Kindergeburtstag Manöverkritik

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Yllana
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Kindergeburtstag Manöverkritik

Beitrag von Yllana »

Hallo ihr lieben,
wir haben gestern den Kindergeburtstag unserer 7 jährigen Tochter gefeiert und es ist stellenweise ziemlich schief gegangen. Seitdem Frage ich mich woran es gelegen hat... Vorbereitung? Inhalt? Oder einfach Pech mit Gästen? Wie kann man es nächstes Jahr besser machen und wie zur Hölle schaffen Erzieher das?

Also erst Mal die Rahmenbedingungen... Unsere Tochter hat eine sehr heterogene Gruppe eingeladen. Jungs und Mädchen, Laute und leise Kinder, alter zwischen 7 und 9. Insgesamt 6 Gäste, meine Tochter und ihre Schwester.

Geplant war erst Geschenke, dann Kuchen, dann Freispiel (hatte Knicklichter für die immer geliebte Dunkelparty besorgt), dann Schatzsuche. Auf der Schatzsuche Stöcker im Wald sammeln, dann Marshmallows, Stockbrot, Würstchen über dem Feuer und dabei Freispiel im Garten/angrenzenden Spielplatz und ausklingen lassen.
Außerdem hatte ich noch modellierballons für Luftballon Tiere als Notfall Plan.

Ich fand den Plan gar nicht schlecht, aber schon die Dunkelparty war nach 5 Minuten vorbei weil es den einen zu laut und den anderen zu leise und den dritten zu langweilig war. Dann gab's ne 4er Mädchen Gruppe, die über abwesende Mädchen lästerte (hab ich beendet) und ne Jungsgruppe die lieber alleine in den Garten wollte und noch ne dritte Gruppe irgendwo.
Irgendwann hab ich dann die Schatzsuche gestartet, dabei gab's direkt Wiederstand a la "ich komm aber nicht mit". Als wir das überwunden hatten wurde sich entweder um die Hinweise und Aufgaben geprügelt oder völliges Desinteresse vorgetäuscht. Nachdem die Gruppe immer mehr zerfaserte hab ich nach der zweiten Station abgekürzt und direkt den Hinweis zum Schatz gegeben (geplant waren 6 Stationen auf 2,5km mit verschiedenen Aufgaben, sehr aufwendig vorbereitet....)
Beim Schatz haben alle Kinder möglichst viel der Süßigkeiten versucht an sich zu reißen, da bin ich einmal richtig laut geworden und habe durchgesetzt dass jeder erst Mal nur eine Sache bekommt und alles andere zurück gegeben werden muss. An diesem Punkt war ich schon sehr verzweifelt.

Das restliche Programm lief dann deutlich besser. Es waren nicht immer alle zusammen unterwegs, aber es gab keine ganz großen Konflikte mehr. Den Schatz hab ich nachher fair auf Tüten verteilt. Nur krasse Lautstärke und viel Chaos, aber das gehört ja irgendwie dazu...

Also was war der Fehler? Mehr darauf achten die eingeladenen Kinder aufeinander abzustimmen? Das Grundstück nicht verlassen (aber was sonst zur Beschäftigung)? Letztes Jahr hatten wir fast die gleichen Kinder mit so üblichen Partyspielen (Topfschlagen etc) und da hieß es immer: langweilig, ich mach nicht mit etc.

Nur eine kleine Gruppe und dafür was besonderes wie Übernachtung? Ich weiß aber nicht ob meine Tochter schon bereit ist von der "so viele Gäste wie alter" Regel abzurücken. Sie hat auch einfach sehr viele Freunde und versteht sich mit fast allen gut (deshalb auch so heterogene Gäste).

Auslagern? Kino, Freizeit park? Teuer, aufwendig und irgendwie denke ich immer das muss doch anders gehen....

Oder sind wir einfach unfähig? Die OGS Erzieher haben ja jeden Tag eine deutlich größere Gruppe....

Ich schicke es Mal ab, vielleicht fällt euch schon was ein. Vielleicht will sich ja auch jemand mit einer eigenen Geschichte dran hängen. Das Feedback der anderen Eltern bisher war übrigens positiv, aber ob die Kinder das wirklich so empfunden haben?
Mit der Großen (08/15) und der Kleinen (11/17)
Plueschwuschel
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Re: Kindergeburtstag Manöverkritik

Beitrag von Plueschwuschel »

Yllana hat geschrieben: 28.08.2022, 19:45 Also was war der Fehler? Mehr darauf achten die eingeladenen Kinder aufeinander abzustimmen? Das Grundstück nicht verlassen (aber was sonst zur Beschäftigung)? Letztes Jahr hatten wir fast die gleichen Kinder mit so üblichen Partyspielen (Topfschlagen etc) und da hieß es immer: langweilig, ich mach nicht mit etc.

Nur eine kleine Gruppe und dafür was besonderes wie Übernachtung? Ich weiß aber nicht ob meine Tochter schon bereit ist von der "so viele Gäste wie alter" Regel abzurücken. Sie hat auch einfach sehr viele Freunde und versteht sich mit fast allen gut (deshalb auch so heterogene Gäste).

Auslagern? Kino, Freizeit park? Teuer, aufwendig und irgendwie denke ich immer das muss doch anders gehen....
Ich bin der Überzeugung, dass es für eine funktionierende Feier tatsächlich wichtig ist, die Gruppe so aufeinander abzustimmen, dass die Kinder sich alle gut kennen und verstehen. Alternativ wirklich ein Highlight wie Kino, Indoorpark o.ä. - wo dann das Machen und Tun im Vordergrund steht und die soziale Interaktion nur den i-Punkt darstellt.

Wie fand das Kind denn die Party? Ist es selbst zufällig eher von der "wilderen" Sorte?
Es klingt auf jeden Fall nach ordentlich Action und tollem Einsatz von euch Großen :)
Dass wir das Grundstück am besten nicht verlassen hätten, dachte ich nach dem 6. und 7. Gebu der (selbst sehr überschäumenden) Großen auch. Es war unmöglich, allen Anforderungen gerecht zu werden und souveräne Betreuung umzusetzen. Extremer Stress!

Insgesamt fahren wir für alle Geburtstage ganz gut mit unserem Alltime-Ablauf: Ankommen, Bastelangebot (gemeinsames Backen hatten wir auch schon), Essen, kleine Schatzsuche, Verabschiedung. Zeitlicher Rahmen: 11-14 Uhr (bei der Großen zuletzt nach hinten raus zeitlich deutlich erweitert und inhaltlich durch das Anschauen eines Films ergänzt).

Just heute haben wir wieder gefeiert, einen fünften Gebu. Insgesamt recht schön, irgendeinen Struggle gibt's natürlich immer (heute war das Basteln der Steckenpferde DEUTLICH betreuungsaufwändiger als gedacht, mit der Heißklebepistole usw.) - und ich habe den Verdacht gewonnen, dass es für uns wahrscheinlich passen könnte, die Geschenkübergabe künftig mal beim Abholen auszuprobieren. Das war heute alles sehr unentspannt, das Geburtstagskind hing die Hälfte der Zeit an seinem Geschenketisch und war kaum ansprechbar :roll:

Insgesamt: Je älter die Kinder, desto komplexer wird das alles und ohne irgendwelche Überraschungen geht es wohl nicht. Kommen halt so viele Menschen zusammen :)
Nur drei können einander in die Mitte nehmen: Schulkind E. (12/11), Kindergartenkind H. (07/17), Baby P. (03/19)

und Sternenkind Jannis (07/10)
ich will aber
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Re: Kindergeburtstag Manöverkritik

Beitrag von ich will aber »

Meine Erfahrung ist, dass es schon von der Konstellation und den Interessen der Kinder abhängt.
Wir hatten mal aus zwei verschiedenen Bereichen Kinder eingeladen - es wurde in einem sportpark Angebote von einem Übungsleiter gemacht - ihre Aussage war, dass es eine insgesamt schwierige Gruppe gewesen sei, sie das so noch nicht erlebt habe.
Danach haben wir nur noch aus dem einen Bereich eingeladen und alle Geburtstage waren unkompliziert und nett. Ohne große Organisation, weil sie einfach zusammen spielen wollten und sich untereinander verstanden haben.

Ich glaube also, dass es in weiten Teilen von den Kindern abhängt.

Bei der gemischten Gruppe wollten die Jungs nicht mit den Mädchen spielen, die Mädchen fanden die Jungs doof….alles viel komplizierter als in der zweiten Gruppe, wo alle unkompliziert miteinander gespielt haben.
Bewertungen fürs Kruscheln bitte hier:

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IrisMads
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Re: Kindergeburtstag Manöverkritik

Beitrag von IrisMads »

Ich finde eure Ideen mit dem Feiern total klasse. Auch den Ablauf etc. Ich glaube nicht, dass es da schief gelaufen ist. Ich denke auh die Gruppe passte einfach nicht zusammen.

Wir haben eigentlich so von 5 bis 10 im Indoorspielplatz verbracht( ist aber auch November ) . Das war super denn jeder konnte das machen was er wollte egal ob Junge oder Mädchen oder ob mal ein Jahr Altersunterschied gewesen ist.

Danach kamen nur noch Jungs und es ging in die Kletterhalle, Laser Tag und dann war Corona ;-)


Ich für mich finde auswärts feiern auch immer ein Stück entspannter. Kein bis wenig vorbereiten, kein aufräumen.

Aber ich finde ihr habt euch viele Gednaken gemacht und ich glaube wenn die Gruppe besser zusammengefasst hätte dann wäre es ein Erfolg gewesen.
Mit Sternchen 01/07, dem Murkel 11/07 , dem langersehnten Wunder Knuti 01/21 und 2 tollen Katern
Lanali
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Re: Kindergeburtstag Manöverkritik

Beitrag von Lanali »

Ich finde euer Programm klingt toll. Wie meine Vorrednerrinnen würde ich sagen, es lag an der Gruppe. Aber, wenn ihr schon öfter in der Konstellation gefeiert habt, die Kids sich auch sonst oft treffen, und du eigentlich sagst, das passt, dann würde ich disen Geburtstag einfach gedanklich abhaken. Manchmal läuft es halt nicht.
Wir hatten auch mal so einen, der in einer langen Reihe von schönen, unkomplizierten Geburtstagen total rausfiel. Ich hatte auch keine Ahnung warum, die Kinder waren einfach komisch drauf. Im Jahr drauf lief es dann wieder, ohne dass ich etwas anders gemacht hätte..
Liebe Grüße
Lanali mit B. (01/2010), S. (11/2012) und N. (09/17)
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Nane85
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Re: Kindergeburtstag Manöverkritik

Beitrag von Nane85 »

Ich würde nicht per se sagen, dass sich eine Gruppe kennen muss. Beim letzten Geburtstag der Großen waren zwei Gäste aus ihrer Klasse, eine aus ihrer ehemaligen Kindergartengruppe, ihre Cousine und ein Mädchen vom Reiten da. Die Kinder aus den verschiedenen "Gruppen" kannten sich nicht und trotzdem hat es total harmoniert.

Ich würde das unter "Pech" verbuchen. Ich habe regelmäßig Dienst im Kindergarten (Elterninitiative) und da gibt's Tage, da findet die Gruppe irgendwie nicht zusammen, alle sind durchgeknallt und es läuft einfach nicht. Am nächsten Tag ist es dann wieder ganz anders. Da steckt man nicht drin.

Wie hat es denn dein Kind empfunden?

Bei uns bilden sich im Freispiel gern auch mal mehrere Gruppen, finde ich nicht schlimm.
Nane85 mit den Mädels (02/13 & 06/15 & 06/19)
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Re: Kindergeburtstag Manöverkritik

Beitrag von kroschka »

Nur kurz zum Schatz: wir haben hier bisher tatsächlich immer die einzelnen Tütchen in die Schatzkiste gepackt. So kann keiner einfach reingreifen und alles an sich reißen. Außerdem sagen wir direkt, dass sie mal reingucken können, aber dass der Inhalt dann beim nach Hause gehen verteilt wird.
mit Tochter (11/11) und Sohn (10/14)
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Re: Kindergeburtstag Manöverkritik

Beitrag von Jule »

Ich fühle mit dir! Hier ist der 5 Geburtstag der Großen so anstrengend gewesen, dass ich danach erstmal ausgelagert habe :oops:
Seitdem habe ich für Geburtstage ein recht straffes Programm vorrätig. Vor allem erst mal schnell eine Aktion damit sie gemeinsam über etwas reden/ lachen können oder auch wenn sich nicht alle kennen kennenlernen. Ich mach mal ein Beispiel: ankommen, Flaschendrehen zum Geschenkeauspacken, so wird jedes Geschenk gewürdigt, Kuchen essen, Schatzsuche / Schnitzeljagd/ …
Im Schatz was zum Basteln…. Also Basteln, Essen und Ende. Eventuell etwas Freispiel- aber auch da was haben falls es nicht läuft.
Ich verlasse mich nicht mehr darauf, dass sie einfach auch mal spielen und es läuft und ich habe auch die Zwischendurch-Spiele schon gebraucht … und wichtig: immer genug Hilfe fürs Essen, anderes Kind etc. haben.

Ich habe danach viele schöne Geburtstage im Freilichtmuseum (mit gebuchten Programm) gehabt, so ab 10/11 dann auch Übernachtungspartys (aber auch hier lief es nicht immer ohne Hilfe, meiner Mittleren wurde es schon mal zu viel und sie dreht dann auf ohne Ende…)
Und wenn ich merke es ist mir zu viel ( war letztes Jahr bei der Kleinen so… mir lag es so auf dem Magen auch weil 2 mal wegen Corona verschoben werden musste und ich viel Arbeit hatte) dann lagere ich jetzt aus. Und wir haben da immer was gefunden auch außerhalb von Indoorspielplätzen.

Am allerbesten war dann übrigens der letzte vor Corona Geburtstag der Kleinen, ihr 5. Den hatte ich angefangen zu planen- Thema Märchen die fand sie so toll. Meine Großen haben das mitbekommen und wollten dann mitmachen. Letztendlich haben sie ihn dann geschmissen und es war so toll wir die Kinder an ihren Lippen hingen und fasziniert waren!
Liebe Grüße von Jule mit den Mädels 06/05 und 08/07 und dem Mini-Weihnachtsmädel '13
Elena
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Re: Kindergeburtstag Manöverkritik

Beitrag von Elena »

kroschka hat geschrieben: 28.08.2022, 22:47 Nur kurz zum Schatz: wir haben hier bisher tatsächlich immer die einzelnen Tütchen in die Schatzkiste gepackt. So kann keiner einfach reingreifen und alles an sich reißen. Außerdem sagen wir direkt, dass sie mal reingucken können, aber dass der Inhalt dann beim nach Hause gehen verteilt wird.
MAchen wir auch so!

Und ich finde Freispiel direkt am Anfang nach dem Kuchenessen ungeschickt, das gibts bei uns immer als letzten Punkt, wenn alle schon etwas ausgepowert sind und die Gruppe warm geworden ist miteinander.

Ansonsten klingt euer Programm gut für mich, vielleicht war tatsächlich die spezielle Konstellation von Kindern nicht ideal.
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Yllana
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Re: Kindergeburtstag Manöverkritik

Beitrag von Yllana »

Danke euch allen für das Feedback!
Nane85 hat geschrieben: 28.08.2022, 22:40 Wie hat es denn dein Kind empfunden?
Die erste Reaktion war: Es war großartig. Erst als ich ungläubig die schwierigen Situationen angesprochen habe fand sie die dann auch doof, aber scheinbar hat sich eher das Gute eingeprägt...

Ich habe jetzt bei vielen von euch Schatzsuche gelesen... Wie haltet ihr denn die Gruppe zusammen? Nur eine ganz kurze Strecke? Ständige Aufgaben? Es gab so viele Bedürfnisse in der Gruppe (zu schnell, zu langsam, zu weit, zu kurz .... und auch 2 Kinder, die meine Schatzsuche toll fanden), gibt's da so einen Allround Tipp?
Direkt alles in Tüten werde ich nächstes Mal wohl machen... Wobei ich extra sehr viele verschiedene Sachen besorgt hatte, damit sich jeder seine Lieblingssachen raussuchen kann...
Mit der Großen (08/15) und der Kleinen (11/17)
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