@juleli: Ich kann dich total gut verstehen bzgl Ess-/Fütterungsstörung. Bei uns ist ja leider oft genug auch noch Ablenkung mit im Spiel, das will ich natürlich auch nicht noch ewig so durchziehen... L hat halt gern was in der Hand beim Essen, irgendeinen Kleinkram, an dem sie herumfummeln kann, Flaschendeckel, Reißverschluss, etc. - sonst ist ihr das Essen einfach zu langweilig, fürchte ich. Es wird jetzt langsam besser, va wenn sie dolle Hunger hat oder selbst den Löffel führen möchte. Also hab ich Hoffnung, dass sich das wirklich verwächst. Und wenn ich ein paar Wochen zurückdenke, hat sich bei uns auch schon viel getan, sowohl was Mengen als auch Ablenkung und Lust auf Essen angeht. Das wird bestimmt bei euch auch noch.

Bzgl nachts weniger oder gar nicht stillen/füttern habe ich noch keine eigenen Erfahrungswerte. Mich stresst es nicht so arg und jetzt in der Erkältungszeit und Eingewöhnung bleiben wir lieber dabei. Von 2 Freundinnen kann ich berichten:
1. Ein teilgestilltes Zwillingsmädchen einer Freundin hatte schon immer ganz gut lange Nahrungspausen, aber eben tagsüber, nicht nachts. Da hat sie sich regelmäßig bis zu 1 Liter Pre weggezogen. Die hat man dann auf kalten Entzug gesetzt und das Essen tagsüber wurde direkt deutlich besser. Aber: Abstillen ist eben nicht das gleiche wie Pre-Entzug. Und das Mädchen war immer gut im Futter, deutlich über der 50. Perzentile.
2. Der Sohn einer anderen Freundin wurde 15 Monate quasi vollgestillt, weil er auch feste Nahrung nahezu komplett abgelehnt hat. Auch dort hat zuerst nachts abstillen ziemlich schnell geholfen - in Kombi mit irgendeinem Essen, was er tagsüber dann doch akzeptiert hat. Irgendeine Pampe aus Milch, Brot und Schmelzkäse, klang echt widerlich. Die hat dann innerhalb von 2 Wochen komplett abgestillt. Aber auch da: Sehr wohl genährtes Kind.
Beides daher keine Vorbilder für mich und mein Leichtgewicht.
Zum Thema Eisen:
L hatte auch keine Anzeichen für Eisenmangel, hatte aber doch einen. Risikofaktoren wie leichtes Kaiserschnitt-Baby waren da, aber sonst nichts. Unsere alte Kinderärztin, die uns bzgl Gewicht immer ziemlich unter Druck gesetzt hat, hat den noch diagnostiziert, bevor wir gewechselt haben. L hat 3 Monate Tropfen bekommen, die haben aber weder die Lust aufs Essen, noch die Mengen gesteigert. Das kam einfach so mit der Zeit.
Zum Glück hat sie die Tropfen immer gut angenommen und auch ok vertragen, sodass ich mir in der Zeit der Tropfengabe auch nie Sorgen ums Eisen gemacht habe. Jetzt nimmt sie seit Juli keine mehr und ich frage mich schon manchmal, ob es denn auch wirklich reicht und hoffe, dass wir nicht noch mal in einen Mangel rutschen. Ständig kontrollieren tut das ja wirklich kein Arzt. Aber ich versuche mich drauf zu verlassen, dass es schon passen wird.
