MalinV hat geschrieben: 08.06.2024, 09:37
Vielen lieben Dank euch beiden, dass ihr das mit mir teilt. Ihr glaubt nicht wie erleichternd es ist, solche Erfahrungen zu lesen.
Aber auch schön zu lesen, wie unterschiedlich (Geschwister-)Kinder wachsen.
Mein Mutterinstinkt sagt mir auch, dass alles in Ordnung ist. J. war bei der Geburt 49cm, d.h. er ist ja trotzdem in einem Jahr 22cm gewachsen. Und natürlich macht mir das Gewicht Bauchschmerzen, andererseits sehe ich hier einen putzmunteren, rosigen Jungen, der sich motorisch ganz normal entwickelt, häufige stillt und super, super aktiv ist. Nur das Essen hat für ihn aktuell eben keinen hohen Stellenwert.
Was ich mich aber frage - viele sehen unseren Kleinen und sagen „ach, der wird eben immer klein und zierlich bleiben, das macht doch nichts“.
Natürlich KANN das sein - und das ist auch völlig in Ordnung, solange er gesund ist.
Aber gibt es nicht auch Kinder, die eben später einen Entwicklungssprung haben? Also, als Baby immer klein und zierlich sind, dann aber irgendwann aufholen und ganz „durchschnittlich“ sind? Ich denke schon manchmal darüber nach, ob er das Gewicht und die Größe überhaupt aufholen KANN.
Ja, es gibt Kinder, die einfach verzögert sind in der körperlichen Entwicklung, das aber später aufholen. Es hängt schlicht davon ab, was der Grund dafür ist. Bei uns beispielsweise liegt verzögertes Wachstum schlicht in der Familie: Meine beiden Mädchen waren bei der Geburt durchschnittlich, sind dann durch alle Perzentilen gerutscht und wachsen seither irgendwo zwischen der 2. und 6. Perzentile kontinuierlich weiter, schön parallel zu meiner damaligen Kurve. Ich war als Kind genauso und war erst mit 22 ausgewachsen, da kamen zwischen 18 und 22 noch 4cm dazu, trotz gegenteiliger Aussagen der Ärzte. Jetzt bin ich 1,60m gross, das ist nicht riesig, aber auch nicht auffallend klein (die ärztliche Prognose mit 13 beim Einsetzen der Mens war 1,52). Mein Vater war ebenso, der ist aus seinem Konfirmations-Anzug mit 16 noch ein sehr gutes Stück rausgewachsen und ist für einen Mann zwar auch nicht gross, aber eben auch nicht auffällig, sondern nur unterer Durchschnitt, aber deutlich über dem, was in der frühen Kindheit erwartet wurde, es hat einfach nur länger gedauert. Bei mir und bei der Grossen wurde alles mögliche abgeklärt, ohne Ergebnis, das ist bei uns einfach Genetik.
Allerdings kann ein verzögertes Wachstum eben auch andere Ursachen haben, deshalb ist es sinnvoll, genauer hinzuschauen. Es ist sicher hilfreich, wenn du schaust, ob es bei euch auch eine derartige familiäre Komponente gibt. Frag doch mal deine Eltern und Schwiegereltern, ob irgendwo noch alte Massangaben von dir, deinem Mann und ggf. den Geschwistern vorhanden sind. Wenn du abschätzen kannst, was für Faktoren da reinspielen, kannst du vielleicht einfacher beurteilen, ob es Grund zur Sorge gibt. (Ausserdem sind solche handfesten Daten auch für Fachleute hilfreich, wenn medizinische Abklärungen ein Thema werden sollten, es lohnt sich also in jedem Fall, da zu schauen, was noch greifbar ist.)