Allergische Proktokolitis und Beikost

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LeKe411
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Allergische Proktokolitis und Beikost

Beitrag von LeKe411 »

Hallo liebe Mamis,

wir haben nach einigen Monaten nun die Diagnose allergische Proktokolitis bekommen. Unser Sohn, fast 6 Monate alt, reagiert vor allem dann mit blutigen Stühlen, wenn ich Weizen und Milchprodukte esse, Soja und Ei stehen auch noch unter Verdacht, Sulfite sind auch nicht so super. Entsprechend lasse ich das alles gerade weg, mittlerweile seit ca. 3 Monaten in der Kombination und es hat sich deutlich gebessert, Blut haben wir nur nach bei hoher Stuhlfrequenz, z.b. in Clusterphasen.

Nun steht der Beikoststart an und wir haben so viele unterschiedliche, gegensätzliche Meinungen, dass wir gerade nicht mehr wissen wo oben und unten ist. Unsere Hebamme warnt uns davor Allergene später erst einzuführen, da dies ja mit späteren Lebensmittelallergien assoziiert wird. Unsere Ärztin plädiert für eine min. 6 monatige Allergenkarenz zumindest was die auslösenden Allergene angeht und dann ganz kleinschrittig zu starten. In Fachartikeln haben wir gelesen, dass bei gleichzeitigen Hautproblemen (die kamen allerdings erst jetzt dazu), solle man sogar Allergene stationär in der Klinik einführen....

Ich bin nun einfach auf der Suche nach Erfahrungsaustausch, hab schon alle Beiträge hier im Forum gelesen die ich über die Suchfunktion finden konnte. Haben sich bei euren Kindern Allergien entwickelt? Wie seid ihr bei der Beikost vorgegangen?

Ich bin wirklich um jede Erfahrung dankbar 💚
Sommermama2017
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Re: Allergische Proktokolitis und Beikost

Beitrag von Sommermama2017 »

Hallo und herzlich Willkommen,

das klingt ja echt heftig bei euch.

Ich weiß nur bzw meine zu wissen, dass "späte Allergeneinführung und dann Allergie" wohl DESWEGEN korreliert, weil "später" eher schon abgestillt wurde.
Wenn du es einrichten kannst, wäre es also gut, wenn du noch stillst, wenn die Allergene dann mal irgendwann getestet werden.
Und "6 Monate Karenz" und ihr habt schon 3 Monate hieße dann mit ca 9 Monaten probieren? Das ist ja dann noch im 1. Lebensjahr, das ist glaube ich ganz gut...
Ansonsten habe ich leider keine Erfahrungen zum Beisteuern.
Je nachdem wie stark die Hautprobleme sind/werden, wäre mir wahrscheinlich auch sogar die Klinik lieber...

Viel Erfolg.
Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und A. 01/21
LeKe411
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Re: Allergische Proktokolitis und Beikost

Beitrag von LeKe411 »

Danke für deine Antwort! Ich mag auf jeden Fall so lange stillen, wie es unser Sohn mag. Der erste Arzt meinte wir werden die Allergene nie finden und ich soll sofort abstillen. Da war er gerade mal 3 Wochen alt.
Vielleicht hat auch eine Stillberaterin noch eine Idee? Wie verhält sich das mit der Allergeneinführung bei "langem" Stillen? Trotzdem sollte man spätestens doch nach 6 Monaten damit beginnen oder?

Danke schonmal 💚
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Sabina
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Re: Allergische Proktokolitis und Beikost

Beitrag von Sabina »

Meine Tochter hat als Stillbaby und später im Beikostalter ganz heftig auf tiermilch- und sojahaltige Produkte reagiert und hatte oft viel Blut in der Windel. Selbstverständlich haben wir daeauf soweit möglich verzichtet. Mittlerweile ist sie 7 Jahre alt und kann milchhaltige Produkte essen ohne Bauchschmerzen zu haben o.Ä. Nur die Haut ist immer noch empfindlich. Deshalb schauen wir, dass sie ihr Müsli zum Frühstück mit Pflanzenmilch nimmt, nicht zu viel Tofu o.Ä. isst, die Pflegecreme nicht auf Sojabasis ist usw. Käse, Sahne etc. gehen aber problemlos. Ich glaube wir haben einfach im Babyalter komplett verzichtet und danach einfach immer mal wieder ausprobiert, was geht.
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Re: Allergische Proktokolitis und Beikost

Beitrag von Theolino »

Ich schau, ob ich es heute Abend schaffe Dir zu antworten.
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Re: Allergische Proktokolitis und Beikost

Beitrag von Theolino »

Da habt ihr schon einiges gemeinsam durch. Mein aktueller Stand zu Beikosteinführung bei allergischer Proktollitis ist, wenn das Wiedereinführen der Allergene bei der Mutter erneut zu Problemen führt, wie es ja bei Euch zu sein scheint: "sollte das in Verdacht stehende Nahrungsmittel aus dem Speiseplan der Mutter (und des Kindes) gestrichen werden bis das Kind 9-12 Monate alt ist. Die meisten Säuglinge werden das auslösende Allergen sechs Monate „nach Diagnosestellung“ tolerieren, wenn sie mindestens neun Monate alt sind." (ABM Protokoll 24). In welchem Alter wurde denn Eure Diagnose gestellt?
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Re: Allergische Proktokolitis und Beikost

Beitrag von LeKe411 »

Vielen Dank für eure Antworten! 💚

Die Diagnose wurde früh in den Raum gestellt, aber es hat mit den Auslandsdiäten gedauert bis er 3 Monate alt war um rauszufinden worauf er reagiert. Also quasi die Diagnose, dass vor allem Weizen ein großer Übeltäter ist, hatten wir erst dann.
Ich frage mich auch, ob es besser wäre, wenn er dann die Allergene erstmal wieder nur durch die Muttermilch bekommen würde?

Aber bei euch, Sabina, klingt es so, als wäre es immer wieder ein versuchen gewesen.. freut mich sehr, dass es sich aber doch ein gutes Stück verwachsen hat bei euch!

Mir hängt das so in den Ohren, dass man bloß nicht zu spät mit Allergenen starten soll, v.a. mit Erdnuss, Fisch etc. zur Allergieprävention - meint ihr, damit könnten wir schon eher starten?
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Sabina
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Re: Allergische Proktokolitis und Beikost

Beitrag von Sabina »

Erdnüsse und Fisch sind ja aber so oder so nicht unbedingt notwendig im ersten Lebensjahr. Wie lange möchtest du denn stillen, weisst du das schon? Und spricht denn aus ärztlicher Sicht etwas dagegen dem Kind Fisch und Erdnüsse zu geben? In deinem ersten Beitrag schreibst du ja von Weizen, Milch, Soja und Ei. Gibt es dazu den Verdacht, dass auch andere Allergene problematisch sein könnten oder ist das einfach eine Angst, die du in dir trägst?
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Re: Allergische Proktokolitis und Beikost

Beitrag von Theolino »

So wie ich das ABM Protokoll verstehe, sollen die auslösenden Allergene dann bei Euch ab einem Alter von 9 bis 12 Monaten vorsichtig angeboten werden. Im besten Fall natürlich unter dem Schutz des Stillens. Andere Allergene werden hier nicht gesondert genannt, so dass meine Intension wäre, diese ganz regulär, aber vorsichtig, ab Beikoststart anzubieten. Würde hier aber nochmals mit der KiÄ Rücksprache empfehlen.
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Re: Allergische Proktokolitis und Beikost

Beitrag von LeKe411 »

Danke euch, ehrlich 💚
Meinst du mit Schutz des Stillens dann allein durch die Muttermilch wieder in Kontakt mit den Auslösern bringen oder wirklich in der Beikost anbieten?

Die Hautprobleme sind erst seit etwa einem Monat. Kann natürlich sein, dass es gar nichts mit dem Essen zu tun hat - aber das wissen wir letztlich nicht. Meine Sorge ist, dass er ggf da auch was hat, was wir nicht auf dem Schirm haben - also ja, mehr die Angst davor, dass was sein könnte als dass wir konkrete Anhaltspunkte hätten.
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