Missie hat geschrieben: 26.11.2020, 18:55
Cecily hat geschrieben: 26.11.2020, 15:30
Missie hat geschrieben: 26.11.2020, 15:15
Bei uns wird im Januar auf Hochbegabung getestet (und ASS) und sollte sich das bestätigen, bekommt Nr1 seinen ganz eigenen Wochenplan und kann dann komplexere Aufgaben bearbeiten. Ein bisschen läuft s jetzt schon so, aber nur ein bisschen und inoffiziell...
Er bleibt dann trotzdem vorerst in seiner Klasse, muss ja auch sozial noch viel lernen.
Also vllt hilft es doch, testen zu lassen?!
Darf ich fragen, warum ihr getestet habt? War es ihm auch in der Schule langweilig?
Wir testen erst nächsten Januar.

Ja, ihm ist's super langweilig... Er konnte auch schon vor Schulbeginn gut lesen und er hat einfach ein unfassbares mathematisches und technisches Verständnis - seine Lehrerin kommt da aus dem Staunen nicht heraus, sagt sie. Er ist den anderen ein riesiges Stück voraus und das, obwohl er ja nur zwei Schulstunden am Tag am Unterricht teilnimmt (mehr ist aufgrund von Stören, Wutanfällen und tlw fremdaggressiven Verhaltens nicht tragbar).
Die Schule hat uns gebeten, den IQ testen zu lassen, außerdem muss er ja zur Diagnostik, weil er eine Schulbegleitung braucht und da wird standardmäßig auch der IQ bestimmt.
Das sehe ich völlig ein und das wäre eine Situation, in der ich auch testen würde. Sorry übrigens, ich hatte das schon mal gelesen von dir, könnte das jetzt aber nicht direkt in Zusammenhang bringen.

Wenn es bei uns soweit gehen sollte, dass seine Verhalten "nicht tragbar" ist, würde ich schon was machen. Aber jetzt? Wenn ich jetzt testen würde, würde sich eigentlich nichts ändern. Ich weiß ja eh, dass er schlau ist und dass er gefördert werden sollte - machen wir ja normalerweise auch. Alles, was ihn interessiert hat zu bzw. gehen wir derzeit nicht hin.
Morgen sollte die Klasse zur Generalprobe in die Oper gehen - er hatte einen Gutschein gewonnen - fällt aus. Wir gehen im Winter regelmäßig in die Oper, ins Museum, ins Theater, ins Planetarium etc. - geht alles nicht.
Und alles, was ich so ranschaffe, hat er quasi in ein paar Stunden durch. Z.B. hat er zum Geburtstag einen Elektrobaukasten bekommen, den er super fand. Er hat alle Sachen gemacht, die vorgeschlagen wurden, hat das (keine Ahnung wie) an diverse andere Sachen angeschlossen und hat jetzt - in seinen Augen - alle Möglichkeiten durch. Wiederholungen mag er gar nicht.
Anders als Flo - der immer und immer wieder die selben Bücher vorgelesen bekommen will - will er nie ein Buch mehrfach vorgelesen haben.
Auf Empfehlung haben wir jetzt "Der Zahlenteufel" geholt und lesen das abends. Inzwischen kommen wir in Bereiche, die ich gar nicht mehr selbst einfach so rechnen kann (z.B. Wurzeln) und er findet es super.
lunovis hat geschrieben: 26.11.2020, 19:26
Cecily hat geschrieben: 26.11.2020, 17:24
Comics liest er nach deinem Tipp inzwischen mit Begeisterung
Die dürfen aber nicht mit in die Schule, weil da die anderen Kindern mitschauen wollen. Freitags nach der Schule darf er sich meistens alleine einen Comic aussuchen (meistens ist es Lego).
Ach, doof, aber auch verständlich im üblichen Schulsetting. Aber dann ist etwas Spannenderes zum Malen sicher auch nicht passend, oder?
Ich wollte gerade das Malen-nach-Zahlen-Heft "Drachen" von Ravensburger empfehlen. So als Abwechslung zu Mandalas. Es gibt auch Hefte, bei denen man die Zahl für die Farbe erst ausrechnen muss. Oder Rechenmandalas.
Oder vielleicht Punkt-zu-Punkt-Malhefte mit großen Zahlen (für Erwachsene gibt es welche bis 8000 oder so). Ich dachte noch an "Punkt für Punkt – Ein Dino-Comic zum Verbinden und Ausmalen" von Thade & Jasper Precht. Geht nur bis 100, macht aber durch den Comic viel Spaß.
Wäre etwas aus der 1000-Gefahren-Reihe vielleicht was für Maxi? Das sind Bücher im 'Choose your own adventure'-Stil, Leseniveau 3./4.-Klasse. Hat erstmal viele Seiten, aber durch das Auswählen ist es gar nicht so viel und vielleicht spannender zu lesen.
Aber das sind alles nur Beschäftigungsideen... Ich würde euch natürlich wünschen, dass sich strukturell etwas ändert.
Diese Rechenmandalas machen sie auch in der Schule, aber halt nur im Bereich bis 20. Das könnte schon was sein. Die 1000-Gefahren-Reihe kenn ich nicht, ich schau mal.
Batinka hat geschrieben: 26.11.2020, 20:40
Zum reinen Beschäftigen wollte ich auch gerade Rechen-Malen nach Zahlen empfehlen. Ansonsten haben sie bei uns noch Rechtschreiben (heißt tatsächlich einfach so, 1 und 2 hatten wir schon) und meine Tochter liebt Sudoku, kann er da schon richtige?
Um es gibt Kinder-Kreuzworträtselbücher.
Sonst habe ich keine Ideen, mag dir aber da lassen das „xy ist doch Baby!“ bei meiner Tochter und ihren Freundinnen im Spiel auch immer mal wieder vorkommt, ohne dass es eine der anderen übel nimmt.
Das ist ja irgendwie beruhigend, ich fand, das klang so herablassend.
Ich habe jetzt das
Das große Rätselbuch für clevere Kinder: ab 8 Jahre. Geniale Rätsel und brandneue Knobelspiele für Mädchen und Jungen. Logisches Denken und Konzentration spielend einfach steigern
und das
Das Forderheft Mathematik 1: Mathematische Herausforderungen zum Nachdenken und Vertiefen
bestellt.
muggel hat geschrieben: 26.11.2020, 21:31
Ich habe auch an HB gedacht. Nur ist es halt nicht damit getan, dass er ein paar Arbeitsblätter mehr machen darf. Oft brauchen Hochbegabte einfach noch anderen Input. Lies sich dazu mal ein. Ich hatte total ein falsches Bild von Hochbegabung. Ich habe mich damit beschäftigt als mein Sohn abgeklärt wurde. Er hing in der Schule immer müde rum und Kia riet zur Testung. Ich dachte sicher nicht, da mein Bild von einem HB Kind war, dass sie sich selbst Lesen und Schreiben beibringen oder so. Dem ist nicht so. Bei der Recherche habe ich dann in den Beschreibungen meinen Sohn im vielen wieder erkannt.
Viele HB Kinder werden negativ auffällig in der Schule durch die ständige Unterforderung.
Ich hab dazu schon ein dickes Buch gelesen, das von der dghk empfohlen wurde. Es gibt ja auch diverse Hinweisblätter und Bücher mit Anregungen für Lehrer....
Bei allem, was ihn interessiert, ist er mit absoluter Konzentration und Begeisterung dabei. Wir waren auf zwei MINT-Veranstaltungen, da war ich echt baff.
Gestern kam er aus der Schule und hatte 9 von 24 Arbeitsblättern gemacht, die sie bis zum letzten Schultag machen sollen. Der Lehrer gibt die ihm auch früher. Er macht das - mit Ausnahme vom Schreiben, da macht er halt Fehler - auch super. Nur sind es halt immer Wiederholungen von den selben Sachen.
Ich bin heilfroh, dass wir ihm nichts "beigbebracht" haben, so dass er wenigstens schreiben lernen kann. Gestern das "G".
Er erinnert mich sehr an meinen Patensohn vom "Werdegang". Und mein Patensohn ist ziemlich einsam. Er hat ca. seit der 3. Klasse (vorher war er sehr beliebt) quasi keine gleichaltrigen Freunde mehr, weil er alle immer vor den Kopf stößt und nicht bereit ist, bei Sachen "mitzumachen", die ihn nicht interessieren. Z.B. haben alle Fußball gespielt und er wollte nie mitspielen. Jetzt machen alle mit ihren Handys rum und er will keins. Dabei sagt er dann anderen dann auch klar, dass ihn das nicht interessiert und er das langweilig und blöd findet. Und deshalb steht er immer daneben.
Vielleicht mache ich mir auch zu viele Sorgen. Im Ergebnis: Mädchen Kletten in die Haare schmeißen geht natürlich nicht und ich habe das mit ihm besprochen, fand das jetzt aber (wahrscheinlich anders als die Mädchenmütter, die die Kletten rausschneiden mussten) nicht schlimm.
Das quatsche, Quatschmachen etc. macht mir Sorgen, weil er alle stört und sich dadurch selbst isoliert.
Am meisten macht mir aber Sorgen, dass er vielleicht irgendwann am Ende alleine und unglücklich dasteht.
Aber vielleicht packe ich die Probleme besser nach und nach an und freue mich einfach mal, dass er jetzt gute Freunde hat und glücklich ist. Ich hab eine Begabung dafür, mir im Vorfeld zu viele Sorgen zu machen.
Tut mir leid, dass das alles so wirr und merkwürdig rüberkommt, so fühle ich mich gerade.