Hallo liebe Stillende oder nicht-Stillende,
Mein 19 Monate alter Sohn und ich habe folgendes Dilemma: im ersten Jahr habe ich ihn zum Einschlafen nicht gestillt und er konnte mit Singen und Kuscheln/Brabbeln/Herumwurschteln gut und schnell einschlafen. Mit ziemlich genau 12 Monaten hat uns dann ein sehr intensiver Entwicklungsschub ereilt, während dem er dann das Einschlafstillen eingefordert hat. Anders ging es tatsächlich nicht und ich wollte ihn auch nicht wieder umhertragen, nachdem ich ihm wenige Monate zuvor mühsam angewöhnt hatte, tagsüber und nachts im (Familien-)Bett zu schlafen. Als es wieder etwas besser wurde mit dem Schub, habe ich ihn zum Einschlafen nicht mehr gestillt und das hat er auch mit etwas Protest akzeptiert. Wenige Wochen später waren wir im Urlaub auf einem Campingplatz, wo es abends sehr laut und zu seiner Schlafenszeit um 20 Uhr noch taghell war, sodass ich ihn etwas widerwillig wieder zum Einschlafen gestillt habe, weil das sonst nie etwas geworden wäre.
Um es kurz zu machen: jetzt, ein halbes Jahr später, stille ich ihn immernoch mittags und abends zum Einschlafen und natürlich ist es zu einem eingefleischten Bedürfnis bei ihm geworden. An sich ok, denn so schlief er bisher immer innerhalb von 5 bis 20 Minuten ein und ich konnte gehen.
Allerdings schläft er seitdem mittags nicht mehr durch und will nach 45 Minuten wieder in den Schlaf gestillt werden. Nervig, aber naja.
ABER:
Er hat seit seiner Geburt nachts ungeklärte Beschwerden, die dazu führen, dass er sich windet und den Rücken durchstreckt, laut jammert und oft davon aufwacht. Überall gewesen, Kinderarzt, Osteopath, kein Ergebnis.
Nun habe ich festgestellt, dass er beim Einschlafstillen anscheinend relativ viel Luft schluckt und diese dann in der Nacht drückt. Die letzten Nächte, in denen ich ihn nicht zum Einschlafen gestlllt habe, verliefen im Vergleich sehr ruhig. Es scheint da also ein direkter Zusammenhang zu sein. Deshalb möchte ich das ES gerne aufhören.
Seit 4 Abenden habe ich ihm tagsüber und abends erklärt, dass er immer Milch trinken kann, aber nicht mehr abends beim Schlafengehen. Dass wir dann kuscheln und was erzählen und er dabei gemütlich einschlafen kann. Am ersten Abend hat er ziemlich geweint und sich von mir weggedreht und ist dann verkehrt herum eingeschlafen, ich durfte nicht kuscheln, aber ihm die Hand streicheln und was singen. Am zweiten Abend ging es besser, da hat er kurz "künstlich" geheult und sich dann zu mir gekuschelt und ist eingeschlafen. Den Abend danach hatte er wahrscheinlich Zahnweh, jedenfalls konnte er im Bett nicht einschlafen, aber auf meinem Arm ging es dann ganz schnell.
Gestern Abend war es dann leider ganz schlimm. Erst ging es gut, ich habe ihn wie bisher auf dem Bett sitzend noch kurz gestillt und ihn dann hingelegt, er hat mit seinem Kuschelaffen gewurschtelt und erzählt, und irgendwann dachte ich, er schläft gleich, aber dann ging es los. Er fing an zu weinen und war durch nichts mehr zu beruhigen. Wir sind dann irgendwann aufgestanden und ich dachte, er hat vielleicht Schmerzen, deshalb habe ich ihm ein Nurofen-Zäpfchen gegeben. Das mache ich sehr selten, aber in schlimmen Zahn-Nächten schonmal. Danach wurde es allerdings nicht besser. Wir standen noch lange am Fenster, dort war er ruhig und hat rausgeschaut. Aber sobald es wieder ins Bett ging, fing das Drama von vorne an. Wasser trinken wollte er auch nicht. Irgendwann habe ich dann noch ein Pixi-Buch rausgeholt, das ca. 20mal vorgelesen und ihn zwischendrin irgendwann ins Bett gelegt. Dort ist er dann gegen 22.30 Uhr endlich eingeschlafen.
Wer diesen Roman bis hierher geleseb hat, versteht vielleicht das Problem:
Mein Sohn möchte das Einschlafstillen um keinen Preis aufgeben, aber seine nächtlichen Probleme verschwinden, wenn wir es lassen.
Was würdet ihr in meiner Situation tun? Ich bin mir auch nicht sicher, ob es gestern wirklich die Zähne waren. Er ist sehr willensstark und ich kann mir auch vorstellen, dass es reiner Protest war.
Ich habe mir überlegt, es heute nochmal zu probieren, und wenn es wieder so ein Geschrei wird, ihn wieder in den Schlaf zu stillen und es in ein paar Wochen nochmal zu versuchen. Er lässt sich übrigens von meinem Mann nicht mehr ins Bett bringen, seit er 12 Monate alt ist. Er schläft nur noch manchmal mittags in der Trage bei ihm, das klappt noch gut.
Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen und Ideen,
Liebe Grüße,
eccatan mit Matti 19M
Einschlafstillen abgewöhnen 19 Monate
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Re: Einschlafstillen abgewöhnen 19 Monate
Hallo eccatan,
leider kann ich nicht viel dazu beitragen, weil ich nicht stille, mag dir aber einen kurzen virtuellen Drücker da lassen (())
Ich kann mir schon vorstellen, wie kräftezehrend und nervig das für euch beide sein muss.
Das einzige, was mir dazu einfällt, außer Alternativen anbieten und eine Art neues Einschlafritual zu etablieren, fällt mir auch nicht ein. Aber das machst du bisher ja schon, mit mäßigem Erfolg.
In dem Fall befürchte ich, dass der Weg das Ziel sein wird, meint: Wenn du das ES wirklich, wirklich abgewöhnen willst, musst du das eisern durchziehen. Inklusive Aushalten, dass Matti es erstmal immer wieder doof finden wird. Klingt jetzt platt, aber da werdet ihr beide irgendwie durch müssen.
Im Übrigen glaube ich kaum, dass man Gewohnheiten immer "sanft" umstellen kann, ohne, dass Tränen fließen. Nicht nur beim ES.
Vielleicht hat hier jemand noch eine gute Idee und kann Erfahrungen mit dir teilen.
Ich drücke dir bzw. euch die Daumen und wünsche gutes Durchhalten!
leider kann ich nicht viel dazu beitragen, weil ich nicht stille, mag dir aber einen kurzen virtuellen Drücker da lassen (())
Ich kann mir schon vorstellen, wie kräftezehrend und nervig das für euch beide sein muss.
Das einzige, was mir dazu einfällt, außer Alternativen anbieten und eine Art neues Einschlafritual zu etablieren, fällt mir auch nicht ein. Aber das machst du bisher ja schon, mit mäßigem Erfolg.
In dem Fall befürchte ich, dass der Weg das Ziel sein wird, meint: Wenn du das ES wirklich, wirklich abgewöhnen willst, musst du das eisern durchziehen. Inklusive Aushalten, dass Matti es erstmal immer wieder doof finden wird. Klingt jetzt platt, aber da werdet ihr beide irgendwie durch müssen.
Im Übrigen glaube ich kaum, dass man Gewohnheiten immer "sanft" umstellen kann, ohne, dass Tränen fließen. Nicht nur beim ES.
Vielleicht hat hier jemand noch eine gute Idee und kann Erfahrungen mit dir teilen.
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mit MiniKay 04/25
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MrsKay
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Re: Einschlafstillen abgewöhnen 19 Monate
Was ich noch ergänzen wollte: Mit Aushalten meine ich nicht einfach weinen lassen! Dann natürlich trösten und begleiten.
Nicht, dass es falsch verstanden wird....
Nicht, dass es falsch verstanden wird....
Wie ist denn der zweite Versuch gelaufen? Ging es besser?eccatan hat geschrieben: 01.12.2025, 13:25 Ich habe mir überlegt, es heute nochmal zu probieren, und wenn es wieder so ein Geschrei wird, ihn wieder in den Schlaf zu stillen und es in ein paar Wochen nochmal zu versuchen.
mit MiniKay 04/25
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sutnahpele
- alter SuT-Hase
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- Registriert: 28.08.2011, 00:21
Re: Einschlafstillen abgewöhnen 19 Monate
Vielleicht drückt ihm nachts die Blase? Hast du mal versucht, ihn abzuhalten, wenn er unruhig ist? Die Haltung hilft auch gut, um ggf. die Luft im Bauch loszuwerden.
Zum Einschlafen ohne Stillen habe ich keine Tipps, das hat hier bei keinem Kind in dem Alter funktioniert.
Zum Einschlafen ohne Stillen habe ich keine Tipps, das hat hier bei keinem Kind in dem Alter funktioniert.
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