Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

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GemeineEsche
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von GemeineEsche »

Aber es ist doch was anderes, sich darauf einzulassen mit dem Gedanken es ist eine Phase, vielen geht es so, man spricht offen darüber, jede Mutter hat ihr Kind schon unnötig laut angemotzt oder schlimmeres - oder weil man das halt so macht, andere schaffen es ja auch und keinen hier interessieren deine Probleme. Letzteres ist halt eher meeresbrises bubble und ich glaube auch die (Schwieger??)mutter ist ziemlich genau so?
Da finde ich das durchbrechen schon sinnvoll. Mehr Milde mit sich selbst, mehr Offenheit.
Klar ist das Leben im Endeffekt dasselbe, aber wie man darüber denkt ist auch sehr wichtig.
Kleine 02/21
Kleiner 06/23
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Valeska
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von Valeska »

Also ich finde es gut, aus dem Narrativ von "Schlaf ist nix, was eine Mutter erhoffen darf" auszubrechen schon gut ...
Es ist was anderes, ob ich für mich selbst annehme, dass es gerade in dieser Phase (in Ausnahmefällen vielleicht auch sehr lange Phasen ...) oder ob ich zulasse, dass meine Umgebung - und ich mich selbst - mich verurteile, weil ich denke, dass ich mal ne Pause brauche.
Auch Mütter brauchen Pausen. Insbesondere Mütter brauchen Pausen! Also ja, es gibt sicher auch Mütter, für die ist es die höchste Erfüllung und die beste Pause, wenn sie ihre Zeit nur den Kindern widmen dürfen. Mir geht es nicht so. Wenn die Bubble aber so tut, also müsste es allen Müttern so gehen ... ist das gefährlich. Für meine psychische Gesundheit. Sich davon frei zu machen finde ich wichtig.
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Sabina
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von Sabina »

Ich glaube ich habe Meeresbrise falsch gelesen.
Signaturen sind halt doch praktisch für die Mitleser:innen…

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Meeresbrise
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von Meeresbrise »

Sabina hat geschrieben: 09.03.2025, 23:25 Ich glaube ich habe Meeresbrise falsch gelesen.
Ja, ich glaube auch :D
Ich muss tatsächlich die schlechten Nächte annehmen, aber ich gestehe mir zu, es anstrengend finden zu dürfen und es mir den Tag über so gut wie möglich gehen zu lassen. Wenn die Meeresprinzessin schläft wird mittlerweile nur das allernötigste im Haushalt gemacht.
Ich erlebe es halt immer wieder, nicht von Freunden, Frauen in meinem Alter, sondern von älteren, dass man das nicht anstrengend finden darf. Schmerzmittel beim Zahnen? Nein, ich habe das Kind die ganze Nacht getragen und dann bin ich arbeiten gefahren, völlig selbstverständlich, was denkst du denn, wie es mit Kindern ist? Ohne es anstrengend zu finden, das ist schon ein schwieriges "Ideal" das auch viel an Erschöpfung erklären kann.
Die Meeresprinzessin hat momentan extrem lange Wachzeiten. Sie wirkt dann zwar irgendwann müde aber sie hat gestern 5 Stunden gebraucht um genug Schlafdruck für den Nachtschlaf zu bekommen. Ich habe dann nur laut gedacht, dass ja nur noch ein Mittagsschlaf, wenns so weiter geht, alles enstressen könnte. Ich muss für die Tagesschläfchen mittlerweile ganzen Einsatz zeigen und bin nach der langen Einschlafbegleitung oft ziemlich erledigt und ja, auch manchmal genervt. Mir wurde an den Kopf geworfen, dass ich damit einen plötzlichen Kindstod riskieren könnte. Wenn man das Baby nicht einfach jederzeit und überall einschlafen lasse, wenn es müde ist und es wachhalte, weil für die Eltern grad kein Schläfchen reinpasst, könnte es dann an SIDS sterben... Ich bezweifle, dass das wissenschaftlich auch nur annähernd korrekt ist.
Trotzdem der Druck ist da, nicht gut genug als Mutter, nicht aufopfernd genug zu sein und für die eigenen Befindlichkeiten potentiell das Kind zu gefährden.
Wenn ich mich (wie früher) darauf einlassen würde, dann wäre ich wahrscheinlich innerlich eine ziemlich frustrierte Mutter. Nach außen schön lächelnd, mit Schürze und Bratpfanne in der Hand und einem alles ist so easy auf den Lippen, aber innerlich wahrscheinlich wahnsinnig traurig und frustriert. Vielleicht war es genauso bei anderen Generationen. Ja nicht darüber reden, wer am meisten aushält und schafft, gewinnt.
I tried to hold on but it hurts too much
I tried to forgive but it′s not enough
To make it all okay
You can't play on broken strings
You can′t feel anything
That your heart don't want to feel
I can't tell you something that ain't real
Oh, the truth hurts and lies worse
How can I give anymore
When I love you a little less than before?

Meeresbrise ist so glücklich mit Sonnenstrahl (02/21) und Meeresprinzessin (06/24) an der Hand
Gute Reise ihr kleinen Sternchen *** - 02/23 u. 07/23
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Schneekugel
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von Schneekugel »

Ich fand das: ach ja, ist halt so, muss man durch eher hilfreich. Heisst nämlich im Umkehrschluss: geht allen so und ist normal 😇 und annehmen heisst ja nicht es toll finden, sondern schlicht es ist einfacher es gerade als gegeben zu nehmen, als dagegen zu laufen das wäre durchaus auch mein Tipp.

Ich muss allerdings zugeben, mir half mich zu viel informieren oft weniger, als einfach auf den Bauch zu hören;) ich konnte vieles besser händeln, ohne zu suchen und bestätigen zu lassen, dass es wirklich scheisse ist, sondern am Ende besser, mit dem was ich halt selber habe.
Und ich glaube bei meiner Grossen wars massives Glück realisierte ich erst nachher, dass sie ein typisches 24h-Baby war. Ich glaube ich wäre sonst im Selbstmitleid zerflossen und in einer Schleife des Ärger, wo es so einfach ein: ach ja, das brüllt halt und geht halt nur mit Bewegung im TT, so what, dann mache ich nun halt alles mit ihr ab mir dran (was ich dann auch tat, inkl Sitzungen leiten, Training geben usw). Und ja ich hatte viele Stunden die ich mit heulte;) und da war ich auch immer ehrlich zu allen die fragten. Nur hätte ich das genauer überlegt, hätte ich sicher vieles nicht gemacht sondern wäre echt nur noch am Ende gewesen. Und ich glaube, das ist ein grosser Unterschied, früher machte man einfach.

Heute versuche ich Infos und einfach Leben zu mischen, soweit ich merke, Infos behindern mich nicht extrem, versuche ich wieder weniger zu lesen. Ich merke bei lir nämlich, dass lässt mich oft erstarren und ratlos werden und vieles dunkler zu sehen.

ABER klar, dass geht auch nicht bei jedem so und bei anderen kamns genau umgekehrt sein
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Schneekugel
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von Schneekugel »

Ah Jammer/Sorge-Treads/Posts von mir finden sich sicher im 2009/2013 und 2016 ;) gerade das 2026 stellte und stellt uns heute noch auf die Probe des Grauens und ich gab sie auch schon meiner Mutter einen Nachmittag mit: jetzt musst du sie nehmen! Sonst endet das nicht gut. Oder auch heute noch zum Mann Abends: sie ist jetzt dein Problem, ich wurde heute genügend angebrüllt!
Und ich finde es wird einfacher mit steigendem Alter, ich kann sie auch mal 1h alleine lassen und durchschlafen oder sie einfach rausschicken zum spielen, seit nun 5 Jahren.

Das ist wichtig, teils damit alle überleben :)
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rueckenwind
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von rueckenwind »

Ich kenne durchaus Mütter, die sich in nicht unerheblichem Maße über ihre Leidensfähigkeit zu definieren scheinen - und mache mittlerweile einen großen Bogen um sie. Eigentlich trifft das nicht nur auf Mütter zu - auch die Selbstaufwertung durch die Betonung der Überstunden und Überlastungen, die man im Job so durchstehen muss; die Diskussion darüber wessen pubertäre Kinder derzeit am anstrengendsten sind und welche Geburt am schwierigsten, längsten, traumatischsten war, das manchmal implizierte Nicht-Gönnen, wenn man die eigene Situation früher mit der von jüngeren Menschen heute vergleicht (Elterngeld, -zeit etc) irritieren mich immer mehr.
Oftmal begegnet man sich dann leider nicht mit echter Anteilnahme oder Aufmunterung, sondern nutzt die aktuelle Überlastung der anderen Person und/oder ihr Leid, um sich selbst als noch leidensfähiger, gebeutelter, stärker darzustellen. Die Abwertung der anderen Person ist dann oft nicht intendiert, aber ein in Kauf genommener Kollateralschaden...

Ich entziehe mich da mittlerweile, was nicht heißt, dass ich nicht über diese Phasen spreche (v.a. das Sprechen über die Geburten meiner Kinder, v.a. die letzte, war für mich sehr wichtig und heilsam bzw. auch einfach schön und hoffentlich ermutigend für die andere Frau) oder sich andere nicht bei mir über Hausausforderungen beschweren können. Manchmal ist eine Antwort aber auch gar nicht so gemeint, wie sie sich in selbstkritischen Momenten vielleicht anfühlt - sondern eher eine hilflose Floskel, wie der unglaublich verbreitete Satz "das tut doch nicht weh" gegenüber einem weinenden Kleinkind - irgendwie unnötig aber nicht wirklich gemeint, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen sondern einfach um irgendwas zu sagen und damit vermeindlich zu beruhigen?

Ich finde es unglaublich wichtig, dass sich jeder mal ausweinen darf, Zuspruch und Mitleid erfährt - den Raum gebe ich anderen sehr gerne und freue mich, wenn er mir gegeben wird. Bei der Mutter-Leid-Olympiade mag ich aber nicht mitmachen - und kenne andere, die das auch nicht tun.

Hast du, meeresbrise, nicht vielleich auch andere Menschen in deinem Umfeld? Vielleicht ist die Schwiegermutter einfach die falsche Person, um mit ihr über die Herausforderungen deines Alltags zu sprechen, Zuspruch oder Tipps zu erhoffen.
Es gibt auch unglaublich tolle, unterstützende Frauen, bei denen du echte Anteilnahme erfahren kannst und die ehrlich über ihre Überlastungen sprechen - ich bin mir sicher, die gibt es auch in deinem Umfeld!

Und nein, Frauen müssen/sollen Übermüdung nicht klaglos hinnnehmen, sondern Entlastung und Unterstützung annehmen worin immer sie besteht (idealerweise haben die Kinder ja auch einen zweiten Elternteil, der genau so verantwortlich ist!) und auch lautstark beschweren darf man sich immer!
T. mit Rumpeltochter (04.11), Purzelsohn (08.13) und Flitzeline (08.19)
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GemeineEsche
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von GemeineEsche »

Eben das. Ich kann da mal wieder meine Mutter (Hausfrau) zitieren, die auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnte nach der Geburt vom Kleinen eine Weile alle zwei bis drei Wochen vorbei zu kommen geantwortet hat "Du bist ja süß. Ich hab das damals auch allein geschafft." und damit hatte sich das Thema erledigt.

Sich Auszeiten gönnen und offen Hilfe suchen ist glaube ich noch ein ganz großes Thema in der Generation und je nachdem wie man da aufgewachsen ist auch noch in unserer.
Kleine 02/21
Kleiner 06/23
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rueckenwind
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von rueckenwind »

Wie traurig und verletzend, GemeineEsche!

Da fällt mir noch eine Anekdote ein:
Meine Schwiegermutter hat mal, als mein Mann erzählte, dass er irgendeine Aufgabe mit mir getauscht bzw mir abgenommen hat, weil ich mit Migräne im Bett lag und heftige Sprachaussetzer hatte, erzählt, dass sie mit Migräne ja noch die Fenster geputzt habe.
Wie d**f/unempathisch,/unreflektiert kann man sein und warum erzählt man das, als sei man stolz darauf oder diese Situation erstrebenswert?

So wollen wir doch alle lieber nicht sein/werden...
T. mit Rumpeltochter (04.11), Purzelsohn (08.13) und Flitzeline (08.19)
nido56
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von nido56 »

Ich finde, es gibt einen grossen Unterschied zwischen "sich ausheulen, weil es gerade echt richtig anstrengend ist" und der Muetter-Leidens-Olympiade. Die nervt mich naemlich echt auch sehr.

Ja, wir hatten auch schon schwierige Zeiten, und dann heule ich mich auch schonmal bei Freundinnen aus. Und ja, irgendwie bin ich schon stolz darauf, dass wir die wirklich schwierige Kleinkindzeit mit zwei Vollzeitjobs, einem schlecht schlafenden Kind und ohne jegliche Familienunterstuetzung ueberstanden haben, ohne uns scheiden zu lassen oder im Burnout zu enden. Besser waere aber gewesen, wenn wir das nicht allein haetten durchstehen muessen. Im Nachhinein wuerde ich mir zB wohl auch mehr bezahlte Hilfe organisieren.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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