Ich hätte laut Maß Tabelle auch alle Größen eins kleiner genannt
Eigentlich ist es bei Schnittmustern mit Maßtabelle doch total hinfällig, eine gängige Größenbezeichnung zu nehmen. Man könnte die genauso gut 1-6 nennen oder nach Farben benennen (entsprechend der Linie auf dem Musterbogen z. B.) oder sie nach Blumen benennen.
Im Handel zur einheitlichen Einsortierung mag das ja irgendwie sinnvoll sein (wobei es da ja trotzdem nur als grober Vorschlag gesehen werden kann als als feste Maße), bei Schnittmustern eigentlich überhaupt nicht.
Nein, das ist überhaupt nicht einheitlich geregelt, sondern jede Firma kann tatsächlich selbst wählen, wie sie ihre Größen definiert. Zum Beispiel gibt es Marken für sehr schlanke Frauen, die die Größen sehr klein definieren. Da ist man als eher normale schlanke Frau in den größeren Größen angesiedelt und kauft dort eher nicht, so dass diese Marke als eine Marke für sehr schlanke Frauen bekannt bleibt.
Im Gegensatz dazu definieren andere Geschäfte, die eher die Durchschnittsfrau als Kundin gewinnen möchten, ihre Größen eher großzügig. Da passt man auch mit mehr Kilos in eine 42, und deswegen fühlt man sich dort wohl und kauft dort. Alles reine Psychologie.
Hier mal zum Vergleich die Größentabellen von Orsay (=Zielgruppe junge schlanke Frauen) und M&S (Zielgruppe mittleres Alter mit mehr Kilos). Die Zahlen-Größen stimmen zwar ungefähr überein, nicht aber die Buchstaben-Größen. Es gibt sicher noch extremere Beispiele, die zwei fielen mir jetzt spontan ein.
Dorkas mit dem Großen (11/2016) und der Kleinen (09/2019).
Maikäferchen19 hat geschrieben: 09.06.2024, 23:11
Wenn ich Kleidung kaufe, brauche ich meistens entweder M oder Größe 38. Dann wäre L = 40, XL = 42
Ist das vielleicht einfach nicht einheitlich definiert?
Aber wenn der Durchschnitt 44 ist und das XXL entsprechen sollte, sagt das ja auch schon viel aus...
Das ist schon richtig so, ich trage inzwischen 44 (oke auch mal 42 und M- XXl) und das dies im Übergewicht ist, ist schlicht auch ein Fakt. Und nur weil inzwischen eine Mehrheit in der Grösse liegt, heisst das doch nicht, das man es umschreiben muss? Das wäre auch - finde ich - ziemlich in die falsche Richtung.
Neben dem, was soll dann meine Tochter tragen? Sie passt in s (selten M oder XS) und ist sicher kein XXS, was ich auch komisch fände als nicht super schlank sondern einfach normal sportlich. Es hat auch gegen unten Grenzen in den normalen Läden. 44 findet man übrigens an vielen Ort noch ziemlich normal.
Definiert ist es übrigens manchmal auch je nach Hersteller leicht anders, das war aber schon vor 20 Jahren so, eine M in Italien war nicht das gleiche M wie in Frankreich oder der Schweiz. Also eher Kultur vielleicht auch. Die Grössen verschoben sich schon leicht nach oben, wenn ich mir so teils Kleider von früher anschaue. Auch gab es durchaus Veränderungen in den Silhouetten, dem trägt die Industrie schon auch Rechnung. Nur eine XXL plötzlich als L oder XL ausgeben, nur damit sich das Gewissen besser fühlt ist kaum der richtige Ansatz. (Zum schmunzeln meine eine Bekannte schreibt deswegen in die genähte Kleidung für sich selber eine andere Grösse, als es ist. ) was man manchmal merkt, wie die Schnittsteller/in selber gebaut sind, je nachdem ist etwas mehr oder weniger berücksichtigt. Eine mit viel Busen wird dort eher gut Platz lassen, eine mit wenig, da ist öfters eher knapp, so jedenfalls meine Erfahrung.
Und wie Dorkas sagt, ist nicht überall alles gleich definiert, sondern geht schon auch bewusst in das was sie verkörpern wollen. Sowohl im Laden wie auch bei einem SM
Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!
N 06/2009 , N 03/2013 , N 11/2016
Ich sehe da trotzdem keine Schnitterstellerin in gesellschaftlicher Verantwortung. Ich sehe aber viel individuelle Möglichkeiten. Wer kein Kleidungsstück kauft, weil das Etikett einen "zu großen" Buchstaben zeigt, kann natürlich auf das "System" zeigen (welches? Das, in dem große, schlanke Männer nur nach langer Suche passende Hosen finden, weil die langen Längen fast immer auch eine größere Weite haben, obwohl diese Männer komplett dem gesellschaftlichen Schönheitsideal entsprechen und weder 2m groß noch untergewichtig sind?) Eben jene Frau könnte das aber auch zum Anlass nehmen darüber nachzudenken, warum ihr die Angabe auf dem Etikett anscheinend so wichtig ist, v.a. in dem Wissen, das zB ein M alles mögliche zwischen ziemlich eng und ziemlich weit sein kann. Und sich dann von diesem Blick auf's Etikett freimachen. Hauptsache, das Shirt passt und gefällt. Man kann selber mal aufhören, die eigene Figur oder die anderer Frauen zu kommentieren und zu bewerten. Wer guckt einem denn hinten ins Shirt und sagt "oooh, ein XL, na na na"? So Leute würde ich einmal schief angucken und dann stehenlassen.
travelmate hat geschrieben: 09.06.2024, 20:20
Spannend, Dorkas! Cool, dass du nachgeguckt hast! Aus dem Bauch heraus hätte ich das auch anders eingeschätzt.
Carolina, schön, dass du deine Kinder so bestärkst. Natürlich ist jede:r am besten dran, wenn die fremde Beurteilung das eigene Selbstbild einfach nicht beeinflusst. Allerdings verkennst du dabei meines Erachtens, dass es sich um ein System handelt.
Es muss nicht jedes Unternehmen, das Mode oder Schnitte anbietet, alle Größen abdecken. Aber die Tatsache, dass die durchschnittliche Frau in Deutschland Größe 44 trägt, ab dieser Größe aber nur noch ein deutlich eingeschränktes Angebot besteht, zeigt, dass der oben verlinkte Fall Teil eines Systems ist. Und dieses System ist nicht an der Realität von Frauenkörpern orientiert und auch nicht daran, was gesund für Frauen ist, sondern kulturell geprägt. Leider äußerst mysogyn, ausgrenzend und krankmachend.
Da kann ein Mädchen oder eine Frau noch so selbstbewusst, reflektiert, selbstliebend sein, wenn sie Klamotten kaufen will und schon von vornherein weiß, dass sie zu Zara und Mango erst gar nicht gehen muss, bei H und M und C und A auch nur eine handvoll Sachen in Frage kommen oder die viel kleinere Übergrößen-Abteilung besucht werden muss, dann ist das einfach ausgrenzend. Punkt. Auch die, die mental und physisch gesund in diesem System leben, werden ausgegrenzt.
Ich stelle mich da gerne zur Verfügung und "übertreibe" immer mal wieder, um darauf aufmerksam zu denn leider ist es schon so sehr in unser aller Köpfen verankert, dass wir Frauen schlank, sein sollen, dass an vielen Ecken und Enden schon gar nicht mehr auffällt, wie unnatürlich diese Erwartungshaltung ist. Und dass wir leider auch dieses System weiter mit tragen und befeuern, wenn wir junge Menschen vermeintlich bestärken wollen und suggerieren, sie müssten sich nur selber genug lieben. Ja, das ist eine unheimliche Ressource, aber nein, es reicht leider nicht aus, um nicht ausgegrenzt zu werden.
Wie gesagt, ich hab' nicht so mit dem ständigen Zeigen auf Systeme und Strukturen, ich weiß aber schon, dass ich damit hier im Forum ziemlich allein bin.
Und vielleicht hast Du mich falsch verstanden, aber ich bin nicht der Meinung, man "müsse anderen Menschen nur suggerieren, sie müssten sich nur selbst genug lieben." Das habe ich überhaupt nicht geschrieben. Mir geht es darum, dass Menschen hinterfragen, warum ihnen ein Buchstabe auf einem Etikett so wichtig sein könnte. Der eigene Körper ist immer gleich, egal ob die Hose laut Etikett eine 40 oder eine 48 ist. Mir geht es nicht darum, ob man durch Selbstliebe Mobbing und Ausgrenzung entgehen kann, davon steht nichts in meinem Post und davon spreche ich auch gar nicht. Ich will nicht, dass Du mir einfach solche Aussagen zuschreibst.
carolina hat geschrieben: 10.06.2024, 06:49
Ich sehe da trotzdem keine Schnitterstellerin in gesellschaftlicher Verantwortung. Ich sehe aber viel individuelle Möglichkeiten. Wer kein Kleidungsstück kauft, weil das Etikett einen "zu großen" Buchstaben zeigt, kann natürlich auf das "System" zeigen (welches? Das, in dem große, schlanke Männer nur nach langer Suche passende Hosen finden, weil die langen Längen fast immer auch eine größere Weite haben, obwohl diese Männer komplett dem gesellschaftlichen Schönheitsideal entsprechen und weder 2m groß noch untergewichtig sind?) Eben jene Frau könnte das aber auch zum Anlass nehmen darüber nachzudenken, warum ihr die Angabe auf dem Etikett anscheinend so wichtig ist, v.a. in dem Wissen, das zB ein M alles mögliche zwischen ziemlich eng und ziemlich weit sein kann. Und sich dann von diesem Blick auf's Etikett freimachen. Hauptsache, das Shirt passt und gefällt. Man kann selber mal aufhören, die eigene Figur oder die anderer Frauen zu kommentieren und zu bewerten. Wer guckt einem denn hinten ins Shirt und sagt "oooh, ein XL, na na na"? So Leute würde ich einmal schief angucken und dann stehenlassen.
Total einverstanden, mein Mann ist eher gross und da ist oft tatsächlich die Länge schwierig und Shirts nähe ich ihm genau wegen dem. Ich als kleine Person bin recht froh, hat der C+A inzwischen sogar auch verschiedene Längen bei den Frauen. und dazukommt, je nach Schnitt eines Shirts solls ja auch unterschiedlich sitzen, ein Oversize den man 'eng' tragen will, geht logo etwa 2 Nummer kleiner als sonst. Und jemand der gerne alles grösser Trägt kann dafür auch ein Shirt in 1-2 Grössen mehr nehmen (ich hatte bei mir selber schon beides)
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N 06/2009 , N 03/2013 , N 11/2016
Blöd tschuldigung, irgendwie las ich dein Post nicht sauber.
Also ich bin total einverstanden, dass es grundsätzlich egal ist was steht, weil die Tatsache wie es ist ändert sich dadurch nicht.
Glaube viele versteifen sich so auf das, weil es halt doch oft Normen sind. Und ich gehe stark davon aus, dass ursprünglich die meisten Menschen in ein M passten. Und je nachdem wo auf der Welt man ist, dies immer noch so ist. Naja eine Verschiebung gibt es wohl inzwischen fast überall. Genauso wie überall Zivilisationskrankheiten zunehmen. Da nicht mit zu schauen, dass dies auch ein Zusammenhang hat ist halt schon auch ein Augen zu machen.
Was sicherlich gut ist, und da finde ich hat die Industrie gehandelt, dass sich Körperlängen auch mehr unterscheiden als früher. Das fand ich zB eine ziemliche Erleichterung. Das Andere ist schlicht, dass ich mir selber in die Taschen lügen kann. Und ja das habe ich sogar auch gemacht. solange 40 noch ging....okeeee...hmm...42 lieber Bauch einziehen....jetzt ist es 44 und ich finde es oft bescheiden. Und ganz ehrlich ich sehe auch so aus, wenn da eine 40 steht und weiss gewissen Problemen stelle ich mir aktuell nur, weil ich nicht früher schaute.
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N 06/2009 , N 03/2013 , N 11/2016
travelmate hat geschrieben: 09.06.2024, 20:20
Spannend, Dorkas! Cool, dass du nachgeguckt hast! Aus dem Bauch heraus hätte ich das auch anders eingeschätzt.
Carolina, schön, dass du deine Kinder so bestärkst. Natürlich ist jede:r am besten dran, wenn die fremde Beurteilung das eigene Selbstbild einfach nicht beeinflusst. Allerdings verkennst du dabei meines Erachtens, dass es sich um ein System handelt.
Es muss nicht jedes Unternehmen, das Mode oder Schnitte anbietet, alle Größen abdecken. Aber die Tatsache, dass die durchschnittliche Frau in Deutschland Größe 44 trägt, ab dieser Größe aber nur noch ein deutlich eingeschränktes Angebot besteht, zeigt, dass der oben verlinkte Fall Teil eines Systems ist. Und dieses System ist nicht an der Realität von Frauenkörpern orientiert und auch nicht daran, was gesund für Frauen ist, sondern kulturell geprägt. Leider äußerst mysogyn, ausgrenzend und krankmachend.
Da kann ein Mädchen oder eine Frau noch so selbstbewusst, reflektiert, selbstliebend sein, wenn sie Klamotten kaufen will und schon von vornherein weiß, dass sie zu Zara und Mango erst gar nicht gehen muss, bei H und M und C und A auch nur eine handvoll Sachen in Frage kommen oder die viel kleinere Übergrößen-Abteilung besucht werden muss, dann ist das einfach ausgrenzend. Punkt. Auch die, die mental und physisch gesund in diesem System leben, werden ausgegrenzt.
Ich stelle mich da gerne zur Verfügung und "übertreibe" immer mal wieder, um darauf aufmerksam zu denn leider ist es schon so sehr in unser aller Köpfen verankert, dass wir Frauen schlank, sein sollen, dass an vielen Ecken und Enden schon gar nicht mehr auffällt, wie unnatürlich diese Erwartungshaltung ist. Und dass wir leider auch dieses System weiter mit tragen und befeuern, wenn wir junge Menschen vermeintlich bestärken wollen und suggerieren, sie müssten sich nur selber genug lieben. Ja, das ist eine unheimliche Ressource, aber nein, es reicht leider nicht aus, um nicht ausgegrenzt zu werden.
Wie gesagt, ich hab' nicht so mit dem ständigen Zeigen auf Systeme und Strukturen, ich weiß aber schon, dass ich damit hier im Forum ziemlich allein bin.
Und vielleicht hast Du mich falsch verstanden, aber ich bin nicht der Meinung, man "müsse anderen Menschen nur suggerieren, sie müssten sich nur selbst genug lieben." Das habe ich überhaupt nicht geschrieben. Mir geht es darum, dass Menschen hinterfragen, warum ihnen ein Buchstabe auf einem Etikett so wichtig sein könnte. Der eigene Körper ist immer gleich, egal ob die Hose laut Etikett eine 40 oder eine 48 ist. Mir geht es nicht darum, ob man durch Selbstliebe Mobbing und Ausgrenzung entgehen kann, davon steht nichts in meinem Post und davon spreche ich auch gar nicht. Ich will nicht, dass Du mir einfach solche Aussagen zuschreibst.
Na, da haben wir halt einfach unterschiedliche Ansatzpunkte. Du konzentrierst dich auf die individuellen Möglichkeiten, die jede:r hat. Ich bin da ganz bei dir, jede:r tut gut daran, jegliche gesellschaftliche Normen zu hinterfragen und sich selbst möglichst davon frei zu machen und sich selbst anzunehmen. Allerdings meine ich weiter, dass wir alle in dieser Gesellschaft sozialisiert sind und es nicht möglich ist, sich komplett frei zu machen vom sozialisatorischen Einfluss. Und leider ist unsere Gesellschaft patriarchal geprägt und der Einfluss wirtschaftlicher Interessen immens. Von diesem System habe ich geschrieben. Im Kontext von Mode und Körperbildern meine ich damit zB konkret: vor allem der männliche Blickwinkel bestimmt, welche Körper schön sind, die Modeindustrie, Abnehmindustrie etc. verdient unglaublich daran, dass so viele diesen Schönheitsidealen entsprechen wollen. Und die einfache "Formel" schön=schlank=gesund funktioniert hält leider auch nicht.
Magst du mir nochmal sagen, wo ich dir eine Aussage zugeschrieben habe? Das ist mir irgendwie nicht so ganz klar. Ich habe geschrieben, dass du meines Erachtens den Einfluss des Systems hinter Mode und Schönheitsidealen verkennst und dann habe ich weiter von "WIR" geschrieben, weil halt -wie oben beschrieben-, alle Menschen sozialisiert sind.
Mama von drei wundervollen Kindern (Sommer 2016, Sommer 2019 und Januar 2024)
Einfach im Lesefluss. Ich zumindest lese Deinen Beitrag, in dem Du ja auf meinen antwortest, so. Wenn Du das nicht so gemeint hast, hätte ich mich über eine deutlichere Abgrenzung gefreut.
Noch ein kleiner Punkt, der mir aber wichtig ist: wenn ich meinen Kindern erkläre, dass die Angaben auf den Etiketten lediglich vage Hinweise auf die Passform geben, mache ich das nicht in erster Linie, um sie "stark" zu machen. Ich gebe ihnen einfach Fakten weiter. Meine Kinder sind sehr groß, 97%-Perzentile und drüber. Etiketten mit Altersangaben, wie zB in Frankreich und deshalb zB auch bei Decathlon üblich, sind für uns also unpassend. Der 8-Jährige trägt "12-13 Jahre". Das Großkind war mit 13 aus "16-17 Jahre" rausgewachsen, trug dann Shorts aus der Damenabteilung in 36 und jetzt Herrengröße M. Einfach nur Fakten. Die sie sich hoffentlich merken und eben Zuschreibungen von außen mehr so als vage Hinweise nehmen, die oft übergriffig und/oder ignorant sind.
Die ganze Sache mit den Schönheitsidealen und dem männlichen Blick: meiner Meinung nach wird diese ganze "Frauen müssen voll schlank sein"-Geschichte inzwischen viel von Frauen weitergetragen und verfestigt. Kommentare zu meiner Figur bekomme ich nur von Frauen. Oder Frauen, die mir gegenüber (völlig ungefragt!) ihre Figur kommentieren (die mir herzlich egal ist). Influencer mit verdrehten Schönheitsidealen für Frauen - Frauen. Es sind Frauen, die mahnen, Kindchen, Du bist jetzt über 40, wenn Du so weiterisst, wirst Du dick, ab 40 setzt es an!
Bei den Männern ist das übrigens genauso - Muskeln müssen sein. Um die Muskeln sehen zu können, sollte da auch nicht allzu viel Fett drüber sein. Die 14-Jährigen, die ich kenne, gucken alle Fitnessvideos sonstwo und machen jeden Tag Sit ups. Ich musste meinem Sohn erstmal ein paar vernünftige Übungen zeigen, ich mein, wer macht denn noch Sit ups?! Was aber vor 35 Jahren auch schon so war, wenn ich mich an die Clique von meinem Bruder zurückerinnere. Nur hatten die kein TikTok, zum Glück.
Wo ich System sehe und ganz klar gesellschaftliche Verantwortung sind die Bereiche Medizin, Sicherheit (Autosicherheitsgurte!) und Sportkleidung. Es gibt bestimmt noch mehr Bereiche, von denen ich einfach nichts weiß, dieses ganze Wissen kommt ja erst so allmählich an die Öffentlichkeit. Anstatt jetzt von Schnitterstellern auf makerist zu verlangen, in Größenbereiche zu gradieren, wo sie nach eigener Angabe weder das Wissen noch das Können haben, fände ich es viel wichtiger, in Gymnastik, BeachVolleyball etc. darauf zu drängen, dass die Kleiderordnungen jetzt wirklich mal geändert werden. Da sehe ich auch den male gaze im Spiel, zum Kotzen.