Baby auf Neo/Aussicht auf Sonde: Stillen irgendwann möglich?

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Wuss
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Re: Baby auf Neo/Aussicht auf Sonde: Stillen irgendwann möglich?

Beitrag von Wuss »

Hallo

Das mit dem Ausruhen ist so ne Sache. Auch wenn ich nichts tun muss zu Hause, so sitze ich viel am Bettchen in der Intensivstation. Nicht grad das beste nach der Geburt. Ich versuche regelmässig zu essen, zumindest 1-2x täglich und zwischendurch Obst. Und wenn es nur Datteln während dem abpumpen sind. Die kann ich gut mitnehmen ins abpumpzimmer im Krankenhaus.
Wirklich hunger verspür ich nicht, ich ess einfach.
Zuviel Aufregung.

Das abpumpen tut mir psychologisch gut, weil ich was tun kann. Wenn es dann langfristig doch nicht klappen sollte, so existiert zumindest eine gewisse Mumi-Menge in Reserve für den Sondenstart.
Ob Mumi oder nicht macht wahrscheinlich bei dieser Geschichte nicht mehr wirklich einen Unterschied. Das ist mehr mein Bedürfnis, weil ich stille gerne.
Mich an den Gedanken zu gewöhnen, mein eigenes Kind nicht zu stillen würde mir dann schon schwer fallen. Die anderen drei haben 2- mehr als 4 Jahre gestillt und selber aufgehört. Das war so schön und easy.
Sentimentale Verknüpfung oder so.

Hat hier jemensch Erfahrung mit Bockshornkleekapseln?
Die Hebamme hat gemeint, langfristig zu pumpen ohne je ein Baby an der Brust könne bei vielen schwierig werden. Aber vielleicht möchte sie mich auch nur auf potentielles nicht-funktionieren vorbereiten.

Die Erfahrungen hier sind sehr vielfältig. Danke fürs Teilen
Lösche Benutzer 28346

Re: Baby auf Neo/Aussicht auf Sonde: Stillen irgendwann möglich?

Beitrag von Lösche Benutzer 28346 »

Ich habe beim Keks etwas über 2 Monate gepumpt, Menge relativ konstant ... (ich habe sozusagen auf der neo Intensivstation gewohnt... )
Und in der Zeit habe ich einige Mütter kennengelernt, von 4x pumpen und fast 1l Milch bis 10 mal pumpen bei gerade mal 50 ml (gesamt menge) war da alles vertreten... eine wirkliche Einschätzung wie es bei dir ist kann keiner geben...

Wichtig ist genug zu trinken und eben auch zu essen...

((()))
Schnecke106
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Re: Baby auf Neo/Aussicht auf Sonde: Stillen irgendwann möglich?

Beitrag von Schnecke106 »

Ich wünsche Euch weiterhin ganz viel Kraft! So eine schwere Situation.

Ich glaube, im Forum gibt es viele positive Berichte zu Bockshornkleekapseln, ich weiß gerade die Dosierungsempfehlung nicht genau (und weiß auch nicht, ob ich als Nicht-Stillberaterin etwas dazu sagen darf). Wenn Du nach Curry duftest, ist die Dosierung ausreichend.

Ich kenne 2 Frauen, die bis zum Beikoststart voll pumpgestillt haben, das kann schon klappen. Ich selbst habe 18 Monate abgepumpt, konnte unsere Tochter zwar damit nicht komplett ernähren, aber phasenweise zumindest so zu 80%.

Alles Gute für Euch!
Muggel (August 2015)
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Wuss
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Re: Baby auf Neo/Aussicht auf Sonde: Stillen irgendwann möglich?

Beitrag von Wuss »

Das klingt schon vielversprechend.

Zum Glück gibts hier so viel Wissen und positive Beispiele
Lösche Benutzer 27615

Re: Baby auf Neo/Aussicht auf Sonde: Stillen irgendwann möglich?

Beitrag von Lösche Benutzer 27615 »

Eine Freundin hat lange pumpgestillt, mindestens ein halbes Jahr lang. Das sollte also kein Problem sein und dein Körper kennt sich ja aus. Ich kann mir schon vorstellen, dass Mumi der Verdauung dauerhaft helfen kann, wenn die Operation gut verläuft. Und du kannst was machen jetzt.

Alles Gute und viel Kraft!
schlangengurke
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Re: Baby auf Neo/Aussicht auf Sonde: Stillen irgendwann möglich?

Beitrag von schlangengurke »

Ich habe tolle Erfahrung mit Bockshornkleekapseln gemacht. Ich glaube die Dosierung muss ziemlich hoch sein.
fragolapopulare
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Re: Baby auf Neo/Aussicht auf Sonde: Stillen irgendwann möglich?

Beitrag von fragolapopulare »

Liebe Wuss,

erstmal: Sei mal fest gedrückt! Ich fühle total mit Dir. Unser Mini kam Anfang Oktober als eigentlich gesundes SGA-Baby 9 Tage vor ET zur Welt. Die Geburt ging wie bei Dir viel zu schnell, wegen schwacher Herztöne musste er dann per Not-Sectio geholt und dann ebenfalls reanimiert werden. Fehlbildungen hat er nicht, aber ich kann das so gut nachvollziehen, wie Du Dich fühlst.

Es ist im Augenblick nicht entscheidend, ob das Stillen klappt. Momentan zählen ganz andere Dinge. Ich war einfach so froh, dass er lebt! Das Bangen, ob er bleibende Schäden davonträgt, war groß...

Ich finde, nach dem, was Du so beschreibst, machst Du das echt gut!
- Milchbildung anregen und aufrecht erhalten und damit ein Angebot schaffen
- und dann hoffen, dass Dein Baby das Angebot irgendwann annehmen kann.
Wenn es nicht klappt, auch OK.

Ich hab das genau so gemacht und bin mit einer ähnlichen Haltung da dran, und - wie Du ja selbst sagst - mir hat das ein Gefühl der Selbstwirksamkeit gegeben! Ob er mein Angebot würde annehmen können, wusste ich nicht, aber ermöglichen wollte ich es.

Und tatsächlich: An Tag 6 konnte ich ihn das erste Mal richtig im Arm halten, da hat er direkt laut schmatzend nach meiner Brust gesucht. Ich habe ihn spontan gestillt, und das hat trotz Sonde geklappt (an die hab ich ehrlich gesagt gar nicht gedacht). Die Schwester hat dann die Sonde vom Mund in die Nase verlegt, so dass es noch einfacher war. Parallel dazu habe ich noch abgepumpt (war ja abends und nachts zuhause, und er hat wegen der Beruhigungs- und Schmerzmittel extrem viel geschlafen). Mengenmäßig war's nicht berauschend, so 30 ml pro Seite. Meine Hebamme hat's entspannt gesehen, sie war der Meinung, dass das Pumpen an sich wichtig sei, um die Milchbildung zu erhalten, aber dass die Menge zweitrangig sei - die passe sich dann schon ans Kind an, wenn es soweit sei. Das hat mir total den Druck genommen!

Auf Kolostrum waren sie in der Kinderklinik wegen der enthaltenen Stammzellen übrigens besonders scharf. Evtl. bekommt Dein Baby das ja noch per Sonde, sobald das geht?

Übrigens habe ich solange er auf Intensiv lag, täglich ein reichliches und (nach Krankenhausmaßstäben) gutes Mittagessen bekommen, obwohl ich dort nicht mit aufgenommen werden konnte - es galt das Prinzip: Warmes Essen im Tausch gegen Muttermilch. :D Ich habe das aber auch nur zufällig von der Mutter des anderen Kinds im Zimmer mitbekommen, ich bin wohl unterm Radar durchgerutscht, weil ich erst an Tag 4 das erste Mal dort war. Evtl. gibt's das bei Euch auch?

Auf Normal-Station hatten sie essenstechnisch nicht auf dem Schirm, dass ich stille (weil es coronabedingt die Infektstation war, da sind Wöchnerinnen die Ausnahme) - ich wurde nicht satt von den Portionen. Da ich ja nicht aus dem Zimmer konnte, hatte ich mir aber vorab schon eine Menge Frucht- und Müsliriegel organisiert und mitgebracht. Die haben mich gerettet - vielleicht wäre das auch was für Dich (die dicken, reichhaltigen aus dem Reformhaus, bei denen Fruchtmasse zwischen Oblaten steckt). Mandeln und Nüsse sind auch gut!

Ach Mann, es ist echt kräfteraubend. Alle sagen einem dann, "Tu was für Dich!", "Mach mal Pause!" - aber man selbst weiß eigentlich gar nicht, was einem gut tun würde... Ich hab mir ab und zu einen "Tal der Tränen"-Tag erlaubt, hab zugelassen, dass ich heulte wie ein Schloßhund. Das hab ich auch allen in der Klinik so gesagt: "Ich hab heute meinen Heultag." Das war OK.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!
Liebe Grüße, Fragola mit Mini Nr. 1 03/2018 und Mini Nr. 2 10/2022
Wuss
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Re: Baby auf Neo/Aussicht auf Sonde: Stillen irgendwann möglich?

Beitrag von Wuss »

Hallo fragolapopulare

Du sagst es! Vielen Dank für Deine Worte!

Gestern war die Operation. Alles gut soweit. Das Baby schläft nun aber tief und fest nach diesem Eingriff.
Ich pumpe brav nach Möglichkeit alle 2h, nachts wenn ich erwache. Das gibt so 60ml je Seite und die Brüste scheinen täglich, ja fast stündlich, zu wachsen. Ist ja auch erst 5 tage alt.

Hab das erste mal im Leben Hämorrhoiden. Da schmerzt dieses rumgesitze am Bettchen, auch wenn es mir sonst super geht. Die Geburt war ja schnell und ohne schmerzen, aber hat wohl doch den darm gereizt.
Habt ihr da noch Tipps?

Das schlimmste ist, dass der Tod noch immer über uns schwebt. Bei jeder noch so guten Nachricht denken wir immer auch daran, dass es trotzdem mit einem Mal fertig sein könnte. Oder auch immer noch die Möglichkeit, dass schwere gehirnschäden vorhanden sind.
Das ist einfach zuviel Ungewissheit. Wirklich freuen können wir uns nicht.
Aber da ist dieses kleine Baby und eigentlich sollten wir uns einfach freuen können. Das ist das schwierigste.

Seid gegrüsst
Lösche Benutzer 27615

Re: Baby auf Neo/Aussicht auf Sonde: Stillen irgendwann möglich?

Beitrag von Lösche Benutzer 27615 »

Liebe Wuss,

dass die Sorgen und Ängste die Freude überschatten, ist nur natürlich. Ich freue mich, dass die OP gut verlaufen ist und drücke euch die Daumen, dass alles gut wird.

Es müssen keine Hämorrhoiden sein, ich hatte nach der ersten Geburt da eine irgendwie angeschwollene Vene. Du wurdest nie im KH aufgenommen? Ich würde mir das von einem Arzt oder Hebamme ansehen lassen, weil ich habe damals ein paar Tage gewartet und das ist dann weiter angeschwollen und war sehr unangenehm. Mit einer speziellen Salbe wars dann aber überraschend schnell weg.

Viel Kraft!
Umgedacht
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Re: Baby auf Neo/Aussicht auf Sonde: Stillen irgendwann möglich?

Beitrag von Umgedacht »

Ich kann gar nichts beitragen, aber ich will dir einfach ganz viel Kraft schicken. Ich habe mit Tod und Verlust dankbarerweise keine Erfahrung, aber vielleicht hilft es dir jeden Moment bewusst mit deinem Baby zu verbringen. Jeden Augenblick, sei er noch so anstrengend, wahrzunehmen und anzunehmen. Man kann nur im Hier und Jetzt leben und diese Erfahrungen kann man dir, was auch immer passiert, nicht nehmen.

Ich wünsche euch alles Gute! (((Wuss)))
Valentina mit großer Tochter S. (11.2021) und Baby-Tochter L. (5.2025)
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