Ich wollte unbedingt stillen.. Doch so viel Unsicherheit

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Antworten
Josie623
gut eingelebt
Beiträge: 24
Registriert: 09.04.2023, 16:32

Ich wollte unbedingt stillen.. Doch so viel Unsicherheit

Beitrag von Josie623 »

Hallo ihr lieben.
Ich hoffe ich kann mir hier etwas Sicherheit und Tipps holen. Da ich nicht in die örtliche stillgruppe kann. Da mein erstes Kind 16 Monate alt ist und ich es nicht mitbringen darf. Betreuung hab ich keine.
beim 1. Kind hat das Stillen leider nicht geklappt aufgrund von vielen Unglücklichen zusammenspielen. Jetzt ist mein 2. Kind 6 Wochen alt. Und ich stille fast voll. Am Abend gibt es noch 30 ml Pre, weil er ohne nicht zugenommen hat. Mit schon. Immer ca 20-30g am Tag. Aber da möchte ich nächste Woche wieder ran und es ohne probieren.

Zu meinen Unsicherheiten.
Ich gebe prinzipiell beide brüste für eine Mahlzeit. Meistens dauert die ganze Sache dauert meistens zwischen 45 und 60 min. Und so gut wie nie, geht er selbst von der Brust und ist satt oder schläft ein. Meistens zieh ich die reißleine und muss ihn mit viel aufstand in der trage einschläfern. Zufriedenheit nach dem trinken kenne ich nicht. Was mich sehr traurig macht. Schnuller nimmt er übrigens nicht. Da brüllt er als würden wir ihm weh tun. Da ich noch ein weiteres Kleinkind zu Hause habe. Die sehr unzufrieden ist, daß ich solange stille.

Wird das absehbar besser? Die Zeit? Die Zufriedenheit?

Ein weiteres Thema was mich seeehr belastet ist die nächtliche stillsituation. Wir waren am Anfang mal bei 5 Stunden und 4 Stunden von Mahlzeit zu Mahlzeit. Das war spitze. Aktuell Wenn ich mich hinsetze und von hinten stille, was aber mit Aktion, wickeln etc verbunden ist, machen wir ne Stunde rum. Und dann schafft er so 2.5 Stunden von Mahlzeit zu Mahlzeit. Wenn ich im Liegen Stille, was mir sehr taugt. Schlafen wir beide ultra schnell ein. Aber er trinkt die Brust nur an. Und dann kommt er im Stundentakt an die Brust. Beides sehr belastend. Und ich bin nachts öfter so weit das ich weine und nicht mehr kann. Weil der Schlafmangel so heftig ist. Auch hier meine Frage. Wird es absehbar besser?
Ich habe auch das Gefühl, das die Milch in bestimmten anlegen besser fließt. Ich habe anfangs nur von hinten angelegt. Kann es sein, daß ich die Brust so trainiert habe, daß auch nur so die meiste Milch kommt?

Zu guter letzt, wann weiß ich ob ich die Brust wechseln kann. Weil er wird ja nicht wirklich müde an der Brust und saugt und saugt. Ab und an wird ja ein milchspende reflex ausgelöst. Aber ab wann weiß ich das es keinen Sinn mehr macht?

Vielen Dank für eure Hilfe

Liebe Grüße

Josie
Benutzeravatar
Butternut
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1691
Registriert: 14.03.2014, 15:00
Wohnort: Bayern

Re: Ich wollte unbedingt stillen.. Doch so viel Unsicherheit

Beitrag von Butternut »

Liebe Josie,
das klingt anstrengend mit zwei so kleinen Kindern. Oft wird es mit der Zeit besser, hast du jemanden der dich unterstützen kann?

Wenn du die Fragen aus dem Link beantwortest
viewtopic.php?t=212847 dann können dir die StillMods gut weiter helfen.

Spontan denke ich das Brustkompression euch helfen könnte. Link zum nachlesen lasse ich dir auch da https://www.stillkinder.de/kompression- ... ilchfluss/
Liebe Grüße Butternut
K1 2014 und K2 2018
Sommermama2017
SuT-Legende
Beiträge: 8708
Registriert: 03.03.2018, 16:01
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Ich wollte unbedingt stillen.. Doch so viel Unsicherheit

Beitrag von Sommermama2017 »

Zum Brust wechseln: du wartest immer ne weile ab, bis du wechselst,damit es sich "lohnt" an einer Seite und alles genutzt wird?
Da ist glaub ich andersrum viel besser: du kannst ruhig eher schnell wechseln und dafür häufiger pro Mahlzeit. Das nennt sich Wechselstillen und kurbelt die Milchproduktion an, was ja vielleicht noch ganz nützlich ist, wenn du sonst das Gefühl hast, ihr braucht Pre.

Zu der Stilldauer und -Häufigkeit: ja, das wird bestimmt noch besser. So nach 2-3 Monaten können sie zb oft schneller trinken, sind schneller fertig.
Nachts... kommt es auf das Kind an. 🙈 Meine Große ist lange min. 5x pro Nacht gekommen, die Kleine viel früher viel seltener.

Kannst du tagsüber schlafen? Tu das, wenn es möglich ist. Haushalt kannst du in ein paar Wochen wieder mehr machen.
Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und A. 01/21
Josie623
gut eingelebt
Beiträge: 24
Registriert: 09.04.2023, 16:32

Re: Ich wollte unbedingt stillen.. Doch so viel Unsicherheit

Beitrag von Josie623 »

Vielen dank für die links.

Zu den Fragen

Junge
Anfangs das flüssigzeug für neugeborene im Krankenhaus. Da Gewichtsverlust his zu 10% mit spritze erst 5 ml bis 30 ml.
Seit 4 Wochen 30 ml mit Flasche einmal abends. Brusternährungsset hatte ich bei meinem 1. Kind. Da es emotional heftig war. Verbinde ich damit negative Emotionen. Deshalb wollte ich das nicht mehr. Jetzt Pre Nahrung bambinchen Ziegenmilch.

Stillen zwischen 7 und 9 mal. Immer ca 45 Minuten. Beide brüste und oft auch 4 mal. Stillmahlzeit wird dann von mir beendet. Und er kommt unzufrieden in die trage wo er ewig braucht zum einschlafen. Schlaf probleme hatten wir von Anfang an. Er war mit einer Woche täglich 2 mal zwischen 3 und 6 Stunden wach.
Jetzt haben wir ca 2 mal 2 Stunden wo er wach ist. Wenn er mal schläft dann zischen 1 Stunde und 2.5 Stunden

Nachts lass ich ihn in den Schlaf nuckeln. Da schläft er schneller ein. Aber auch da haben wir lange Mahlzeiten im Sitzen oder keine gescheiten im liegen. Und dann braucht er stündlich die Brust.

Zur Ausscheidung gebieselt ist in der Windel immer. Wir wickeln spätestens alle 3 Stunden. Und Stuhlgang setzt er zwischen 2 und 4 mal am Tag ab.

Stillstart. Ich hatte einen Kaiserschnitt. Er war danach aber gleich an der Brust und hat gebuckelt wie ein großer. Andocken war nie ein Problem. Und er hatte schon immer guten Zug. Er hat schnell viel Gewicht verloren. Und viel geweint. War nach der Brust nie zufrieden. Deshalb wurde Im kg zugefüttert. Daheim ging es so weiter sehr unruhig. Kommt kaum zur Ruhe. Dauernuckeln, dann hat er sich nicht beschwert. Hatte vor 2 Wochen so Saugbläschen oder Milchbläschen, die arg schlimm weh getan haben. Hebamme hat die aufgestochen und weg war der Schmerz.

Er kennt Flasche. Schnuller haben wir öfter probiert. Aber voll Katastrophe

Die hebamme kommt einmal die Woche zum wiegen. Da er immer nur das Minimum zwischen 20 und 30g am Tag zunimmt. Mit Pre. Ohne Pre haben wir 5 Tage probiert. Da hat er in den 5 Tagen nur 20g zugenommen.
Osteopath hat ihn angeschaut findet nichts auffällig.

Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion. Habe die ganze Zeit 75mg L-Thyroxin genommen, soll aber jetzt auf 50 reduzieren.

Stillerfahrung mit 1.kind. Mädchen. War unterversorgt, wurde 4 Wochen vor ET mit 2390g geholt. Saugschwach, hat einen Unterkiefer der zurück gestellt ist. Konnte die Brust kaum halten. Hab 8 Wochen mit BES zugefüttert und gepumpt. Hatte aber seht wenig Milch. Hat hauptsächlich Ziegenmilch bekommen. Nachdem das mit dem BES ein 2 Mann job war. Es über eine Stunde immer gedauert hat. Und das alle 2,3 Stunden nachts und anschließend noch 20 min pumpen. War ich nervlich so durch. Das sie die Flasche bekommen hat.

Mit genauen Gewichtsangaben seit Geburt kann ich leider nicht mehr dienen.. Ich kann nur die letzten gewichte angeben. Gemessen wird am Dienstag wieder von der hebamme.
28.02.23 4040g
01.04 4620g
04.04 4680g

Ich glaube ich müsste alles haben..

Vielen herzlichen Dank
Josie623
gut eingelebt
Beiträge: 24
Registriert: 09.04.2023, 16:32

Re: Ich wollte unbedingt stillen.. Doch so viel Unsicherheit

Beitrag von Josie623 »

Sommermama2017 hat geschrieben: 09.04.2023, 21:16 Zum Brust wechseln: du wartest immer ne weile ab, bis du wechselst,damit es sich "lohnt" an einer Seite und alles genutzt wird?
Da ist glaub ich andersrum viel besser: du kannst ruhig eher schnell wechseln und dafür häufiger pro Mahlzeit. Das nennt sich Wechselstillen und kurbelt die Milchproduktion an, was ja vielleicht noch ganz nützlich ist, wenn du sonst das Gefühl hast, ihr braucht Pre.

Zu der Stilldauer und -Häufigkeit: ja, das wird bestimmt noch besser. So nach 2-3 Monaten können sie zb oft schneller trinken, sind schneller fertig.
Nachts... kommt es auf das Kind an. 🙈 Meine Große ist lange min. 5x pro Nacht gekommen, die Kleine viel früher viel seltener.

Kannst du tagsüber schlafen? Tu das, wenn es möglich ist. Haushalt kannst du in ein paar Wochen wieder mehr machen.
Tagsüber schlafen ist schwierig. Das 1. Kind ist ne schlechte Schläferin und schläft ca 45 min, 60 min mittag mit Unterbrechung..
Haushalt wäre mir Wurst. Aber die chefin will bespaßt werden :)
Ubuntu
ist gern hier dabei
Beiträge: 72
Registriert: 09.01.2023, 09:34

Re: Ich wollte unbedingt stillen.. Doch so viel Unsicherheit

Beitrag von Ubuntu »

Hallo Josie, willkommen.

Es melden sich mit Sicherheit bald die Profis bei dir und können dir weiterhelfen!

Bis dahin nur meine Gedanken dazu. Du hörst dich sehr erschöpft an, hast du Unterstützung oder wuppst du das komplett alleine?
Dein Baby ist noch seeehr klein, deine "großes" Kind ist auch noch sehr jung, dass du da ausgelaugt bist, ist total verständlich, wenn du einen Partner, Familie oder Freunde hast, die dir mal was helfen können (mal ne Runde mit Baby schieben oder mit K1 auf den Spielplatz- oder beides), damit du etwas durchatmen kannst- nimm es an, denn eigentlich bist du ja noch im Wochenbett und solltest es ruhig angehen lassen.

Es gibt verschiedene "Stile" beim Stillen, manche Babys sind eher die genüsslichen Trinker, andere haben ein schnelleres Tempo. Das variiert nach Charakter und kann sich auch mit dem Alter noch ändern. Grad am Anfang kann es auch sein, daß dein Baby clustert. Weißt du, was das ist? Kurz gesagt, stimuliert dein Baby oft deine Brust, um Milch zu bestellen, also die Produktion anzukurbeln. Bei den meisten Babys pendelt sich das ein und es passiert nur zwischendurch nochmal für 1-2 Tage, wenn ein Wachstumsschub bevorsteht, manche machen das eine ganze Weile.
Auch verarbeiten sie so gerne den Tag, während Sie bei Mama Geborgenheit und Nähe tanken. Stillen ist ja nicht nur Nahrung.

Vielleicht kannst du versuchen in der Trage zu stillen? Dann hast du die Hände frei für Kind 1 und Kind 2 darf nuckeln/trinken.

Kenne übrigens viele Babys/Kinder, die nie von selbst abgedockt haben, das ist nicht unbedingt ein Zeichen für (Un)Zufriedenheit.

Nochmal, dein Baby ist sehr jung, sein Schlafverhalten/Bedürfnis wird sich noch taaaaausendmal ändern.
Wir hatten hier auch Phasen, wo wir alle zwei Stunden gestillt haben, dann eine Phase mit langem Erstschlaf (konnte sie sogar zwei Wochen dafür ins Beistellbett legen, jetzt kann ich mich mit Glück 5 Minuten ins Bad schleichen) plus viele kurze Nickerchen nachts und sind momentan bei stündlich andocken. Hoffe darauf, dass diese Phase endet, wenn sie keine Schniefnase mehr hat.
Das Positive ist, nächtliches Stillen kurbelt die Milchproduktion noch effektiver an, wenn ich das richtig verstanden hab und für die Gehirnentwicklung ist es auch gut, wenn ordentlich gefuttert wird. 😁
Halte durch, es wird irgendwann einfacher!

Alles Liebe erstmal!
Josie623
gut eingelebt
Beiträge: 24
Registriert: 09.04.2023, 16:32

Re: Ich wollte unbedingt stillen.. Doch so viel Unsicherheit

Beitrag von Josie623 »

Vielen lieben Dank, für deine Antwort.
Mein Partner war bis heute daheim. Jetzt geht er auf die arbeit. Ab dann wird es spannend. Er hat mir k1 bis jetzt komplett abgenommen und den Haushalt. An 1.5 Tagen ist Kind 1 betreut von Großeltern und mein Partner versucht ab 15 Uhr heim zu kommen. Bis dahin müssen wir überleben.

Clustern kenne ich. In den ersten Wochen, war ich 3 Stunden am Stück abends auf der Couch und habe gestillt.
Josie623
gut eingelebt
Beiträge: 24
Registriert: 09.04.2023, 16:32

Re: Ich wollte unbedingt stillen.. Doch so viel Unsicherheit

Beitrag von Josie623 »

Heute nachmittag hatte ich festgestellt, dass die fontanelle sehr eingefallen ist. Hatte 1.5 Stunden vorher gestillt. Ich hatte die hebamme kontaktiert und ihr Bilder und Video geschickt und sie hat gesagt unbedingt zufüttern. Jetzt aber so viel wie er braucht und nicht nur die 30 ml. Also hatte ich nochmal gestillt. Hat nicht viel geändert. Dann hat er eine riesen Flasche bekommen. Nach 110ml hat er von alleine los gelassen und ist sofort zufrieden eingeschlafen. Das hat mich so berührt. Das hatten wir so an der Brust noch nie. Ich konnte ihn anziehen ohne das er aufgewacht ist und wir konnten in ablegen.. Auch das hatten wir noch nie. Er schläft sonst nur mit Brust im Mund ein, nachts oder mit zinober in der trage. Allerdings ist er nach 30 min wieder wach geworden und hat zum weiterschlafen wieder die Brust gebraucht. Und er hat dann insgesamt mal 4 Stunden von Mahlzeit zu Mahlzeit geschafft. Das ganze hat mich natürlich jetzt noch unsicherer gemacht.. Und lässt mich an meinen Körper zweifeln. Was mich auch wieder sehr traurig macht.
IMG-20230410-WA0027.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Benutzeravatar
FloppyDisc
Profi-SuTler
Beiträge: 3243
Registriert: 03.10.2016, 14:17
Wohnort: bei München

Re: Ich wollte unbedingt stillen.. Doch so viel Unsicherheit

Beitrag von FloppyDisc »

110ml sind eine Riesenportion für so ein kleines Würmchen. Das Ergebnis ist dann, wie du gesehen hast, ein "Fresskoma" und ein zu langer Abstand zur nächsten Mahlzeit. Das hat auch nicht wirklich mit Zufriedenheit zu tun. Hast du bisher nur 1x am Tag 30ml zugefüttert? Ich glaube eine "normalere" Menge wäre 30-50ml nach jeder Brustmahlzeit. Wie oft stillst du denn, kommst du auf 10-12x effektives Stillen innerhalb von 24 Stunden? Ich denke wenn ihr das erstmal versucht, also eine kleinere Menge aber nach jeder Mahlzeit, dann geht es bestimmt schnell aufwärts und der Zwerg auch zufriedener :)
LG Floppy
mit Krötenkind 9/16 und "Paulchen" 5/19
Josie623
gut eingelebt
Beiträge: 24
Registriert: 09.04.2023, 16:32

Re: Ich wollte unbedingt stillen.. Doch so viel Unsicherheit

Beitrag von Josie623 »

Ja nur einmal am Tag 30ml. Wir hatten uns da nach dem Gewicht gerichtet. Mit den 30 nimmt er ja zu. Ohne bisher noch nicht. Und die Hoffnung war ja, dass das vollstillen noch klappt. Und wir jetzt bald die 30 wieder weg lassen können und er trotzdem zu nimmt.
Deshalb sind wir auch bei dem minimum geblieben.
Die hebamme kommt heute und nimmt wieder das Wochengewicht, da bin ich dann mal gespannt wie die Entwicklung ist.

Also auf 10-12 mal komme ich nicht. Eher so 8-9x.e
Wobei er abends bis wir schlafen eher dauerhaft so Ca 2 Stunden an der Brust hängt im Wechsel. Da zähle ich dann nicht mehr.

Wenn ich jetzt anfange mehr zu zu füttern, hab ich halt Angst, dass die Milchmenge sich nicht steigert oder weniger wird. Und wir vom zufüttern gar nicht mehr weg kommen.
Oder kann ich das mir eh schon aus dem Kopf schlagen?
Antworten

Zurück zu „Stillforum“