Handlungsbedarf bei Teilstillen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Monia84
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Handlungsbedarf bei Teilstillen?

Beitrag von Monia84 »

Hallo zusammen!

Ich bin Monia, 38 Jahre alt und ich habe am 26.02. unsere Tochter geboren (erstes Kind).
In letzter Zeit habe ich mich viel mit dem Thema Stillen beschäftigt und auch hier im Forum viel gelesen. Das hat mich tatsächlich sehr verunsichert und ich frage mich jetzt, ob das bei uns alles so richtig läuft….
Vielleicht kann ich euch unseren „Werdegang“ grob schildern und ihr teilt mir eure Meinung mit, ob ich ein Fall für eine konkrete Stillberatung bin.
Hier unsere Eckdaten:

- Mädchen, geboren am 26.02.23, nach Einleitung und 12 Tage vor ET
- hatte in den ersten Tagen mehr als 10% an Gewicht verloren und auch nicht adäquat zugenommen, laut Hebamme, daher Rat zur Zufütterung von Pre Nahrung mittels Flasche
- bekommt schon immer 300ml auf 6 Portionen aufgeteilt
- seitdem eigentlich gute Gewichtszunahme, siehe Kurve
- sie hat 6-8 nasse Windeln am Tag und Stuhlgang alle 2-3 Tage, manchmal auch täglich

Ich habe bisher eigentlich gedacht, es läuft ganz gut bei uns, aber jetzt bin ich mir nicht mit sicher. Eigentlich hat mir die Flasche immer etwas Sicherheit gegeben, da ich immer Sorge hab, ich hab zu wenig Milch und ich fand es immer schön, dass durch die Flasche auch meine Frau mit eingebunden war. Nachdem ich hier viel gestöbert habe, kommt es mir aber so vor, als sei Zufüttern etwas schlechtes…und das möchte ich natürlich nicht für mein Kind. Ich möchte nach Möglichkeit mindestens 1 Jahr stillen und habe Sorge, dass das vielleicht nicht klappt, wenn ich so weitermache.
Bisher habe ich eigentlich den Eindruck gehabt, dass unser Mädel gut damit zurecht kommt. Sie hat eigentlich keine Anzeichen einer Saugverwirrung, das einzige was mir in letzter Zeit aufgefallen ist, ist dass sie öfter mal beim Trinken schnalzt. Aber eher zum Ende hin, wenn sie unkonzentriert wird. Sie zeigt auch nach einigen Minuten Trinken manchmal Unruhe. Habe aber eher den Eindruck, dass der Bauch dann wieder wehtut. Sie strampelt dann viel, drückt und bekommt einen roten Kopf. Sie hat generell sehr viel Koliken…

Wie seht ihr das? Sollte ich dringend was ändern? Interpretiere ich das Saugverhalten falsch und es sind doch schon erste Anzeichen einer Saugverwirrung?

Wie beurteilt ihr ihre Gewichtszunahme? Ist es in Ordnung, dass sie oberhalb der Perzentilkurve beginnt und mittlerweile leicht darunter liegt oder ist das schon problematisch?

Entschuldigt den langen Text!

Vielen Dank und Grüße
Monia
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Umgedacht
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Handlungsbedarf bei Teilstillen?

Beitrag von Umgedacht »

Zum Gewicht und zur Menge der Zufütterung kann ich dir nichts sagen. Das kann dir ein Stilmod, wenn du dir Sorgen um das Gewicht machst.

Ob Zufüttern "schlecht" ist, hängt von deinem Wunsch ab. Viele sehen das Zufüttern als Belastung und wollen davon weg. Das hat dann was mit individueller Präferenz zu tun. Wenn es für dich und euch vom Prinzip in Ordnung ist, dann muss es nicht objektiv schlecht sein.

Beim Zufüttern mit Flasche besteht schon die Gefahr einer Saugverwirrung. Das blöde ist ja, dass man die nicht wirklich sieht. Würde denn eine andere Form des Zufütterns für euch in Frage kommen, falls du überhaupt von der Flasche weg willst? Es gibt Becher zum Zufüttern oder kleine Spritzen. Das kann auch der Partner oder Partnerin übernehmen.

Die zweite Schwierigkeit ist, dass die vom Kind angeforderte Milchmenge noch einige Monate hoch sein wird. Wenn du weniger stillst, dann könnte das deine Milchproduktion tatsächlich reduzieren. Nach zwei Monaten reguliert sich die Milchproduktion und es gibt nicht mehr diese Überproduktion. Eventuell müsstes du pumpen, um deine Milchproduktion aufrechtzuerhalten. Das ist auch recht aufwendig und manchmal auch frustrierend.

Letztendlich liegt es an euch, ob ihr einen Leidensdruck habt und etwas ändern wollt. Ihr müsst nichts und könnt natürlich auch dabei bleiben, wie es jetzt ist.
Valentina mit großer Tochter S. (11.2021) und Baby-Tochter L. (5.2025)
Salve
gut eingelebt
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Re: Handlungsbedarf bei Teilstillen?

Beitrag von Salve »

Hallo Monia,

Glückwunsch zur Kleinen!
Mach dich davon frei, dass die Art, wie ihr euer Baby ernährt, gut oder schlecht ist. Entscheidend ist doch, was ihr euch wünscht und was ihr umsetzen könnt.

Ich habe aktuell auch einen Thread laufen, weil ich vom Zufüttern wegkommen möchte. Wir haben es fast geschafft und für mich ist das jetzt eine Erleichterung, weil ich besser einschätzen kann, ob mein Sohn zufrieden ist. Die Flasche gibt ein Stück Sicherheit, das Gefühl kenne ich. Aber für mich war es auch immer eine Abhängigkeit. Ob du das Zufüttern reduzieren oder verändern möchtest, musst du entscheiden. Bei dem Weg bekommst du hier von den Profis Unterstützung.

Was sagt denn deine Frau dazu? Klar, wenn du voll stillst ist sie beim Füttern erst mal außen vor. Aber die Beikost kommt auch bald. Vielleicht ist es eine Möglichkeit für euch, mal zum Thema Adoptivkind stillen zu recherchieren. So könnte deine Frau teilhaben, wenn es für euch in Frage kommt.

Wurde abgeklärt, warum deine Kleine nicht gut zugenommen hat in der ersten Zeit? Das Schnalzen kenne ich von meinen Jungs, die hatten beide ein verkürztes Zungenband. Das erkennt leider nicht jede Hebamme und die Meinungen zur Bedeutung des Zungenbandes gehen weit auseinander. Hier hat die Trennung bei einer spezialisierten Zahnärztin zwei mal eine Verbesserung gebracht.
Salve
mit dem Großen (9/20) und dem Kleinen (01/23)
Monia84
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Re: Handlungsbedarf bei Teilstillen?

Beitrag von Monia84 »

Vielen Dank für die Antworten.
Beim Zufüttern mit Flasche besteht schon die Gefahr einer Saugverwirrung. Das blöde ist ja, dass man die nicht wirklich sieht. Würde denn eine andere Form des Zufütterns für euch in Frage kommen, falls du überhaupt von der Flasche weg willst? Es gibt Becher zum Zufüttern oder kleine Spritzen. Das kann auch der Partner oder Partnerin übernehmen.
Wir haben tatsächlich schon den Softcup hier stehen, aber noch nicht benutzt. Sind uns noch nicht sicher, ob das der richtige Weg sein könnte…verschlucken die Kleinen sich da nicht schnell?
Letztendlich liegt es an euch, ob ihr einen Leidensdruck habt und etwas ändern wollt. Ihr müsst nichts und könnt natürlich auch dabei bleiben, wie es jetzt ist
Eigentlich haben wir keinen Leidensdruck durch die Zufütterung…aber wir möchten natürlich das Beste fürs Kind und auch die bestmöglichen Chancen, dass ich lange stillen kann. Wenn man mir jetzt sagen würde, beides ist unter den Umständen gegeben, dann würde ich nichts ändern. Aber ich befürchte, das ist nicht der Fall…
Was sagt denn deine Frau dazu? Klar, wenn du voll stillst ist sie beim Füttern erst mal außen vor. Aber die Beikost kommt auch bald. Vielleicht ist es eine Möglichkeit für euch, mal zum Thema Adoptivkind stillen zu recherchieren. So könnte deine Frau teilhaben, wenn es für euch in Frage kommt.
Sie könnte natürlich auch damit leben, nicht mehr die Flasche zu geben, wenn es im Sinne der Kleinen ist. Dass sie stillt, kommt leider nicht in Frage, das Thema hatten wir tatsächlich schon.
Wurde abgeklärt, warum deine Kleine nicht gut zugenommen hat in der ersten Zeit? Das Schnalzen kenne ich von meinen Jungs, die hatten beide ein verkürztes Zungenband. Das erkennt leider nicht jede Hebamme und die Meinungen zur Bedeutung des Zungenbandes gehen weit auseinander. Hier hat die Trennung bei einer spezialisierten Zahnärztin zwei mal eine Verbesserung gebracht.
Mein wurde es nicht. Ich denke unsere Hebamme ging einfach davon aus, dass meine Milchproduktion nicht ausreicht.
Dass es am Zungenband liegt, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Sie kann die Zunge ziemlich weit rausstrecken und hat keine Einziehung o.ä. an der Spitze. Aber ja, dran gedacht habe ich auch schon mal…,
Koralinka
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Re: Handlungsbedarf bei Teilstillen?

Beitrag von Koralinka »

Hallo Monia,
unsere Tochter ist nur ein paar Tage älter als Eure Tochter. Auch wir hatten große Startschwierigkeiten. Unsere Kleine hat auch mehr als 10% Gewicht verloren. Ihr Geburtsgewicht erreichte sie erst drei Wochen nach Geburt. Daher musste sie vom Anfang an mit PRE zugefüttert werden.

Ich hatte zu wenig Muttermilch (vermutlich wegen Stress). Anfänglich habe ich mit Stillhüttchen gestillt, aber das hat so gar nicht funktioniert. Ohne Stillhütchen hat sie meine Brüste angebrüllt und hatte seltsamerweise Angst davor. Auf Anraten von Freundinnen habe ich relativ früh angefangen, Muttermilch abzupumpen, wodurch sich meine Milchmenge deutlich gesteigert hat. Ich pumpe nach Möglichkeiten immer noch jeden Tag zwei mal ab. Wenn es gut geht, bekomme ich ca 50 ml pro Tag zusammen. Vor ein paar Wochen ging auf einmal Stillen ohne Stillhütchen. Seitdem läuft es viel besser.

Anfänglich bekam die Kleine 500 ml PRE. Später 400+ ml. Später 300+ ml. sie hatte starke Koliken. 4x hat sie Tröpfchen gegen Koliken bekommen. Seit 10 Tagen bekommt sie (neben Stillen so häufig wie möglich) nur noch 200 ml PRE. Seitdem sind Koliken einfach so verschwunden. Ich vermute daher, dass PRE Koliken bei ihr auslöste.

Ganz auf PRE verzichten wollen wir nicht. Vollstillen ist zwar schöne Sache, hat aber auch Schattenseiten, insb. wenn Babys überhaupt keine Flasche annehmen wollen. Wenn mir etwas passieren sollte und ich aus welchen Grund wie auch immer nicht verfügbar wäre, ist es besser, dass mein Mann ihr Flasche geben kann. Zum Glück akzeptiert sie gleichzeitig Brust und Flasche. Schnuller will sie nicht. Schmecken tut ihr auf jeden Fall Muttermilch besser. Wir haben uns für eine etwas bitter schmeckende PRE-Variante entschieden. Unsere Kleine wird weiterhin pro Tag drei Flaschen (60+60+90) bekommen und ich werde weiterhin Milch abpumpen und selbstverständlich stillen :1:

Alles Liebe für Euch!
Mini (02/2023)
BerlinerMammut
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Re: Handlungsbedarf bei Teilstillen?

Beitrag von BerlinerMammut »

Hallo Monia,

Wenn du dich langsam rantasten möchtest, könntest du tatsächlich über das abpumpen zusätzlich Milch statt Pre geben. Vielleicht ist das ein passender Weg fürs erste?
Hier hat der Papa bei unserer zarten Maus (2300g bei Geburt) ab und an abgepumpte Milch im Becher gegeben. Das ging überraschend gut! Weder groß verschlucken noch ein pitsch nasses Kind 😊

Euer Weg ist vollkommen in Ordnung so lange er euch nicht belastet! 💜
Mäusken 9/21

Brüderchen 12/24

... mit der MaMo auf der Hüpfmatte in den Schlaf gewippt 🦘
Maikäferchen19
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Re: Handlungsbedarf bei Teilstillen?

Beitrag von Maikäferchen19 »

Es ist ja schon eine Weile her, dass du den Thread erstellt hast. Du darfst ihn mittlerweile gerne melden (über das Ausrufezeichen oben rechts). Manchmal rutscht eine Anfrage durch und so werden die Stillmods nochmal drauf aufmerksam.

Für eine Beurteilung der Gewichtszunahme wäre es sicher noch hilfreich, wenn du alle Gewichtsdaten, die du hast, mit Datum hier auflistest.

Ich wünsche euch alles Gute 🌺
... glücklich mit dem Knuffi (2019) und dem Purzelchen (2022)
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