much greater risk for iron deficiency, and for that reason it is advised that they receive medicinal iron drops beginning at 2 or 3 months of age (UNICEF/UNU/WHO/MI Technical Workshop, 1999). Infants of mothers with prenatal iron deficiency may also be at risk, even if their birth weight is normal. For prevention of iron deficiency among infants at risk prior to six months, complementary foods are not likely to be as effective as medicinal iron drops (Dewey et al., 1998; Domellof et al., 2001).
Die Übersetzung:
Kinder mit normalem Geburtsgewicht, deren Mütter in der Schwangerschaft einen guten Eisenstatus hatten, haben gewöhnlich ausreichende Eisenreserven in der Leber, und daher ein geringes Risiko vor dem Alter von 6 Monaten einen Eisenmangel zu entwickeln. Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht haben ein viel größeres Risiko einen Eisenmangel zu entwickeln. Deshalb wird empfohlen, dass ihnen ab 2 – 3 Monaten Eisentropfen gegeben werden [Quelle]. Kinder von Müttern mit Eisenmangel in der Schwangerschaft können auch dieses Risiko haben, selbst wenn das Geburtsgewicht der Kinder normal war. Vor dem Ende des 6. LM ist es unwahrscheinlich, dass Beikost genauso effektiv gegen Eisenmangel wirkt, wie Eisentropfen [Quelle].