Bedürfnisse des Kindes überfordern mich

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

MiaSonne
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Bedürfnisse des Kindes überfordern mich

Beitrag von MiaSonne »

Hallo,

Ich bin neu im Forum. Seit mein Kind geboren ist bewege ich mich zwischen den Zuständen „kaputt und ausgelaugt“ und „am Rande des Nervenzusammenbruchs“, was mehrere Gründe hat, aber vor allem auch am Schlafmangel liegt. Besonders die ersten 1,5 Jahre waren schlimm und ich frage mich manchmal wie ich das überlebt habe. Nach einer wieder mal besonders bescheidenen Nacht entschied ich mich Mitte Januar dafür nachts komplett abzustillen und nur noch am Morgen vor dem aufstehen zu stillen (ich habe vorher versucht mittels Stilllicht ein stillfreies Fenster zu etablieren, was aber eher zu mäßigem Erfolg führte). Nach einiger Zeit führte dies dann tatsächlich dazu, dass meine Tochter ruhiger schlief und mich nur noch 1-3x nachts weckte, was für eine Wohltat. Allerdings wurde sie dann tendenziell immer früher morgens munter und wollte stillen - also lies ich sie irgendwann früher an die Brust und wir konnten nochmal 1h schlafen… innerhalb kürzester Zeit weckte sie mich dann aber wieder ständig nachts mit „Brust, Brust, Brust“… da wir letzte Woche einen kurzen (geplanten) Krankenhausaufenthalt hatten lies ich es erstmal so laufen und bin nun wieder dabei nachts abzustillen - letzte Nacht hat sie mich bestimmt wieder 5 oder 6x geweckt und wollte an die Brust - im Vergleich zu früheren Zeiten ist das wenig, aber von erholsamen Schlaf doch noch weit entfernt. Leider habe ich selbst auch noch ein eher hohes Schlafbedürfnis. Draußen ist strahlender Sonnenschein und ich hänge mal wieder in den Seilen, bin schlecht gelaunt, lustlos und wütend auf mein Kind. Natürlich weiß ich, dass die Kleine mich nicht ärgern will - es fällt mir so schwer mich zu regulieren, ich bin es einfach so leid dauernd erschöpft zu sein 😔
Mein Partner „unterstützt“ mich prinzipiell schon, er macht viel im Haushalt und kocht meistens, kümmert sich schon auch um unser Kind - aber gerade beim Thema Schlaf bin ich eigentlich komplett auf mich gestellt, er sieht das auch nicht wirklich als seine Aufgabe an, da er ja arbeitet - wenn er dann abends mit Freunden in der Kneipe sitzt ist das fit sein für den Job aber auch nicht mehr so wichtig 🙄

Ich habe glaube ich gar kein richtiges Anliegen mit meinem Posting und wollte mich einfach mal ausweinen 😔
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Erinnya
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Re: Bedürfnisse des Kindes überfordern mich

Beitrag von Erinnya »

Ich verstehe dich gut! Meine Tochter war in dem Alter nachts auch unfassbar fordernd (die beiden Jungs habe ich mit jeweils ungefähr 1 Jahr und 3 Monaten völlig unproblematisch abgestillt, bei ihr war daran nicht denken). Ich habe sie dann letztendlich mit knapp 2,5 Jahren abgestillt und es hat ihren und meinen Schlaf extrem verbessert. Auf einmal schlief sie durch. Im Nachhinein habe ich gedacht, dass ich da echt Bedürfnis und Wunsch verwechselt habe: Ja, sie wollte noch stillen. Aber ein echtes Bedürfnis war es wohl nicht mehr. Wie man das allerdings im Vorfeld unterscheidet, weiß ich immer noch nicht... Ich will damit nicht sagen, dass Abstillen für euch die richtige Lösung ist. Aber bei einem gut zweijährigen Kind finde ich das zumindest eine legitime Option, die man in Erwägung ziehen kann.

Ansonsten ist mir bloß noch aufgefallen, dass ich meinem Mann was erzählen würde, wenn er meinte, seine Aufgabe in unserer Familie beschränke sich darauf, mich zu unterstützen...
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Seifenblasenfrau
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Re: Bedürfnisse des Kindes überfordern mich

Beitrag von Seifenblasenfrau »

Ich drück dich mal ((())) an so einem Punkt war ich auch mal und weiß noch, dass es sich so angefühlt hat, als würde es sich nie ändern. Inzwischen hat sich ganz viel geändert und das wird es bei dir auch! Und bleib mit deinem Partner im Gespräch, erzähl ihm immer wieder wie es dir geht, wenn du magst oder kannst, hör Podcasts zu deiner Situation und erzähl ihm, wenn Dinge dich ansprechen und den Weg in eine gleichberechtigtere Elternschaft weisen. ❤️
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Valeska
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Re: Bedürfnisse des Kindes überfordern mich

Beitrag von Valeska »

Ich würde dir raten, mit deinem Partner zu sprechen, damit ihm klar wird, wie erschöpft du bist und dass es dringend nötig ist, dass er dir Zeit verschafft, dich auszuruhen (wenn morgens wegen Erwerbsarbeit nicht geht, dann abends ohne Kind vorschlafen, oder was immer für euch passt).
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Valeska
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Re: Bedürfnisse des Kindes überfordern mich

Beitrag von Valeska »

Und wegen "nicht seine Aufgabe, da er ja arbeitet". Vielleicht sollte er sich klar machen, wenn er schlecht geschlafen hat, dann macht er im schlimmsten Fall mal nen Tag schlechte Arbeit.
Wenn es dir schlecht geht, dann wird im schlimmsten Fall *sein* Kind schlecht betreut.
Will er das?
Dass du für deine Arbeit keine Lohnabrechnung kriegst, macht sie nicht weniger wertvoll!
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MiaSonne
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Re: Bedürfnisse des Kindes überfordern mich

Beitrag von MiaSonne »

Valeska hat geschrieben: 22.03.2025, 14:03 Und wegen "nicht seine Aufgabe, da er ja arbeitet". Vielleicht sollte er sich klar machen, wenn er schlecht geschlafen hat, dann macht er im schlimmsten Fall mal nen Tag schlechte Arbeit.
Wenn es dir schlecht geht, dann wird im schlimmsten Fall *sein* Kind schlecht betreut.
Will er das?
Dass du für deine Arbeit keine Lohnabrechnung kriegst, macht sie nicht weniger wertvoll!
Naja, mein Partner arbeitet als Elektroniker im Labor mit Hochspannung, im schlimmsten Fall könnte ihn eine Unaufmerksamkeit sein Leben kosten. Aber ich verstehe natürlich absolut was du meinst und es ist auch nicht so, dass ich das einfach stillschweigend hinnehme oder meine Erschöpfung nicht thematisiere - im Gegenteil, eigentlich ist das seit 2 Jahren Dauer(streit)thema bei uns. Es hat sich gewissermaßen auch irgendwie schleichend so eingespielt… er hatte damals den 1. LM Elternzeit, worüber ich auch im Nachhinein unheimlich froh war (ursprünglich waren 2 Wochen Urlaub geplant). Ich hatte trotz engmaschiger Hebammenbetreuung + Stillberatung starke Schmerzen beim Stillen und die Kleine nahm nicht zu. Sie hatte eine leichte Gelbsucht und die ersten 2-3 Wochen schlief sie sehr viel, aber es war von Beginn an so, dass sie weit aufgerissene Augen hatte, sobald sie wach war… dann fingen die Einschlafprobleme und das Schreien an und meist konnte ich sie nur mit der Brust beruhigen, die Trage mochte sie nicht (ja, wir waren mehrfach beim Osteopathen). Im ersten Lebensjahr war ich eigentlich permanent mit Einschlafbegleitung und Stillen beschäftigt, sie schlief immer nur 30 Minuten und war dauernd übermüdet… anfangs dachte ich halt, ok, ein Baby braucht halt einfach die Mama - aber so verfestigte sich immer mehr meine alleinige Zuständigkeit 😫
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Seifenblasenfrau
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Re: Bedürfnisse des Kindes überfordern mich

Beitrag von Seifenblasenfrau »

Das ist ein ganz gängiges Argument "Aber er hat so einen wichtigen Job" - jahrhundertelang haben Frauen nach der Geburt auch ganz bald wieder angefangen zu arbeiten und auch sie hatten immer wichtige Jobs, haben sich aber zu den meisten Zeiten danach noch um die Kinder gekümmert und auch heute noch ist es leider für die meisten so. Wenn Frauen sich nach ihrem Vollzeitjob noch kümmern können und nachts stillen und aufstehen, dann können das Männer genau so gut! Erwiesenermaßen haben ja sogar Frauen den höheren Schlafbedarf. Mach es weiter zum Thema, es lohnt sich!
Die Große 08/15
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Re: Bedürfnisse des Kindes überfordern mich

Beitrag von Eliane »

Ich konnte meine Kleine nachts nur abstillen, weil der Papa übernommen hat und ich im Kinderzimmer geschlafen habe. Zu dem Zeitpunkt habe ich ca. 1 Jahr wieder gearbeitet und konntet den Schlafmangel nicht mehr kompensieren. Also ich verstehe schon, dass es ihm schwer fällt, aber ich würde das Gespräch mit ihm suchen, um eine Lösung zu finden, du brauchst auch Schlaf, um dich gut um eure Tochter kümmern zu können. Vielleicht kann er ja zumindest am Wochenende übernehmen?
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Re: Bedürfnisse des Kindes überfordern mich

Beitrag von Kleine »

Ganz ehrlich: Du arbeitest im Gegensatz zu deinem Mann 24/7… ohne Pause… nur, weil du nicht mit Geld bezahlt wirst, heißt das nicht, dass du nicht arbeitest…
LG
Anika

mit Grinsebacke (04/11) & Mini-Kämpfer (11/14) an der Hand, Blondinchen und den wilden Jungkatern auf der Bettdecke sowie Apportierkatze, rotem Einohrtiger und Kampfkuschelkater fest im Herzen
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Re: Bedürfnisse des Kindes überfordern mich

Beitrag von MiaSonne »

Kleine hat geschrieben: 22.03.2025, 17:31 Ganz ehrlich: Du arbeitest im Gegensatz zu deinem Mann 24/7… ohne Pause… nur, weil du nicht mit Geld bezahlt wirst, heißt das nicht, dass du nicht arbeitest…
Ja, ich weiß das und sage das auch, wir reden/streiten oft darüber. Er ist der Meinung, dass er ja schon total viel macht und fragt mich dann auch oft was ich eigentlich machen würde, wenn er zum Beispiel noch eine Band hätte (er hat viele Freunde, die hobbymäßig Musiker sind…). Oder wenn er nur am Wochenende zuhause wäre wie sein Onkel damals als die Kinder klein waren… 🙄
Ich wollte den Eingangspost nicht mit Informationen überfrachten, aber ich bin seit Ende meiner Elternzeit aufgrund der Erschöpfungsdepression krank geschrieben - also jetzt seit 5 Monaten. Unsere Tochter geht seit 6 Monaten zur Tagesmutter, so dass ich untertags täglich Zeit für mich und zum ausruhen habe - schlafen kann ich leider seit der Geburt tagsüber nicht mehr, finde da leider nicht in den Schlaf, versuche es aber immer wieder. Seitdem argumentiert er auch damit, dass ich ja täglich „frei“ habe und er arbeiten muss. Es ist teilweise wirklich absurd und ich denke oft über Trennung nach. Allerdings habe ich Angst wie es sein wird, ganz allein im Alltag zu sein - und auch emotional fällt mir die Entscheidung schwer.
mit Märzkind 2023
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