Vielen, vielen Dank, dass ich hier sein darf. Ich habe schon einige andere Geschichten mitgelesen, in denen ähnliche oder gleiche Probleme wie meine geschildert wurden und es hat mir Mut gemacht und Hoffnung gegeben, dass sie doch nicht unbedingt unlösbar sind. Deswegen traue ich mich jetzt und möchte gerne eure Hilfe in Anspruch nehmen.
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Mädchen
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Die erste Mahlzeit PRE gab es schon im Krankenhaus in der ersten Nacht, aus Verzweiflung. Gefüttert wurde über Finger mit Spritze. Zu Hause habe ich mir eine Milchpumpe geliehen und angefangen jeden Tropfen MuMi zuzufüttern und anschließend PRE, weil die gepumpte Menge nicht gereicht hat. Dann kam kurz darauf ein Stillhütchen dazu und die Spritze mit Sonde zum Zufüttern, da die Zufüttermengen auf Grund von schlechter Zunahme immer größer wurden und über das Fingerfeeden zu umständlich wurde. Zwischendurch gab es auch ein paar Mal die Flasche, die habe ich aber ganz schnell wieder abgeschafft, weil ich das Gefühl hatte, mit jeder Flasche mehr wird das Saugverhalten an der Brust schlechter. Gründonnerstag sind wir dann auf ein BES umgestiegen, womit wir bis heute zufüttern. Das Stillhütchen sind wir zum Glück schon wieder losgeworden. Anfangs haben wir 800ml täglich zugefüttert (hauptsächlich PRE), momentan sind wir bei etwa 180ml täglich. Befürchte aber, dass das zu wenig ist.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Tagsüber stillen wir in der Regel alle 2 Stunden, die Ausnahme sind 3 Stunden wenn wir unterwegs sind. Zwischen 22 und 23 Uhr gibt es die letzte Mahlzeit und dann meldet H. Sich zwischen 2 und 3 und zwischen 5 und 6 wieder. Und dann geht es in einen recht regelmäßigen 2-Stunden-Takt über. Die Mahlzeiten sind tagsüber relativ lang, im Schnitt 60 Minuten, manchmal auch länger… nachts sind wir recht zügig mit 20-30 Minuten unterwegs.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Stuhlgang anfangs ca. 5 mal täglich, dann eine längere Pause und nur noch 1x wöchentlich, inzwischen pendelt es sich bei 1x alle 2-3 Tage ein. Nasse Windeln haben wir 4-5 täglich.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Nach der Geburt wurde im Kreißsaal direkt das erste Mal angelegt. Auf Grund von Schmerzmitteln und zwei Ärzten, die parallel anfingen die Geburtsverletzungen zu versorgen (Dammriss 3. Grades), habe ich nicht wirklich viel bewusst davon mitbekommen. Auf der Wochenbettstation angekommen hatte ich relativ zügig das erste Mal nach Hilfe beim Anlegen geklingelt, aber die Kleine schlief und man wollte sie nicht wecken. Meine Hebamme hatte mir vorher gesagt, dass das Wecken wichtig ist und spätestens alle 3 Stunden gestillt werden sollte, im Krankenhaus sah man das leider anders. Ich war anfangs selbst total überfordert damit im Liegen mein Baby aus dem Beistellbettchen zu heben und anzulegen, habe sicher viel zu selten um Hilfe gebeten und wenn es Hilfe gab, dann wurde das Andocken für mich übernommen und ich wusste immernoch nicht so recht was ich tun muss. Der Start war wirklich sehr frustrierend, erst zu Hause mit meiner Nachsorgehebamme habe ich dann wirklich gelernt, wie das Ganze funktioniert…
H. Schläft an der Brust seit Beginn sehr viel und manchmal auch sehr schnell. Wir musste sie zeitweise ständig bis auf die Windel ausziehen, mit einem nassen Waschlappen wach halten usw., damit sie überhaupt trinkt.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Flasche (gab es Max. 5x) und Stillhütchen (nutzen wir etwa seit Ostern nicht mehr)
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Anfangs war nur meine Hebamme unterstützend dabei, allerdings haben wir recht schnell ihr Repertoire aufgebraucht gehabt und sie vermutet, dass ich zu den seltenen Fällen gehöre, die eben nur eine gewisse Menge Milch produzieren kann (so um die 50ml). Beim Osteopathen waren wir, da H. Bei der Geburt mit den Schultern stecken geblieben ist und letztendlich die Wehen versagt haben und sie mit Hebelbewegungen meiner Hüfte rausgeschoben wurde. Es wurden Blockaden im Nacken und der Hüfte gelöst. Ostermontag hatte ich dann noch eine Stillberaterin bei mir, die meine Hebamme empfohlen hat. Das Stillmanagement sieht gut aus, H. Dockt gut an und ihre Saugtechnik ist auch super (mit Pausbäckchen, das Saugen ist bis in die Schlefen zu sehen etc.). Ich habe auch ein paar Mal eine Stillgruppe besucht und mich auch dort noch einmal bei der Stillberaterin versichert, dass ich nichts falsch mache.
Die Kinderärztin war mit der Entwicklung bei der U3 sehr zufrieden, auch mit dem Gewicht und hat gesagt, ich solle das Zufüttern einfach weglassen, weil sie gut gedeiht. Da waren wir noch bei über 400ml täglich und ich habe diese Empfehlung auch nicht umgesetzt.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Schilddrüsenwerte wurden bereits überprüft, Eisen ebenfalls und Prolaktin. Ich bin übergewichtig (glaube BMI müsste irgendwo bei 35 oder 37 liegen), aber dazu hat sich bisher niemand geäußert, dass es deswegen Stillprobleme geben könnte.
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
H. Ist mein erstes Kind
Meine Tochter ist am 11.03. geboren und hat anfangs sehr abgenommen. Das Geburtsgewicht haben wir erst nach 3 Wochen und auch nur mit dem Zufüttern großer Mengen wieder erreicht. Und wir haben immer wieder zwischendrin Ausreißer beim Wiegen und sind inzwischen 2 Perzentilen runtergerutscht. H. Ist aufgeweckt und gut entwickelt, die Kinderärztin ist sehr zufrieden. Die Hebamme ist mit der Zunahme nicht zufrieden und kurz davor, die Verantwortung an die Kinderärztin abzugeben, weil sie das nicht mehr vertreten kann, wenn es nicht langsam wieder bergauf geht.
Mein Mann hatte den ersten Lebensmonat Elternzeit und mich super bei allem unterstützt.
Seitdem mein Mann wieder arbeiten geht, komme ich leider nicht mehr so oft zum Abpumpen. Immer wenn ich kann, versuche ich es und fütter die gepumpte Menge dann auch bei der nächsten Mahlzeit. Die Pumpmengen sind auch jedes Mal total unterschiedlich - von 5ml bis 70 war schon alles dabei. Ich habe auch schon 2 Tage nur gepumpt und gar nicht gestillt, aber auch das hat die Milchproduktion scheinbar nicht merkenswert gesteigert. Generell kommt mir der ganze Werdegang sehr planlos vor. Alles wurde immer so 2-3 Tage probiert und dann das nächste versucht. Auch mit der Zufüttermenge bin ich momentan sehr auf mich allein gestellt. Anfangs hieß es nur, dass ich den gesamten Tagesbedarf zufüttern muss, unabhängig davon wieviel sie beim Stillen bekommt. Weil sie dann endlich 2 Wochen am Stück mal gut zugenommen hat, durfte ich dann auf Zufüttern nach Bedarf umstellen. Dementsprechend hat die kleine Maus immer unterschiedlich getrunken… von gar nichts bis 120ml war da am Tag alles dabei und hat sich dann irgendwie eigenständig bis heute reduziert. Seit über 2 Monaten kämpfen wir jetzt, um irgendwie zum Vollstillen zu kommen und es zerrt so an meinen Nerven… Am 4.6. habe ich jetzt noch einen Termin, um mit einer Ärztin (die auch Stillberaterin ist) über Domperidon zu sprechen, weil ich langsam keinen anderen Weg mehr sehe vom Zufüttern wegzukommen.
Ich bin auch jedes Mal total unsicher, wann der richtige Moment ist das BES dazu zu geben. Ich versuche inzwischen beide Brüste 10-15 Minuten zu geben und dann erst das BES hinzuzunehmen. Oft habe ich dann aber auch schon den Moment verpasst und H. Ist eingeschlafen.
Nach dem ersten Besuch in der Stillgruppe habe ich mich so gut gefühlt, dass ich auch das Gefühl hatte, wir können vielleicht auf das Zufüttern verzichten. Dummerweise habe ich es tatsächlich dann für 2 Tage auch gelassen und versucht immer mehr anzulegen, um die Milchproduktion anzuregen. Das Wiegeergebnis war dementsprechend schlecht und seitdem zweifle ich total an meinem Mutterinstinkt und habe immer Angst, mein Baby „verhungern“ zu lassen…
Meine Dokumentationen zu Gewicht, Stillmahlzeiten, Zufüttermengen und Ausscheidungen ergänze ich gleich noch in einem neuen Kommentar.
Danke schonmal fürs Lesen.