Milchmenge zu niedrig/ Gewichtsprobleme

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Tinke
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Re: Milchmenge zu niedrig/ Gewichtsprobleme

Beitrag von Tinke »

Tinke hat geschrieben: 09.10.2023, 22:08 Ich kann verstehen, dass es deiner Frau mit stillen + BES + abpumpen etc. auf Dauer zu viel ist.
Was spricht gegen stillen und anschließendem zufüttern mit der Flasche (paced bottle feeding)?
Ich meinte das als Alternative bevor deine Frau abstillt.
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Re: Milchmenge zu niedrig/ Gewichtsprobleme

Beitrag von derneue »

Nochmal als Ergänzung, da ich den Beitrag zuvor nicht bearbeiten kann: Gestern (08.10.) konnte meine Frau den Kleinen lediglich maximal 4x an der Brust stillen, da er es einfach nicht anders zugelassen hat. Somit müsste er gestern, trotz Erhöhung auf 375ml, insgesamt weniger Nahrung erhalten haben oder irren wir uns da? Schließlich hatte meine Frau heute morgen in beiden Brüsten mehrere Milchstaus, die jedoch nun wieder, danke des Kleinen, abgeklungen sind. Irgendwie irritiert uns dann die Zunahme von ca. 100g von gestern zu heute (Messfehler sind ausgeschlossen. Dafür sorge ich. :) )

Hallo Glyzinie,

nachdem ich auf absenden geklickt habe, kam die Nachricht, dass in der Zwischenzeit ein neuer Beitrag erstellt wurde.

Wir sind uns nicht sicher, ob es Mahlzeiten sind, weil er nicht so intensiv saugt und auch oft lediglich nuckelt.

Ich musste ehrlich gesagt eben "abhalten" googlen. :D Wie haltet man denn ein Baby ab? Er hat ja eine Windel an. Nach 10 Minuten dockt er ab und will dann einfach nicht mehr an die Brust, bis der Schlauch dran ist. Wenn wir es ohne Schlauch versuchen, geht er kurz an die Brust und dockt umgehend wieder ab. Mit Schlauch bleibt er an der Brust. Sobald wir jedoch den Schlauch abklemmen merkt er es sofort und dockt wieder ab. Liegt es vielleicht daran, dass nach 10 Minuten die Brüste nicht mehr so viel und schnell Milch produzieren?

Tatsächlich hat uns sein Verhalten gestern etwas irritiert, weshalb wir dachten er hätte noch Hunger obwohl er kurz vorher eine Mahlzeit erhalten hat. Der Kleine war irgendwie sehr unruhig, hat öfters an seiner Faust gesaugt und auch geschmatzt. Diese Reaktion zeigt er, als meine Frau beim Abpumpen war (meine Frau pumpt grundsätzlich kurz nach einer Mahlzeit ab). Meine Frau hat dann versucht ihn mit der Brust zu stillen, allerdings hat er diese einfach nicht genommen bis wir den Schlauch des BES angeklebt haben. Jetzt im Nachhinein betrachtet, kann es auch einfach sein, dass er überhaupt kein Hunger hatte und die Menge aus dem Schlauch nur genommen hat, weil es für ihn wahrscheinlich "unkomplizierter" war.

Hmm... wie meinst du das "200 sind nicht so viel"? Bisher wurde uns gesagt, dass 140g-210g pro Woche Gewichtszuwachs optimal sind.

Noch als Zusatzinfo: Der Kleine ist mit 49cm auf die Welt gekommen.
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Re: Milchmenge zu niedrig/ Gewichtsprobleme

Beitrag von derneue »

Tinke hat geschrieben: 09.10.2023, 22:08

Ich habe mir auch immer Gedanken über die Abpumpmenge gemacht. Bis mir hier im Forum gelesen habe, dass es normal ist durch pumpen nicht die Menge zu bekommen die das Baby trinkt. Eine Pumpe kann nicht so pumpen wie das Baby saugt. Manche schreiben hier sie haben voll gestillt und beim abpumpen keine 30ml zusammen bekommen. Das hat mich beruhigt.
Ich konnte durch häufiges anlegen, besonders nachts, die Milchmenge gut steigern.
Hallo Tinke,

genau das haben wir auch schon oft gelesen/gehört. Es ist irgendwie trotzdem deprimierend (Wortlaut meiner Frau), da sie auch gerne, wenn das Vollstillen dann klappt, etwas
für den Notfall einfrieren möchte.

Tinke hat geschrieben: 09.10.2023, 22:11
Tinke hat geschrieben: 09.10.2023, 22:08 Ich kann verstehen, dass es deiner Frau mit stillen + BES + abpumpen etc. auf Dauer zu viel ist.
Was spricht gegen stillen und anschließendem zufüttern mit der Flasche (paced bottle feeding)?
Ich meinte das als Alternative bevor deine Frau abstillt.
Teilstillen ist wohl für meine Frau keine Alternative, da es einen dann doch sehr einnimmt und man auch immer wieder kontrollieren muss, ob der Kleine genug trinkt bzw. zunimmt. Dann lieber eine kontrollierte Nahrungszufuhr via Pre-Nahrung. Aber eventuell ändert sich die Meinung meiner Frau noch.
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Re: Milchmenge zu niedrig/ Gewichtsprobleme

Beitrag von derneue »

Glyzinie hat geschrieben: 09.10.2023, 21:47
200 sind nicht so viel. Manche schlagen hier mit 500 auf und mehr. Wenn ihr reduzieren wollt, werden es ja mehr und mehr ohne BES.
Kannst du bitte diese Aussage etwas näher erläutern. Wir verstehen sie leider nicht. Speziell der letzte Satz. Danke. :)
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Re: Milchmenge zu niedrig/ Gewichtsprobleme

Beitrag von Glyzinie »

Es gab hier schon Mamas, die 500ml zugefüttert haben und die meisten konnten zumindest im Beikostalter damit komplett aufhören.

Ich meinte, dass ihr ab jetzt alles zählen solltet. Wenn ihr reduzieren wollt, werden es ja ohnehin weniger Mahlzeiten mit BES. Mir ist hier noch keine untergekommen, die dann noch 10ml im BES hatten. Dann eine Mahlzeit ganz ohne.
Wie und wo ihr reduzieren solltet, kann euch aber nur jemand zur Beratung sagen.
Mit eiligem Piffi (11/2016)
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Re: Milchmenge zu niedrig/ Gewichtsprobleme

Beitrag von OrangerStier »

Ich finde es super das du deine Frau da so unterstützt.
Wie ist es den wenn er an der Brust mit BES ist saugt er dabei dann noch oder lässt er die Milch quasi in sich laufen.
Zum Abpumpen gibt es hier auch ein paar Tipps im Forum mir fällt auf Anhieb ein eine Socke über die Flasche zu ziehen um nicht zu sehen wie viel kommt.
Oder kann sie stillen und gleichzeitig pumpen.
Intervallpumpen könntest dua auch als suchstichwort nutzen.

Selbst wenn er beim Einschlafen nur kurz an der Brust ist. Wird das hier normal als eine Mahlzeit gesehen.
Bleibt er denn wenn er einschläft an der Brust?

Du sagst ihr wickelt vor jeder Mahlzeit. Wie ist es den du hattest geschrieben das er Hundgerschreie hatte und er da die Brust nicht nehmen wollte sondern nur mit BES trinken wollte, habt ihr da auch gewickelt also das er vlt dann ungeduldig war?
Ein meckern an der Brust kann vom Grundsatz her viele Gründe haben die nicht mit der Milchmenge an sich zu tun haben.
Kann sie ihn den viel einfach bei sich am körper haben das er wenn er mag schnell an die Brust kann oder noch Mal eine andere Stillposition ausprobieren.
Das wickeln würse ich vlt. auf nach der Mahlzeit schieben, zumindest wenn der Hunger schon sichtbar ist.
Das sind so die Dinge die mir als Mama in den Sinn kamen
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Re: Milchmenge zu niedrig/ Gewichtsprobleme

Beitrag von sammy »

Hallo,

auch ich kann dir nicht helfen bzgl. der Gewichtsentwicklung oder Reduktion der Zufütterung. Nur zum Pumpen kann ich dir erzählen, was mir geholfen hat, die Abpumpmenge zu steigern (am Anfang konnte ich auch nur wenige ML abpumpen):
- Brüste wärmen
- Brustmassage vorm Pumpen
- Anschauen von Baby oder Babyfotos beim Pumpen
- Benutzung einer doppelten elektr. Pumpe (ich benutze die Medela Symphony, geliehen aus der Apotheke auf Rezept)
- Intervallpumpen

Vielleicht hilft deiner Frau ja einer von den Tipps.

Schönen Abend!
sammy
Liebe Grüße, sammy mit A. (8/23)
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Re: Milchmenge zu niedrig/ Gewichtsprobleme

Beitrag von ShinyCheetah »

Wow, viel Text.

Eine Sache sticht mir ins Auge: Bis zu 10 Tage ohne Stuhlgang sind OK bei vollgestillten Babys. Eures bekommt aber Pre zugefüttert, da sollte es schon täglich Stuhlgang haben.

Wenn das nicht so ist, sprecht es lieber beim Kinderarzt an.

Zum Rest deiner Antwort kann ich hoffentlich später noch was schreiben :)
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


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ShinyCheetah
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Re: Milchmenge zu niedrig/ Gewichtsprobleme

Beitrag von ShinyCheetah »

derneue hat geschrieben: 09.10.2023, 21:28 @ShinyCheetah: Vielen Dank für das Lob. :)

Uns belastet die Unsicherheit, ob wir jemals zum vollstillen kommen werden. Das ist das oberste Ziel meiner Frau. Wenn dies nicht möglich ist, möchte sie abstillen, da die Kombination aus Brust + BES + Milchpumpe zu stressig ist. Dann lieber nur einen Weg gehen.
Gerne, habt ihr euch verdient :)

Habt ihr eine Chance zum Vollstillen zu kommen?
Klar, eine Chance besteht immer. Allerdings ist es so, dass euer Baby nicht mehr ganz klein ist (Wahnsinn, morgen schon 3 Monate!) und die Phase, in der die Chancen am höchsten sind von der Zufütterung komplett wegzukommen, vorbei (das sind so ca. 6 - 8 Wochen nach Geburt). Auf der anderen Seite ist es auch wirklich nicht mehr so lange bis zum Beikoststart. Bei Babys, die mit Pre zugefüttert werden, macht es durchaus Sinn schon ab 4 Monaten auf die Beikostreife zu achten und dann die Prenahrung durch Beikost zu ersetzen. Ihr könntet versuchen, jetzt nochmal 4 Wochen so weiterzumachen wie bisher und dann nach und nach die Pre ausschleichen. Danach stillt deine Frau dann neben der Beikost, wie jede andere Stillende auch. Die anstrengende Zufütterung ist dann Vergangenheit.
Die Frage ist, ob das für euch auch ein erstrebenswertes Ziel wäre.
Vollstillen wird oft als Ideal so hoch gehangen. Aber mal ganz objektiv und praktisch würde deine Frau sowieso nur noch sehr kurz vollstillen. Nehmen wir an, ihr schafft es im Laufe der nächsten 4 Wochen, die Zufütterung loszuwerden (mit der bisherigen Geschichte eher unwahrscheinlich). Dann bleiben noch 2 Monate, bis ihr sowieso mit der Beikost starten "müsst" - und die Vollstillzeit endet.
Wie lange danach noch neben der Beikost weitergestillt wird, steht dagegen auf einem ganz anderen Blatt. Frewillig verzichtet kaum ein Kind vor dem 2. Geburtstag aufs Stillen. Die Empfehlung der WHO ist "bis zum 2. Geburtstag und darüber hinaus", das natürliche Abstillalter liegt irgendwo zwischen 2 und 7 Jahren. Im Vergleich zu so einer Zeit kann die anstrengende anfängliche Phase mit viel Stress und Zufüttern wirklich in den Hintergrund rücken.
Stillen ist einfach sehr viel mehr als nur Nahrung für Neugeborene.

Aber ganz ehrlich: Wenn es deiner Frau wirklich "nur" ums Vollstillen geht, würde ich *persönliche Meinung* nicht so weitermachen. Das Ziel ist mehr als ehrgeizig, der Nutzen für sie und das Baby fraglich und der Zeitraum, in dem es überhaupt noch möglich wäre, sehr kurz.
derneue hat geschrieben: 09.10.2023, 21:28
Etwas was irritierend und auch deprimierend ist, ist die sehr geringe Abpumpmenge, obwohl wir bereits so viel ausprobiert haben. Allerdings haben wir eine deutliche Steigerung der Milchproduktion aufgrund der Möglichkeit der Reduktion sowie beim Stillen (er schimpft viel weniger mit der Brust, trinkt hörbar mehr sowie effektiver (10-15 Minuten für beide Brüste insgesamt)) bemerkt.

Das Abklemmen des Schlauches klappt nur wenn er sehr sehr müde ist. Ansonsten merkt er es umgehend, dockt ab und meckert lautstark. Muss man ihm das angewöhnen bzw. braucht es Zeit?
Hervorhebung von mir. Den Satz versteh ich nicht - magst du das nochmal erklären?

Ob die Milchmenge wirklich hochgeht, Redukution möglich bzw. sinnvoll ist dürfen hier nur die Mods beurteilen. Ihr wisst, dass euer Baby grundsätzlich entlang einer Perzentile wachsen sollte, oder? Es ist definitiv abgesackt und kratzt, wenn ich das richtig sehe, irgendwo an der 3. Perzentile. So ganz spontan als Laie sehe ich da jetzt nicht viel Spielraum zum Reduzieren und würde das definitiv nur versuchen, wenn mich ein Stillberater dabei eng begleitet und das OK gegeben hat.

Ihr "müsst" definitiv nichts am BES-Gewöhnungseffekt umgewöhnen. Wenn deine Frau auch irgendwann ohne BES stillen möchte, klar, dann muss sich euer Sohn an geringeren und ungleichmäßigeren Milchfluss wieder gewöhnen.
Wenn man aber ein Baby hat, das schlecht zunimmt, gilt ganz klar erst mal "feed the baby". Die Nahrung muss rein ;) Der Gewöhnungseffekt ist dann eine andere Baustelle.
Gerade wenn das Baby müde ist, ist wahrscheinlich ein schlechter Zeitpunkt. Dann trinkt es ja tatsächlich weniger, wenn ihr das BES abklemmt. Die Idee ist ja im Gegenteil, dass das Abklemmen es dazu anregen soll stärker und ausdauernder zu saugen.
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Re: Milchmenge zu niedrig/ Gewichtsprobleme

Beitrag von ShinyCheetah »

Achja, zwei Sachen habe ich noch vergessen:

(1) Man kann hier im Forum Beiträge grundsätzlich nicht editieren (wie du siehst ;) )
(2) Eure Stillfreqeuenz ist tatsächlich eigentlich zu niedrig. Wenn ein Baby nicht so gut zunimmt, sollte man schon eine zweistellige Stillanzahl anpeilen, also mindestens 10 - 12x in 24h. Dafür dann auch wecken, falls nötig. Abstände sollten dann tags am besten nur maximal 2h sein (von Stillbeginn bis Stillbeginn gerechnet). Auch nachts dürfen die Pausen nicht zu lang sein.
Ihr kommt ja eher so auf 8 - 9x. 2 - 3 zusätzliche Stilleinheiten wären tatsächlich sinnvoll.
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