Täglicher Stillk(r)ampf - was kann ich tun?

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FireAngel
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Re: Täglicher Stillk(r)ampf - was kann ich tun?

Beitrag von FireAngel »

@Aranyen:
Derzeit nicht wirklich besser.
An der Alles-außer-Stillen-Front konnte ich einige Fortschritte schaffen, die mir abseits des Stillstresses ein bisschen Luft verschafft haben. Nur muss man dafür erstmal Zeit und den nötigen Kopf dafür haben...
Hab auch wieder mit harmloseren Übungen beim krafttraining begonnen😶, ich habe es so ganz ohne nicht mehr ausgehalten

Bezüglich des Stillens: war bei der Gyn zur Abschluss-Untersuchung, hätte von ihr beinah kein Anschluss-Rezept für die Pumpe mehr bekommen. Grade nochmal geklappt für 1 Monat. Dafür war sonst soweit alles ok. Hatte die letzten Tage immer mal wieder rechts in einem Quadrant nen beginnenden milchstau, wo auch das Milchbläschen war. Heute wieder besser.
Bubilein hat jetzt endgültig die Nacht für sich entdeckt, trotz dass wir schon länger versuchen, ihn tagsüber zu beschäftigen und damit auslasten, dass er nachts vielleicht müder wird. Fehlanzeige. High life ab ca 18 Uhr bis Nachts um ca 3, halb 4. Dafür pennt er dann mit Ausnahme von 2 stillmahlzeiten bis mittags.
Wir füttern mittlerweile auch mal abends zu, sobald er zunehmend clustert und ich dann durch das gierige Andockrn wieder mehr Schmerzen bekomme. Da nimmt er dann 60-100 ml, wir haben mal Pre und mal muttermilch dafür genommen - egal was, das bewirkt dann ca eine halbe bis 3/4 Stunde , dass er sehr schläfrig wird, dann geht's wieder full power weiter. Letztlich endet es immer mit fast einer Flasche Pre 125 ml, wodurch er dann sehr müde wird, arg grantelt und um besagte Uhrzeit dann einschläft.
Wacht dann zwischen 7-8 morgens wieder auf und hat sofort Hunger - da kann ich gar nicht so schnell das Stillkissen hinlegen ...
Für die Schmerzen hab ich jetzt in 3 Nächten paracetamol oder Ibu genommen, zeitweise auch eine Stillnahlzeit durch Fläschchen ersetzen müssen, wenn nichts mehr ging.
klecksauge
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Re: Täglicher Stillk(r)ampf - was kann ich tun?

Beitrag von klecksauge »

Hallo,
ich könnte es am WE schaffen dir ausführlicher zu schreiben.

Mir war nur gerade das Pumpenthema aufgefallen. Eigentlich bezahlt jede Krankenkasse die ersten 6 Lebensmonate die Miete einer Milchpumpe. Eventuell macht es Sinn demnächst vom Kinderarzt ausstellen zu lassen.
Wir füttern mittlerweile auch mal abends zu, sobald er zunehmend clustert und ich dann durch das gierige Andockrn wieder mehr Schmerzen bekomme. Da nimmt er dann 60-100 ml, wir haben mal Pre und mal muttermilch dafür genommen - egal was, das bewirkt dann ca eine halbe bis 3/4 Stunde , dass er sehr schläfrig wird, dann geht's wieder full power weiter. Letztlich endet es immer mit fast einer Flasche Pre 125 ml, wodurch er dann sehr müde wird, arg grantelt und um besagte Uhrzeit dann einschläft.
Wacht dann zwischen 7-8 morgens wieder auf und hat sofort Hunger - da kann ich gar nicht so schnell das Stillkissen hinlegen ...
Verstehe ich das richtig, dass er nachts dann gar nicht weiter trinkt?
Wann gebt ihr die 125ml Flasche?
Liebe Grüße aus den Norden von
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FireAngel
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Re: Täglicher Stillk(r)ampf - was kann ich tun?

Beitrag von FireAngel »

Nein, anders herum. Egal ob ich um ca 23 Uhr eine zusätzliche Flasche Pre gebe oder nicht, der Verlauf ist fast derselbe wie ohne. Er wird dann unmittelbar nach dem Trinken dösig oder schläft ein bisschen, und dann geht's nach einer halben bis 3/4Stunde Zeit vorher weiter : qutngeln, schwatzen, Händchen futtern und dann wieder Schreien. Stillfrequenz: ca 5-7min pro Seite, andere Seite, kurz dösig, nach ca 5 bis 10min Pause wieder von vorne. Je später der Abend, desto kürzer Still - wie auch Pausephasen.

Ja, ist mir bez Pumpe auch bekannt. Meine Gynäkologin siehts aber nicht gern und hat mir das auszureden versucht. Und letztlich zumindest mit dem Teil recht, das mich das Trio aus Stillen +Abpumpen +Fläschchenfüttern ziemlich gaga macht 🙈
Aranyen
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Re: Täglicher Stillk(r)ampf - was kann ich tun?

Beitrag von Aranyen »

Fireangel, abseits vom Stillen, ich habe das Gefühl, dass da sehr viel Druck bei dir ist. Ich kann das so gut nachvollziehen und erinnere mich auch an die erste Zeit, in der ich solche Angst hatte was falsch zu machen.

Ein Neugeborenes ist eine riesige Umstellung vor allem für dich!
Diese Fremdbestimmtheit, gerade wenn man stillt, ist teilweise nur schwer auszuhalten, vor allem wenn man eine so aktive Frau ist wie du. Auch das Blaulicht-Fieber wird man nicht so leicht los.
Neben dem was du sonst so tust, getan hast, erscheint Stillen, Wickeln, etc. banal.

Es ist schwer zu akzeptieren, dass deine Welt sich gerade nur
noch um dein Kind dreht.

Radikale Akzeptanz kann da helfen. Es ist wie es ist. Dein Baby braucht dich, sucht 24/7 die Nähe einer Bezugsperson.
Ja, das wird sich auch mal wieder ändern, aber nicht in den nächsten Wochen.

Binde deinen Mann ein wo es geht. Dann könnt Ihr die 24 Stunden aufteilen.

Schaffe dir Auszeiten zum Sport, deine Dienste. außerhalb dieser Zeit ist dein Kind deine Hauptaufgabe.
Das klingt doof, ist es auch.
Doch die Bindung und das Urvertrauen, dass du gerade schaffst, dein Kind wird sein ganzes Leben davon profitieren.

Meine Zeilen klingen wie aus den 50ern, sind sehr direkt und auch übergriffig. Ich könnte auf „Nummer sicher“ gehen und sie löschen oder sie einfach hier lassen und hoffen, dass du darin etwas findest was dir hilft. Wenn nicht- dann ist das auch völlig ok.
Ich leben mit meinem Monster (Hochzeit 2017) und unserem Monsterchen (März 2018) im Sauerland.

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FireAngel
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Re: Täglicher Stillk(r)ampf - was kann ich tun?

Beitrag von FireAngel »

Also ein neues Puzzlestück hab ich grade gefunden 🙈
Bubi hat seinen ersten Zahneinschuss😳....mit 7 Wochen. Urgh. Hatte auf etwas längere "Schonfrist" gehofft. Aber war mir mit der ersten Regelblutung ja auch nicht vergönnt....😪

Bez deiner Bemerkungen, Aranyen:
Ich habe mir absichtlich 7 Monate Elternzeit und danach kurzzeitig Teilzeit genommen, um eben ganz für den kleinen dazusein und allmählich wieder einen neuen Alltag drum herum aufzubauen, Schritt für Schritt. Dürfte mir mutmaßlich auch erstmal die Aussicht auf eine Oberarzt-Stelle verhagelt haben....komischerweise tut mir das derzeit wenig weh. Viel viel schlimmer empfinde ich den Sozial-Entzug und das Sportverbot, das macht mich richtig fertig. Da dürfte auch der größere Stress liegen.
Mein Mann versucht, im Rahmen seines möglichen zu helfen, aber das kostet mich oft mehr Arbeit, als er mir hilft 🙈 (verfärbte Klamotten, kaputte Töpfe und Pfannen, Waschmaschine verstellt, .)..und ab und an verpennt er während seiner "Schicht" Bubis schreien und ich bin dann doch wieder wach ....
Aranyen
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Re: Täglicher Stillk(r)ampf - was kann ich tun?

Beitrag von Aranyen »

Das klingt anstrengend. ((Fireangel))

Da darf am Anfang vieles auch schief gehen. Ihr werdet beide an euren Aufgaben wachsen. Du möchtest, dass „Alles“ funktioniert.
Ich habe gelernt, jeden Tag so zu nehmen wie er kommt. Schläft
mein Sohn, schlafe ich oder nehme mir Zeit für ein Telefonat, eine Mediation. Braucht er mich, will Körperkontakt? Dann beschränkt sich meine „Freiheit“ auf den Bildschirm meines Handys.
Ähnlich wie eine Notarztschicht. Zwischen Durchfahren und auf der Wache vergammeln kann alles dabei sein. Ich muss abarbeiten was mir meine „Leitstelle“ (mein Sohn) disponiert. Babys lassen sich nicht in einen Zeitplan pressen. Das schränkt ein. Deshalb ist „Dienstfrei“ wichtig. Zeiten mit Status 6. Und dann muss man loslassen und darauf vertrauen, dass der Kollege die Einsätze abarbeitet. Der macht das vielleicht etwas anders als man selbst, das ist ok.

Ihr beide seid die besten Eltern für Euer Kind. Ihr steht ganz am Anfang einer Reise. Ihr werdet die schwierigen Etappen gemeinsam meistern.

Wie sehr bist du in Gedanken schon am Ende der 7 Monate? Vielleicht kannst du dich im Moment erden?

Ich bin mir sicher ihr findet einen Weg. Zur Einschulung schaut
ihr Babyfotos an und sagt: „Weißt du noch, damals als du die Pfanne ruiniert hast…?“ und lacht darüber.

Viele Familien schreiben hier, dass es Zeiten gibt, in denen es quasi nur möglich ist die Basics zu schaffen. Grundbedürfnisse aller stillen. Mehr Nicht. Haushalt, Freizeit, alles bricht zusammen, wenn z. B. Kind und Eltern krank sind.
Dann läuft es nur nach ABCDE-Schema und alles andere ist egal.

Vielleicht gibt es noch mehr Menschen die Euch unterstützen können? Jemand der Wäsche macht, Euch bekocht?
Ihr seid Eltern, ihr verdient Hilfe und Unterstützung, weil
es einfach anstrengend ist die Grundbedürfnisse dieses kleinen Menschen zu stillen.
Ich leben mit meinem Monster (Hochzeit 2017) und unserem Monsterchen (März 2018) im Sauerland.

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vam
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Re: Täglicher Stillk(r)ampf - was kann ich tun?

Beitrag von vam »

Ich lass dir noch eine solidarische Umarmung da, wenn du magst. Das Baby hier hat auch gedacht, die Nacht beginne erst nach 3 Uhr morgens. Das ist einfach nur so anstrengend, ich habe mich wegen dem Schlafentzug wie der letzte Mensch gefühlt (das Kleinkind war natürlich um 7 gut ausgeschlafen). Der Sozialentzug wird besser. Kannst du dir Besuch einladen, der dich einfach etwas unterhält? Oder eine Spazierrunde mit euch macht? Oder gibt es Babytreffen bei euch in der Nähe? Es war die totale Offenbarung als im Babykurs (vor Corona) plötzlich eine Mama rausplatzte, dass sie jeden Tage heule … und alle zugestimmt haben und auch „zugaben“ wie schwer es oft sei.

Und die Papas. Ja, die wachsen da auch rein. Habt ihr sonst noch Unterstützung? Habt ihr eine Trage oder ein Tragetuch?
... mit dem kleinen Wilden (2019) und Pünktchen (2022)
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Re: Täglicher Stillk(r)ampf - was kann ich tun?

Beitrag von FireAngel »

Vielen lieben Dank für eure aufbauenden Worte 🤗

Ich hab mal wegen Stilltreffs rumgefragt, da findet seit Corona nichts mehr statt - selbst die Geburtshilfeabteilung an unserem heimischen Krankenhaus wackelt. Und hier auf dem platten Land fährt man halt gleich eine Stunde und länger woanders hin.
Mein Mann frönt wie vor Geburt weiter seinen Hobbys und bei mir liegt grad alles auf Eis, da sich mutterschutz und HiOrgs beißen. Bin nur sporadischst als freie Ausbilderin unterwegs oder halte mal einen Vortrag. So kommen mit Ausnahme meines Lauf-/Wettkampf-/Atemschutztrupp-Buddys und eines anderen Kumpels keiner nach Hause zu mir. Wie auch, mein Freundeskreis besteht zu 90% aus Männern und deren Frauen, und diese wiederum treffe ich woanders statt zu Hause. Und meine beste Freundin lebt immer noch an meinem ehemaligen Studienort, 600 km entfernt. Mit meiner Mutter, die um die Ecke lebt, kann es sein, dass es entweder in 2min heftig kracht oder ein schöner Abend wird . . kann man nicht vorher sagen. Insofern bin ich bei ihr zurückhaltend und muss um des Friedens Willen einen gewissen Abstand halten. Und vor Weihnachten waren meine Eltern knapp 2 Wochen krank, konnten somit nicht helfen.
Wenn man halt über 10 Jahre unter unerfülltem Kinderwunsch leidet und sich sukzessive ein kinderloses Leben schönredet und aufzubauen versucht.....
Lösche Benutzer 27615

Re: Täglicher Stillk(r)ampf - was kann ich tun?

Beitrag von Lösche Benutzer 27615 »

Wenn dein Baby sich im Auto wohl fühlt, dann würde ich wohl auch eine Stunde zu einem Stilltreff fahren. Abwechslung tut gut und ihr müsstet ja nicht jede Woche hin. Ich bin ja mit dem Großen im Kiwa Riesentouren gefahren, ziemlich viel bergauf. Ich bin vor den Kinder relativ viel gelaufen und das war dann ein guter Ausgleich. So habe ich auch auf den diversen Spielplätzen Mütter mit Babys und älterem Kind getroffen, da gabs auch immer was zu quatschen.
Vielleicht ist deine Mutter auch berechenbarer, wenn du mit Baby ankommst.
Diese Baby Blase am Anfang beim 1. Kind ist schon speziell. Es wird aber immer leichter mit der Zeit, fand ich zumindest.
Aranyen
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Re: Täglicher Stillk(r)ampf - was kann ich tun?

Beitrag von Aranyen »

Fireangel, das klingt wirklich nach einer krassen Umstellung.

Ein Sanitätsdienst beißt sich sicher mit dem Mutterschutz, aber ein Bereitschaftsabend geht bestimmt, oder? Nimm deinen Bubi mit. Gesellschaft und Baby schließen sich ja nicht aus.

Und Ich denke auch, Ausflüge mit dem Auto sind eine gute Idee.

Und…nichts ist für immer… Dein Leben kommt bald zurück.
Sieh es als Pause an. Nicht als „Abschied“ oder „Nie wieder“

Ich wünsche dir alles Gute!
Ich leben mit meinem Monster (Hochzeit 2017) und unserem Monsterchen (März 2018) im Sauerland.

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