Gedeihstörung mit 9 Monaten?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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lorchen
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Gedeihstörung mit 9 Monaten?

Beitrag von lorchen »

Hallo!

Ich bin heute durch Zufall auf dieses Forum gestoßen, weil ich so langsam nicht mehr weiter weiß. Daher hier (so verkürzt wie möglich) unsere Geschichte:

Meine zweite Tochter wurde im Januar mit 3.150 g und 50 cm gesund geboren. Es folgte eine Neugeboreneninfektion, die aber nach 8 Tagen Krankenhaus erledigt war, und wir konnten nach Hause. In der Zeit im Krankenhaus hat die Maus gut zugenommen, sie hatte schon am 3. Tag ihr Geburtsgewicht wieder.

Als wir nach Hause kamen, ging die Gewichtszunahme schleppend voran. Teils gab es von Hebammentermin zu Hebammentermin keinerlei Zunahme. Ich sprach die Hebamme auf das Thema Zungenband an, weil ich das Gefühl hatte, dass das Stillen irgendwie unrund lief. Ich hatte auch nach den ersten Tagen noch schmerzende Brustwarzen und die Maus hat ständig an- und wieder abgedockt und ist oft schon nach wenigen Schlucken an der Brust eingeschlafen. Die Hebamme kannte sich mit dem Thema aber nicht aus und so gingen weitere Wochen ins Land.

Mit 8 Wochen kam die Infektion mit RSV. Wir konnten einen erneuten Klinikaufenthalt vermeiden und die Infektion heilte innerhalb von zwei Wochen aus. Aber das Gewicht stieg weiterhin nur sehr langsam an, sodass wir mehrere Perzentilenkurven kreuzten und schließlich auch unterhalb der 3-Prozent-Perzentile ankamen. Die Kinderärztin sah in der Gewichtsentwicklung nie ein Problem und ist sehr entspannt.

Im April hatten wir einen Termin zur Stillberatung mit Spezialisierung auf das Thema Zungenband. Schnell stand fest, dass hier deutliche Probleme bestanden. Hoher, schmaler Gaumen, zusammengepresste Kiefer, eingestülpte Oberlippe, Schnalzen, gequetschte Brustwarzen, Vasospasmus... Die Liste ist noch länger. Mitte Mai bekamen wir einen Termin beim Spezialisten, der alles bestätigte und uns zur Frenotomie riet. Diese haben wir dann auch direkt durchführen lassen und plötzlich schienen alle Probleme verschwunden. Wir haben wochenlange Vorbereitung gehabt und das aktive Wundmanagement unter stetiger Nachsorge gemacht. Osteopathie gemacht. Trotzdem kamen die Probleme zurück. Und vor allem: Die Gewichtskurve ging - nach einem kurzen Anstieg - weiter nach unten. Es folgte eine richtig harte Zeit mit abendlichem Power Pumping, um die Milchmenge zu steigern, Zufüttern der Muttermilch über die Flasche (BES, Sonde, Becher, Löffel hat alles nicht funktioniert), ständiges Anlegen. Es war der Horror. Ich musste - von einem zweiten Kinderarzt aus - Stillproben über 24 h machen, dabei kamen Gesamtmengen von 400 bis 500 ml heraus. Laut ihm viel zu wenig und erklärt auch die geringe Gewichtszunahme. Dringende Empfehlung, mit der Beikost zu starten.

Also wieder Stillberatung, Osteopathie, Physiotherapie, Logopädie. Ende Juli wurde eine zweite Frenotomie gemacht, da offensichtlich ein ganz kleiner Teil des posterioren Zungenbands wieder entstanden war. Wieder Besserung der Symptome, wieder leichte Zunahme (hier haben wir auch mit der Beikost gestartet). Das Stillen hat sich hier allerdings nicht so deutlich verbessert, da unsere Tochter laut Stillberaterin ja schon ein halbes jahr mit diesen Kompensationsmustern gestillt hat. Es folgte wieder ein Monat aktives Wundmanagement und die Bestätigung, dass alles top aussieht.

Im September haben wir dann endlich einmal alles soweit "ruhen" lassen bis auf Physiotherapie und Logopädie, und auch nicht gewogen. Nun hab ich letzte Woche doch noch einmal gewogen und war total erschrocken. Es hat sich einen Monat lang rein gar nichts getan am Gewicht, wenn dann sogar geringe Abnahme. Das Stillen ist mittlerweile wieder unangenehm, sie kaut und beißt und presst ihren Kiefer zusammen. Sie dockt ständig an und ab, ist dauernd abgelenkt. Trinkt nur so 2 Minuten.

Was um alles in der Welt mache ich falsch?? Ich habe meine erste Tochter drei Jahre lang gestillt, und wir beide haben es geliebt. Und hier fühlt sich alles nur verkrampft an :-( ich weiß nicht mehr weiter, zumal das Gewicht immer noch so niedrig ist. Ich muss dazu sagen, dass sie unglaublich mobil ist. Sie krabbelt, zieht sich überall hoch, ist immer in Bewegung und motorisch sehr fit. Die Kinderärztin sieht keinen Grund zur Sorge. Aber warum um alles in der Welt nimmt sie so schlecht zu? Sie bekommt mittlerweile zwei- bis dreimal am Tag Beikost (eine Mischung aus BLW und Brei), ich mische Mandelmus, Öl und Butter unter... aber sie scheint auch einfach nicht so viel zu "brauchen".

Sollte ich das Ganze einfach "vergessen" und auf meine Intuition hören? Dass sie völlig okay so ist, wie sie ist? Oder verpasse ich irgendetwas, wenn ich jetzt nichts weiter tue?

Hier noch die Gewichtsdaten:
16.01. 3150 g 50 cm
02.02. 3420 g
05.02. 3580 g
13.02. 3740 g
21.02. 3800 g
19.03. 4190 g 54 cm
12.04. 4480 g 56 cm
20.04. 4530 g
23.04. 4590 g.
30.04. 4690 g
11.05. 4810 g 59 cm
21.05. 4950 g
27.05. 5100 g 62 cm
13.06. 5260 g
27.06. 5370 g
24.07. 5600 g 65 cm
16.08. 5850 g
07.09. 6100 g 68 cm
06.10. 6100 g
klecksauge
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Re: Gedeihstörung mit 9 Monaten?

Beitrag von klecksauge »

Moin!

Herzlich Willkommen bei uns!
Ich werde mich Anfang der Woche bei dir melden.
Liebe Grüße aus den Norden von
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lorchen
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Re: Gedeihstörung mit 9 Monaten?

Beitrag von lorchen »

Danke! Ich bin gespannt!

Vielleicht noch kurz als Ergänzung: Wir haben definitiv keine 5-6 vollen, schweren Windeln am Tag. Eher so 3-4. Aber regelmäßig und reichlich Stuhlgang (manchmal 1-2 täglich, manchmal auch nur alle 2 Tage).
klecksauge
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Re: Gedeihstörung mit 9 Monaten?

Beitrag von klecksauge »

Hallo!
Nun ist schon wieder DO, tut mir leid. Es kam wie so oft das volle Leben dazwischen.

Hast du die Gewichte auf einer Babywaage genommen? Also vor allem das Letzte?

Ich kann deine Sorge sehr gut verstehen.
Steht ein Termin bei eurer Kinderärztin an?

Beikost machst du schon eher hochkalorisch, das ist auf jeden Fall gut.
Wie oft stillt ihr denn in 24h? Hat sich daran etwas verändert?

Zum Stillen:
Es scheint ja alles wichtiger zu sein gerade. Nicht altersuntypisch. Ist es nachts besser oder anders?
Könnten eventuell auch die Zähne drücken?


Du machst nichts falsch. Du bist unglaublich tapfer und hast so viel gemacht. Die ganzen Termine und das mit einem großen Kind. Klopf dir mal auf die Schultern!

Ich verstehe sehr, dass es dich so belastet.
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Re: Gedeihstörung mit 9 Monaten?

Beitrag von lorchen »

Danke dir für deine Antwort! Jetzt zu deinen Fragen:

Fast alle Gewichte habe ich auf einer aus der Apotheke geliehenen Babywaage gemessen - bis auf das letzte. Nach der zweiten Frenotomie hatte ich die Waage zurückgebracht, weil unsere Kinderärztin meinte, ich bräuchte nicht weiter wiegen.

Bei der Kinderärztin waren wir erst am Dienstag, weil die Maus geimpft wurde. Hier dieselbe Aussage wie bisher immer: Die Kleine ist topfit und zeigt keinerlei Anzeichen irgendeiner Entwicklungsverzögerung, im Gegenteil. Sie sagte auch, dass sie zierlich sei, aber in der Länge ja gut wachse. Ich muss dazu sagen, dass wir in der Familie mehrere Personen haben, die klein und leicht sind. Meine Schwester ist mit ihren 30 Jahren 1.55m groß und 45 kg leicht. Eventuell also auch Genetik?

Für die Frage nach dem Stillen muss ich etwas überlegen. Ich habe die letzte Zeit kein Tagebuch mehr geführt (nach 6 Monaten ewigem Messen, Wiegen, Wecker stellen und und und war irgendwann auch mal die Luft raus). Wir stillen grundsätzlich immer nach Bedarf, aber ich muss zugeben, dass es Phasen gibt (trubeliger Alltag, unterwegs sein etc.), in denen mir die Stillpausen zu lange erscheinen. Wir waren die letzten zwei Wochen auch in Urlaub, und da haben wir seltener gestillt als jetzt zu Hause. Aber zu deiner Frage: Grundsätzlich würde ich sagen so alle 3 Stunden etwa.

Und nachts ist es definitiv besser! Wir stillen beide im Halbschlaf, aber hier schluckt sie deutlich mehr und dockt auch nicht permanent an und ab. Und ja, ich glaube schon, dass die Zähne Probleme machen - das aber immer wieder schon seit wie 4 Monate alt ist. Nur rauskommen will keiner :-/

Ich bin ehrlich gesagt auch einfach enttäuscht von unserer Logopädin. Ich hab den Eindruck, dass man hier deutlich mehr machen könnte, um die Zungenbeweglichkeit zu fördern. Statt Übungen etc. zu machen, reden wir eigentlich nur. Sie fällt einfach so oft beim Stillen in alte Kompensationsmuster. Momentan hab ich permanent schmerzende Brustwarzen, weil sie diese beim Stillen so stark quetscht. Und ich bin richtig traurig darüber, weil es nach der Frenotomie einfach so so schön war.
klecksauge
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Re: Gedeihstörung mit 9 Monaten?

Beitrag von klecksauge »

Ihr hattet am Dienstag aber nicht gewogen?
Das letzte Gewicht ist dann definitiv in Klammer, weil eine normale Personenwaage enorme Abweichungen haben kann.

Ja, Genetik spielt auch eine Rolle.
Und trotzdem, ich verstehe total deine Sorge.

Nachts besser ist ja ziemlich typisch.
Kannst du es mittags bzw zum Haupt-Tagschlaf eine ähnliche Situation herstellen wie nachts? Dann habt ihr da nochmal eine gute Stillmahlzeit.

Logopädie zu wechseln ist schwierig, oder?
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Re: Gedeihstörung mit 9 Monaten?

Beitrag von lorchen »

Nein, die Kinderärztin hat leider nicht gewogen.
Aber jetzt nochmal eine Babywaage zu besorgen, ist vermutlich auch total unnötig, oder?
Dann mache ich mir noch mehr Stress bei dem Thema...

Wir haben tatsächlich oft eine ähnliche Situation, weil ich mich mittags mit ihr ins Bett lege, wenn die Große noch im Kiga ist.
Das klappt aber nicht immer und da ist es auch oft so, dass sie nur kurz stillt, bis sie eingeschlafen ist (2 Minuten), da kommt ja auch nicht viel bei rum.

Logopädie wechseln würde ich mir überlegen, aber es gibt leider so wenige, die auf Säuglinge spezialisiert sind, und wir sind hier auf dem Land.
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Re: Gedeihstörung mit 9 Monaten?

Beitrag von Seiltänzerin »

lorchen hat geschrieben: 13.10.2024, 22:28 Danke! Ich bin gespannt!

Vielleicht noch kurz als Ergänzung: Wir haben definitiv keine 5-6 vollen, schweren Windeln am Tag. Eher so 3-4. Aber regelmäßig und reichlich Stuhlgang (manchmal 1-2 täglich, manchmal auch nur alle 2 Tage).
Volle Windel ist Definitionssache. In eine gute Wegwerfwindel für dieses Alter gehen ca 300g. 5 wirklich volle davon würden einer Urinmenge von 1,5l pro Tag empfehlen. Dafür müssten wahrscheinlich fast 2 l Milch getrunken werden, denn die wird ja nicht zu 100% zu Urin.
Auf die Windeln alleine würde ich nach Beikostbeginn nicht mehr so viel geben. Der Rest klingt ja aber auch nicht gut. Auf das Gefühl beim Stillen würde ich schon vertrauen.
mit den drei Wirbelwinden (2015,2019,2021)
lorchen
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Re: Gedeihstörung mit 9 Monaten?

Beitrag von lorchen »

Seiltänzerin hat geschrieben: 19.10.2024, 14:29
lorchen hat geschrieben: 13.10.2024, 22:28 Danke! Ich bin gespannt!

Vielleicht noch kurz als Ergänzung: Wir haben definitiv keine 5-6 vollen, schweren Windeln am Tag. Eher so 3-4. Aber regelmäßig und reichlich Stuhlgang (manchmal 1-2 täglich, manchmal auch nur alle 2 Tage).
Volle Windel ist Definitionssache. In eine gute Wegwerfwindel für dieses Alter gehen ca 300g. 5 wirklich volle davon würden einer Urinmenge von 1,5l pro Tag empfehlen. Dafür müssten wahrscheinlich fast 2 l Milch getrunken werden, denn die wird ja nicht zu 100% zu Urin.
Auf die Windeln alleine würde ich nach Beikostbeginn nicht mehr so viel geben. Der Rest klingt ja aber auch nicht gut. Auf das Gefühl beim Stillen würde ich schon vertrauen.
Danke dir für deine Antwort. Welches Gefühl genau meinst du jetzt?

Tja, ich weiß eben auch nicht mehr weiter. Sie ist gesund und fit. Und gleichzeitig sooooo zierlich.
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Re: Gedeihstörung mit 9 Monaten?

Beitrag von Seiltänzerin »

Der Unterschied zu nach der Frenotomie. Mein Großer hatte im zarten Alter von zwei Wochen eine und ich habe sofort den Unterschied gespürt. Wir hatten das Glück, dass es so geblieben ist.

Mein zweites Kind war mit 9 Monaten ähnlich wie deines. Super aktiv und leicht. Die Probleme waren da aber komplett andere
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